Ungeplant schwanger = Liebe weg?!

Ehemaliger User

Eigentlich beginnt alles wie im Märchen. Ich sage mal, es war Schicksal, daß wir uns damals kennengelernt haben. Wir sind beide Anfang 30 und haben uns in der Disko kennengelernt. Freitags vor ca. einem Jahr ging ich wie jeden Freitag mit meiner Freundin in unsere "Stammdisko" und da war er auch mit seinen Freunden. Es war das erste Mal, daß er in dieser Disko war, da er aus einem anderen Einzugsgebiet kam. Wir sind uns sofort aufgefallen. Aber es passierte noch nichts. Tags darauf probierten meine Freundin und ich eine neue Disko aus, die wir auch zum ersten Mal besuchten. Und plötzlich stand er hinter mir. Diese Disko war riesig, so daß man selbst Bekannte lange suchen kann, aber wir trafen uns ausgerechnet am gleichen Platz. Leider kam dann so eine blonde Tussi und begann mit ihm ein angeregtes Gespräch (eine alte Bekannte wie ich später erfuhr). Wir verloren uns dann aus den Augen. Doch ich ging ihm nicht aus dem Kopf und den nächsten Freitag kam er wieder in meine Stammdisko und sprach mich schließlich an.  Und so nahm alles seinen Lauf... Wir trafen uns, sprachen ganze Nächte durch, hatten fast in allen Dingen die gleiche Meinung und verliebten uns unendlich. Schon nach kurzer Zeit sahen wir uns fast täglich, obwohl wir 60km entfernt auseinander wohnen.
Wenn wir uns nicht sehen konnten, telefonierten wir oder schrieben Emails (hier ein Beispiel von ihm):

"Meine liebe Maus!
Ich will Dir nur sagen, daß ich mich so richtig wohl bei Dir und mit Dir fühle. Ich vermisse Dich, weil Du heute abend nicht bei mir bist. Aber das werden wir beide am Wochenende noch gemeinsam in vollen Zügen nachholen.
Maus, Du bist immer für mich da. Wir haben nahezu dieselben Gedankengänge und auch dieselbe Vorstellung vom Leben, wie ich meine. Du bist mein Schatz, und ich will Dich nie verlieren.
Ich liebe Dich und will mit Dir zusammenbleiben! So werde ich auch in 2 oder mehr Jahren noch denken!!!
Ich freue mich schon auf morgen und dann machen wir uns wieder ein schönes Wochenende."

Ein Problem gab es allerdings in unserer Beziehung. Er wollte aus seinem Ort nicht wegziehen. Und ich wollte aus meinem Ort nicht wegziehen (wegen meiner Tiere (Pferd, etc.) und da ich Eigentum habe..) Wir sprachen zwar schon nach kurzer Zeit unserer Beziehung vom Zusammenziehen, aber an diesem Diskussionspunkt ist es immer gescheitert. Bei mir konnten wir "kostenfrei" wohnen, aber er wollte lieber der "Ernährer" sein. Er wollte sich nicht ins gemachte Nest setzen, sagte er. Er bräuchte noch Zeit...
Bei dem Thema Ehe und Kinder sagte er, daß er nur einmal im Leben heiraten will und er will erst lange mit einer Frau zuammen sein (um eine Garantie zu haben, daß die Ehe hält), bevor er heiratet. Trotzdem haben wir hier und da immer mal das Thema angesprochen. Ich fragte ihn z.B. mal: "Meinst Du wir werden mal heiraten?" Er: "Ganz bestimmt". Dem Thema "Kinder" war er nicht so aufgeschlossen. Dafür fühle er sich jetzt noch nicht bereit. Aber wenn wir Kinder hätten, möchte er gerne, daß ich den Beruf aufgebe und Hausfrau werde. Er möchte nicht, daß seine Kinder zu "Schlüsselkindern" werden. Er will für seine Familie sorgen....
Nun ja, wir wohnten ja noch nicht zusammen und ich bin davon ausgegangen, daß der Kinderwunsch mit der Zeit kommt.... Wenn Kinder kommen, dann sollen es ja auch beide wirklich wollen. Natürlich haben wir auch darüber gesprochen, was wäre wenn es trotzdem passiere... Ungeplante Schwangerschaft! Er wollte zu mir und dem Kind stehen, hatte er immer gesagt!
Tja, und gestern war ich beim Frauenartz aufgrund von Unterleibsschmerzen, Brustziehen.....  Ultraschall: bereits 7. Woche! Ich habe regelmäßig die Pille genommen und kann mich auch nicht entsinnen eine vergessen zu haben.... Die Frauenärztin meint, vielleicht habe ich ein Medikament genommen, daß die Wirkung der Pille unterdrückt... Ich weiß es einfach nicht! Ich hatte ja sogar noch meine Periode vor 2 Wochen (obwohl es mich gewundert hat, daß sie so kurz und schwach war!). Ich bin also wirklich schwanger (kann es immer noch nicht glauben). Aber irgendwie freute ich mich auch. Schließlich bin ich über 30 und dachte, den richtigen Mann zu haben. So hatte ich es zwar nicht geplant, aber irgendwie würden wir beide es schon meistern....
Natürlich rief ich T. sofort an. Er kam auch direkt von der Arbeit. Seine Reaktion war ... Ich kann es nicht ausdrücken. Er wollte, daß ich abtreibe. Er drohte mit Selbstmord! Sprach nur davon, daß er ein nun ein Leben lang blechen müßte! Sein Leben sei verpfuscht.  Er will dieses Kind nicht! Und er wüßte nicht mehr, ob er noch mit mir zusammen sein könne. Ich war total apathisch und geschockt (sozusagen doppelt : Neue Situation schwanger und dann diese Reaktion!) Er fuhr erst mal wieder nach Hause und zu seinen Eltern.
Ich war fertig!
Abends rief er an, erzählte wieder, daß er sich umbringen wollte. Ich wollte sofort zu ihm fahren. Er verbot es mir. Dann sagte ich, daß ich seine Mutter anrufen würde, wenn er wieder von Selbstmord reden würde. "Tu das bloß nicht! Die verpassen Dir ne richtige Breitseite! Die sind nämlich auch nicht glücklich darüber, daß Du schwanger bist. Die haben mir schon die ganze Zeit gesagt, daß Du mich nur krallen willst. Das ewige Gerede vom Heiraten! Es paßt auch alles! Das richtige Alter, eigenes Haus, fehlt nur noch Mann und Kind!! Aber ich lass mich zu nichts zwingen! Ich komme mit der Situation nicht klar. Ich will nicht mehr. Es ist vorbei mit uns. Dann muß ich halt zahlen, aber es ist aus! " Im gleichen Atemzug hängte er fast sachlich diesen Satz dran:" Wie machen wir das mit den Schlüsseln und den Sachen? Du hast ja noch meinen Wohnungsschlüssel, ich habe Deine und die restlichen Sachen....! Ich konnte nur noch auflegen. Ich war starr vor Schock!
Das war gestern Abend. Ich habe mir die Augen ausgeheult!
Heute morgen schickte er mir diese email:

