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Ungeplant schwanger = Liebe weg?!

Ehemaliger User

77383
Hallo Wuermchen,

ich bewundere Dich immernoch wie mutig Du mit der jetzigen Situation umgehst dabei kann ich auch spueren wie einsam Du Dich fuehlst.
Ich hoffe das Dir wenigstens der Forum hier das Gefuehl vermittelt das Du nicht so alleine bist.

Alles gute!

blue

18.02.2002 10:04 • #16


Ehemaliger User

77383
Hallo würmchen,
bist du irgendwann im chat? wenn ja, schreib bitte wann, da kann man sich besser austauschen. Ich schaue wieder morgen (19.) abend 18.00 uhr ins internet.
viele grüße Hexe3000

18.02.2002 10:29 • #17



Ungeplant schwanger = Liebe weg?!

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Ehemaliger User

77383
Vielen Dank noch mal für Eure tröstenden Worte!

Ihr werdet es nicht glauben, aber er hat sich gestern Abend noch bei mir telefonisch gemeldet!!!! Ich hatte gerade meinen letzten Beitrag abgeschickt, als das Telefon schellte. Ich bat meine Freundin den Hörer abzunehmen, da sie gestern bei mir übernachtete, damit ich nicht allein bin. Zuerst kam nur ein langer Seufzer (und sie dachte schon ein perverser Stöhner sei am Telefon) und dann nannte er seinen Vor- und Nachnamen und fragte, ob er mich sprechen könnte.
Ich versuche die Inhalte so genau wie möglich wiederzugeben:

Die erste halbe Stunde sprach fast nur er und ich dachte schon, er wolle zu mir zurückkommen....
Es sei ja etwas Zeit vergangen in der er hätte nachdenken können und etwas Abstand gewinnen können. Ihm ginge es noch sehr schlecht. Er hätte einen Krankenschein, ginge nicht raus und denkt nur viel nach. Am meisten bereite ihm Probleme, daß er sich für sein Leben eigentlich nichts positives wünschen dürfte, weil er nicht für sich alles Glück wünschen kann und gleichzeitig einem anderen Leben (unserem Baby) soviel Unglück bringen kann und ein anderes Leben derart ablehnen kann. Das sei nicht richtig und moralisch und ethisch nicht vertretbar! Damit käme er nicht klar - und egal ob er niemandem davon erzählt und so tut, als gäbe es dieses Baby nicht, so gibt es dieses Kind doch. Da kann er sich nichts vormachen. Vielleicht empfinde er auch nur jetzt die Situation als absolute Katastrophe und in Zukunft stellt sich heraus, daß es das Beste war, daß passieren konnte (bin mir nicht schlüssig, was er genau mit die Situation gemeint hat: das Baby? mich zu verlassen?...)
Seiner Mutter ginge es auch so schlecht. Sie hätte die ganze Situation nicht verkraftet und wäre mit einem Nervenzusammenbruch ins Krankenhaus gekommen. Sein Vater hat ihm nun gesagt, er solle seine Mutter nicht mehr so sehr mit dieser Situation belasten.
(Welche Mutter bekommt einen Nervenzusammenbruch, weil sie Oma wird??? ) Er könnte nun mit niemandem reden. Er will auch niemandem davon erzählen. Es ginge keinen Menschen etwas an!

Er hätte mir deutlicher machen müssen, wie ernst es ihm damit war, keine Kinder haben zu wollen. Er hätte sich da nie eindeutig ausgedrückt und das wäre sein Fehler gewesen. Hätte er es mir deutlich gesagt, hätte ich sicherlich genauer darauf geachtet, daß ich die Pille regelmäßig nehme. Er wolle mir damit nicht unterstellen, daß ich die Schwangerschaft absichtlich provoziert hätte, aber schließlich habe ich schon öfter das Thema Kinder angeschnitten und den Kinderwunsch geäußert und daher sei ein gewisser schlampiger Umgang mit der Pille anzunehmen. Bisher hatte er immer angenommen, daß die Pille 100% Sicherheit gibt und man unbesorgt ohne weitere Vorkehr miteinander schlafen kann. Zudem hätten wir die letzte Zeit nicht so häufig miteinander geschlafen. Wie hätte es sonst passieren können....

Während er seine Punkte so ausführte, durfte ich ihn nicht unterbrechen: Laß mich jetzt erst mal reden!

Aber schließlich warf ich ihm doch entgegen, daß er mir noch einen Tag vor der Trennung vorschlug, die Pille abzusetzen. Er schmetterte jede weitere Diskussion mit dem einen Satz ab: Aber dann hätten wir anders verhütet!

