lelaina76
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Bin neu hier und würde gerne meine Geschichte erzählen. Mit der Hoffnung, dass mir das "Darüberschreiben" ein wenig hilft.
Mein Mann und ich haben uns am 16.07. diesen Jahres getrennt. Einen Tag später wäre unser 4. Hochzeitstag gewesen. Insgesamt waren wir etwas mehr als sieben Jahre zusammen.
Der Trennung sind ca. 4 Wochen Gefühlschaos vorausgegangen. Wir waren Mitte Juni nochmals zu dritt mit unserem Sohn in Italien im Urlaub. Ich wunderte mich schon eine ganze Weile weshalb mein Mann ständig an seinem Handy klebte. Wir hatten eine Ferienwohnung und als er mit seinem Tablet-PC draussen auf dem Balkon verschwand und die Pin seines Handys (den er ca. 2 Monate vorher plötzlich installiert hatte) noch nicht eingesetzt hatte nahm ich sein Handy und stöberte bei whattsapp. Dort stoss ich auf einen ominösen Kontakt. Als ich es durchlas wurde mir klar, da ist ne andere Frau im Spiel. Ich dachte nicht lange nach und stellte ihn zur Rede. Er meinte, es sei nichts Bedeutendes. Wir sprachen sehr viel auch die kommenden Tage und er versicherte mir, er würde jetzt den Kontakt zu ihr abbrechen. Auf die Frage, ob ich die Person kennen würde, antwortete er mit "Nein". Worauf er immer wieder hinwies, das er sich aber dennoch nicht mehr so sehr seiner Gefühle mir gegenüber sicher sei. Aber er wollte unbedingt für uns und unsere Familie kämpfen und gab uns noch eine Chance. Wir verlebten dann, mit dieser schwierigen Situation, dennoch ein paar nette Urlaubstage und hatten auch Sex.
Als wir zurück nach Deutschland kamen, dauerte es ein paar Tage und er war wie ausgewechselt. Er wurde wieder wortkarg und es wurde einfach schwieriger im Miteinander. Von der Chance war von seiner Seite nichts mehr zu spüren.
Das hob mich auf den Plan weitere Forschungen anzustellen. Ich fand heraus, dass er diese Affäre mit dem Mädel immernoch hatte. Und ich musste herausfinden, dass es eine gemeinsame Bekannte war, die auch Gast auf unserer Hochzeit war. Ich stellte ihn wieder zur Rede und er meinte, dass seine Gefühle für sie sehr stark seien und er will das hier nun mit uns alles beenden. Für uns würde es nicht mehr reichen und es sei vorbei. Am nächsten Tag sass er bei uns auf dem Balkon und kommunizierte mit ihr. Einen weiteren Tag später traf er sich auch nachmittags mir ihr. Kurz gesagt nach 5 langen Tagen bat ich ihn, auszuziehen. Er zog zu ihr. Sie wohnt ca. 4 Gehminuten von uns entfernt. Mittlerweile hat er eine eigene Wohnung.
Das ganze ist jetzt ca. 3 Monate her und mir geht es immernoch sehr schlecht. Am Anfang war natürlich Ausnahmezustand. Ich dachte mir zieht es den Boden unter den Füßen weg. Und ich dachte, wie soll ich jetzt alleinerziehend klarkommen. Das klappt mittlerweile ganz gut. Mein Mann bemüht sich sehr, mich zu unterstützen. Der Preis ist: Ich muss ihn fast jeden Tag sehen oder zumindest mit ihm kommunizieren.
Natürlich kam sein "Ausbrechen" nicht aus heiterem Himmel. Unser Sohn kam im September 2011 als Frühchen 12 Wochen zu früh auf die Welt und lag insgesamt 3 Monate auf der Intensivstation. Das war eine sehr belastende Zeit für uns alle. Des Weiteren hatte ich eine sehr schwere Kindheit und es war für mich insgesamt nicht so einfach mich mit der Mutterrolle anzufreunden. Dies ist aber mittlerweile alles gut. Und ich bin sehr froh Mutter zu sein. Und vor allem bin ich stolz und glücklich so einen tollen Sohn geschenkt bekommen zu haben.
