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2 Chance vermasselt - er zieht sich zurück

Sonne1291

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Hallo zusammen, ich bin schon eine Weile in diesem Forum angemeldet, habe jedoch lieber etwas gelesen als geschrieben. Nun ist es wohl an der Zeit, auch mal etwas zu schreiben.

Ich war 18 Jahre alt, als ich meinen derzeitigen Ex-Partner kennenlernte. Er war 20 Jahre alt und beendete kurz zuvor eine Beziehung, aus der ein Sohn hervorging.
Wir waren zwei Jahre ein Paar, als wir in eine gemeinsame Wohnung zogen. Kurz darauf machte er mir einen Heiratsantrag, den ich annahm.
Zwischenzeitlich verschlechterte sich die Beziehung zwischen mir und seiner Mutter. Ich hatte das Gefühl, sie würde lieber seine Exfreundin an seiner Seite sehen und sie dachte, ich würde keine Kinder mögen.
Dies ist darauf zurückzuführen, dass ich sagte, ich würde keine Kinder wollen. Das lag allerdings daran, dass mein Ex-Partner sagte, er möchte keine Kinder mehr, da es immer wieder Streitigkeiten mit seiner Ex gab, bezüglich der Besuchszeiten mit seinem Sohn. Er durfte ihn zwischenzeitlich ein Jahr am Stück nicht sehen. Ich sagte also, dass ich keine Kinder möchte und verkaufte es allen als eine gemeinsame Entscheidung, die wir trafen.
Schließlich war das Verhältnis zwischen mir und seiner Mutter so angespannt, dass sie sagte, sie würde nicht zur Hochzeit erscheinen, weil sie diese nicht befürwortete. Außerdem schrieb seine Exfreundin einen Brief an ihn, in dem es nicht nur um den Sohn ging, sondern auch darum, dass ich Kinder hassen würde.
Nach einer durchgemachten Nacht meines Partners, verkündete er mir, mich nicht mehr zu lieben und mich nicht heiraten zu wollen. Ich war am Boden zerstört und wusste nicht was ich tun sollte. Ich war eigentlich die ganze Zeit davon überzeugt, mich noch mal mit seiner Mutter zu vertragen.
Ein paar Tage später, zog er zu ihr zurück und trennte sich endgültig von mir.
Ich gab mir die alleinige Schuld und wollte wieder alles gut machen.
Ein paar Monate später versöhnten wir uns. Das ist jetzt vier Jahre her.
Seitdem sprach ich kein Wort mehr mit seiner Mutter bzw. mit dem Rest seiner Familie. Seinen Sohn sah ich auch nie wieder. Er untersagte mir den Kontakt zu seiner Familie und nahm mich auch nicht mehr mit zu Freunden. Meine Freunde hingegen, luden ihn immer wieder zu Geburtstagen oder Parties ein. Er kam fast nie.
Ich kapselte mich immer mehr von der Außenwelt ab und ging nur noch zur Arbeit und zu meinen Eltern. Ich schämte mich, dass er fast nie irgendwo mit mir hinging und ich überall allein aufkreuzen musste. Ich gab mir die ganze Schuld an seinem Verhalten mir gegenüber. Ich wartete nur noch darauf, dass er mich besuchen käme.
Er versprach mir immer wieder, irgendwann mit mir zusammenzuziehen. Stattdessen kam er immer seltener um mich zu besuchen. Entweder musste er viel arbeiten, es stimmte etwas mit seinem Auto nicht oder Ähnliches.
Irgendwann fragte ich nicht mehr danach. Ich hatte mich komplett in dieser Beziehung verloren, war mir aber sicher, dass alles gut werden würde, da wir uns ja über alles liebten.

