Riese84
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ihr habt mir in den letzten Wochen sehr geholfen und tut es immer noch.
Ich dachte, ich berichte mal kurz wie es mir geht.
Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen.
Ich bin 31 Jahre alt. Meine Freundin hat mich vor knapp 10 Wochen nach 5,5 Jahren verlassen.
Ich bin danach völlig zusammengebrochen. Der schlimmste Zustand, den ich in meinem bisherigen Leben erfahren musste. Selbst der Tod naher Angehöriger hat mir nicht so den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich bin zu meinen Eltern geflüchtet. Ich habe Tage und Nächte ununterbrochen so sehr geweint, bis ich völlig entkräftet war und meine Eltern mich zum Neurologen schicken wollten. Die wussten nicht mehr, wie sie mir helfen konnten. Kaum geschlafen, max. 3h pro Nacht. Wenn ich eingeschlafen bin, habe ich von ihr geträumt. Im Traum war immer alles wie früher. Sie sah so wunderschön aus und wir liebten uns. Dann aufgewacht, kurz gut gefühlt....realisiert....Willkommen in der HÖLLE!
Ich konnte keine Minute alleine aushalten. Habe ständig meine Eltern und Freunde belagert. Nur am weinen, völlig verzweifelt.
Mein bester Kumpel hat mich noch nie so gesehen. Seine Frau dachte erst, jemand wäre gestorben.
Auf der Arbeit und in Situationen, wo ich alleine war, hatte ich regelrechte Panikanfälle. Die verrücktesten Gedanken schossen durch meinen Kopf, alle gleichzeitig: ich schaffe das Lebe nicht ohne sie, ich werde nie wieder so eine finden, ich werde für immer alleine bleiben, ich bin so alt, so hässlich, unfähig als Partner, sie treibt es bestimmt gerade mit einem anderen, ich werde nicht mehr Arbeiten können, meinen Job verlieren, depressiv werden, alleine in meiner Wohnung leben müssen, alleine sterben. Körper und Seele im absoluten Ausnahmezustand. Ich dachte oft, dass ich WAHNSINNIG werde.
Heute geht es mir etwas besser. Ich habe es noch lange nicht hinter mir, das Spüre ich ganz deutlich. Aber ich habe mich und meinen Gefühle wieder besser unter Kontrolle. Ich kann arbeiten gehen und mich halbwegs konzentrieren. Ich kann am Wochenende ausgehen und empfinde zeitweise wieder etwas Freude.
Sie fehlt mir immer noch unglaublich stark. Ich denke jeden Tag an sie, jede Stunde. Aber ich will sie nicht mehr zurück. Das habe ich für mich entschieden. Ich habe die Schotten dicht gemacht. Ich vermisse eine Vorstellung von dieser Person. Die reale Person hat damit nichts mehr zu tun. Die reale Person hat mich belogen und hintergangen. Auch wenn mich die Erinnerung an die schönen Momente quält...no turning back...sie ist kein Beziehungs- und schon gar kein Heiratsmaterial mehr für mich. Auch wenn ich sie immer noch liebe....
Ich sehe das als Dr*genentzg und handel entsprechend. Keine Macht den Dr*gen:
- Weg mit Erinnerungsgegenständen, gemeinsamen Fotos, Musik, etc.
- Nummer löschen, SMS, whatsapp, Facebook. Insbesondere sie auf Facebook zu löschen ist mir unheimlich schwer gefallen. Es hat sich angefühlt, als ob ich mir den Arm abhacke. Aber tatsächlich ist es ein Lösen von Fesseln, die mich noch an sie ketten. Ich holte mir ein Stück FREIHEIT zurück.
- allg. völliger Kontaktabbruch, ich frage nicht einmal mehr bei gemeinsamen Freunden, wie es ihr geht. Auch wenn ich gerne etwas erfahren würde. Am liebsten ALLES. Der Beweis, dass meine Dr*ogensucht noch lange nicht überstanden ist. Daher entziehe ich mich.
Was mir auch bisher geholfen hat:
- das Buch wenn der Partner geht von Doris Wolf
- völliger Verzicht auf Alk.
- sehr viel Sport. Es reinigt den Geist und ich erreiche langsam die Form meines Lebens. Es wird auch langsam bemerkt. Das ist schön. Nach der Trennung fühlte mich einfach nur wertlos. Ich erarbeite mit meinen Wert zurück. Nicht, dass man durchtrainiert sein muss, um wertvoll zu sein. Es ist eher eine Kopfsache. Ich bin aktiv und nehme das Leben wieder in meine Hand. Auch wenn alles schei. ist und ich manchmal einfach aufgeben möchte. Ich fühle mich weniger als armes Opfer des gemeinen Lebens. Ich hole mir mein Leben zurück und irgendwann, wird sie bereuen, was sie verloren hat. Nur dann ist es zu spät
- habe Freunde reaktiviert, die ich zu lange vernachlässigt habe.
- habe mir eine viel schönere Wohnung gesucht. Werde bald umziehen und das alte Schlachtfeld hinter mir lassen
- ich achte mehr auf meinem Gedanken. Immer wenn ich mich schlecht fühle, erinnere ich mich daran, dass ich wieder einmal die falschen Gedanken gewählt habe. Ich überprüfe meine Gedanken auch mehr auf ihren Wahrheitsgehalt. Beispiel ich werde nie wieder so eine finden und so sehr lieben. Life over. Ich frage mich: kann ich wirklich absolut sicher sein, dass das wahr ist? Meistens ist meine Antwort Nein. Gedanken an die schöne Momente, unser Liebesleben verbiete ich mir konsequent. Klappt mal gut, mal überhaupt nicht.
- ich besinne mich auf meine guten Eigenschaften. Die habe ich in der Trennung völlig vergessen. Aus einem selbstbewussten Mann, der viel zu geben hat wurde am Ende ein armseliger, bettelnder Hund.
- ich besinne mich darauf, dass diese perfekte Frau auch sehr viele negative Eigenschaften hat. Wie oft habe ich aufgrund ihres Verhaltens gelitten wie ein Hund. Habe eine Liste erstellt, die mich immer wieder daran erinnert.
- ich gehe zu einem Therapeuten. Nicht, weil ich im Ausnahmezustand wäre, sondern um mich um meine Seele zu kümmern. Psychohygiene. Die Fehler die sie gemacht hat, möchte ich klar erkennen. Die Fehler die ich gemacht habe, möchte ich nicht wiederholen. Ich möchte ein besserer Mensch/Partner für meine nächste Frau werden.
Meine größte Angst ist derzeit die, dass sie eine neuen hat.
Ich weiß auch, dass ich noch einige Rückschläge wegstecken muss.
Aber auch das werde ich irgendwie überleben, wenn es soweit ist.
Vielleicht müsst ihr mir dann noch einmal helfen
F*CK EVERYTHING THAT DOES NOT MAKE YOU HAPPY!
Lg
Riese