Leuchtfeuer
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Ich sehe in den Spiegel, und sehe unendlich traurige Augen. Ich lache nicht mehr. Und ich glaube, dass wird immer so bleiben. Das war es dann jetzt.
Aus meinem Leben:
Nicht alles glänzte in meinem Elternhaus, aber trotz alter Generation, wurde ich so "erzogen", dass ich alles frei sagen konnte. Das war mir immer wichtig. Meine Mam war später eher wie eine Freundin. Mit 13 habe ich nach der Schule gearbeitet. Nicht für Klamotten, sondern für eine eigene Wohnung. Mit 15 hatte ich eine Mofa, und ich fuhr irgendwohin, wo es einsam war, damit ich über alles mögliche nachdenken konnte. Mit nicht ganz 18 hatte ich eine eigene Wohnung. Und während alle tanzen gingen, saß ich bei Tee mit zig Leuten und diskutierte. Das war toll! Meine Welt. Die schönste Zeit meines Lebens. Mit 19 lernte ich meinen Mann kennen. Als ich 21 war, heirateten wir. Er war so still. Und auch zuverlässig. Werte die ich schätze. Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Loyalität. Wurde das erste Mal arbeitslos. Überlaufener Beruf damals. Und wir trafen die Vereinbarung, dass ich es nicht müsste, ich würde immer ein Nest haben, und er hätte es gerne, wenn ich zu Hause wäre. Oh, was für süße Worte! Also organisierte ich zu Hause alles. Ging dann ohne Steuerkarte arbeiten. ( Was für ein Fehler! Denn heute nutzt es mir nichts mehr. ) Und es war der Kinderwunsch da. Als ich dachte, ich wäre schwanger, zog ich mir Verbrühungen zu. 1 u 2 Grad. Da kam langsam aber sicher das Erste... schleichend... Ich sollte mich nicht so anstellen, warum ich so schreien würde. Stand unter Wasser im Bad, wurde ganz ruhig, um mir einen Krankenwagen zu rufen. Erst da wurde er tätig. Musste wieder laufen lernen. Schwanger war ich nicht. Eine Woche nach dem Krankenhaus teilte er mir mit, dass er keine Kinder mehr wollte. Wir hätten es ja versucht, und ich würde später doch nur abhauen, und ihn mit dem Kind sitzen lassen. Wie bitte?
Was hatte ich getan? Nichts! Dann wurde es immer mehr. Ich sollte nicht so laut lachen, nicht so heftig Diskutieren, nicht so streiten. Also wurde ich immer stiller, wenn wir mal wo waren. Hab meist schon nicht mehr gelacht. Und diskutiert eh nicht mehr. Mit 27 ging ich wieder zur Schule. Brach ab, weil ich krank wurde, und das mit Bestnoten. Fing einen Gitarrekurs an. Aber in seinen Augen konnte ich den Takt nicht halten. Konnte nicht singen. Komisch, meine Lehrerin war von mir begeistert. So ließ ich das Gitarrespielen. Dann fing er diesen Kurs an. Ich machte mit 29 den Führerschein vom Geld meiner Eltern. Er war stinksauer. Geredet hat er mit mir nie. Und wenn ich was ansprach, dachte ich, ich spreche chinesisch. Ich fand eine Sportart, die wir beide machen konnten, weil ich wollte, dass wir was gemeinsames machen, obwohl ich Sport nicht mag. Trotzdem war ich kein angepasster Mensch. Hab gesagt was ich dachte. Konnte innerhalb alles, aber außerhalb immer weniger. Auto gefahren bin ich so gut wie nie. Ich könnte ja da was falsch machen, und da müsste ich aufpassen. So, dass ich regelrecht Panik hatte, mit dem Auto unterwegs zu sein. Aber er war ja "zuverlässig", brachte mich überall hin wo ich hin wollte, oder musste. Merkwürdig nicht wahr... ich war trotzdem stark und selbstbewusst. Hab meinen eigenen Kopf gehabt. Freunde hatten wir nur ein Pärchen. War ja auch schwierig. Hatte ich mal eingeladen, war er stumm. Dachte immer, ich müsste nun doppelt erzählen, damit das nicht auffiel. Manchmal habe ich mich auch nur geschämt. Das Pärchen trennte sich, und ich stand wie eine Eins hinter meiner Freundin. War ständig da. Umzug, Renovierung, raus gehen, damit sie nicht den Lebensmut verliert. Nahmen sie mit in unsere Wochenenden. Ja bis.... bis mein Mann sich in sie verliebte. Alles weg. Doch er blieb bei mir. Nur nie zurückgekehrt. Es wurde noch stiller, und immer stiller. Ich dachte, irgendwann ist wieder alles gut. Aber es wurde nicht gut. Meine ganze Art, die Stärke, das Selbstbewusstsein an mir, mochte er nicht. Nach außen hin hat keiner ihm was angemerkt. Stets freundlich zu jedem, immer hilfsbereit. Und vor allem hat er ja soooooo viele Wege für mich gemacht. Das muss der beste Mann sein. Nur innen passierte nichts.
