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Abschied nach 5 Jahren

A

andererweg
Mitglied

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Hallo zusammen,

Ich war leider 5 Jahre in einer toxischen Beziehung mit mehreren Schleifen on und off und seit drei Wochen ist Kontraktbruch nach Streit im Urlaub.

Nachdem ich trotz allem was war immer noch das Gute in Menschen sehe, hatte ich erst ein Gespräch erwogen, aber mittlerweile nur noch einen Abschiedsbrief und Kontaktsperre, damit keine weitere Runde on off folgt. Ich bin wütend, traurig und gleichzeitig auch froh, dass ich verstanden habe, dass es wichtiger ist, dass ich Frieden habe als eine Beziehung, die immer wieder unerfüllt ist und ich mich kleiner machen lassen muss als ich bin. Könnt ihr mir helfen, wie ich mit der Resthoffnung umgehe? Es hatte sich nach kompletter Trennung im letzten Jahr und seit Dezember mit neuem Versuch einiges zum positiven gewandelt. Letztlich hat er mich aber nun im Urlaub 2 Tage stehen lassen und ist allein mit dem Mietwagen (außerhalb EU) losgefahren, hatte sein Handy auf Flugmodus und ist erst um 00:15 ins Hotel zurück gekommen. Ich hatte mich in der Zeit ans Hotel und auch ne Freundin Zuhause gewandt, die für mich da waren und mich Hotel zu ein paar Punkten bringen konnten. Nach 2 Tagen war er auf einmal wieder super nett und zuvorkommend, ohne dass Klärung stattgefunden hätte. Koffer getragen, etc. Ich wollte nach der Ankunft in DEU einfach nur weg von ihm. Wir und beide 31. Ich denke da spielt viel mit rein, dass ich an sein Potential glaube und tief in mir drin ein Happy End der Geschichte wollte und mir die Nähe fehlt.


Hier meine Gedanken:
Ich habe die letzten drei Wochen viel getrauert. Nicht nur um die Beziehung, sondern auch um die Zukunft, die ich mir mit dir gewünscht hatte.

Ich habe lange gehofft, dass wir die Themen zwischen uns gemeinsam anschauen und aufarbeiten. Stattdessen wurden Gespräche verschoben, vermieden oder sind im Kreis gelaufen. Und ich merke inzwischen, dass mich genau das erschöpft.

Ich habe Verständnis für dein Gefühl, dich von mir zurückgewiesen zu fühlen, und es war nie meine Absicht, dich so fühlen zu lassen. Gleichzeitig sprichst du mir immer wieder ab, offen genug für Gespräche über uns, unsere Zukunft oder unsere Sexualität zu sein. Ich kann nicht weiter in einer Beziehung sein, in der ich immer wieder das Gefühl habe, mich beweisen zu müssen, um von dir so gewählt zu werden, dass tatsächlich Interesse an meinem Innenleben, meinen Bedürfnissen und meiner Realität besteht. Es fühlt sich nicht stimmig an, immer wieder Tage bis Wochen auf Distanz gehalten zu werden und dabei das Gefühl zu haben, dass meine Gefühle und meine Perspektive keinen Raum bekommen.

Ich wollte, dass es dir gut geht. Ich wollte auch, dass es uns gut geht. Aber ich kann nicht länger so handeln, als wäre dein Wohlbefinden wichtiger als mein eigenes. Irgendwann muss ich auch mich selbst ernst nehmen und anerkennen, wie oft ich um unsere auseinanderdriftende Beziehung geweint habe und mich dabei allein gefühlt habe. Da war niemand, der zu mir kam und sagte: „Hey, ich will nicht, dass du dich so schlecht fühlst. Du bist mir wichtig. Was brauchst du? Wie können wir das kitten?“

Je mehr Abstand ich bekomme, desto mehr erkenne ich auch meinen eigenen Anteil an dem Ganzen. Ich habe verstanden, dass ich mit uns ein Muster wiederholt habe, das deutlich älter ist als unsere Beziehung. Ich bin zu lange dort geblieben, wo ich gehofft habe, irgendwann gesehen, gewählt und verstanden zu werden, obwohl ich mich immer wieder traurig, verunsichert und erschöpft gefühlt habe.

Das ist kein Vorwurf an dich. Aber es ist etwas, bei dem ich bei mir selbst hinschauen muss. Ich möchte nicht noch einmal Jahre damit verbringen, auf etwas zu warten, das mir immer wieder entgleitet. Ich möchte verstehen, warum ich so lange an einer Dynamik festgehalten habe, die mir gleichzeitig so viel bedeutet und so oft wehgetan hat. Bei uns beiden muss viel heilen.