"u kannst Dir nicht vorstellen, wie mies ich mich fühle! Das Ganze ist für
mich ein Schock und ich weiss nicht, was ich noch machen soll.Es tut mir unheimlich weh zu wissen, dass irgendwo etwas von mir heranwachsen, ohne dass ich bereit dafür gewesen bin. Wie konnte sowas nur
passieren?
Es ist für Dich und für mich ein harter Schlag im Leben. Es geht mir nicht
um irgendeine finanzielle Verpflichtung, sondern darum, dass ich mein ganzes
Leben moralisch, ethisch damit umgehen lernen muss, ein Kind zu haben, zu
dem ich keine Beziehung aufbauen kann. Der Gedanke, dass so ein Kind keinen
Vater haben wird, plagt mich doppelt und dreifach. Ich fühle mich schuldig,
ein anderes Leben zu verneinen. Ich habe mich gestern immer wieder gefragt,
wieso ich dafür bestraft werde. Ich habe immer versucht, mein Leben in
geordnete Bahnen zu bekommen, doch ich habe mal wieder versagt! Wer weiss,
was mir noch alles wiederfährt. Ich bin nur noch unglücklich!"
Ich konnte nicht antworten. Ich bin so schwer enttäuscht! Und ich bin unglücklich für mein ungeborenes Kind, weil sein Vater, den ich so sehr liebte, es so sehr ablehnt, obwohl es nichts dafür kann. Ich verstehe seine Eltern nicht! Warum ziehen sie so über mich her? Wie kann er mich in dieser Situation allein lassen? :'(





07.02.2002 17:33 • #1


Ehemaliger User

Liebe Würmchen,

ich möchte dir nun ersteinmal zu deiner Schwangerschaft gratulieren.... denn das was du in dir trägst ist ein kleines wachsendes Wunder, welches dich irgendwann mit leuchtenden Augen und einem süßen Lächeln anschauen wird.

Aus deinem Beitrag geht nicht deutlich hervor, wie du dir ein Leben mit ihm bei dir vorgestellt hast. Es schließt sich ja grundsätzlich nicht aus, dass er auch in dieser Position die Funktion des "Ernährers" übernehmen kann.... ihr hättet dann "einfach nur" einen  Kostenfaktor weniger.

Sein Verhalten ist wirklich furchtbar, er scheint völlig unter Schock zu stehen..... Ich bin nicht sicher, ob es nicht zu früh ist, um festzustellen, wie er mit der Situation in Zukunft umgehen wird.

Fakt ist aber, dass er sich ein Idealbild seines Lebens aufgebaut hat und dieses Bild  zielstrebig verfolgte. Seinem Brief zu Folge scheint er seinem Idealleben schon mehrmals nicht gerecht geworden zu sein. Und nun kommt ein aus seiner Sicht derber Schlag dazu. Die entscheidende Frage für dich ist, wie geht er mit der Erkenntnis um, dass sein Leben nicht in seinen Idealbahnen  verlaufen wird ?  Den einfachsten Weg, dich zu einer Abtreibung zu bewegen und anschließend nur einen kleinen dunklen Punkt auf dem weißen Wölkchen zu haben, hat er bereits in einem Anflug von Panik mithilfe einer Erpressung probiert.  
Seine e-mail klingt ja etwas überlegter, wenn auch noch geschockt. Er müßte einen Weg aus diesem Idealbild finden, dann hättet ihr auch noch eine Chance.
Leider scheint er dafür zur Zeit keinen Blick zu haben, denn er sieht in dem Wunder nur eine Last.

Du kannst ihm eigentlich nur vermitteln, dass du ihn liebst (?? du hast liebtest geschrieben ??) und dass du und euer Kind seine seelische Unterstützung brauchen. Schreib ihm ruhig auch von deinen Ängsten, denn diese überraschende  Verantwortung ist auch dir unbekannt, aber du wirst sie auf dich nehmen.

`Ein Samen den man einpflanzt wächst nicht sofort,
die gediehene Pflanze trägt nicht sofort eine Blüte und
die Blüte wirft nicht sofort neue Samen ab......´
genauso wenig ist man urplötzlich reif für eine solche Verantwortung, das ist eine Fehlvorstellung von ihm.

Sprich vielleicht mehr (aber nicht nur) von dir und deinen Bedürfnissen, als von ihm, dann fühlt er sich nicht so eingeengt.

Deine Situation ist sehr "frisch" und etwas unklar, so dass ich mich nicht traue, dir mehr zu raten.

Ich wünsche dir von Herzen, dass er seine Chance ein guter und liebender Vater zu werden erkennt........ dass er fern seiner Idealvorstellungen von seinem Leben das einzig Wahre im Leben, nämlich das Glück und die Liebe - gelebt in welcher Lebensform auch immer - erkennt.

