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Lebe in einer Traumwelt wie komme ich raus?

WolkeGast


Seit einigen Jahren habe ich ein Problem. Ich verliebe mich recht häufig, aber nur in Menschen die ich kaum kenne. In meiner Fantasie stelle ich mir dann vor, wie perfekt sie sind, wie wir ein Paar werden, was wir alles zusammen leben usw. auch S.. Vor tatsächlichem Kennenlernen in der Realität habe ich in gewisser Weise Angst. Zum einen, weil ich natürlich nicht abgelehnt werden möchte, zum anderen weil es mir sehr weh tut, herauszufinden, dass jemand nicht meiner Vorstellung entspricht.

Und nun weiß ich nicht so recht, was ich tun soll. Ich will eigentlich etwas ändern, weil es mich sehr traurig macht, keine realen Erfahrungen zu haben und nur meine Träume. Aber gleichzeitig genieße ich diese Kontrolle sehr. Ich kann mir in Gedanken eine perfekte Beziehung ausmalen und muss nicht verletzt werden. Wobei das ja trotzdem passiert, wenn ich aus welchen Gründen auch immer der realen Person näher komme.

Ich möchte einfach, dass das aufhört, ich nicht dauernd verliebt und in Tagträumen versunken bin. Aber ich komme nicht los, weil es mir so viel bedeutet, diese Fantasiebeziehung aufrecht zu erhalten, wenn man das so sagen kann. klingt total albern, ich weiß, aber anscheinend kommt das ja oft vor. Nur in all den Threads und Blogposts und Artikeln in denen ich mich wiedergefunden habe, gab es trotzdem keine Lösung für mich. habt ihr eine?

Gruß Wolke

21.10.2019 17:58 • x 1 #1


T4U

T4U


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Du träumst. Um nicht verletzt zu werden. Aber ohne die Gefahr, eben auch kein reales Erleben. Somit, sich darauf einlassen oder weiter träumen

21.10.2019 18:19 • x 3 #2


YsaTyto

YsaTyto


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Liebe Wolke,

Zitat:
Nur in all den Threads und Blogposts und Artikeln in denen ich mich wiedergefunden habe, gab es trotzdem keine Lösung für mich. habt ihr eine?


Du meinst eine Lösung, die Dir keine Angst macht, Dir die 100%ige Kontrolle lässt, keinerlei Unsicherheit auslöst und bei der nichts Unerwartetes passieren kann?
Das gibt es natürlich nicht. Das geht tatsächlich nur in Deiner Fantasie, sofern Du die bombensichere Regie ohne fremden Einfluss haben willst

Aber ernst gemeinte Frage: wird das nicht auch langweilig und "steril" wenn alles immer nur aus Deiner eigenen Fantasie kommt und es nie fremden Einfluss, nie eine Überraschung gibt?
Das Besondere an Beziehungen ist doch u.A., dass der andere Mensch ganz anders auf alles blickt, als man selbst, dass er einem auch einen anderen Blick auf einen selbst zeigen kann uvm.
Nur das eigene Echo ermöglicht ja nichts neues. Vielleicht gäbe es im realen Kontakt ja auch mal positive Überraschungen, z.B. dass Dir ein Mensch etwas schönes über Dich sagt, das Du selbst gar nicht wahrnehmen kannst.

Zitat:
Und nun weiß ich nicht so recht, was ich tun soll. Ich will eigentlich etwas ändern, weil es mich sehr traurig macht, keine realen Erfahrungen zu haben und nur meine Träume. Aber gleichzeitig genieße ich diese Kontrolle sehr. Ich kann mir in Gedanken eine perfekte Beziehung ausmalen und muss nicht verletzt werden. Wobei das ja trotzdem passiert, wenn ich aus welchen Gründen auch immer der realen Person näher komme.

Ich möchte einfach, dass das aufhört, ich nicht dauernd verliebt und in Tagträumen versunken bin. Aber ich komme nicht los, weil es mir so viel bedeutet, diese Fantasiebeziehung aufrecht zu erhalten, wenn man das so sagen kann. klingt total albern, ich weiß, aber anscheinend kommt das ja oft vor.


Und stelle Dir vor, dass Deine vorgestellte "perfekte" Beziehung gar nicht genau das ist, was Dich glücklich machen würde. vielleicht glaubst Du das nur weil Du noch nichts anderes kennst.

