Aber überall liegen nur Trümmer

Greyhound

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Jetzt schreibe ich also in einem Forum über Trennung, Verlassen werden, Kummer, Leid usw. Im Januar 2015. Nachdem Du Dich am 2. September 2014 von mir getrennt hast. Naja getrennt. Eigentlich bist Du ja nur zu Deinen Eltern gefahren. Du bist nur nicht wieder gekommen. Du hast unsere Tochter mitgenommen. Verständlich, sie war damals ja auch immerhin drei Wochen alt! Den Hund hast Du auch gleich mitgenommen. Vielleicht, damit "ich es nicht so schwer habe". Stimmt, da war ja noch was. Mein Sohn, stimmt. Der ist sieben Jahre alt. Den hast Du natürlich nicht mitgenommen. Er kam ja auch erst am Freitag, also ein paar Tage später. Zu diesem Zeitpunkt waren schon ein paar Sachen aus dem gemeinsamen Haus weg. Natürlich immer in Absprache mit mir, wenn ich arbeiten war. Was sollten mein Sohn und ich auch mit den Kinderzimmermöbeln für seine Schwester, bzw. meine Tochter. Und die Hundesachen waren ja auch nicht mehr von Nöten. "Papa, wo ist denn Judith? Ist sie mit Hannah weggefahren? Hat sie Hund mitgenommen? Wann kommen sie wieder? Warum ist die Hundedecke weg? Wo ist denn das Bettchen von Hannah?"

Und Papa muss stark sein. Er muss erklären, dass Judith gemeinsam mit Hannah und dem Hund bei ihren Eltern ist und da erst einmal bleibt. Dass die drei wahrscheinlich auch nicht wiederkommen. Dass Judith den Papa nicht mehr liebt. Nebenbei muss Papa mit der Situation klar kommen. Er muss damit klar kommen, dass Du bereits zwei Tage später einen Mietvertrag unterschrieben hast. Einfach noch mal zig Kilometer weiter weg. Er muss damit klar kommen ein "normales" Leben zu führen, mit dem Rest. Mit seinem Sohn. Ach ja, da war ja was. Sohnemann hat ja noch einen Wochenendkurs. Unter Tränen fährt Papa den Kleinen dann zum Kurslager. Letztes Mal hat Papa das mit Dir zusammen gemacht. Auch wenn Du nicht die Mutter meines Sohnes bist. Dennoch hast Du über zwei Jahre eine Funktion in seinem Leben übernommen. Eine wichtige Funktion. Und er hat dich nicht in diese Rolle gezwungen. Niemand hat Dich in diese Rolle gezwungen. Vielmehr wusstest Du die Kombination von Vater und Sohn von Anfang an.

Kleine Auffrischung gefällig? Wie war das denn vor etwas mehr als zwei Jahren, als sich der teil-alleinerziehende Vater in Dich verliebt hat? Als ihr tatsächlich zusammengekommen seid? Als ihr zusammengezogen seid? Ach ja, war ja kein direktes Zusammenziehen. Du bist ja bei deinem Ehemann ausgezogen und bei mir - nein, bei UNS eingezogen! In UNSER Haus. Eigentlich genauso, wie du später bei uns ausgezogen bist. Mein Sohn kam auch erst später. Er kannte Dich. Er hat seinen Papa auch schon gefragt, ob er "die Judith" lieb hat. "Bleibst Du jetzt bei uns wohnen? Liebst Du den Papa auch?" Mein Sohn hat nur ein paar ganz einfache Fragen gestellt. Deine Antworten haben ihm offensichtlich ausgereicht. Er hat das alles selber entschieden. ER hat Dich in sein Herz gelassen. Freiwillig. Ohne Bestechung. Und ER hat es auch ausgehalten, aushalten müssen, dass Papa jetzt natürlich auch mit Judith Zeit verbringen möchte. ER hat seinen Papa geteilt. Von Anfang an. Seid Du da warst. ER hat sich an Veränderungen gewöhnt. Sicher, Du hast Dich auch an ein anderes Leben gewöhnt, aber MUSSTEST Du das? War das nicht alles ein freiwilliger Schritt von Dir? Hast Du mir nicht erzählt, dass Deine Beziehung eigentlich schon viel länger am Ende war? Hast Du nicht auch in irgendeiner Form gelitten? Warst Du nicht glücklich, als ich Dir schon viel früher den Schlüssel zu UNSEREM Haus in die Hand gedrückt habe? Damit Du siehst, dass ich es wirklich ernst meine und nicht einer von den vielen Maulhelden bin?