Szene: Eines Tages war ich mal wieder traurig, wusste immer nie warum, da sagte er zu mir.... "Ich habe es gerne, wenn du mit der Seele unten bist, zwar nicht ganz unten, aber unten." Ich war fassungslos. Und wusste nichts zu sagen. Warum habe ich all das nicht merken wollen? Es lag an vielem. Zwei Hunde nacheinander. Meine Augensterne. Keinen Mut mehr. Angst.
20 Jahre habe ich das ausgehalten. Nach Mobbing, wo ich das erste Mal Panikattacken kennenlernte, 2008 der plötzliche Tod meiner Mam, die uns immer unterstützt hat. 2009 Einzug ins Gästezimmer, 2012 musste ich meine Hündin einschläfern lassen.( bin auch noch die Mörderin), habe ich 2013 die Reißleine gezogen. Mir egal, ob ich nur Brot hatte. Ob ich krank war. Mir war alles egal. Nur nicht mehr erfrieren in der Kälte, und den Hass in seinen Augen sehen.
Aber tatsächlich kam von mir der Vorschlag, Freunde zu bleiben. Nicht die Ehe aufzuarbeiten, sondern "besondere, beste Freunde" zu bleiben. Denn mein Sternzeichen ist ja großzügig und verzeihend. Das wollten wir dann auch. Umzug 2013. Genau gestern vor zwei Jahren. Es war noch so viel nachzuarbeiten. Er immer da. Ich nicht ins Leben gegangen. Kein Geld, weil noch so viel zu kaufen, konnte nicht oft rausgehen. Alleine ist sowieso nicht mein Ding. Freundin hat keine Zeit für mich. Also wurde es bei mir immer einsamer. Ich dachte, ich werde irre. Aber mein bester Freund sah ja immer nach mir. Jetzt kaum noch. Er ist ins Leben gegangen. Altes Leben egal. Seelisch ramponierte Ex auch egal. Hat jetzt eine wesentlich Jüngere, und Freunde bis höchstens 33. Und das mit fast 61. Und wo der auf einmal alles hin kann! Hätte ich mir auch mal gewünscht. Aber klar, kommt er noch nach mir gucken. Baut mir derzeit sogar noch ein paar Möbel auf. Bis jetzt gibt es mit dem Geld keine Probleme. Man, was hab ich es doch gut!
Aber ich muss schon ganz lieb sein, mit netter Stimme, denn ( und das kann durchaus sein, nach all den Jahren, schlich sich wohl Kälte in meine Stimme ) eine selbstbewusste Stimme darf ich nicht haben. Schon gar keine genervte. Was sagte er mal, und er meinte es ernst... Seine beste Charaktereigenschaft sei es nachtragend zu sein! Und alles ist meine Schuld!
Ich fühle mich gerade wie Asche! Nichts wert! Vor allen Dingen nicht liebenswert. Darum glaube ich nicht mehr daran jemals wieder glücklich zu werden. Wo soll solch eine Freundschaft hinführen? Heute habe ich es auch gehört... du bist schuld. Ich fragte ihn mal... warum er sich damals nicht getrennt hat... Antwort... jeder macht mal einen Fehler. Das habe ich heute davon. Hab damals alles zurückgezogen, Anwalt, war arbeiten, aber hab ihn geliebt.
Ja, sehe meine Fehler. Ich hätte längst gehen sollen. Doch manchmal merkt man nicht, wie einem das Rückgrat gebrochen wird. Und ich mit meiner komischen Art....
Sorry, für den langen Text! Werde mich jetzt erst Mal in eine Ecke verkriechen, und am liebsten nicht wieder vorkommen. Ich fühle mich nicht gut, komme mir gerade wie ein Verräter an meinem Mann vor.
Bitte habt jetzt Geduld mit Antworten. Liebe Grüße von Leuchtfeuer.
Und Umarmung an NewDay1 und Schmaloo!
Song hab ich noch.... Alex Hepburn - Under
So, jetzt werde ich mich vergraben.
für den Phönix!
Ich drück euch, Pearl - w, CatsCoffeeMetal, Irisgrün und Sahi!
Ihr seid toll! Habt einen schönen Tag.