Und macht Dich auch in anderen Lebensbereichen oder in Freundschaften nur das "Perfekte" glücklich?

Ich las gerade in einem Buch "Klarheit, Freude und Erkenntnis bringen und langfristig mehr Glück, als Spaß allein."
Klarheit, Freude und Erkenntnis kann man auch durch vieles andere ersetzen.
Ich komme drauf weil ich das Perfekte mit "Spaß" assoziiere, mit etwas Leichtem, Unkompliziertem.
Nur Spaß erleben zu wollen, nie etwas ernsthaftes, auch schmerzhaftes. . .führt meistens dazu, dass man sich nie glücklich fühlt. Weil das Glücks- und Sinnempfinden sich nie so steril von allem auch Schwierigem abkoppeln lässt.
Das direkt angepeilte (Liebes-)Glück gibt es nicht, genau so wenig, wie man tiefe Abenteuer erlebt, indem man in die Geisterbahn geht oder sich Dr ogen rein wirft.
Das Schöne, die Liebe, das Abenteuer usw. besteht ja u.A. auch darin, dass es nicht immer nur leicht und unkompliziert ist.

Oder erzähle doch mal, was das Perfekte für Dich ist, wenn Du magst.

Beziehen sich Deine Tagträume eigentlich ausschließlich auf die Liebe?

Und es ist doch kein entweder Träume-oder Realität nötig. Du kannst doch beides verbinden. Und wenn Du eine Verschnaufpause brauchst oder Dir die Realität zu unvollkommen ist, dann betrittst Du eben wieder Deine Fantasiewelt
Träumen ist doch zunächst erstmal etwas wundervolles!
Manche träumen gar nicht und haben nur ihre realen Erfahrungen. Das ist manchmal auch nicht so rosig

21.10.2019 19:01 • x 5 #3


Plentysweet

Plentysweet


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Liebe Wolke, wenn Du immer nur in einer Traumwelt verharrst und Dir alles nur ausmalst, erliegst Du der Illusion, Dich vor Verletzungen schützen zu können und unverwundbar zu sein. Dieses ist aber wie gesagt ein Irrglaube. Du kannst nur durchs wirklich gelebte Leben stark werden und durch erfahrene und gelebte Situationen, die Du meisterst. Verlasse Deinen Kokon und wage einen Schritt ins echte Leben. Hab Vertrauen und trau Dich! Trau Dir und dem Leben etwas zu. Nur so kann es wirklich bunt und schön werden und Du kannst die Erfahrung machen, in echt getragen zu werden und andere zu tragen. Viel schöner als sich das nur auszumalen .

21.10.2019 19:16 • x 2 #4


NeuerGast


Ich rate dir, bleib in deiner Traumwelt. Ich mache nichts anderes. Die Realität wird Dir nie das geben, was du dir wünschst. Man braucht sich doch heute nur umzusehen: von wahrer liebe keine Spur mehr. Es sind traurige Zeiten.

22.10.2019 13:44 • #5


T4U

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Zitat von NeuerGast:
Ich rate dir, bleib in deiner Traumwelt. Ich mache nichts anderes. Die Realität wird Dir nie das geben, was du dir wünschst. Man braucht sich doch heute nur umzusehen: von wahrer liebe keine Spur mehr. Es sind traurige Zeiten.



Manches sollte man sich denken, statt schreiben

22.10.2019 13:45 • #6


Plentysweet

Plentysweet


3071
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Zitat von NeuerGast:
Ich rate dir, bleib in deiner Traumwelt. Ich mache nichts anderes. Die Realität wird Dir nie das geben, was du dir wünschst. Man braucht sich doch heute nur umzusehen: von wahrer liebe keine Spur mehr. Es sind traurige Zeiten.

OMG, was ist denn das ?!
Die TE möchte aber grad da raus aus dem Zustand. Und diesbzgl.sucht sie hier Hilfe. Klaro mexicano?

22.10.2019 13:55 • x 2 #7


WolkeGast


Vielen lieben Dank für eure Antworten...

@YsaTyto Nein, Überraschungen vermisse ich gar nicht. Ich sehe es eben eher positiv, dass alles ausschließlich von mir kommt und nicht von echten Menschen aus meinem Umfeld.