Liebe Grüße und viel Kraft in den nächsten Tagen, damit du diese schwere Zeit und den Schock überstehst
Susa3





07.02.2002 20:15 • #2


Ehemaliger User

Vielen Dank, Susa, für Deine lieben Worte!

Wie hatte ich mir mein Leben mit ihm vorgestellt?
Vor der Schwangerschaft bin ich davon ausgegangen, daß er auf längere Sicht sich dafür entscheiden würde, zu mir zu ziehen. Es kamen nämlich hier und da mal Bemerkungen, daß es doch ganz schön bei mir und in meiner Gegend sei... Zudem hatte ich ihm vorgeschlagen, sich am Haus zu beteiligen, wenn er diese Möglichkeit ernsthaft in Erwähgung zöge... So hätte er nicht das Gefühl, daß es nicht nur mein, sondern auch sein Haus wäre... Ich dachte die Zeit arbeite für mich....
Diesen besagten Mittwoch, als ich ihm mitteilte, was die Frauenärztin zu mir gesagt hatte - da purzelten alle Gedanken durcheinander. Ich wußte nur, daß er mich nicht aus diesem Grund heiraten muß, sondern ich wollte nur, daß er zu mir steht. Er müßte auch nicht zu mir ziehen, damit er die Zeit hat, sich mit dieser neuen Verantwortung anzufreunden - ohne Druck!!!  Er fühlte sich aber trotzdem unter Druck gesetzt.

Nachdem er mir gestern diese Mail geschrieben hat und ich nicht darauf geantwortet habe, hat er mich gestern Abend angerufen und 3 Std auf mich eingeredet und geschrien. Es war schrecklich! Wenn ich dieses Kind nicht abtreiben würde, könnte er nicht dafür garantieren, daß er sich nicht umbringt! Und ob ich mit dieser Schuld leben könnte. Ich würde das Leben aller ruinieren. Was ich diesem Kind antäte, weil es ohne Vater aufwachsen müsse. Zudem sollte ich mir mal Gedanken machen, daß mich sowieso kein Mann mehr angucken würde mit einem Kind. Mich würde keiner mehr anpacken. Wer will schon eine Frau mit Anhang...
Ich solle bitte bitte abtreiben. Das sei doch noch gar kein Kind in mir, sondern nur eine Zellmutation ohne Leben und ohne Seele. Wenn ich abtreiben würde, könnten wir noch mal über alles reden. Einen Neuanfang! Er bräuchte nur Zeit. Er ist noch nicht soweit, Vater zu werden.
Seine Gefühle für mich sind tot. Er empfindet nichts mehr für mich. Ich müßte doch vernünftig werden.... Er läßt sich zu nichts zwingen. Wenn ich ihm dieses Kind aufzwänge, dann muß ich halte alleine mit allem fertig werden. Er will dieses Kind nicht sehen.
Ich sagte immer nur, ob er mich denn nie geliebt hätte? Was für eine Rolle das denn jetzt noch spielen würde, fragte er. Ich sagte, er solle doch bitte verstehen, daß ich unser Kind nicht umbringen kann. Ich bin wirklich unglücklich mit dieser Situation und es ist mir bewußt, daß ich alleine da stehe (fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel). Finanziell wird es alleine auch nicht so leicht. Aber ich kann dieses Kind nicht töten. Das wäre, als würde ich mich selbst töten. Ich verlange ja auch nichts von ihm - kein Geld, keine Hochzeit, nicht mal zusammenziehen. Nur da sein sollte er für mich und das Kind. Ich sprach davon, daß seine Mutter ungewollt mit ihm damals schwanger geworden ist und gott sei dank hat in der damaligen Zeit sein Vater zu ihr gestanden. Sonst wäre es ihr nicht gut ergangen. Warum hat seine Mutter ihn denn nicht abgetrieben? Er solle doch mal mit seiner Mutter sprechen. Doch er sagte nur, daß seine Eltern ganz schlecht auf mich zu sprechen wären und ich hätte ihre Gesichter mal sehen sollen, als sie gehört hätten, daß ich schwanger bin. Die wollen das Kind auch nicht. Ich kann das nicht verstehen. Wenigstens seine Mutter müßte sich doch in mich hineinversetzen können. Aber sie meint, ich wolle ihr nur ihren Sohn wegnehmen und "kaschen".
Dieses Gespräch war endlos, ermüdend, zermürbend und machte mich noch trauriger.
Es sagt eindeutig, er emfindet nichts mehr für mich und er und seine Familie will absolut nichts mit diesem Kind zu tun haben. Für ihn ist Schluß!
Ich verstehe die ganze Welt nicht mehr! Er ist wie ein ganz anderer Mensch. Kenne ich diesen Menschen? Und doch liebe ich ihn immer noch. Ich vermisse ihn so sehr! Es zerreißt mir das Herz! Er will nur so schnell wie möglich seine Sachen und seine Schlüssel wieder und dann nie wieder etwas von mir hören. Aber ich werde ihn über jeden Fortschritt in der Schwangerschaft informieren. Ich werde die Ultraschallbilder einscannen und zumailen. Wenn er sie nicht sehen will, kann er die Mail ja löschen. Aber ich werde ihn über unser Baby - sein eigen Fleisch und Blut - informieren.

Bitte sagt mir Eure Meinung. Was ist nur los? Wie kann ein Mann so extrem reagieren? Ich verstehen seine Qual nicht? Liebt er mich wirklich nicht mehr? Kommt er zu mir und unserem Baby zurück?

