Zitat von 6rama9:Da zählt keine Unzurechenbarkeit des Augenblicks mehr, sondern da geht es kanllhart um Risikominimierung und damit existiert das Risikobewusstsein. Alles andere sind nur Ausreden.
Jetzt muss ich mich doch nochmal äußern. Du übersiehst nämlich, das es unterschiedliche Typen von Affärenführern gibt. Da ist zum einen der notorische Fremdgeher, wie mein Vater es z.B. war. Er ist fremdgegangen, um sein überbordendes Ego zu füttern. Er war ein sehr attraktiver, dominanter Mann, dem ein Heimchen am Herd einfach nicht reichte. Halbherzig hat er versucht, seine Frauengeschichten zu vertuschen. Da er aber wenig Sorge haben musste, das ihm meine Mutter von der Fahne geht, wurde er im Laufe der Zeit damit immer nachlässiger. Er hätte aber niemals seine Frau und seine Familie für eine andere verlassen, das stand absolut fest. Seine Lügen waren also nicht nur vorsätzlich und durchkalkuliert sondern auch sehr schlecht konstruiert.
Mein Mann damals war ein anderer Charakter. Er hatte sich in seine Freundin verliebt und war drauf und dran, mich für sie zu verlassen. Er log, um sich Bedenkzeit zu verschaffen und er log um mich zu schonen. So verrückt sich das auch anhört. Er liebte mich ja auch noch, war aber im absoluten Zwiespalt, weil er selbst nicht wusste, wie es weitergehen sollte. Als es dann durch einen dummen Zufall heraus kam, war er in tiefster Not und log zunächst weiter. Erst als ich ihm drohte, ihn zu verlassen, ließ er endlich sein Lügenkonstrukt fallen und redete Tacheles. Das war dann der Punkt, an dem wir zusammen den Karren wieder aus dem Dreck ziehen konnten.
Dann habe ich noch eine Frau im Bekanntenkreis, die ebenfalls eine Affäre führte, sich verliebt hatte und ihren Mann verlassen wollte. Doch der AM wollte sie eigentlich gar nicht. Diese Frau log zuerst überhaupt nicht , sondern legte sofort und umfänglich die Karten auf den Tisch. Erst als der AM sich halbherzig zurückzog und sie begann um ihn zu kämpfen, log sie, weil sie nicht wusste, ob die Mühen zum Erfolg führen würden. Am Anfang war es ihr egal, ob sie ihre unglückliche Ehe aufs Spiel setzte oder nicht. Erst als ihr klar wurde, das die Affäre niemals in eine Beziehung münden würde, begann sie zu lügen. Sie war selbst, ähnlich wie mein Mann, noch lange Zeit hin und hergerissen zwischen Hoffnung und Resignation. Sie wollte dann doch an ihrer Ehe fest halten, weil sie ansonsten mit leeren Händen da stand. Leider schaffte sie es nicht, aus dieser Zwickmühle wieder heraus zu kommen. Sie verlor alles und starb als arme verbitterte Frau ganz allein in ihrer winzigen Sozialwohnung.
Ja Affären ähneln sich aber eben nur zum Teil. Immer gehen sie mit Lügen einher aber die Motive für das Lügen sind sehr unterschiedlich. Nicht immer sind die Lügen böswillig und vorsätzlich konstruiert. Manchmal sind sie auch einfach nur der verzweifelte Versuch zu retten, was vielleicht noch zu retten ist. In den seltensten Fällen führen diese Lügen aber zum gewünschten Erfolg. Daher würde ich jedem Affärenführer raten, irgendwann einfach die Karten auf den Tisch zu legen, egal was dann auch immer passieren mag. Wäre die o.g. Frau bei der Wahrheit geblieben und hätte diese aussichtslose Affäre einfach beendet, wäre ihr Mann sicher bei ihr geblieben. Er liebte sie nämlich bis zum Schluss. Die Affäre hätte er ihr verziehen, nicht aber die Lügen, die sie ihm dann noch auftischte in ihrer verheerenden Ambivalenz. Aber nun, sie liebte ihren AM und konnte die Hoffnung auf ihn einfach nicht loslassen. Das führte dann zur eigentlichen Katastrophe. Und das führt mich dann wieder zur TE, sollte diese hier noch mitlesen. Ich möchte sie dringend warnen, weiter an dieser Affäre festzuhalten. Ihr AM hat sich gegen sie entschieden. Eindeutig und unumkehrbar. Kann sein, das sie ihn noch einmal zu einem Stelldichein bewegen kann. Niemals aber wird sie ihn in einer Beziehung binden können. So schwer es auch fällt, liebe TE, du musst dir diesen Mann aus dem Kopf schlagen und aus dem Herzen reißen. Nur dann hat deine Ehe vielleicht noch eine Chance! Ich wünsche es dir!