Diese Jagd nach Perfektion habe ich eigentlich in jedem Lebensbereich. Nur habe ich in den meisten aufgegeben, danach zu suchen. Meine Freunde sind zum Beispiel nicht perfekt - aber es gibt nun mal keine besseren, also akzeptiere ich sie wie sie sind, sonst wäre ich ja allein. Dennoch bin ich trotzdem frustriert darüber, ich arbeite aber daran, schließlich bin ich selbst auch nicht perfekt!
Nur für mich bedeutet Perfekt glaube ich, nur positive Emotionen zu empfinden. Niemals Stress oder Probleme zu haben, sich immer zu verstehen und soweiter...Ist unrealistisch, aber trotzdem mein Ideal? Ich meine mir ist bewusst, dass Glück nicht ohne Leid existieren kann - zumindest verstehe ich deine Aussagen so - aber ich möchte trotzdem nur Glück empfinden.

Aber diese extremen Tagträume habe ich nur in der Liebe. Wobei, früher hatte ich das auch bei meinen Freunden oder in der Karriere. Doch im Gegensatz zu romantischen Beziehungen habe ich da eben gute Erfahrungen gemacht, die es mir leichter gemacht haben, die Träume loszulassen. Ich finde in diesen Bereichen das reale Leben tatsächlich etwa genauso gut, wie meine Vorstellungen, trotz der "Unperfektion". Nur in der Liebe habe ich nach wie vor das Gefühl, dass nichts besser ist als meine Fantasien.


Zu den anderen Beiträgen habe ich noch nicht so wirklich die richtigen Worte gefunden. Ich glaube zu verstehen, was ihr meint, aber ich komme nicht von der Einstellung los, dass mir die Realität nichts bieten kann. Zum anderen Gastbeitrag...ich denke schon, dass es wahre Liebe gibt, nicht mehr und nicht weniger als früher. Allerdings war sie meiner Ansicht nach schon immer äußerst selten...weswegen ich ja auch glaube, dass sich die Suche danach nicht wirklich lohnt, weil die Wahrscheinlichkeit, glücklich zu werden einfach zu gering ist (als in der Traumwelt).


Ich habe euch ja geschrieben, dass ich die Situation ändern will...es ist nur so, ich möchte am liebsten ganz ohne Liebe leben. Meine Tagträume verletzen mich nun mal in gewisser Weise auch, deswegen will ich mich nicht zwischen Träumerei und echten Erlebnissen entscheiden, sondern einfach dieses Bedürfnis loswerden. Das wäre eben der ultimative Schutz vor Verletzung, weder das eine noch das andere durchmachen zu müssen. Deswegen hilft es mir auch nicht zu hören, dass echte Erfahrungen schöner sind, denn das kann ich einfach nicht glauben...nur dass unechte "Erfahrungen" nicht reichen, weiß ich schon...ich will euch damit nicht widersprechen, ich bin einfach nur selbst im Zwiespalt

22.10.2019 21:20 • x 1 #8


Merilin


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Also ich finde das nicht schlimm. Solange du dein Objekt der Begierde nicht belästigst ist das doch nicht schlecht. Und wenn du dir keinen echten Partner wünschst umso besser. Lass es doch so.

22.10.2019 22:02 • #9


T4U

T4U


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Dann schwimm allein weiter, du wolltest es ändern, siehe erster Beitrag und nun willst du dann doch nicht. Bin raus. Realität ist hier ein Traum

23.10.2019 05:28 • #10


Käferfreundin

Käferfreundin


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Wie alt bist du und hast du dich schon mal auf die Realität bzw. eine echte Beziehung eingelassen?

23.10.2019 05:55 • #11


YsaTyto

YsaTyto


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3947
Liebe Wolke,

Zitat:
Nur für mich bedeutet Perfekt glaube ich, nur positive Emotionen zu empfinden. Niemals Stress oder Probleme zu haben, sich immer zu verstehen und soweiter...Ist unrealistisch, aber trotzdem mein Ideal? Ich meine mir ist bewusst, dass Glück nicht ohne Leid existieren kann - zumindest verstehe ich deine Aussagen so - aber ich möchte trotzdem nur Glück empfinden.