08.02.2002 17:18 • #3


Ehemaliger User

Hallo Würmchen,

es ist eigentlich nicht meine Art, jemanden in die Pfanne zu hauen. Aber deinen Freund sollte man mal ganz schnell irgendwo hinhauen, vielleicht ist dann sein Kurzschluss im Gehirn behoben.
Sorry!
Es zeugt von deinen starken Gefühlen für ihn, wenn du dir 3 Stunden diese Beleidigungen angehört hast.  Echt stark! Aber wielange willst du dir das noch antun?
Dein Freund  hat weder die Reife noch ist er sich der Tragweite seines Handelns bewusst, sollte er nur annähernd da etwas unternehmen. Ich kann nur das vernichtende Urteil fällen, dass er ein Mensch ist, den du möglichst schnell aus deiner Zukunftsplanung streichen solltest. Der Streit um euren gemeinsamen Wohnsitz hat schon angedeutet, dass er nicht bedingungslos zu dir steht. Da wirft ihn natürlich so ein Ereignis, wie eine ungewollte Schwangerschaft total aus der Bahn.  Die Hoffnung, dass sich so ein Mensch auch mal zum Positiven ändert, sollte man nie aufgeben. Aber wielange willst du warten? Dafür sollte dir das Leben eingentlich zu schade sein.
Dein Freund gehört in Behandlung. Vielleicht liegen die Gründe für seinen Kurzschluss in seiner Kindheit bzw. Familie. Dieser Mann hat dich nie wirklich geliebt. Für ihn gab es immer wenn und aber.
Ich kann deine Gefühle für ihn sehr gut verstehen. Aber du tust dir und deinem Kind keinen Gefallen, wenn du ihn weiterhin mit seiner werdenden Vaterschaft konfrontierst. Das könnte ungeahnte Folgen nach sich ziehen. Versuche dich gänzlich von ihm fern zu halten. Keine eMails, keine Telefonate und keine Treffen. Der muss erstmal zur Ruhe kommen. Das ist auch für dich wichtig, wenn du keine Komplikationen in der Schwangerschaft haben willst. Bringe euer Kind erstmal  gesund zur Welt.
Alles weitere wie Unterhalt etc. kann man dann angehen!
Es ist deine Entscheidung dieses Kind zur Welt zu bringen und die kann dir keiner abnehmen.
Und für die Zukunft darf ich dir sagen, dass es sehr viele Männer gibt, für die es absolut kein Hindernis ist, wenn die Frau ein Kind mit in die Beziehung bzw. Ehe bringt.

Ich wünsche dir alles Gute. Du schaffst das schon.

Hubby

08.02.2002 17:59 • #4


Ehemaliger User

Hallo Würmchen,
schon mit deinem nick-namen zeigst du, wie sehr du mit dem baby, das in dir wächst verbunden bist.
zuerst möchte ich dir sagen, dass ich grosse achtung vor dir habe, dass du dich nicht gegen das
kind entscheiden wirst.
du liebst deinen freund noch immer, aus dieser liebe ist auch der kleine wurm entstanden. versuch
diese liebe jetzt ganz auf dein baby zu konzentrieren.
wie du schon in deinem 1. beitrag schreibst, will dich dein freund erpressen, indem er dir droht sich
umzubringen. ganz kurz will ich dir nebenbei sagen, dass die freundin meines mannes auch diese
miese drohung benutzt.
lass dich nicht erpressen, denn wenn du der abtreibung zugestimmt hättest, hättest du dieses
kleine leben umgebracht. ihm ist nicht klar wie doppelt er dich belastet.
ich kann auch hubih nur zustimmen, versuche deinen freund aus der schwangerschaft ganz
rauszuhalten, versuch dich nicht mehr bei ihm zu melden.
er schreibt von moral und ethik und dass das kind eine strafe zum jetzigen zeitpunkt für ihn ist, er
wollte sein leben immer in geordnete bahnen lenken und habe wieder versagt.
für eine ehe will er eine garantie durch vorheriges zusammenleben haben. es gibt keine garantien
für eine  zukunft, nur jeder kann für sich verantwortung übernehmen, indem er mit morl ethik
gewissenhaft und verantwortlich umgeht.
dieser verantwortung gegenüber seinem noch ungeborenen kind will er sich noch nicht stellen.
ihn plagen aber jetzt schon schuldgefühle, dass er dieses heranwahsende leben verneint.
ich wünsche dir, dass er jetzt überreagiert und er mit der zeit bereit ist, für das kind
verantwortung zu übernehmen und vielleicht auch wieder zu dir zu stehen wird.
ob er dich wirklich als seine lebenspartnerin gesehen hat, kannst du nur feststellen, wenn du dich jetzt
erst mal zurückziehst und ihm leider zeit lässt.
vor allem wünsche ich dir jetzt gute freunde die zu dir stehen, dich tragen, dir beistehen und sich
mit dir auf das baby freuen.

ich wünsche dir ganz viel kraft,
wenn du dich allein fühlst, denke an das kleine unschuldige wesen, das in dir heranwächst,
und an diesen wahren spruch:
immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein lichtlein her,

glaub mir, der mann der dich wirklich liebt, für den ist dein kind kein hindernis, eher hast du
den respekt, dass du dich nicht gegen das kind entschieden hast.

liebe grüsse kuki

lass uns weiter an deinem leben mit dem kleinen untermieter teilhaben

08.02.2002 19:59 • #5


Ehemaliger User

Hallo Wuermchen!

Ich wuerde Dir ganz gerne viele liebe Worte schreiben,aber es faellt mir schwer meine Gedanken in Deutsch zu fassen,diesmal.

Ich finde es ganz toll das Du das Kind unbedingt haben moechtest,und Du wirst bald sicherlich auch ohne Vater mit dem Kleinen ganz gluecklich sein.

Was es ihn betrifft kann ich das mit "sein Leben ausser Bahn geraten" verstehen aber ich finde es sehr kindisch und egoistisch von ihm Dich mit Selbstmorddrohung zu erpressen,und wenn es wirklich wahre Liebe seinerseits waehre
dann wuerde er sich nicht andauernd die Hauptrolle zuteilen.
Auch vor der Schwangerschaft ,aus deinen Beitrag,habe ich nicht bei ihm erkannt das es eine bedingungslose Liebe ist.