Ich will niemanden, der nur bleibt, wenn es bequem ist, sondern jemanden, der Unsicherheiten thematisieren, aushalten und gemeinsam bearbeiten kann. Jemanden, der Stabilität und Klarheit über Impulsivität stellt.

Um wirklich loslassen zu können und nicht weiter an einer Hoffnung festzuhalten, die mich seit Langem viel Kraft kostet, werde ich den Kontakt zu dir vollständig abbrechen und dich blockieren. Ich merke, dass ich mit dir fünf Jahre immer wieder in dieselbe Schleife aus Hoffnung, Enttäuschung und Warten geraten bin und hier keinen wirklichen Durchbruch mehr sehe.

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D
@andererweg

zuerst einmal: Es klingt, als hättest du in den letzten Wochen bereits sehr viel Klarheit gewonnen – auch wenn sich das wahrscheinlich noch nicht jeden Tag so anfühlt.

Was mir beim Lesen auffällt: Deine Hoffnung richtet sich offenbar weniger auf das, was die Beziehung tatsächlich war, sondern auf das, was sie hätte werden können. Du beschreibst selbst, dass du an sein Potenzial geglaubt hast und dir ein Happy End gewünscht hast. Das ist etwas sehr Menschliches. Viele von uns trauern nach einer Trennung nicht nur um den Partner, sondern auch um die gemeinsame Zukunft, die wir in Gedanken schon aufgebaut hatten.

Gerade in On-Off-Dynamiken entsteht oft eine starke Bindung, weil auf schmerzhafte Phasen immer wieder Momente von Nähe, Hoffnung und scheinbarer Veränderung folgen. Dass er nach zwei Tagen Verschwinden plötzlich wieder fürsorglich und aufmerksam war, passt leider genau zu diesem Muster. Solche Momente lassen einen denken: "Vielleicht geht es jetzt doch." Gleichzeitig schreibst du aber auch, dass die eigentlichen Themen nie geklärt wurden.

Deshalb würde ich vorsichtig fragen: Worauf genau hofft der Teil in dir, der noch nicht loslassen möchte? Auf den Mann, der tatsächlich fünf Jahre lang immer wieder Distanz geschaffen hat? Oder auf den Mann, von dem du gehofft hast, dass er eines Tages konstant so sein würde, wie in seinen guten Momenten?

Für mich klingt dein Brief nicht nach Wut, sondern nach einer Frau, die beginnt, sich selbst ernst zu nehmen. Besonders der Satz, dass Frieden wichtiger geworden ist als eine Beziehung, die dich immer wieder erschöpft, hat mich berührt. Das ist keine Niederlage, sondern ein wichtiger Schritt.

Die Resthoffnung musst du vermutlich nicht bekämpfen. Du darfst sie einfach als Teil des Abschieds akzeptieren. Hoffnung verschwindet oft nicht, weil wir sie wegdiskutieren, sondern weil wir mit der Zeit immer deutlicher erkennen, warum wir gegangen sind. Die Kontaktsperre kann dabei helfen, der Realität mehr Raum zu geben als der Sehnsucht.
Ich wünsche dir sehr, dass du weiterhin auf die Frau hörst, die diesen Brief geschrieben hat. Sie wirkt auf mich deutlich klarer als der Teil, der noch auf ein Happy End wartet.

Alles Gute,
Dennis

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A


Abschied nach 5 Jahren

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GarstigeGräte
@andererweg

Fühl dich gedrückt, wenn du magst.

Gut, dass du dich zu dem Schritt entschieden hast, die Beziehung zu beenden und den Kontakt abzubrechen. Bleib stark, auch wenn es jetzt erst einmal schmerzt. Du hast erkannt, dass es weniger um ihn geht als um eine Wiederholung alter Muster geht. Das ist schon einmal sehr viel wert bei der Verarbeitung.