okay, ich verstehe.
Nein, ich meinte nicht, dass Glück nicht ohne Leid existieren kann, so nach dem Motto: willst du das eine, musst du auch das andere in Kauf nehmen. Ist halt so.
Ich habe Schwierigkeiten zu beschreiben, wie ich das meine (empfinde es aber intensiv) und versuchte es mit diesem Zitat.
Ich versuche es nochmal so: meiner Erfahrung nach ist es nie einfach nur das Unproblematische, das Leichte und Spaßige, das echtes tiefes Glück oder auch Sinnhaftigkeit empfinden lässt. Und zwar in allen Lebensbereichen.
Natürlich genießt es jeder Mensch, wenn alles mal fließt, reibungslos funktioniert, Harmonie herrscht. . .
Aber einfach nur "Perfektion", Spaß oder Schönheit hinterlässt bei vielen Menschen eine Art Leere, Frustration.
Darum gibt es auch viele unglückliche Menschen, die vermeintlich alles haben. Erfolg, Schönheit, viel gute Unterhaltung usw.
Nehmen wir einmal das Büchlein, aus dem das Zitat stammt. Darin geht es um Feste, alte Bräuche, woher sie stammen, welchen Sinn sie haben. . .
Und als Bsp. wird Weihnachten genannt, das heute für einige Kinder nichts anderes mehr bedeutet, als viele Geschenke zu bekommen. vielleicht kennst Du das ja selbst. Das wäre sozusagen das oberflächliche, nicht sättigende Glück.
Wenn das Fest aber einen tieferen Sinn erhält, wenn etwas seelisches oder auch spiriuelles im Zentrum steht, wenn man vielleicht ein Gedicht aufsagen muss, die Weihnachtsgeschichte anhören muss usw., dann ist das vielleicht erstmal ernster und anstrengender, als nur Geschenke vorgesetzt zu bekommen, aber es macht glücklicher (natürlich nur insofern all das mit Liebe gemacht wird und nicht nur leeres Zwangsritual ist).

Und mir geht es in der Liebe ganz ähnlich. Mich befriedigt da keine bloße "Perfektion". Alles ist tutti, er und ich die Schönsten, Stärksten, keine Hindernisse, keine Spannungen, keine tiefen Fragen, sondern nur eitler Sonnenschein.
Wie soll es da zu einer tiefen menschlichen Begegnung kommen? Das ist es doch, was glücklich macht, selbst wenn es mal tiefernst zugeht, konfrontiert, Unsicherheit auslöst usw.

Mir geht es z.B. so, dass mich Männer, die mich völlig idealisieren, von mir träumen, gar nicht interessieren weil ich mich nicht gesehen fühle. Ich werde eher zum Träumen benutzt. Man schaut sich nicht die ganze Ysa an, sondern pickt sich nur ein paar Teile heraus und der Rest wird fantasiert. Habe das einmal ganz extrem mit einem Verehrer erlebt. Ich fand es so uneträglich, dass ich den Kontakt eingestellt habe.
Egal, was mich gerade in meinem Leben beschäftigte, ob ich traurig war, ob ich mit mir selbst rang oder krank war, er blendete alles aus und machte mich zur Zauberfee.
Ich will Dir das mal anhand eines Beispiels demonstrieren: es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich komplett am Ende meiner Kräfte war. Ich arbeitete und nach der Arbeit fuhr ich wochenlang in ein Krankenhaus, wo ich einen geliebten leidenden Menschen besuchte. Auf meinen Bahnfahrten liefen nur noch die Tränen. Ich bekam nichts mehr im Leben gebacken.
Weil dieser Verehrer irgendwo in seiner Disneywelt schwebte, steckte ich ihm das mal. Dass ich gerade weder wunderschön sei, noch verführerisch, noch glücklich usw.
Was kam als Antwort? Genau weiß ich es nicht mehr. Seine Reaktion sah in etwa so aus: Oh Du Holde! Deine Tränen sind mir glitzerne Sternenstaubkügelchen, in die ich mich betten möchte! Langes Geschwafel, nur ich ich ich. Darüber vergaß er z.B. nur einmal zu fragen, was denn im Krankenhaus los sei.
Verstehst Du anhand dieses Extrembeispiels, was ich meine?
Sagen wir mal, es wäre ein Mann gewesen, der mich klar sieht, statt mich zu idealisieren. Dann hätte er in dieser Situation eine fertige traurige Ysa erlebt, aber es hätte innerhalb dieser recht düsteren Zeit eine echte Begegnung gegeben. Und das ist es, was z.B. glücklich machen kann. Mit Schwächen, Augenrändern, Unsicherheiten usw. Nähe zu erleben.

