Ängste, Sorgen und Wünsche

Leon

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Geschrieben im November, kurz nach meiner Trennung. Sie hat es nie bekommen....Hoffe es gefällt euch?

Ängste, Sorgen und Wünsche

Während wir es versuchten, sahen wir unsere Wünsche.
Dann liebten wir uns und ertranken in unseren Sehnsüchten.
Unfähig zu erkennen was wir fanden.

Während wir uns gegen die Verlustangst werten, wollten wir nur stark sein.
Dann erkannten wir, es tat gut aufgefangen zu werden und sich dabei fallen lassen zu können. Hoffnungsvoll befreiend in Liebe.

Während wir uns liebten, hatten wir Angst ungeliebt zu sein und vergasen zu sprechen. Unsere Stimme war verstockt und gelähmt aber voller Hoffnung vielleicht erkannt zu werden. Endlich angekommen zu sein.

Während wir zusammen lebten, erkannten wir einander nur halb und lebten weiter. Mit der fürsorglichen Gewissheit, vom anderen vielleicht doch erkannt worden zu sein. Unwissend das sich jeder seine Sichtweise baute.

Während wir nicht laut und direkt über unsere Angst gesprochen haben, begann das Rad der Zeit sich zu drehen. Mit der Blindheit durch ein paar Worte dem kommenden zu entfliehen. Trotzdem noch liebend.

Während wir geprägt durch unsere Ängste der Vergangenheit schutzsuchend Vertrauen suchten, fanden wir Ungewissheit.
Wohlwollend akzeptierten wir uns und hangelten uns von Tag zu Tag.
Mit der Gewissheit, wir schaffen es.

Während wir nach Aufmerksamkeit, Bestätigung und Begeisterung baten, fanden wir Sorge.

Erkannten nicht das beide nur das Gleiche wollten.
Hofften Tag für Tag endlich befreit zu werden.

Während wir uns gegenseitig betäubten, haben wir das sprechen verlernt.
Akzeptieren einander und schraubten unser Verlangen verängstig zurück.
Nichtbeachtet der gemeinsamen Wünsche.

Während wir versuchten uns selbst zu finden, haben wir uns gegenseitig verloren. Unfähig zu erkennen, dass wir nur hätten einander finden müssen um uns selbst zu finden.

Während Du dich von mir getrennt hast, begannen wir zu reden nur nicht gemeinsam und mussten in verschiedene Richtungen rennen.

Siehst Du den Unterschied währenddessen?

Leon

19.03.2011 11:47 • #1


Iche


sehr sehr schön geschrieben. Und so ist es leider auch, man vergisst mit dem anderen über die Wünsche zu reden die man hat. Genau so ist es mir auch gegangen. Wir haben nicht mehr miteinander, über uns gesprochen, haben nebeneinander her, aber nicht mehr so richtig miteinander gelebt. er hat sich eine andere gesucht und sich vor 3 Wochen von mir getrennt.

19.03.2011 13:11 • #2


Leon


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Hallo Iche,

danke für deine Rückmeldung.

Ja, so ist das...mit dem reden und mitteilen in der Beziehung. Die Zeit vergeht so schnell, dass ich meine Zeilen von vor 3 Monaten schon fast nicht mehr verstehen kann. Ich war wie blind...blind im Nebel..doch so langsam sehe ich wieder und glaube, selbst wenn wir geredet hätten, wäre es so passiert wie jetzt, denn sie will einfach nicht und das hätte das reden auch nicht verhindert. Ich war nicht der, den sie sich gewünscht hat, damit muss man leben lernen....

lg

19.03.2011 16:10 • #3


anne-carmen


Hallo leon,
deine Worte sprechen mir tief aus dem Herzen, denn sie treffen im Großen und Ganzen auch auf meine gescheiterte Ehe zu. Vor allem folgender Satz trifft mich besonders:
"Während wir versuchten uns selbst zu finden, haben wir uns gegenseitig verloren." So ähnlich hat mir mein Mann das Ende unserer Beziehung mitgeteilt. Er hätte sich gefunden und mich auf dem Weg dabei verloren. Dumm nur, dass er mir das erst nach 5 aneinander vorbei gelebten Jahren mitteilte, obwohl er dies laut seinen Aussagen schon lange erkannt hatte. Und ich habe um unsere Ehe gekämpft, obwohl es doch eigentlich schon längst aussichtslos war. Und auch bei uns war das Problem, dass mein Mann nicht mit mir über seine Gefühle reden wollte oder konnte. Er ist nach wie vor der Meinung, wir könnten wie Bruder und Schwester zusammen leben, aber das ist mir für eine Beziehung zu wenig. Und nun habe ich den Schlussstrich gezogen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Und es tut verdammt weh!
LG anne-carmen

19.03.2011 18:52 • #4


roman


gut geschrieben leon...fühl mich mit den zeilen verbunden....

20.03.2011 10:55 • #5


Iche


Hallo Leon,

hoffe das es dir nach 3 Monaten wirklich besser geht und hoffe es für mich auch. Zur Zeit kann ich es noch nicht so richtig glauben, dass es mal besser wird. Ja so ist das wenn der andere denkt er bekommt etwas für sich besseres wenn er geht. Glaube es selbst nicht, da wie man ja weiß die Verliebtheit der ersten Wochen und Monate, sehr schnell vergeht. Wir waren 9 Jahre zusammen und da ist keine Verliebtheit mehr. Bei mir war es Liebe. Habe Ende letzen Jahres auch einmal kurz gezweifelt, aber habe für mich entschieden gehabt, das ich 9 Jahre, ein gemeinsames Kind, viele Träume und Wünsche die man zusammen hatte, nicht einfach riskiere. aber er hat es eben anders gesehen und mich die letzten 2 Monate angelogen und alles nur gespielt. Habe ihn nämlich Anfang des Jahres angesprochen, ob irgendetwas ist was er mir erzählen sollte.(wann fühlt so etwas) Die Antwort war "Nein da gibt es nichts". Tja nichts ist nun eine andere mit der er sein weiteres Leben verbringen will. Habe dann eben in den beiden Monaten vor der Trennung versucht, in
die eigenen Beziehung, etwas Schwung zu bringen. Hat nichts gebracht, da er sich da schon mehr oder weniger entschieden hatte. aber leider nicht den Mut hatte zu seiner Entscheidung zu stehen.
Schönen Abend

20.03.2011 17:44 • #6




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