Hallo Labenia,
DANKE für deine Beiträge!

Habe jetzt grade einen sehr schwachen Moment mit fürchterlicher Eifersucht auf seine Affaire/"wiederbelebte" Ex-Freundin. Heute morgen habe ich sogar versucht, mich in seinem Facebook-Konto anzumelden, um die Kommunikation mit der Anderen zu lesen... Das bin so überhaupt nicht ich! Ich schäme mich richtig für so ein Verhalten! (Es hat Gott sei Dank nicht geklappt!)
Und dann habe ich ein paar deiner Beiträge gelesen und gedacht: Ja, genau so ist es!
Besonders der Gedanke, daß niemand einen Partner hintergeht oder sich trennt, wenn er diesen liebt, ist einfach mal wahr. Auch wenn man es nicht hören will oder glauben kann.
Mein Noch-Mann hat seine Gründe, sich zu verhalten, wie er es tut, auch wenn ich diese überhaupt nicht nachvollziehen kann. Und es tut richtig weh, sich das einzugestehen.
Bei mir geht heute die erste Woche zu Ende, seit mir mein Noch-Mann nach 9,5 gemeinsamen Jahren gesagt hat, daß er Sex mit seiner Ex-Freundin hat und jetzt unabhängig und "er selbst" sein muß. Er ist noch bis nächsten Dienstag auf Reisen, so daß wir noch nicht persönlich gesprochen haben. Eine richtige offizielle Trennung ist das zwar noch nicht, aber ich sehe keine Anzeichen dafür, daß er es noch mal mit unserer Ehe versuchen will.
An unsere Kontaktsperre, die seit 5 Tagen in Kraft ist, hält er sich sklavisch (ich hatte natürlich gehofft, daß er mich vermissen und sich melden würde). Ich weiß also überhaupt nicht, was momentan bei ihm abläuft, ob er bereits sein neues unabhängiges Leben mit anderen Frauen auslebt, oder ob er an mich denkt und um mich kämpfen will.
Meine Strategie ist zur Zeit, mir meine "Durchhänger" zu erlauben, möglichst viel zu weinen und zu versuchen, meine Gedanken zu steuern. Letzteres klappt natürlich nur eingeschränkt, aber ich habe es einfach satt zu leiden und versuche es jedes Mal, wenn ich wieder in das schwarze Loch falle.
Heute morgen zum Bsp. habe ich nach meinem Facebook-Knackversuch gleich einer Freundin gebeichtet, einfach um mein Verhalten selbst klar zu benennen. Ich habe mich sehr geschämt, und das hat mich erkennen lassen, daß ich so nicht sein will. Und dann habe ich meine Nachricht an die Freundin mit den Worten beendet: Ok, und jetzt vorwärts schauen! Es gibt so viele schöne Dinge, die noch auf mich warten.
Und dann habe ich für heute beschlossen, mich einfach für 2 Prüfungen im Juli anzumelden und anzufangen, dafür zu lernen. Davor hatte ich in den letzten Tagen immer Angst, weil beim Lernen der Gedanke an den Anderen ja meist omnipräsent ist. Aber ich will mich nicht unterkriegen lassen.
Wenn ich also merke, daß ich mich wieder mal in der Abwärtsspirale befinde, versuche ich jetzt bewußt, mich mit Dingen zu beschäftigen, die gut für mich sind und nichts mit meinem Noch-Mann zu tun haben.
Es hilft auch, wenn ich mir sage: Ich kam alleine in diese Welt, ohne Partner, und ich werde auch alleine gehen (die Wahrscheinlichkeit, zusammen mit dem Geliebten bei einem Unfall umzukommen, ist wohl eher gering). Das ist also mein Leben, das ich nicht von jemand anderem abhängig machen kann, und ich möchte mich in diesem Leben wohlfühlen und genießen, was diese Welt zu bieten hat.
Manchmal funktioniert das schon ganz gut. Grade gestern hatte ich meinen allerersten Moment seit der Quasi-Trennung, in dem ich für ein, zwei Stunden keinen körperlichen Schmerz in Herz und Bauch verspürt habe. Das hat sich fantastisch angefühlt und mir Hoffnung gegeben. ES MUSS IRGENDWANN WIEDER BESSER WERDEN! Ich stehe das jetzt durch!