Er wollte auch genau wissen, wie es mir geht. Ich habe ihm alles erzählt. Ihr wißt ja, wie es mir geht, daher mache ich an dieser Stelle keine weiteren Ausführungen.

Er wollte wieder mit dem Thema Unterhaltszahlungen anfangen, doch ich schnitt ihm das Wort ab und fragte ihn nach seinen Gefühlen für mich.

Seine Gefühle hätten sich geändert. Die Situation ist nicht mehr die Gleiche. Wie ich mir denn die gemeinsame Zukunft vorstellen würde. Das er vorbei käme und die Windeln wechselt. Nee, das könnte er nicht. Zudem wäre doch jetzt auch schon ein Knacks in unserer Beziehung, der gar nicht mehr zu kitten wäre.

Ich sagte, daß sich doch erst mal gar nichts zu ändern bräuchte. Ich würde ihm sein Verhalten auch verzeihen. Er bliebe in seiner Wohnung, ich in meiner und wir würden uns wieder regelmäßig treffen und könnten dann sehen, wie er mit mir und Kind klarkäme, so daß er langsam in die Situation hineinwachsen könnte.

Dann wurde er plötzlich etwas aggressiver und patzte mich an: Ja,ja, Deine Eltern haben Dir bestimmt gesagt, melde Dich mal ein paar Tage nicht und dann kommt er schon wieder zu Dir zurück. Aber mit mir nicht! Ich lasse mich zu nichts zwingen!!
Ich sagte, daß meine Eltern im Gegenteil gesagt hätten, daß ich mich auf mich konzentrieren sollte und mich darauf einstellen sollte ohne ihn das Kind groß zu ziehen und daß er diese Entscheidung ganz allein für sich treffen müßte ohne Beeinflussung. Aber sie wären immer für mich da und würden mir so gut es geht helfen.

Zudem sagte ich interessiert es mich nicht, was Deine oder meine Eltern sagen. Es geht hier um uns! Nicht um unsere Eltern!

Er faselte nur weiter, er ließe sich nicht zwingen. Und er würde ein ganz schlechter Vater sein. Ich sagte, der sei er jetzt schon!
Er rede zwar immer von Moral und Ethik. Aber Moral und Ethik lassen sich nicht interpretieren und verformen. Sein Verhalten wäre objektiv moralisch und ethisch nicht vertretbar, egal wie sehr er sich sein Verhalten auch schön reden würde....

Dann wollte ich es noch mal wissen und sprach noch mal von unserer Beziehung und dem Jahr, was wir miteinander verbracht haben. Ich habe von unserer Liebe gesprochen und daß ich gedacht hätte, daß ich zum ersten mal einen Menschen getroffen hätte, von dem ich dachte, daß er mich wirklich liebt -mich den Menschen - nicht mein Äußeres oder andere banale Merkmale. Ich hatte gedacht, einen Menschen gefunden zu haben, auf den ich mich verlassen könnte. Und genau diese Liebe hätte ich ihm entgegengebracht. Hätte er morgen einen Autounfall gehabt und wäre er entstellt oder behindert gewesen, hätte ich ihn immer noch genauso geliebt, weil ich nicht die Hülle/ Fassade, sondern den Menschen geliebt hätte. Jeden Tag habe ich zum lieben Gott gesagt, was ich für ein Glück gehabt hätte, einen solch lieben, ehrlichen Menschen kennengelernt zu haben. Wo ist diese Liebe geblieben - unsere Versprechen? Ich hatte immer gedacht, daß wir beide etwas ganz besonderes gefunden hätten - den Partner fürs Leben, mit dem man durch dick und dünn geht - für das ganze Leben. Das wäre für mich das Schwierigste - einfach zu begreifen, daß er nicht der Mensch sei, für den ich ihn gehalten hätte. Ich habe immer zu ihm gehalten (Da stimmte er zu). Und ich hätte ihn auch nie fallen gelassen. Und er ließ mich bei der ersten Gelegenheit fallen.
Er begann zu schluchzen.
Er solle doch mal das Kind beiseite lassen. Auch ein Kind ist irgendwann mal aus dem Haus und eine Partnerschaft besteht dann weiter. Was ist mit unserer Liebe, fragt ich ihn?
Hast Du mich jemals geliebt?
Er schluchzte weiter, antwortete nicht und sagte, er könne nicht mehr. Wir könnten ja vielleicht morgen noch mal reden und hängte ein.