Jedenfalls war ich bestimmt ein Jahr lang nicht besonders lieb zu meinem Mann. Wir hatten seit der Zeugung unseres Sohnes bis zu dem obengenannten Urlaub keinen Sex mehr (nur aneinanderkuscheln und umarmen). Ich kommandierte ihn rum. Ich hatte wenig liebe Worte für ihn. Was auch in mein Verhalten hineinspielte war, dass unser Sohn ca 1 1/2 Jahre so schlecht schlief und ich fast alle Nächte alleine machen musste, weil mein Mann im "Nur-Nachtdienst" tätig ist. Das hat so geschlaucht. Ich war so fertig. Ich habe es teilweise einfach garnicht mehr gemerkt, wie unausstehlich ich war. Das ist mir mittlerweile bewusst, aber mein Mann hat Angst, dass ich wieder so werde, wenn er zurückkommt.
Was ich schade finde, ich versuche mich zu hinterfragen und daraus zu lernen. Auch für mein weiteres Leben ohne ihn. Er wiederum sagt permanent, dass das alles an meinem Verhalten lag, dass es in die Brüche gegangen ist. Natürlich haben wir viel gestritten, aber es kam von ihm keine Info das er am Nachdenken ist, die Beziehung zu beenden. Er sagt auch heute noch, dass die Affäre nur der I-Punkt war und er sowieso vor hatte sich zu trennen. Dabei hatte er noch nicht einmal den Mumm, mir zu sagen dass er eine Affäre hat.
Naja, im September war ich dann für eine Woche alleine im Urlaub und mein Mann hat auf unseren Sohn in unserer Wohnung aufgepasst. Als ich aus dem Urlaub zurückkam meinte er, dass er mich vermisst hat und dass er die Trennung in Frage gestellt hat. Und das er ein späteres "Wiederzusammenkommen" nicht ausschliesst. Das Wichtigste sei, dass wir erst einmal wieder Respekt voreinander finden. Er kochte dann für uns alle. Schrieb mir Nachrichten, dass die verbrachte Zeit am Abend mit uns sehr schön war.
Ich stellte ihn zur Rede ob er denn wieder zurückkommen will oder warum er jetzt plötzlich so zu mir sei und er meinte es sei einfach damit wir ein gutes Doing hätten.
Vor meinem Urlaub habe ich mit jmd geknutscht und kommuniziere mit ihm über whatsapp. Vor ca. 1 1/2 Wochen schrieb mir dieser Mensch eine Nachricht auf mein Handy und mein hat sie gelesen. Ein paar Tage später warf er mir das vor und gab auch zu, dass er in einem unbeobachteten Moment viele Nachrichten zwischen uns in meinem Handy gelesen hatte. Und er meinte es sei von mir echt unglaubwürdig, dass ich ihn gerne zurück hätte und dann im Hintergrund ein anderer sei und dass es krass wäre, was ich mit diesem Typen schreiben würde. Und er hätte jetzt endgültig entschieden, das es kein Zurück mehr gäbe. In diesem Zusammenhang gab er auch zu, dass seine Neue auch eher was ist für Wärme und Zärtlichkeiten aber nichts Ernsthaftes.
Jetzt war unser Sohn eine Woche krank und er hat sich wieder völlig ins Zeug gelegt und war ständig hier. Obwohl ich ihn nicht darum gebeten habe. Dieses Hin und Her von ihm macht mich kirre. Es ist so schwer von ihm loszukommen. Und das Schlimmste ist, von meiner Seite ist die Tür auch noch offen. Andererseits denke ich aber auch, damit es mir irgendwann besser geht, möchte ich ihn gerne loslassen. Wenn wir kein Kind hätten würden wir uns nicht mehr sehen. Da war ich in der Vergangenheit immer sehr straight.
Es ist eine verfahrene Situation und ich verstehe seine Verhaltensweisen einfach nicht. Manches Mal denke ich, er handelt so, weil er ein schlechtes Gewissen hat. Manches Mal denke ich aber auch, dass er selbst doch noch nicht weiss was er möchte. Es ist alles so anstrengend und tut weh.
leleina
für Deine Situation.