Ein Abstand zwischen euch waehre jetzt gut-vielleicht reift er in der zwischenzeit und kommt als stolzer Vater zurueck und wenn nicht dann verdienst Du einen staerkeren,liebevolleren Mann an Deiner Seite.

Ich finde auch ganz unreif Sprueche wie "keiner wird Dich mit Anhang nehmen",was hat den dieser Mann ueberhaupt fuer Grenzen?
Er klingt  recht konservativ und unsicher,kann es sein das er noch stark unter dem Einfluss seiner Eltern steht?

Ich hab Dir hiermit nichts besonderes schlaues gesagt aber ich wuensche Dir weiterhin viel Kraft und Glueck,Du wirst das alles schon meistern und irgendwannmal kommt ein Mann der diese Entscheidung sehr respektieren wird.

Alles liebe fuer Dich und das Kleine!

blue

09.02.2002 10:19 • #6


Ehemaliger User

Lieber hubby, liebe kuki03 und blue1!

Vielen, vielen Dank für Eure lieben Worte und Eurem Zuspruch.  Eure Beiträge zu lesen ist Balsam für meine traurige Seele.

Ich denke, daß Ihr Recht damit habt, daß ich den Kontakt erstmal komplett abbrechen muß, damit er Zeit hat zu sich zu finden. Es fällt mir nicht mal sonderlich schwer, weil ich immer noch den abfälligen Tonfall in den Ohren habe, in dem er mit mir und über mich und das Baby gesprochen hat. Ich denke, daß dieses Baby auch schon jetzt als winzig kleiner weißer Punkt auf dem Ultraschallbild genau spürt, wie ich mich fühle. Und ich möchte es nicht ständig mit meiner Enttäuschung und Trauer belasten. Meine ganze Familie und alle meine Freunde stehen hinter mir und sprechen mir Mut zu. Es glauben auch fast alle, daß er - mein Freund - sich wieder besinnt. In dieser Hoffnung und mit meiner neuen Verantwortung schaffe ich es auch, mich nicht so gehen zu lassen.
Er hat sich jetzt seit dem 3 Std. Telefonat am Donnerstag nicht mehr gemeldet. Wahrscheinlich werde ich auch so schnell nichts mehr von ihm hören. Es kommen immer wieder Momente auf, wo ich ihn sehr vermisse und mir schmerzlich bewußt wird, daß er nicht mehr da ist. Aber da ist auch diese andere Seite von ihm:Ich kann seine hartherzigen und kühlen Worte nicht mehr vergessen. Sie hallen immer in meinem Kopf. Auch wenn er zu mir zurückkommt, so habe ich doch eine Seite an ihm kennengelernt, die mein Vertrauen zu ihm zutiefst erschüttert hat. Wenn er zu mir zurückkäme, würde ich ihm sein jetztiges Verhalten nie zum Vorwurf machen und es als Ausrutscher zu den Akten legen  - ABER in mir selbst hat sich was verändert. Ich müßte erst wieder lernen, ihm zu vertrauen! Denn kann er mich wirklich so geliebt haben? Würde er in Zukunft bedingungslos zu mir stehen? Vertrauen ist so ein zerbrechliches Kleinod, das gehegt und gepflegt werden will.

Ich muß Euch zudem erzählen, daß ich früher mal eine langjährige Beziehung hatte. Mein damaliger Partner machte mir einen Antrag und 4 Wochen später fing er mit einem 10 Jahre jüngeren Mädchen (ging noch zur Schule) eine Affaire an. Er traf sich heimlich mit ihr und besorgte sich bei Freunden Alibis, um sie zu treffen. Er hatte aber nie vor, sich von mir zu trennen... Die ganze Sache flog nur auf, weil der betrogene Freund von seinem Affairen-Schätzchen bei mir anrief und mich über alles aufklärte. Diesem Fremden wollte ich natürlich nicht glauben. Aber er konnte es beweisen. Mein damaliger Partner hatte wohl mit seiner Affaire ständig per Internet gechattet. Ihr Exfreund erklärte mir, wie ich an die Chatgespräche kommen konnte und dann konnte ich 100 Seiten mit "Liebesgeflüster" zwischen ihm und ihr mit Uhrzeit und allem drum und dran ausdrucken. Ich sah, wann er sich Alibis beschafft hat, um sie zu treffen, wie er über mich vor ihr hergezogen hat, etc. und bei mir Zuhause spielte er den liebenden Partner! Als ich ihn damit konfrontierte, stritt er zunächst alles ab. Aber ich hatte ja die Beweise. Dann schwor er sich von ihr zu trennen, weil er nur mich liebe. Ich trennte mich schließlich nach einigem hin und her schließlich von ihm, weil ich ihm einfach nicht mehr vertrauen konnte. Ich hatte ihm vorher nie nachspioniert, aber plötzlich war ich ständig mißtrauisch und zu recht, wie sich rausstellte ... Er traf sich wieder heimlich mit ihr. Ich mochte mich selbst hinterher nicht mehr, fühlte mich minderwertig und weggeworfen - ausgetauscht gegen ein junges Schulmädchen. Ich habe 2 Jahre gebraucht, um diesen Vertrauensbruch zu verarbeiten. Ich fragte mich ständig, wie ich mich so sehr in einem Menschen täuschen konnte. Ich hatte nichts geahnt. Er hatte wohl wirklich nie vorgehabt, sich von mir zu trennen, denn noch heute - nach Jahren - ruft er mich und meine Eltern regelmäßig zu Geburtstagen und Feiertagen an und sucht noch immer den Kontakt.