Das ganze Telefonat dauerte über eine Stunde und ich habe grob alle Punkte in Kurzfassung zusammengefasst. (hoffe nichts vergessen zu haben!) Er hat nicht mit einem Wort seine Sachen erwähnt! Die sind weiterhin bei mir in der Wohnung!

Einerseits fiel mir ein dicker Stein vom Herzen: ihm geht es gut. Andererseits kam so wenig Gefühl für mich rüber. Es hatte sich nichts geändert. Seine Einstellung war dieselbe geblieben. Und zum ersten Mal hatte ich den Gedanken, daß die Trennung vielleicht besser für mich ist. Wenn er immer innerlich so zerissen bleibt, wird er nie ganz ja sagen und sein Gefühlswirrwarr auf meinem und dem Rücken des Kindes austragen. Trotzdem gebe ich noch nicht ganz auf, daß er doch noch umdenkt. Sein Anruf hat gezeigt, daß er sich immer noch aktiv mit der Thematik auseinandersetzt und auch noch nicht eine endgültige Entscheidung getroffen hat, oder? Sollte er sich aber nicht mit ganzer Überzeugung für mich und das Kind entscheiden, dann werde ich zu meinem und zum Wohl des Kindes von mir aus den Schlußstrich ziehen müssen. Ich bete nur zu Gott, daß ich dann auch wirklich die Kraft dazu habe, denn ich liebe ihn immer noch! Täte ich es nicht, dann hätte ich ihn wohl auch nie wirklich geliebt.

Vielen Dank für Eure Hilfe bisher. Wenn Ihr vielleicht irgendeine Idee habt, welche Motivation Eurer Meinung nach hinter seinem Anruf stand oder Ihr sonstige Anregungen habt, bitte schreibt mir!


PS an Hexe3000: Werde versuchen die nächsten Tage mal im Chat reinzuschauen. Heute (19.) werde ich es wohl nicht mehr schaffen. Danke auch Dir für Deine Nachricht!

18.02.2002 18:54 • #18


Ehemaliger User

77383
Hallo würmchen,
ich verfolge Deine Geschichte mit Spannung (und auch Hoffnung auf ein gutes Ende), da ich in meinem Bekanntenkreis einen ähnlich gelagerten Fall habe. Deshalb habe ich mir über diese Problematik insgesamt in der letzten Zeit viele Gedanken gemacht, die aber schwierig sind so einfach umfassend hier darzulegen. Vielleicht könnten wir uns doch mal im chat treffen.
Zur Motivation Deines Freundes Dich anzurufen: Es wird ihm genauso gehen wie Dir. Ihm werden die Gedanken ebenso martern wie Dich. Schließlich steht ja für Eure/jeden seine Zukunft viel auf dem Spiel.
Übrigens Schwiegermutter: im besagten Freundeskreis wurde der (Vater-)Mutter noch nichts von der bevorstehenden Geburt (Anfang April) berichtet. Der werdende Vater hat meines Erachtens auch ganz schön Dampf vor der Reaktion seiner Mutter. Es ist zwar leicht gesagt, daß es nur um das Paar geht, aber man sollte den Einfluss der Eltern, vor allen der Mütter nicht unterschätzen. Ich selbst bin mit 39 schwanger geworden und brauchte auch einige Monate dazu, es meiner Mutter zu beichten, weil ich ihre Einstellung zu alten Schwangeren kenne. Bei Deinem Freund scheint es ähnlich zu sein, wahrscheinlich gibt er viel auf die Meinung seiner Mutter. In Deinem Bericht hat mich auch gewundert, wie man Dich in seinem Elternhaus behandelt hat. Die Gründe für die Ausladungen bzw. Ablehnungen zu dir zu kommen, sind m.E. doch etwas fadenscheinig.
Ich wünsche Dir erst einmal noch viel Kraft Hexe

18.02.2002 20:30 • #19


Ehemaliger User

77383
hi Würmchen,
so jetzt einmal ein paar tips von mir, wenn Du Deine Hosen nicht mehr zu bekommst versuch einfach mit einem Gummistreifen habe ich auch am Ende meiner Schwangerschaft getan. Ich bin auch noch tanzen gegangen bis zum Schluß ein Tag vor der Entbindung.
Ich glaube Deinem Partner ist nicht mehr zu helfen, auch wenn es schwer fehlt. Geh unter gute Freunde warte nicht zu Hause auf ein Zeichen. Mach was was Dir Spaß macht.
Wenn es alleine nicht geht, brauchst Du proffessionelle Hilfe die Dich Unterstützt von ihm loszukommen! Du schaffst es auch ohne Mann Dein Kind in behüteten Kreisen aufwachsen zu sehen. Meine Eltern hatten sich auch getrennt, wie ich noch ein Baby war und ich kenne meinen sogenannten Daddy überhaupt nicht. Ich habe auch nie etwas vermisst! Das kann ich Dir auf jeden Fall sagen.
Und glaube mir es ist schön einen Sonnenschein zu haben, es ist das größte Glück auf Erden! Ich seh das an meiner eigenen Tochter sie wird immer süßer!
Es ist zwar schwer aber Du mußt hinauf schauen, nicht in die Vergangenheit!
Viel Glück und alles Liebe
Reeny

