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Alk. und die Folgen

Angiie

Angiie

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Guten Abend, ich habe nicht die richtige Kategorie für mein Anliegen gefunden. Ich bin einfach nur noch kaputt und weiß nicht mehr was ich machen soll. Mein Vater, den ich über alles liebe, ist leider Alk. und das spüre ich in den letzten Jahren immer häufiger. Ich hab schon mindestens 3 Mal den Notarzt gerufen und heute war es wieder soweit. Ich dachte wirklich, er hatte nen Schlaganfall oder Sonstiges. Als mich die Ärztin angerufen hat und mir mitgeteilt hat, dass er nen Promillewert von 3,8 hat, war mir Einiges klar. Ich bin seit mindestens 5 Jahren nur noch auf Abruf-Modus, das ist so schlimm. Ich weiß langsam nicht mehr was ich machen soll. Es tut mir im Herzen weh, das Ganze zu sehen und zu ertragen. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht was ich mir hier mit dem Beitrag erhoffe. Ich möchte einfach das es besser wird. Ich liebe ihn doch.

Heute 01:46 • #1


Heffalump

Heffalump


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Du wirst deinen Vater nicht retten können, das kann nur er selbst. Du kannst dir allerdings Hilfe und Unterstützung holen, als Angehörige eines Alk.-Kranken

Heute 01:51 • x 1 #2



Alk. und die Folgen

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BrokenHeart

BrokenHeart


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Du solltest Dir schnellstens als Co-Abhängige Hilfe suchen. Es gibt verschiedene Institutionen. Da wird Dir und dem Problem professionell geholfen, was sehr wichtig ist. Wir sind hier ja ein Laienforum .....
Alles Gute und viel Kraft

Heute 01:55 • x 2 #3


Angiie

Angiie


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Zitat von Heffalump:
Du wirst deinen Vater nicht retten können, das kann nur er selbst. Du kannst dir allerdings Hilfe und Unterstützung holen, als Angehörige eines Alk.-Kranken

ich habe die Ärztin tatsächlich heute gefragt, was Sie mir/uns empfiehlt, denn langsam brech ich nur noch zusammen und kann nicht mehr. Ich habe meinem Vater auch gesagt, dass er zur Therapie soll. Nur leider stoße ich da auf taube Ohren.

Heute 01:57 • #4


Angiie

Angiie


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Zitat von BrokenHeart:
Du solltest Dir schnellstens als Co-Abhängige Hilfe suchen. Es gibt verschiedene Institutionen. Da wird Dir und dem Problem professionell geholfen, was sehr wichtig ist. Wir sind hier ja ein Laienforum .....
Alles Gute und viel Kraft


danke dir für deinen Beitrag. Ich brauche Rat, wie ich das Ganze angehe. nicht für mich, sondern für meinen Papa. Ich möchte ihm helfen, ihm bewusst machen was Sache ist. Das ist leider schwieriger wie ich gedacht habe. Mein Papa hört auf mich, ich bin sein Liebling. Mein Papa nimmt alles mit Humor, ich bin aber langsam nicht mehr in dieser Lage. Es macht mich fertig und führt mich zu den schlaflosen Nächten.

Heute 02:05 • #5


Angiie

Angiie


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Zitat von Heffalump:
Du wirst deinen Vater nicht retten können, das kann nur er selbst. Du kannst dir allerdings Hilfe und Unterstützung holen, als Angehörige eines Alk.-Kranken


entschuldige mich, ich hab vor lauter Schreiberei vergessen, mich bei dir für deinen wertvollen Beitrag zu bedanken.

Heute 02:06 • x 1 #6


Heffalump

Heffalump


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Zitat von Angiie:
Mein Papa hört auf mich, ich bin sein Liebling. Mein Papa nimmt alles mit Humor,

Zunächst müsste er ja einsehen, das er mit dem, was er zu sich nimmt, ein Problem hat. Und der Wunsch es zu ändern, muss auch von ihm kommen.

Leider ist sowohl der Wunsch, es zu erkennen und es dann auch noch zu beenden, bei Vielen nicht vorhanden, weil sie durch die Suchtproblematik schon in einem Teufelskreis stecken

Heute 02:13 • x 1 #7


Angiie

Angiie


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Zitat von Heffalump:
Zunächst müsste er ja einsehen, das er mit dem, was er zu sich nimmt, ein Problem hat. Und der Wunsch es zu ändern, muss auch von ihm kommen.

Leider ist sowohl der Wunsch, es zu erkennen und es dann auch noch zu beenden, bei Vielen nicht vorhanden, weil sie durch die Suchtproblematik schon in einem Teufelskreis stecken


er weiß, dass es schlecht ist und er versteht es. Er sagt auch selber, dass der Alk. die Probleme verursacht. Leider ändert er es nicht, nicht dauerhaft.

Heute 02:17 • #8


Heffalump

Heffalump


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Zitat von Angiie:
Leider ändert er es nicht, nicht dauerhaft.