Zitat:
Aber diese extremen Tagträume habe ich nur in der Liebe. Wobei, früher hatte ich das auch bei meinen Freunden oder in der Karriere. Doch im Gegensatz zu romantischen Beziehungen habe ich da eben gute Erfahrungen gemacht, die es mir leichter gemacht haben, die Träume loszulassen. Ich finde in diesen Bereichen das reale Leben tatsächlich etwa genauso gut, wie meine Vorstellungen, trotz der "Unperfektion". Nur in der Liebe habe ich nach wie vor das Gefühl, dass nichts besser ist als meine Fantasien.


das versuche ich mir vorzustellen. Im Beruf hast Du doch auch ständig Kontakt mit anderen Menschen?
Meiner Erfahrung nach kommt es auch im Beruf, im Alltag zu Konflikten, Machtkämpfen usw.
Oder man erlebt menschliche Schwächen.
Wieso ist es in diesem Bereich okay für Dich?

Zitat:
ich denke schon, dass es wahre Liebe gibt, nicht mehr und nicht weniger als früher. Allerdings war sie meiner Ansicht nach schon immer äußerst selten...weswegen ich ja auch glaube, dass sich die Suche danach nicht wirklich lohnt, weil die Wahrscheinlichkeit, glücklich zu werden einfach zu gering ist (als in der Traumwelt).

ja, ich denke auch, dass die wahre Liebe äußerst selten ist und dass man sie fast nie durch Suchen findet
Aber ich denke, dass gerade eine wahre tiefe Liebe alles andere als nur Fun, Leichtigkeit bedeutet.
Wofür liebt man jemanden tief und innig? Weil er immer gut drauf ist? Einen makellosen Körper hat? Einen rund um die Uhr toll findet? Niemals Schwächen hat?
Sag mir doch bitte mal, wofür Du einen Menschen zutiefst liebst oder lieben würdest?- wenn Du magst.

Zitat:
Ich habe euch ja geschrieben, dass ich die Situation ändern will...es ist nur so, ich möchte am liebsten ganz ohne Liebe leben. Meine Tagträume verletzen mich nun mal in gewisser Weise auch, deswegen will ich mich nicht zwischen Träumerei und echten Erlebnissen entscheiden, sondern einfach dieses Bedürfnis loswerden. Das wäre eben der ultimative Schutz vor Verletzung, weder das eine noch das andere durchmachen zu müssen. Deswegen hilft es mir auch nicht zu hören, dass echte Erfahrungen schöner sind, denn das kann ich einfach nicht glauben...nur dass unechte "Erfahrungen" nicht reichen, weiß ich schon...ich will euch damit nicht widersprechen, ich bin einfach nur selbst im Zwiespalt

Du möchtest das Bedürfnis nach Liebe ein für allemal loswerden?
Ich denke, dass das nie ganz gelingen kann. Nicht ohne Folgen für die Seele, also ein irgendwie geartetes Unglück. Einfach weil der Mensch so gemacht ist, dass er Sinn und Glück empfindet, wo er tief mit anderen Menschen verbunden ist (keineswegs nur in der romantischen Liebe). Geht es Dir nicht auch so?
Ich denke, es wäre sinnvoller, wenn Du Dich mit Deiner starken Verletzbarkeit auseinander setzen würdest. Offenbar hältst Du sie für unüberwindbar, denkst, man müsse sie einfach ertragen, wenn man dann eine Liebesbeziehung haben möchte.
Aber durch neue Erfahrungen, innere Entwicklung, ist es möglich, diesbezüglich irgendwann ganz anders zu empfinden.

23.10.2019 11:43 • x 3 #12


WolkeGast


Hallo Käferfreundin, ich bin erst 24 und hatte noch keine wirkliche ernste Beziehung. Es gab immer schon Stress in der Anfangsphase, und mittlerweile bin ich selbst einfach zu ängstlich um weiter zu gehen.