19.02.2002 10:41 • #20


Ehemaliger User

77383
Habe gleich meinen nächsten Arzttermin. Werde dann wohl zum ersten mal das kleine Herzchen schlagen hören... Bin aufgeregt.

T. hat sich seit dem Telefonat am Sonntag nicht mehr gemeldet. Mir geht es seitdem trotzdem viel besser.

An Hexe3000: habe gestern 2-3 mal in den Chat geschaut, warst leider nicht da! Werde jetzt aber jetzt regelmäßig reinschauen.

Zu Reeny wollte ich noch sagen, daß ich es normal finde, daß man nach 2 Wochen noch nicht über eine Trennung hinweg ist. Wenn Du das kannst, bewundere ich Dich. Trotzdem braucht nicht jeder gleich professionelle Hilfe, weil er trauert. Eine Trennung braucht immer Zeit! Zudem denke ich das das letzte Kapitel in meiner Geschichte noch nicht geschrieben ist. Seine Sachen sind noch hier und dieses Kind wird uns - ob er will oder nicht - ein Leben lang verbinden.

20.02.2002 07:50 • #21


Ehemaliger User

77383
Hallo Würmchen!

Ich verfolge deine Gedanken hier mit großer Aufmerksamkeit, weil ich deine Situation einerseits als so schrecklich, andererseits durch deine Schwangerschaft als dennoch spannend und schön empfinde. Ich halte dich für überaus tapfer und stark. Und zudem kannst du offensichtlich auch ohne Partner deinem Kind ein wohlbehütetes Zuhause bieten.

Zu deinem Ex kann ich nur sagen, dass ich ihn ob seiner Aussagen und seinem Handeln als überaus feige und unreif halte. So, wie er sich darstellt gehe ich einfach davon aus, dass er dich tatsächlich nicht liebt, denn dass, was er dir und eurem Kind antut hat nichts mit überzeugter wirklich empfundener Liebe zu tun, sondern ist das Ergebniss puren Egoismusses und eben nicht vorhandener Liebe. (möchte nicht, dass es so hart klingt, verstehe es nicht falsch). Ich versichere dir, das du das bestimmt nicht verdient hast!

Achte auf dich und deinem Kind und bleibe so tapfer! Auch wenns so irrsinnig weh tut und im Moment sehr vieles düster aussieht: vor dir liegt eine schöne Zeit! Für dich und (mit) deinem Kind!

Sei lieb gegrüßt

Ralf

20.02.2002 13:46 • #22


Ehemaliger User

77383
Vielen Dank, Ralf39. Dein Beitrag hat mir unheimlich gut getan. Objektiv und von einer gewissen Distanz betrachtet, würde jeder normale Mensch sein Verhalten genau wie Du betrachten und bewerten. Ich muß es wohl einfach nur oft genug hören, um mich der Wahrheit auch zu stellen. Wenn man selbst in einer solchen Situation steckt, fehlt einem einfach die nötige Distanz. Da sind so viele Erinnerungen, Gefühle, Hoffnungen und Wünsche und immer wieder die quälende Frage: Kann ich mich so sehr in diesem Menschen getäuscht haben? Kann er mir wirklich ein Jahr lang nur Liebe vorgespielt haben? Und natürlich die Frage: Warum - wenn es denn so ist - konnte er mich nicht genug lieben. Was machte mich nicht liebenswert genug in seinen Augen?

In solchen Sendungen wie Nur die Liebe zählt ,etc. gibt es häufiger junge Männer, die ihre Freundinnen/Frauen verlassen haben, sogar schon eine neue Beziehung geführt haben und dann nach einem halben oder ganzen Jahr gemerkt haben wollen, daß sie ihre große Liebe verlassen haben. Dann gehen sie in diese Sendung und versuchen die Verflossene zurück zu erobern. Was sind das für Männer? Brauchen Männer wirklich so lange, um zu erkennen, wann sie wirklich lieben? Sind Männer so anders als Frauen?
Damit will ich nicht sagen, daß ich damit rechne, daß T. nach einem halben oder ganzen Jahr zu mir zurückkommt. Ich habe mir nur die Frage gestellt, ob manche Männer wirklich erst einmal einen Verlust richtig spüren müssen, bevor sie sich ihrer Gefühle sicher sind?