Warum ich das alles erzähle? Ich hatte mir von meinem jetztigen (Ex-?) Freund auch ein Bild gemacht - sozusagen eine Einschätzung von ihm. Und ehrlich gesagt hatte ich diese Reaktion, die er jetzt gezeigt hat, nie für möglich gehalten. Habe ich mich wirklich wieder so schwer in einem Menschen getäuscht? Oder ist es nur ein hilfloser Ausraster? Mann meint einen Menschen recht gut zu können und plötzlich merkt man, daß man ihn vielleicht doch nicht kannte. Vielleicht habe ich mich auch in anderen Dingen in ihm getäuscht... All diese Dinge gehen mir durch den Kopf.
Ich liebe ihn immer noch - bedingungslos. Denn egal, wie sehr man gedehmütigt wird, Liebe ist stärker und läßt einen viel ertragen. Wenn er wirklich wieder zu mir zurückkommt, werde ich ihn mit offenen Armen empfangen. Aber mein Vertrauen zu ihm ist stark erschüttert. Es ist einfach nicht mehr möglich da wieder anzufangen, wo wir aufgehört haben.  So sehr ich es mir auch wünsche, daß alle so ist wie früher! Seine abfälliger Tonfall und seine Worte spuken immer in meinem Kopf....
Noch mal vielen, vielen Dank für Eure lieben Worte, die mir Kraft geben. Zur Zeit fühle ich mich recht gefasst und stark - aber ich weiß genau, daß es immer wieder diese schwachen Momente geben wird, wo mir einfach nur noch zum Weinen zumute ist.....  

09.02.2002 20:54 • #7


Ehemaliger User

Hallo Würmchen,
Du hast in Deinem 1. Beitrag geschrieben, daß Du in der 7. Woche bist. Weiß denn Dein Freund das da schon ein Herzchen schlägt? Ich weiß nicht, aber er ist jawohl sehr sehr egoistisch, wenn er kein Nachwuchs möchte, warum kümmerte sich er nicht noch um zusätzliche Verhütung. Man kann ja nicht Dir die schuld geben, daß Du ihm sein Leben ruinierst.
Und außerdem Du bist doch im besten Alter, mit Haus, ein Kind zu bekommen und glaube mir es ist so eine Bereicherung ein Kind zu haben. Sie geben Dir soviel zurück!!!!
Du hast echt einen besseren verdient und glaube mir es gibt noch andere die DICH und dein KIND akzeptieren!!!
Leider hast Du nicht geschrieben, ob DU seine Eltern kennst, hast Du mit Ihnen schonmal gesprochen? Meinst Du wirklich daß Sie was gegen Dich haben?
Also Ich wünsche Dir alles alles Liebe und Gute Reeny

09.02.2002 22:41 • #8


Ehemaliger User

Hallo Reeny,
danke für Deine lieben Worte!
Ja, ich kenne seine Eltern. Anfangs hatte ich das Gefühl, daß sie mich sehr mögen würden. Sie waren auf jeden Fall immer sehr höflich und freundlich. Als ich dann aber bei den meisten Familienfeiern ausgeschlossen wurde, war ich mir nicht mehr so sicher, ob mir unbegrenzte Sympathie entgegenschlägt.
So war z.B. die Oma aus dem Norden zu Besuch. Ich wollte auch kommen und es wurde mir durch T. gesagt, daß es nicht gewünscht sei. Man könnte der alten Oma nicht zumuten, daß so viele Leute da wären. Schließlich kämen ja auch noch Onkel + Tanten, etc. Das wäre zuviel für die Oma, wenn ich auch noch käme. Außerdem wäre nicht genug Platz.... Das hatte mich schon sehr verletzt. Und da habe ich lange mit T. drüber diskutiert. Schließlich meinte er, daß er mir nur die langweiligen Familienanlässe ersparen wollte. Er hätte dabei nur an mich gedacht...
Zudem durfte ich nicht unangemeldet vorbeikommen. Es mußte immer vorher angerufen werden, ob es denn auch gerade recht ist.
Weihnachten war ich natürlich auch nicht erwünscht! Seine Eltern würden es sich gern auf der Coach gemütlich machen und wenn ich da wäre, dann hätten sie das Gefühl, daß sie das nicht könnten....
Ich habe seine Eltern auch 3 mal zu mir eingeladen, um mal meine Wohnung, den Garten, usw. kennenzulernen. 3 mal wurde mir über T. mit fadenscheinigen Begründungen abgesagt. Sie sagten mir nicht mal persönlich ab, owohl ich sie persönlich angesprochen hatte. Eine Begründung war z.B. " Du weißt doch, daß meine Mutter nicht gerne lange Strecken fährt." "Meine Mutter fühlt sich nicht so gut. Sie hat doch diesen Tennisarm."
Höflich sind sie jedoch immer geblieben, nur irgendwie abweisend. Wobei ich das Gefühl hatte, daß der Vater mich sehr wohl leiden mochte. Nur bei der Mutter hatte ich das Gefühl, daß sie mich als Konkurrentin sah. Thomas war sonst immer fast täglich bei ihr und das wurde durch mich doch ein wenig eingeschränkt - insbesondere an den Wochenenden war T. durchweg bei mir. Allerdings sagte sie immer zu T. das das doch normal ist, wenn ein Pärchen so viel Zeit wie möglich zusammenverbringen möchte.... Das fände sie vollkommen in Ordnung.

Zudem erzählte mir T. immer, daß seine Mutter in ihrer Ehe nicht wirklich glücklich sei. Sein Vater würde seine Mutter abgöttisch lieben (sie ist auch wirklich eine äußerst attraktive Frau), aber ob seine Mutter dies auch für seinen Vater empfinden würde, das könnte er nicht unbedingt sagen.
Seine Mutter ist damals auch ungeplant (oder sogar ungewollt?!) schwanger geworden und war in der damaligen Zeit froh, daß T`s Vater sie sofort geheiratet hat. Früher waren alleinerziehende Mütter noch verpönt und hatten es sehr schwer.
Mein persönlicher Verdacht ist, daß seine Mutter das Gefühl hat, daß ich ihr den Sohn wegnehme. Sonst müßte sie sich doch in mich und meine Situation einfühlen können!