To be continued ........

06.01.2015 20:48 • #1


Traumtänzerin


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Hallo Greyhound,
das tut mir schon beim Lesen weh...und nun,wie geht's weiter?

06.01.2015 20:53 • #2


Hopey Mary


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Hallo Greyhound,

es tut mir sehr leid, was passiert ist und ich wollte dir nur kurz sagen, dass ich deine Gedanken sehr gut nachvollziehen kann. insbesondere lese ich aus deinen beiträgen, dass du ein starkes Bedürfnis zu haben scheinst nach verstehen. du möchtest die ganze geschichte verstehen, die handlungsmotivationen von Judith, die gründe, warum das alles so gekommen ist, was du falsch gemacht hast, warum sie so ist wie sie ist, etc. ... DAS KANN ICH TOTAL VERSTEHEN. Zwar haben all diejenigen, die hier schreiben, dass das nicht weiter relevant ist, damit objektiv betrachtet, recht und sicher könntest du deine Energie an anderen stellen dringender brauchen, aber ich verstehe, dass du aus dieser Denkerei/Fragerei (noch) nicht raus kommst. Deswegen mein Tipp: erlaube dir dieses denken, denn irgendwie scheinst du es zu brauchen. vielleicht gelingt es aber, dir eine art Timing vorzugeben: wie lang und wann am tag "darfst" du grübeln? Bis wann in 2015 möchtest du das grübeln wie stark reduziert haben? und ganz wichtig: was für Instrumente kannst du dir antrainieren, auf die du im entscheidenden Moment der grübel attacke zurück greifen kannst, um dich zu schützen?

Ich habe im April 14 eine Therapie begonnen in einer vergleichbaren Horror Situation mit ähnlichen Gedanken und Panik im Kopf. Diese Therapie zu beginnen war definitiv der richtige schritt. ich habe viel über mich gelernt, und auch über die Entstehung diverser Verhaltensmuster, über die Beziehungen, die ich bisher in meinem leben hatte, usw. ...
Ich schreibe hier insbesondere auch, um dir eine rückmeldung zu geben zum Thema narzissmus. es stimmt: wer es nicht selbst erlebt hat, kann es nicht nachvollziehen. und es bringt auch nichts, das einem nicht betroffenen zu erklären. er kann es nicht verstehen. ein glück für ihn!
es stimmt, was in einem beitrag bereits erwähnt wurde: es gibt nur 2 lösungen im umgang mit einem Narzissten. entweder völliger Rückzug oder "Nahkampf", also permanentes gegenhalten, korrigieren, sich wehren, schützen, etc.
für letzteres fehlt den meisten betroffenen die kraft, Energie und zeit. je nach Konstellation ist das auch oft zu belastend, was vielleicht auch auf dich mit Judith zutrifft.
in meiner welt ist meine mutter die Narzisstin, von der ich mich zu lösen versuche und im letzten 3/4 jahr habe ich gelernt, was diese zwei alternativen (Rückzug und Nahkampf) wirklich bedeuten. es ist infassbar anstrengend und schmerzhaft.
ABER: vielleicht ist es für dich beruhigend zu hören, dass du dir selbst nicht unbedingt einen vorwurf machen kannst, auf sie "reingefallen" zu sein. Narzissten sind brilliant im umgang mit anderen und den meisten gelingt es leicht, andere für sich einzunehmen.
Aber auch da: es bringt nichts, sich damit zu beschäftigen, zumindest nicht im fokus. die tipps, die du hier bereits bekommen hast bezüglich deiner Anwältin und dem JA sind goldrichtig, denke ich. die rechte von kindsvätern sind ind en vergangenen jahren in Deutschland sehr gestärkt worden (wurde auch zeit!), insofern solltest du nicht den kopf in den sand stecken.
GANZ kostbar ist der tipp mit dem Tagebuch: notiere alles, was passiert, vermeide Begegnungen mit ihr allein, vielleicht gibt es eine Person, die dich zu den "übergaben" begleiten kann? beschreibe die treffen mit deiner tochter, was macht ihr, wo geht ihr hin, etc. ...

Ich drücke dir ganz fest die Daumen!

10.01.2015 02:50 • #3




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