Na ja, auf jeden Fall hat T. sich seit dem Telefonat am Sonntag nicht mehr gemeldet. Eigentlich hatte ich heute mit einem Lebenszeichen gerechnet, da ich heute meinen nächsten Arzttermin hatte. Es war großartig! Ich habe das kleine Herzchen auf dem Ultraschallmonitor schlagen sehen. Hören konnte ich es noch nicht, aber es war ein solch großartiger Moment. Ich fange erst jetzt an zu begreifen, daß da wirklich ein kleiner neuer Mensch in mir heranwächst.

Danke noch mal an alle für Eure lieben Beiträge! Dieses Forum tut mir einfach gut und jedes mal, wenn ich wieder einen neuen Beitrag lese, geht es mir ein Stück besser! Danke für Eure Unterstützung!

20.02.2002 20:30 • #23


Ehemaliger User

77383
T. hat gerade wieder angerufen.
Ich bin von diesem Telefonat total überfordert. Nun steht es endgültig fest, es gibt kein zurück mehr. Das habe ich für mich beschlossen!!!

Das Gespräch fing damit an, daß er unbedingt seine Brille bräuchte. Er hätte heute morgen fast jemanden überfahren. Ob er die nächsten Tage mal vorbei kommen könnte? Er würde vorher anrufen. Ich sagte, das wäre kein Problem.

Er sprach die ganze Zeit nur von Selbstmord. Ich glaube, er ist psychisch krank! Man kommt garnicht mehr zu ihm durch. Und wie ausführlich er seine Selbstmordgedanken darlegte. Ich flehte ihn an, sich nichts anzutun. Dafür gäbe es doch keinen Grund, sagte ich ihm. Er sagte, daß einzige, was ihn noch aufrecht hielte, wäre der Gedanke, daß ich das Kind verlieren könnte. Er betet jeden Tag zu Gott, daß dieses Kind stirbt. Und als ich ihm von dem schlagenden Herzchen erzählte, war das für ihn ein Stich mitten ins Herz. Sein Leben sei zerstört. Ich sagte, ob er nicht mal zu einem Psychologen gehen wollte. Es sei doch nicht normal, daß man solche selbstzerstörerischen Gedanken mit einem Kind verbinden würde. Nein, die würden ihm nur Psychopharmaka geben und er weiß die Lösung schon. Davon kann ich dann in der Zeitung lesen. Ich sagte, daß ich seine Eltern anrufen würde, wenn er weiter mit Selbstmord drohen würde. Nein, das sollte ich nicht tun. Seine Eltern könnte ich doch nicht noch mehr belasten.

Ich würde ihn nicht lieben, sonst würde ich ihm das nicht antun. Meine Familie und ich, wir würden jeden Tag nur feiern und keiner denke an ihn.

Natürlich hätte er noch Gefühle für mich. Er hätte auch oft an mich gedacht, an unsere gemeinsame Zeit - aber die gibt es jetzt nicht mehr. Er will dieses Kind nicht.

Seine Mutter hätte ihn damals auch am liebsten abgetrieben, aber damals ging das nicht so einfach wie jetzt. Heute fährt man einmal nach Holland und in 10 Minuten sei alles vorbei. Ich würde so viele Leben zerstören, wenn ich es nicht täte. Selbst wenn ich einen Stiefvater für das Kind fände, ist es empirisch erwiesen, daß die Stiefväter ihre Stiefkinder nie so lieben würden wie ein eigenes Kind. Man könnte doch über alles noch mal reden, wenn dieses Problem aus der Welt sei...

Das Gespräch dauerte eine Stunde und er sagte noch vieles mehr, was ich kaum ertragen konnte. Am Ende war er wieder am Weinen und legte einfach auf.

Für mich steht es fest: ICH WILL NICHT MEHR!!!!
Es ist mehr als ich ertragen und verzeihen kann, was er mir an den Kopf wirft. Es gibt für mich kein zurück mehr! Ich hoffe, daß er so bald wie möglich seine Sachen abholt. Dieses mal bestehe ich darauf, daß wir unsere Schlüssel austauschen. Für mich ist es endgültig aus! Ich kann nicht mehr. Das ist doch nicht mehr normal, wie er reagiert. Oder hat jemand eine solche Reaktion schon mal erlebt. Ich stehe immer noch unter Schock!