Gestern war ich noch so gefaßt und stark und heute bin ich schon wieder total traurig. Dieses Wochenende hätten wir gemeinsam verbracht. Er muß mich doch vermissen. Schließlich war unsere Beziehung doch glücklich. Es gab keine Entwicklung mit Streit, etc., sondern es war eine Trennung von einer Sekunde auf die andere. Seine Gefühle müssen doch noch da sein. Auch wenn er wie ein trotziges kleines Kind reagiert: "Ich will das Kind jetzt aber nicht!"
Ich bin doch durch die Schwangerschaft zu keinem anderen Menschen geworden. Es könnte doch alles so schön sein... Ein Kind ist doch eine Bereicherung(!), keine Strafe! Vorallem hat er nur noch von sich selbst geredet! Meine Gefühle, Ängste und Sorgen haben ihn gar nicht mehr interessiert. Ich weiß, daß er denkt, daß ich ihn durch meine Entscheidung das Kind zu behalten zwinge, Vater zu werden und er hätte das gleiche Recht sich dagegen zu entscheiden, da Abtreibung bis zur 12. Woche legal ist. Deshalb haßt er mich wahrscheinlich, weil ich ihn in seinen Augen zu etwas zwinge, was er nicht will. Weil er nicht selbst entscheiden kann. Er will sich nicht fremdbestimmen lassen. Aber ich liebe dieses Baby schon über alles! Und ich finde niemand hat das Recht, ein Leben zu töten.

10.02.2002 11:06 • #9


Ehemaliger User

Er meldet sich einfach nicht mehr. Er zieht die Trennung tatsächlich durch! Bin so traurig! :'(

10.02.2002 19:31 • #10


Ehemaliger User

Liebes Würmchen,

es tut mir sehr sehr leid für dich.  Ich kann mir gut vorstellen, wie weh es tut von dem Menschen,  den man so sehr liebt verlassen zu werden und man von ihm ein Kind erwartet. Für mich ist ein Kind ein Zeichen und Geschenk der Liebe - selbst als "unfall" - Der MAnn der dich auf Knall und Fall deswegen verlässt ist deiner nicht wert. Auch wenn es dir jetzt kein Trost ist. Vielleicht ist es besser so, dass er dich schon jetzt alleine lässt, als dass er nach 1-2 Jahren feststellt, dass er sich durch das Kind in seiner Freiheit beschränkt fühlt oder er in dir nicht mehr die begehrenswerte Frau sieht. Ein Mann der sich von seiner Frau trennt, nur weil sie ein schwanger ist  , wie reagiert der erst in wirklichen Krisen oder bei anderen problematischen Situationen?!

Denk' jetzt nur an dich und dein Kind- es wird der Sonnenschein deines "neuen" Lebens für dich werden.
Alles Liebe wünscht dir
Chiara

10.02.2002 20:35 • #11


Ehemaliger User

Hallo würmchen,
habe Deinen Beitrag gelesen. Dein Freund scheint völlig unreif für diese Situation zu sein. Er spricht ständig vom Sich-das-Leben-nehmen und verlangt von Dir im gleichen Atemzug, dass Du ein Leben (auch ein Teil von ihm) auslöschen sollst. Darüber sollte er mal nachdenken, was Du dir auflädst, wenn Du das Kind abtreibst, denn auch Du hast ein Gewissen und der Gedanke, ein Kind abgetrieben zu haben, wird einen ein Leben lang begleiten. Vielleicht gibt es noch Hoffnung, dass er sich erst mal von der Nachricht, Vater zu werden, erholt und sich eines besseren besinnt. Ich drücke Dir die Daumen und Du für Dich die richtigen Entscheidungen treffen wirst, ohne Druck, nur für Dich allein, so wie Du es verantworten kannst.
Alles Gute für Dich
Sylvia

13.02.2002 17:34 • #12


Ehemaliger User

Vielen Dank Chiara und vielen Dank Hexe3000 für Eure aufmunternden Worte.

Mein Freund (muß wohl jetzt Ex-Freund sagen) hat sich seit letzten Donnerstag nicht mehr gemeldet. Jeden Tag wächst in mir der Kummer, da es immer gewisser für mich wird, daß er es wirklich ernst meint und mich für immer verlassen hat. Zwar freue ich mich über dieses Kind, aber ich kann diese unendliche Traurigkeit in mir nicht abschütteln. Langsam bekomme ich Angst, ob ich alles allein schaffen werde, ob ich eine gute Mutter werde, ob ich diesem Kind alleine alles geben kann, was  es braucht...
Egal, was er auch schäbiges zu mir gesagt hat, ich vermisse ihn so sehr. Ich kann es immer noch nicht glauben, daß er es wirklich durchzieht...  Vielleicht will ich es auch einfach nicht glauben.... Wie kann er denn noch in den Spiegel gucken? Dienstag war ich noch seine Traumfrau und Mittwoch kann er absolut nichts mehr für mich empfinden, nur weil ich schwanger bin und nicht abtreibe? Wenn ich sein Verhalten wenigstens verstehen könnte.... Aber ich verstehe ihn absolut nicht! Ich kann nicht nachempfinden, wie er zu einer solchen Reaktion fähig ist. Wir waren doch ein glückliches Pärchen und kein One-night-stand...
Mein Verstand sagt mir, daß er ein absolutes Depp ist, aber mein Herz sagt mir, daß ich mich nicht so sehr in diesem Mann getäuscht haben kann. Er ist kein "böser" oder "schlechter" Mensch. Er war nie eine "kühle" Person, sondern immer sehr emotional, liebevoll und gefühlvoll. Ich konnte mich auch bisher immer auf ihn verlassen. Er hat mir auch immer gesagt, daß er noch nie so glücklich war, wie mit mir. Es ist nicht zu begreifen....
Ich bin soo traurig!