Vor drei Wochen erzählte mir meine Cousine unter Tränen, dass er mich betrogen hat und seit sechs Monaten in einer 60km entfernten Stadt wohnt.
Das war mein Weckruf. Ich rief ihn an, konfrontierte ihn damit und er stritt es nicht ab. Ich verlangte meinen Wohnungsschlüssel am selben Abend zurück, packte seine wenigen Sachen zusammen und trennte mich.
Ich rief sogar die Frau an, mit der er mich betrog, da sie sich schlimme Vorwürfe machte, und beruhigte sie. Sie wusste nichts von mir. Er erzählte ihr, dass wir längst getrennt wären.

Seitdem sind wie gesagt drei Wochen vergangen.
Ich fühle seitdem eine Mischung aus Trauer, Freiheit, Glück und Schmerz.
Obwohl ich meine Entscheidung nicht bereue, zieht es sich jeden Morgen, wenn ich aufwache und jedes Mal, wenn ich seinen Namen höre, schmerzlich in meiner Brust zusammen.
Ich lenke mich mit Freunden und Familie ab. Ich war bei zwei Sportvereinen für ein Probetraining und habe Spaß daran.
Manchmal jedoch, füllen sich meine Augen einfach so mit Tränen und ich weiß nicht, worum ich weine. Die verlorenen sieben Jahre vielleicht?
Die Frage "Warum?" beherrscht seit drei Wochen meinen Kopf, obwohl ich mir diese Frage nicht stellen will. Es bringt nichts, ich weiß das.
Er sagt ja selbst, dass ich nichts falsch gemacht habe. Zu dieser Erkenntnis bin ich auch allein gekommen.
Trotzdem suche ich irgendwie Hilfe.

Ich hoffe vielleicht auf tröstende Worte oder Tipps eurerseits.

Bitte bedenkt, bevor ihr urteilt, dass ich sehr jung war als diese Beziehung begann. Ich kannte mich selbst nicht und konnte teilweise weder meine noch andere Gefühle richtig deuten. Ich habe mit Sicherheit auch nicht alles richtig gemacht aber habe stets mein Bestes gegeben.

Viele Grüße und vielen Dank fürs Lesen
A.

17.07.2017 20:36 • x 2 #1


Luto

Luto


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Zitat von Sonne1291:
Ein paar Monate später versöhnten wir uns. Das ist jetzt vier Jahre her.
Seitdem sprach ich kein Wort mehr mit seiner Mutter bzw. mit dem Rest seiner Familie. Seinen Sohn sah ich auch nie wieder. Er untersagte mir den Kontakt zu seiner Familie und nahm mich auch nicht mehr mit zu Freunden.

Diese Versöhnung verstehe ich nicht. Er untersagte Dir Kontakt zu seiner Familie? warum?
Wenn man neu anfängt, geht das doch nur, wenn man alte schlechte Dynamiken klärt.
Habt ihr nie miteinander geredet?

17.07.2017 21:47 • #2



2 Chance vermasselt - er zieht sich zurück

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Sonne1291


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Zitat von Luto:
Diese Versöhnung verstehe ich nicht. Er untersagte Dir Kontakt zu seiner Familie? warum?
Wenn man neu anfängt, geht das doch nur, wenn man alte schlechte Dynamiken klärt.
Habt ihr nie miteinander geredet?


Es war so, dass er mir erklärte, dass diese "Versöhnung" nur funktioniert, wenn man Leute fernhält, die sich dagegen aussprechen.
Aus heutiger Sicht und mit dem heutigen Wissen, ist das natürlich Blödsinn. Das weiß ich selbst.
Da ich jedoch jung und unerfahren war/bin, habe ich das mit mir machen lassen.

17.07.2017 22:09 • #3


Luto

Luto


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Zitat von Sonne1291:
Aus heutiger Sicht und mit dem heutigen Wissen, ist das natürlich Blödsinn.

ja, das ist Blödsinn! Er hätte es überhaupt nicht dulden sollen, dass überhaupt jemand auf die Idee kommt, sich dagegen auszusprechen. aber warum dann das mit den Freunden? sprachen die sich auch dagegen aus?

17.07.2017 22:18 • #4




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