20.02.2002 23:50 • #24


Ehemaliger User

77383
Ich habe ihn gerade noch mal angerufen und Schluß gemacht und daß ich dieses mal so schnell wie möglich alles Sachen ausgetauscht haben möchte. Ich sagte, daß es über meine Kräfte ging, usw.
Da fing er tatsächlich an zu lachen und sagte, was ich mir denn vorgestellt hätte. Er hätte sich doch schon längst von mir getrennt. Ob ich gedacht hätte, daß er nach 9 Monaten wieder ankäme und dann sagen würde Hach wie süß! Nee! Aber vielleicht ginge es ja dann mir besser. Für ihn würde es keinen Unterschied machen. Sein Leben sei schon im Ar.! Er holt die Sachen spätestens am Wochenende.
Es tut immer noch so weh! Ich habe diesen Mann so sehr geliebt und er geht nur noch mit Verachtung mit mir um. Ich fühle mich so klein und ungeliebt. Ich frage mich manchmal, wo ich meinen Lebensmut hernehme. Das Leben kann manchmal so grausam sein. Ich habe schon jetzt Angst vor dem Tag, an dem ich meinem Baby Fragen zu seinem Papa beantworten muß. Was soll ich meinem Kind bloß sagen?

21.02.2002 00:09 • #25


Ehemaliger User

77383
Hallo Würmchen,
auch ich will dir hier nochmal schreiben, und dir auch sagen, dass ich seither deine geschichte immer verfolgt habe, auch habe ich immer mit dir gehofft, dass der vater deines babys endlich noch zur vernunft kommt, ich hätte es dir so sehr gewünscht. aus deinen berichten konnte man immer lesen, du wärst bereit gewesen, ihm seine bisherigen, unvertändlichen handlungen zu entschuldigen.

wie soll ich das was ich jetzt schreibe begründen, da ich ja selber nach jetzt bald 4 jähriger trennung die hoffnung nicht aufgebe, dass mein mann zu uns, seiner familie zurück kommt.

aber das was t. mit dir gerade macht, ist meiner meinung nach unterste schublade. mit seinen selbstmorddrohungen möchte dieser mann sicher erreichen, dass du psychisch so fertig wirst, und womöglich wirklich eine fehlgeburt erleidest. er betet zu gott.... und sein leben soll durch ein neues, von ihm gezeugtes leben zerstört sein.
ich mag deinen bericht gar nicht weiter zitieren, es tut einfach weh, dass es solche selbstsüchtige und egoistischen menschen gibt.

du schreibst ganz zu anfang, für dich stünde nun fest, dass es für ihn bei dir kein zurück mehr gibt. ich will dich jetzt wirklich, ehrlich bei dem gedanken unterstützen und stärken.
ich möchte dir auch raten, lass dich bei diesem mann auf keinerlei diskussionen mehr ein. pack seine sachen in einen karton, schaue, dass eine freundin oder jemand anders bei dir ist, wenn er seine sachen abholt.
würmchen versuche ihn anzurufen, mach einen festen termin mit uhrzeit aus, wo er in verbindung, dass er dir deinen schlüssel bringt, seine sachen bei dir abholen kann. es tut mir wirklich leid für dich wegen der grossen enttäuschung, die du jetzt in einer zeit, wo du eigentlich glücklich auf das frohe ereignis wartest, diesen vertrauensmissbrauch ertragen musst.
aber ich möchte dir auch nochmal raten, schau dass du im austausch seiner sachen, deinen schlüssel bekommst. würmchen ich möchte dir keine angst machen, nur denk auch an deine sicherheit. ein mensch der so wie er gerade drauf ist, ist krank.
streiche diesen mann aus deinem leben, und mach dir keine so schweren gedanken, was du deinem baby später über seinen vater erzählen sollst.
dieser mann muss es einmal selber verantworten was er dir und seinem kind angetan hat. du hast den vater deines kindes aus ganzem herzen geliebt, du bist zu deinem kind gestanden, was kannst du dir vorwerfen? und für ihn und sein leben  bist du nicht verantwortlich.
dass es jetzt sehr sehr weh tut, glaube ich dir, und ich kann dir auch keinen rat geben, wie man den momentanen schmerz lindern könnte. vielleicht stellst du dir dein baby vor, wie es dich einmal zufrieden anlächelt oder beschützt in deinen armen schlummert. dieses baby wird dir kraft geben, das was jetzt war
in deinem herzen verblassen zu lassen.

ich denke dass alle, die deine geschichte lesen, dir ganz viel kraft schicken möchten,
kraft die ich dir auch wünsche,
möchte dich auch ganz fest drücken, du wirst es auch ohne so einen mann schaffen,

ich wünsche dir alles alles gute

liebe grüsse kuki

und es wäre schön, wenn ich dich auch mal im chat treffen würde, da kann man sich einfach direkter
austauschn

ps. ich hoffe, ich bin dir nicht zu nahe getreten, aus eiger erfahrung weiss ich, dem menschen, den man liebt
kann man mehr entschuldigen, wie man es sonst im leben machen würde. es tut mir leid, dass ich dir zurate, dich von einem menschen, den du über alles geliebt hast zu trennen, aber ein anderer ratschlag von mir wäre nach dem, was du über ihn geschrieben hast, von mir nicht ehrlich.