13.02.2002 18:33 • #13


Ehemaliger User

Liebes Würmchen,

es ist schlimm, was Du jetzt durchmachst. Jeder von uns hier kennt den Schmerz, einen geliebten Menschen zu verlieren bzw. die Angst, ihn ganz verloren zu haben.
Niemand kann Dir Trost geben, denn was man auch sagt, ändert nichts an Deinem Schmerz. Der einzige, der Dir wirklich helfen kann, bist Du selbst !
Konzentriere Dich von ganzem Herzen auf Dein Kind. Es wird Dich bedingungslos lieben und vor allem BRAUCHEN. Sein Leben hängt von Dir ab. Schenk ihm alles, was Du ihm nur geben kannst. Ich bin sicher, diese entstehenden Beziehung von Dir als Mutter zu Deinem Kind wird Dir klarmachen, dass das Leben noch aus mehr besteht, als einem Partner. Ein Leben mit Partner ist schön, aber ein Leben ohne Partner ist deshalb längst nicht wertlos !

Ich wünsche Dir viel Kraft für Dich und Dein Kind !

Liebe Grüße

Hubi

13.02.2002 18:43 • #14


Ehemaliger User

Es sind wieder ein paar Tage vergangen und er hat sich immer noch nicht gemeldet. Kein Lebenszeichen von ihm. Wenn man gar nichts hört, fängt man an sich alles mögliche zusammenspinnen: vielleicht hat er sich wirklich umgebracht?? Oder er hat wahrscheinlich schon eine Neue?? Oder vielleicht hat er schon irgendwo ein uneheliches Kind  und reagiert deshalb so extrem??

Was mich am meisten wundert ist, daß er immer noch nicht seine Sachen abgeholt hat und einige davon braucht er wirklich, wie z.B. seine Brille (die Kontaktlinsen kann er nicht den ganzen Tag drin lassen, sonst brennen seine Augen), seine gute Hose +Pulli, seine Badehose, etc., etc. Und natürlich habe ich immer noch seine Schlüssel zur Wohnung und er hat meine. Auf eine Art gibt mir das ein beruhigendes Gefühl, daß seine Sachen noch da sind. Das ist, als ob er noch da wäre. Zudem wird er ja bestimmt noch mal mit mir Kontakt aufnehmen, um sie abzuholen. Andererseits wundert es mich, daß er so wichtige Sachen wie seine Brille, die er eigentlich täglich braucht, einfach bei mir liegen läßt. Könnt ihr das erklären??

Mir wird jeden Tag bewußter, daß er mich wohl nicht so sehr vermißt, wie ich mir das wünsche, sonst würde er sich vor Sehnsucht nach mir melden. Manchmal denke ich auch, vielleicht braucht er einfach mehr Zeit. Ich melde mich selbst ja auch nicht mehr, d.h. von mir bekommt er auch kein Lebenszeichen! Irgendwann müßte er mich doch vermissen und zu mir zurückkommen...
Allerdings kann ich nicht einschätzen, wie stark der Einfluß seiner Eltern ist und ob er gegen seine Eltern ankämpfen kann.

Ein anderes mal denke ich - vielleicht will ich auch gar nicht mehr, daß er zurückkommt. Er hat mich so tief verletzt. Wird er jemals bedingungslos zu mir stehen??? Was ist, wenn ich krank werde?? Ich will einen Partner für das ganze Leben durch dick und dünn! Ich bin bereit eine solche Partnerin zu sein. Nur sollte das einseitig bleiben, werde ich immer auf der Strecke bleiben - auch wenn er zu mir zurückkommt. Werde ich mich je auf ihn stützen und verlassen können? Diese Frage beschäftigt mich immer wieder!
Andererseits - er ist bis jetzt nicht zu mir zurückgekommen. Warum stelle ich mir eine solche Frage?

Während unserer Beziehung konnte ich mich immer auf ihn verlassen. Er war auch nicht egoistisch. Im Gegenteil - er war sehr um mein Wohl besorgt. Es klingt fast wie der
Hohn, aber einen Tag bevor er mich verlassen hat, schlug er mir noch vor die
Pille abzusetzen, weil ich wiederholt solch berührungsempfindliche und
schmerzende Brüste hatte (Mittlerweile weiß ich, daß dieses mal die
Schmerzen durch die Schwangerschaft verursacht wurden und nicht durch die Pille...). Er
sagte, es gäbe doch diese Persona-Verhütung. Die Hauptsache wäre doch, daß
es mir besser ginge, egal ob wir dann ein paar Tage im Monat mit Kondom verhüten müßten...
Das heißt doch das er bewußt das Risiko einer Schwangerschaft in
Kauf genommen hat! Und einen Tag später verläßt er mich wegen meiner überaschenden Schwangerschaft ohne weitere Erklärung,
außer er kommt mit der ganzen Situation nicht klar und seine Eltern
blablabla...

Jeder objektiv denkende Mensch, der ihn zudem nicht näher kennt, sagt mir, vergiß ihn! Er ist es nicht wert! Ich wünschte nur, ich wäre auch schon so weit, sein Verhalten so zu bewerten, aber so lange ich noch diesen Funken Hoffnung habe, daß er zu mir zurückkommt, kann ich nicht loslassen.
Zudem habe ich nicht so viel, was mich momentan ablenkt. Das Reiten hat mir immer sehr geholfen - aber ist wegen der Schwangerschaft verboten! Wenn ich tanze, fängt der Unterleib an zu zwacken! Obwohl ich an Umfang noch nicht zugenommen habe, kann ich fast keine meiner Hosen mehr tragen, weil ich absolut keinen Druck am Bauch ertragen kann. Zwar passen die Hosen noch, aber sie sind einfach unangenehm. Außerdem bin ich ständig müde. Wenn ich vorher um 24.00 Uhr noch quickfidel war, bin ich jetzt schon um 19.00 Uhr totmüde. Wenigstens ist mir nicht ständig übel, so wie es vielen anderen Schwangeren geht....



17.02.2002 22:21 • #15






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