Ist der Brief an ihn nur für dich nieder geschrieben oder willst du ihn ihm auch schicken?
Wenn du es für deinen Abschluss brauchst, ihm die Zeilen zukommen lassen, dann will ich dich nicht abhalten.
Mir kam nur der Gedanke: So viel Energie für einen Menschen, der es nicht wert ist, dass man ihm eine Erklärung schuldet.
Ich lese da sehr viel Verständnis aus dem Brief heraus, das er mMn gar nicht verdient.
Aber ich verstehe dich auch, wenn du das Bedürfnis hast, ein paar letzte Worte an ihn zu richten.
Wenn, tu es für dich, nicht für ihn.

x 2 #3


D
@andererweg
Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Schritt – und fühl dich gedrückt!
Fünf Jahre in einer toxischen Beziehung zu bleiben, weil man die Hoffnung nicht aufgibt, verdient zunächst einmal Anerkennung. Hoffnung ist etwas sehr Menschliches, besonders wenn Gefühle im Spiel sind.
Jemand, der nicht bereit ist, über Probleme in einer Beziehung zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um die Beziehung zu retten, lässt sich meist nicht einfach umstimmen.
Viele von uns trauern nach einer Trennung nicht nur um den Partner, sondern auch um die gemeinsame Zukunft, die wir in unseren Gedanken bereits aufgebaut hatten.
Oft entsteht eine Leere nicht nur deshalb, weil etwas verloren gegangen ist, sondern auch, weil etwas hätte entstehen können.
Die Aktion im Urlaub war natürlich unnötig. Dennoch steckst du gerade noch mitten im Heilungsprozess, und solche Momente gehören leider oft dazu.
Aber allein die Tatsache, dass du hier darüber schreibst, ist ein wichtiger Schritt. Du kümmerst dich damit um deinen Geist, deine Seele und letztlich auch um dich selbst. Der erste Schritt ist häufig der schwerste – und genau diesen hast du bereits geschafft.
Hier sind viele Menschen, die gerne lesen, was du schreibst, und die dir zuhören, wenn du etwas auf dem Herzen hast.
Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft für die kommende Zeit und alles Gute auf deinem weiteren Weg.

x 1 #4


D
Zitat von andererweg:
Hallo zusammen, Ich war leider 5 Jahre in einer toxischen Beziehung mit mehreren Schleifen on und off und seit drei Wochen ist Kontraktbruch nach ...

Wie fühlst du dich jetzt Momentan?
Hast du Möglichkeiten, dich abzulenken, wenn mal der innere Schmerz wieder zum Vorschein kommt?

#5


A
Zitat von andererweg:
Um wirklich loslassen zu können und nicht weiter an einer Hoffnung festzuhalten, die mich seit Langem viel Kraft kostet, werde ich den Kontakt zu dir vollständig abbrechen und dich blockieren. Ich merke, dass ich mit dir fünf Jahre immer wieder in dieselbe Schleife aus Hoffnung, Enttäuschung und Warten geraten bin und hier keinen wirklichen Durchbruch mehr sehe.

Schreibe ihm nicht. MACH ES EINFACH. Der Worte sind genug gewechselt, agiere endlich.

Das ist keine Liebe. Glaub mir das bitte.

Und du wirst sehen, wenn du dein Leben endlich wieder in die Hand nimmst und sein lässt, was nicht ist, dann wirst du Glück erfahren.

#6


A
@GarstigeGräte Ich bin mir noch unschlüssig wie ich letztlich mit dem Brief verfahre. Stand jetzt ist es, dass ich die Stille aushalte und mich auf mich selbst fokussiere. Für mich habe ich noch eine längere Version und für meine Klarheit auch täglich meine Gedanken heruntergeschrieben. Sowohl zu den guten als auch zu den schlechten Zeiten und was mir für eine wirkliche Sicherheit gefehlt hatte, damit ich mich emotional nicht mehr verstricke und meine Gefühle zum Ausdruck bringen kann statt sie zu unterdrücken. Zum Schmunzeln hat es mich gebracht, dass meine kleine Nichte nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub unbedingt "Let it go" von Elsa in der deutschen Version singen wollte und auch das Motto im Yogakurs passend und für mich überraschend "Loslassen und Vorbereiten auf einen Neuanfang" im Einklang mit dem Neumond Anfang der Woche wurde.

#7


A
@DerNorde Insgesamt war ich dieses Wochenende eher erschöpft. Aber ich nehme das an und gebe mir die Zeit Energie langsam aufzutanken, anstatt dagegen anzukämpfen. Freitag war ich beim Sport und dann alleine in einem Café bevor ich zur Pediküre bin. Gestern habe ich meinen Balkon schön gemacht und etwas für die Uni. Heute habe ich mich bei Freunden gemeldet, bei denen ich mich schon länger melden wollte und ein paar Treffen für die nächste Zeit geplant. Und daneben eben viel geschlafen, Podcasts zu Unstimmigkeiten in Beziehungen, aber auch zu Trennungen gehört.