21.02.2002 01:57 • #26


Ehemaliger User

77383
Vielen Dank Kuki für Deine Worte. Ich weiß, daß Du recht hast. Aber es tut so weh!
So schlecht wie diese Nacht ist es mir schon lange nicht mehr gegangen. Ich glaube, ich habe gar keine Nacht geschlafen und ich weiß nicht, wie ich die nächsten Tage überstehe. Gleich muß ich schon wieder zur Arbeit und voll da sein. Da ist kein Platz für mein Problem...

Sagt mir, soll ich T. diese Seite vielleicht als Link schicken. Er spricht ja mit keinem Menschen darüber ausser mit seinen Eltern. Einerseits hat er dann zwar Einblick in mein Seelenleben, andererseits hört er auch mal andere Meinungen und Sichtweisen. Was meint Ihr?????

21.02.2002 06:37 • #27


Ehemaliger User

77383
Hallo Würmchen,
habe heute morgen mit Entsetzen den Fortgang Deiner Geschichte gelesen, und ich muss sagen, ich bin wirklich entsetzt, wie sich diese Mann verhält. Ich versuche prinzipiell mich in ander Menschen zu versetzen und konnte auch verstehen, dass die Nachricht für ihn, Vater zu werden, erst einmal verarbeitet werden musste und er Zeit brauchte. Die wolltest Du ihm ja zugestehen. Ich bin sicher, dass Du ihm verziehen hättest, wenn er auch nur eingelenkt hätte.

Was er mit Dir macht, sind die reinsten Erpressungsversuche. Dieses Gefasel von Selbstmord! Und dann die Gebete zu Gott, dass das Kind stirbt. Es tut mir leid, aber der hat sie wohl nicht mehr alle. Wie soll denn dann das Leben weitergehen? Zurück zur Tagesordnung? Wir könnten es dann noch einmal miteinander probieren? Was stellt sich denn dieser Mann eigentlich vor? Es ist einfach furchtbar. Unter diesen Umständen kann man wirklich nur sagen, dass Du die beste Entscheidung triffst, wenn Du Dich distanzierst.

Ich zweifle leider auch, dass dieser Mensch irgend etwas begreift, wenn er diese Seiten liest.

Nun die Sache mit seinen Eltern: Die müssen ja so um die 55 sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Eltern am Rande eines Nervenzusammenbruchs sind, nur weil der Sohn Vater wird. Also in der heutigen Zeit! Nicht mal 100%igen Katholiken würde ich das abnehmen.
Vielleicht als Rat: Rufe doch die Eltern einfach mal an. Vielleicht macht er Dir was vor. Erwachsen genug sind ja alle Beteiligten. Und ich finde, Du hast ein Recht, den künftigen Großeltern (ob sie wollen oder nicht), Deinen Standpunkt und die gesamte Situation zu erklären. Wenn sie nicht zuhören wollen, dann schreib ihnen einen Brief. Denn wie gesagt, es sind keine Fremden für das Kind.

Es tut mir für Dich unendlich leid, denn aus Deinen Zeilen war immer wieder herauszulesen, wie gerne Du ihm verzeihen wolltest und Du doch die Hoffnung hattest, dass es sich zum Guten wendet.

Für Dich weiterhin alles Gute Hexe

21.02.2002 09:35 • #28


Ehemaliger User

77383
Hallo Wuermchen!

Zunächst vielen Dank für deinen Beitrag zu meiner Geschichte.