YsaTyto, ich denke ich begreife nun besser was du meinst, aber an diese Form der Perfektion habe ich nicht gedacht. Ich meine nicht, dass mein Partner mich idealisiert oder nur das Gute sieht und alles schlechte ausblendet, sondern einfach dass er immer auf meiner Seite steht, auch wenn es schlecht läuft. Also dass wir zusammen gegen das Problem kämpfen und nicht gegeneinander. Oder habe ich wieder was anderes verstanden? Ich weiß nicht...

Was die andere Bereiche angeht, da läuft es eben fast so wie ich will. Entweder man kommt gut miteinander aus oder man geht sich aus dem Weg, so einfach läuft das bei mir. Auf der Arbeit habe ich bspw. das Glück, dass alle sich sehr friedlich verhalten. Und wenn man sich doch denkt, hm, das verletzt mich jetzt oder der nervt, dann entfernt man sich eben davon. In einer Beziehung finde ich das schwieriger. Und sowieso nehmen einen Probleme mit dem Partner viel mehr mit, als etwas Drama mit Kollegen, zumindest bei mir.

Wofür ich einen Menschen liebe? Wenn er mich zum Lachen bringt, mich ohne Worte versteht, meiner Meinung ist und mich bei allem unterstützt. Und ja, irgendwie auch wenn er keine Schwächen hat und mich meine vergessen lässt...

An Merilin und T4U: Die Situation befriedigt mich einfach nicht genug. Schlimm sind meine Träume nicht, nein, aber es fehlt mir doch etwas, der "Kick" sozusagen, ich will nur nicht sowas extremes wie im wahren Leben erfahren, sondern irgendwas dazwischen. Das ist ja mein Problem, wenn ich in der Traumwelt bleiben könnte, würde ich es tun, mir würde das dann theoretisch reichen, nur tut es das ja jetzt doch irgendwie nicht, irgendwas fehlt und ich weiß nicht was, wenn ich weiß, dass eine reale Beziehung nichts für mich ist...was wäre denn dazwischen? Nichts...

23.10.2019 18:39 • x 1 #13


YsaTyto

YsaTyto


1797
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Doch @wolke,

Du hast mich verstanden.
Zitat:
ich will nur nicht sowas extremes wie im wahren Leben erfahren, sondern irgendwas dazwischen.

das ist eine herzallerliebste Aussage!
Zitat:
Das ist ja mein Problem, wenn ich in der Traumwelt bleiben könnte, würde ich es tun, mir würde das dann theoretisch reichen, nur tut es das ja jetzt doch irgendwie nicht, irgendwas fehlt und ich weiß nicht was, wenn ich weiß, dass eine reale Beziehung nichts für mich ist...was wäre denn dazwischen? Nichts...

vllt erstmal eine zarte Freundschaft zu einem sensiblen Mann, der Dir nicht gleich auf die Pelle rücken will?

p.s. oder eine Brieffreundschaft mit einem verträumten Mann?

23.10.2019 19:18 • x 1 #14


whynot60


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Zitat von WolkeGast:
meiner Meinung ist


Alles andere ist mir völlig verständlich.
Aber dass Dein Partner immer Deiner Meinung ist, wird es nicht nur nicht spielen, sondern das wäre sogar schädlich. Die Begegnung mit einem anderen Menschen (auf einer tieferen Ebene) bedeutet auch immer einen gleichberechtigten Austausch, wozu unter anderem auch unterschiedliche Meinungen zu diesem oder jenem Thema oder Problem gehören. Nur so kann man auch wachsen und nicht sein ganzes Leben lang statisch auf seinem eigenen Standpunkt ausharren wie eine Statue. Das wäre ja auch nichts anderes als eine fahrlässige Lebensvergeudung, ein sinnloses Versteinern.
Beziehung, im eigentlichen Sinn, macht ja eben aus zwei Menschen mehr als sie als einzelne wären. Ansonsten könnte man sich tatsächlich alles gleich ersparen und es beim Träumen belassen.
Wobei ich Träumen sehr schön finde. Aber sie auch ein bisschen mit Leben zu erfüllen, ist zumindest den Versuch wert. Und manchmal kommt es ja vor, dass die Realität die Träume sogar noch übertrifft.
Kann ja sein, dass Deinen Träumen gar nicht die Realität widerspricht, auch wenn es oft der Fall sein wird, sondern Deine eigenen Gegen(alb)träume.

23.10.2019 20:27 • x 3 #15




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