#8


D
Zitat von andererweg:
@DerNorde Insgesamt war ich dieses Wochenende eher erschöpft. Aber ich nehme das an und gebe mir die Zeit Energie langsam aufzutanken, anstatt ...

Das ist doch schon mal ein Anfang.

x 1 #9


Heffalump
Weisst du, solche Menschen rauben viel Energie. Sei froh, das du nun klügere Wege versuchst. Immer dasselbe zu tun, ändert nichts am Ergebnis

x 1 #10


Liv225
Liebe @andererweg

Ich wünsche Dir die Kraft, auf diesem Weg zu bleiben.
Diese Menschen taugen nicht für liebevolles Miteinander und eine gemeinsame Zukunft, wo jeder den anderen sieht.
Loslassen ist schwer, weil man trotz allem an ihnen hängt und Gutes sehen möchte…

Aber halte es mit Elsa Let it go

x 1 #11


S
Zitat von andererweg:
Könnt ihr mir helfen, wie ich mit der Resthoffnung umgehe?


Zitat von andererweg:
wo ich gehofft habe, irgendwann gesehen, gewählt und verstanden zu werden, obwohl ich mich immer wieder traurig, verunsichert und erschöpft gefühlt habe.


Zitat von andererweg:
Da war niemand, der zu mir kam und sagte: „Hey, ich will nicht, dass du dich so schlecht fühlst. Du bist mir wichtig. Was brauchst du? Wie können wir das kitten?“


Zitat von andererweg:
Ich will niemanden, der nur bleibt, wenn es bequem ist, sondern jemanden, der Unsicherheiten thematisieren, aushalten und gemeinsam bearbeiten kann. Jemanden, der Stabilität und Klarheit über Impulsivität stellt.


Zitat von andererweg:
ch habe lange gehofft, dass wir die Themen zwischen uns gemeinsam anschauen und aufarbeiten. Stattdessen wurden Gespräche verschoben, vermieden oder sind im Kreis gelaufen.


Zitat von andererweg:
dass es wichtiger ist, dass ich Frieden habe als eine Beziehung, die immer wieder unerfüllt ist und ich mich kleiner machen lassen muss als ich bin.


Das alles erinnert mich an meine Exbeziehung. Ich bin hier gelandet, weil ich mit meiner Art der Verarbeitung nicht mehr weiter gekommen bin, und habe viel gelernt. Vor allem habe ich gelernt, zu akzeptieren, dass es Menschen da draußen gibt, die das, was du beschrieben hast, gar nicht geben können. Ich habe immer wieder entweder das Gute oder das, was fehlte, gesehen. Mittlerweile, kann ich sehen, dass es ein Gesamtpaket seiner Persönlichkeit ist. Das Wort "Resthoffnung" kann ich gebrauchen. Es beschreibt für mich meinen Zustand, wenn ich an ihn denke und dabei wie gewohnt davon ausgehe, dass er ein normal mitfühlender Mensch ist. Heute wurde mir das zum ersten Mal klar. Er ist ein ganz anderer Typ Mensch, der nicht mitfühlen kann und anders reagiert, wie die Menschen, die ich so kenne, und ich deshalb bestimmte Verhaltensweisen gar nicht erwarten kann. Er kann es einfach nicht. Bestimmte Bedürfnisse hat er gar nicht, z.B. das Innere seines Gegenübers kennen lernen zu wollen, oder den Wunsch nach emotionaler Nähe. Um sich selbst aushalten zu können, muss er sein Gegenüber klein halten. Meine Resthoffnung, dass er wenigstens mal wissen möchte, wie es mir jetzt geht, habe ich heute begraben. Er ist so gestrickt, dass es ihn nicht interessiert. In seinem Fokus ist nur er. Er ist nicht bösartig, er kann es einfach nicht. Wieso soll ich darauf hoffen, dass jemand mit zwei Beinen geht, wenn er nur ein Bein hat?

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Liv225
@Sincerite hat das gut beschrieben. Genauso ticken diese Menschen.:/

x 1 #13


Nur-ein-Mensch
Hallo

In aller kürze...

Auch hier wieder er "Vermeider",du "ängstlich anklammernd".

Mach dich bitte schlau zu diesen Themen,sonst wird es beim nächsten Partner nicht viel besser.

Alles gute für dich.

x 2 #14


Nur-ein-Mensch
Zitat von Sincerite:
Er ist nicht bösartig, er kann es einfach nicht

Danke für diesen Satz.🙏

#15


A


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