Bei T. fällt mir etwas auf: Ich selbst kenne meinen leiblichen Vater nicht, wurde nach meiner Geburt zur Adoption freigegeben. Aus meiner eigenen Biographie habe ich für mich ein Lebensziel abgeleitet, nämlich, dass ich mir für mein Kind eben genau dieses nicht wünsche.
T. ist ja offensichtlich von seinem Vater auch nicht gewollt gewesen und sagt, er habe Glück gehabt, dass seine Mutter ihn seinerzeit dennoch zur Welt brachte. Daraus hat sich bei ihm aber - im genauen Gegensatz zu meinem Ziel - eine heftige Abwehr gegen ein eigenes Kind (jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt) entwickelt. Diese Abwehr dagegen ist so stark, dass er alles - auch absolut verwerfliches - versucht, das Kind nicht zu wollen und dich heftigst unter Druck zu setzen. Meiner Meinung nach gehört er mit diesem Problem unbedingt in eine therapeutische Betreuung, nur kann man ihn dazu nicht zwingen.
Aber die Heftigkeit, die er an den Tag legt, halte ich tatsächlich auch für ein Warnsignal. In so fern empfehle auch ich dir, jemanden dabei zu haben, wenn er seine Sachen abholt. Und wenn er nicht den Schlüssel rausrückt, bau dir n neues Schloß ein, ganz einfach...
Ich kann dich nur zu gut verstehen, dass all diese Umstände seines Verhaltens deine Gefühle für ihn, deine ungeheure Traurigkeit und deine Ängste nicht abstellen können, schon gar nicht innerhalb der kurzen Zeit. Aber es wird dir mit der Zeit gelingen! Kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen. Man lernt eben, zumindest damit umzugehen... Ich empfehle dir auch, dich solch anstrengender, beleidingender und geradezu verachtender Telefonate und Gespräche nicht mehr zu stellen. So, wie T. zur Zeit drauf ist, ist eine emotionale oder auch nur rationale Kommunikation mit ihm nicht möglich und tut dir nur weh!

Ich wünsche dir von Herzen viel viel Kraft, das Kommende zu ertragen. Aber du wirst es schaffen! Ganz bestimmt!

Sei lieb gegrüßt

Ralf

21.02.2002 11:23 • #29


Ehemaliger User

77383
Heute morgen habe ich meine ganze Wut zusammengenommen und T. eine bitter-böse email geschickt von der Arbeit aus (Hoffentlich werden die nicht kontrolliert!). Ich habe alles reingebracht und sozusagen den Spieß mal umgedreht und ihn beschimpft.
Daraufhin änderte er plötzlich sein Verhalten und schrieb mir folgendes:

Ich habe Deinen Brief mit sehr viel Schmerz gerade gelesen. Die ganze
Geschichte kommt mir wie ein böser Traum vor. Ich weiss nicht mehr, wie ich
handeln soll. Mein Problem warst nie Du in meinem Leben, ich habe Dich
geliebt!

Ich habe Dich auch nicht ausgelacht, wie Du von mir behauptet hast. Das
Problem ist, die Sache mit dem Kind, die nicht mein Lebensinhalt sein kann.
Ich wollte es nicht und jetzt soll ich gezwungen werden, mich damit
abzufinden.

Die Last, die im Augenblick wegen Dir und des Kindes auf mir liegt,
ist unerträglich!

Das, was ich nie wollte, war, Dir weh zu tun oder überhaupt jemandem. Ich wollte auch nicht mit Dir streiten. Mit
den Frauen ging bei mir im Leben immer alles schief. Ich habe nur Leid
verursacht, obwohl ich immer nur mit einer einzigen glücklich werden wollte.
Ich bin kein Abzieher und auch kein Egoist!


Ich habe ihm wieder böse geantwortet. Wenn er kein Egoist sei, was sei er denn dann? etc., etc.

Darüber ging er dann hinweg und begann etwas smalltalk per mail, erzählte von einem Streit mit seiner Kollegin und am Ende informierte er mich, daß er morgen nicht im Büro sei und er deshalb nicht antworten könnte, falls ich ihm mailen würde. Ich sollte also nichts falsches denken, wenn keine Antwort käme. Er war plötzlich wieder ganz normal. Aber irgendwas paßt da doch nicht? Ist es jetzt eine neue Masche? Auf die harte Tour kommt er nicht durch, versuchen wir mal die nette Tour? Umgedacht hat er sicherlich nicht! Ist es also nur eine neue Taktik? Oder tut ihm sein Verhalten wirklich leid? Richtig entschuldigt hat er sich zwar nicht, aber Ansätze waren schon zu erkennen.
Ich denke jedoch, daß Ihr Recht damit habt, daß er mich nicht wirklich geliebt haben kann, sonst hätte er mich nie so behandelt. Das bleibt hängen. Und wer weiß, wann er mich das nächste mal so behandelt....
Ich kann ihn überhaupt nicht mehr einschätzen. Das macht mir Angst, weil ich nicht weiß, wozu er noch fähig ist....

21.02.2002 19:03 • #30



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