Rabbit55
Mitglied
- Beiträge:
- 10
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 7
- Mitglied seit:
habe in der letzten Zeit immer mal wieder still mitgelesen, und lange überlegt,
aber nun werde ich meine Situation doch gerne mal teilen. Mir geht es auch darum, dass dies auch mal jemand anderes liest. Vielleicht kann ich es ja dann doch besser verarbeiten. Der Text ist recht lange.
Meine EX Frau und ich waren 25 Jahre verheiratet. 9 Monate nach unserem kennen lernen traten wir vor den Altar. Meine Frau hatte danach eine schwere OB, die wir aber zusammen meisterten. Kinder waren geplant, jedoch wurde der Wunsch aus gesundheitlichen Gründen von mir, nicht erfüllt. Aber auch dies haben wir, nach meiner Sicht, gut verkraftet. Auch hatte ich damals nicht den Eindruck, dass meine Frau darunter leiden musste. Wir führten deswegen lange Gespräche, die uns halfen. Aus beruflichen Gründen von meiner Seite aus, zogen wir, vier Jahre nach unserer Heirat in eine Dienstwohnung/Haus, mit viel Platz. Es war einfach nur schön. Ein Hund bereicherte unsere Familie. 1997 verstarb mein Vater, und da bemerkte ich zum ersten Mal, dass meine Frau keinerlei Gefühle zeigte, bzw. nicht zeigen wollte. Es gab keine emotionale Wärme, keine Umarmung, nichts. Damals blendete ich dies aus und machte mir keine großen Sorgen. Dieser Zustand wurde aber immer schlimmer. Umarmungen, zärtliche Berührungen gab es immer weniger. Und falls doch, fühlte es sich nicht echt an. Eher so, ich lass es über mich ergehen, und habe dann wieder eine Zeit lang meine Ruhe. Als ich Sie darauf ansprach, bekam ich als Antwort, ich solle Sie so nehmen, wie Sie ist, oder ich kann ja gehen. Dies war der erste Schlag ins Gesicht. Ich sprach Sie darauf an, dass Sie am Anfang unserer Beziehung doch ganz anders war. Als Antwort bekam ich, das hätte Sie nur getan, um mich zu halten. Gespräche von meiner Seite aus, diesbezüglich wurden schon im Keim erstickt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hätte ich die Reisleine ziehen müssen, tat ich aber nicht. Ich liebte meine Frau, und wollte nicht einfach alles aufgeben. Dies bezüglich gab es auch immer öfter Streit, richtigstreiten konnten wir uns nie.
Darauf habe ich meiner Frau vorgeschlagen, nein, eigentlich nicht vorgeschlagen, eher gedrängt Sie für eine Zeit lang zu Ihren Eltern zu fahren, damit wir beide wieder zur Ruhe kommen. Schon nach kurzer Zeit bemerkte ich, dass ich ohne Sie nicht leben kann/möchte. Also flehte ich Sie regelrecht an, wieder zurück zu kommen. Nur mit Widerwillen hat Sie sich dazu bereit erklärt. Es folgte eine Paartherapie, die von mir gewünscht war. Ohne großen Erfolg. Ich versuchte mit allen Mitteln, Ihre Anerkennung zu bekommen. Nach ca. 18 Jahren gab es in unserem Wohnungsumfeld Veränderungen. Meine Frau wollte ausziehen, mit der Ansage, entweder ich würde mit ausziehen, oder Sie würde alleine gehen. Es brach mir das Herz, für mich war dieses Haus mein persönlicher Rückzugsort. Dort konnte ich mich erholen. Es gab keine Möglichkeit mit Ihr darüber zu reden. Auch hatte ich selbst nicht die Möglichkeit, mit anderen darüber zu sprechen. Beim kennen lernen meiner Frau, hatte ich meine damaligen Kontakte alle abgebrochen. Ein großer Fehler, wie sich im nach hinein herausstellte. Freundschaften hatten wir gelegentlich, doch diese zerbrachen alle wieder. Nach unserem ersten Umzug, insgesamt waren es vier, erkrankte ich für ein halbes Jahr, schwere Depression, und hatte auch ein Alk. Problem. Keinerlei emotionale Unterstützung von Seiten meiner Frau. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinen Einfluss auf diesen Zustand. Ich nahm Ihn hin, ohne zu hinterfragen. Ich konnte damals nicht anders. Aus der Depression, sowie dem Alk. bin ich mit eigener Kraft und dank meines guten Therapeuten wieder herausgekommen. Keiner hatte daran geklaubt. Finanziell ging es uns die ganze Zeit mehr schlecht als recht. Dann kam der Tag, der alles veränderte. Eine damalige Freundin meldete sich wieder bei mir. Wir schrieben uns lange, ich wurde nach langer Zeit wieder als Mensch wahrgenommen, es tat so gut. Diese Freundin war auch der Anlass meiner Trennung. Ich fasste allen Mut zusammen und sprach die Trennung aus. Meine Frau nahm dies recht gelassen hin, beim Besuchen meiner Freundin, half Sie mir sogar meine Tasche zu backen. Beim Umzug meiner Frau halfen alle, es gab viel zu lachen, als Außenstehender hätte niemand daran geglaubt, das hier eine Trennung stattfindet. Schon nach 3 Monaten hatte meine EX einen neuen Lebensgefährte. Sprach davon, dass Sie jetzt endlich Ihr Leben leben kann. Sie jetzt endlich den Partner hat, den Sie Ihre Gefühle zeigen kann.
Nun sind 2 Jahre nach der Trennung vorbei, und ich komme mit dieser Situation nicht zurecht. Kann nicht abschließen, und weiß nicht warum. Kann nicht verstehen, was in dem Kopf meiner Frau vorging. Therapeutisch war ich bereits in Behandlung. Die wenigen, die ich meine Geschichte erzählt habe, waren durchgehend der Meinung, ich hätte den richtigen Weg gewählt, nur hätte dies früher erfolgen sollen. Meiner EX konnte ich wohl keinen größeren Gefallen machen, wie mich zu trennen. Sie selbst hätte dies von sich aus wohl nie getan.
Entschuldigung für den langen Text, und Dankeschön fürs durchlesen.
Vielleicht war jemand auch schon in so einer Situation.