Das geht aber auch nicht allein, dazu braucht es Willen und die gesamte Familie, die zusammen hält. Du solltest dir bezüglich Suchtproblematik Wissen aneignen

Heute 02:20 • x 2 #9


Chrisi

Chrisi


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@Angiie
wie alt ist dein Papa, wie alt bist du?
Ich frage das deshalb, weil auch mein Vater zunehmend dem Alk. verfiel. Es ist ja nicht so, dass der Vater nicht um sein Problem weiß. Aber er ist eben auch kein Kind mehr, welches nicht weiß was er sich und seiner Gesundheit damit antut. Von deiner Sorge ganz abgesehen.
Als dann meine Mutter an Krebs starb wurde es noch schlimmer. Ich konnte ihn in seiner Trauer verstehen. Auch ich war furchtbar traurig. Um den Verlust meiner Mutter und um meinen Vater wie er sich auch langsam zu Tode betrank. Eine Entziehungskur hätte er körperlich nicht mehr geschafft. Dazu auch noch Raucher. Ich habe letztlich diese beiden Themen ausgeklammert. Ihm meine Trauer darüber gesagt. Irgendwie habe ich schon zu seinen Lebzeiten mit seinem Ableben gerechnet. Das war traurig aber immer noch besser als mit dem Gefühl leben zu müssen, ihn mit mehr Einsatz, mehr Zuwendung vom schlechten Weg abzubringen um dann wieder furchtbar enttäuscht oder entmutigt zu sein.
Auch dein Vater ist sicher enttäuscht und voller Scham wenn du ihn wieder aus einer schlimmen Situation gerettet hast. Enttäuscht über sich selber. Oder er will einfach nicht mehr leben. Trinken bis man tot umfällt, dass alles dann endlich aufhört.
Vier Jahre nach dem Tod meiner Mutter bekam er einen Schlaganfall. Wir fanden ihn zu spät. Er wurde ein Pflegefall. Der kalte Entzug war für ihn schrecklich. Da habe ich richtig gelitten. Er war so eine starke Persönlichkeit. Hat uns als Kinder sehr geprägt und war doch auch nur ein Mensch mit Schwächen.
Diese Erkenntnis hat mich die letzten Jahre am meisten berührt.
Ich habe meine Mutter an Krebs verloren, 16 Tage später meine Schwester. Auch Krebs. Beide haben monatelang gekämpft und doch verloren. Vater hat jahrelang gekämpft und auch verloren. Ich habe alle drei begleitet, letztlich als Zuschauer.
Sei nicht traurig wenn es dir nicht gelingt, deinen Vater zu helfen. Er liebt dich und weiß das du ihn liebst. Er wird seine Sucht verfluchen. Aber jeder geht in seinen Schuhen.
Versuche das (sein)Problem los zulassen bevor es dich zerstört. Denn du hast noch so viel mehr Jahre vor dir.

Vor 11 Stunden • x 4 #10


Angiie

Angiie


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Zitat von Chrisi:
@Angiie wie alt ist dein Papa, wie alt bist du? Ich frage das deshalb, weil auch mein Vater zunehmend dem Alk. verfiel. Es ist ja nicht so, dass der Vater nicht um sein Problem weiß. Aber er ist eben auch kein Kind mehr, welches nicht weiß was er sich und seiner Gesundheit damit antut. Von deiner Sorge ganz abgesehen. Als dann meine Mutter an Krebs starb wurde es noch schlimmer. Ich konnte ihn in seiner Trauer verstehen. Auch ich war furchtbar traurig. Um den Verlust meiner Mutter und um meinen Vater wie er sich auch langsam zu Tode betrank. ...


es tut mir wahnsinnig leid was dir widerfahren ist und das bringt mich zum weinen. Bei uns ist es nicht so wie du schreibst, aber man weiß nie was auf einen zukommt. Schrecklich, es ist einfach nur schrecklich und ich bin fassungslos was ein Mensch erleiden muss. Ich frage mich nur wieso? weshalb muss es so zuende gehen?

Vor 11 Stunden • #11


Angiie

Angiie


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Zitat von Chrisi:
@Angiie wie alt ist dein Papa, wie alt bist du? Ich frage das deshalb, weil auch mein Vater zunehmend dem Alk. verfiel. Es ist ja nicht so, dass der Vater nicht um sein Problem weiß. Aber er ist eben auch kein Kind mehr, welches nicht weiß was er sich und seiner Gesundheit damit antut. Von deiner Sorge ganz abgesehen. Als dann meine Mutter an Krebs starb wurde es noch schlimmer. Ich konnte ihn in seiner Trauer verstehen. Auch ich war furchtbar traurig. Um den Verlust meiner Mutter und um meinen Vater wie er sich auch langsam zu Tode betrank. ...


mein Papa ist 54 und ich 29 Jahre alt. Meine Mama ist 50, bald 51. Ich hab noch nen jüngeren Bruder, er ist 5 Jahre jünger als Ich.

Vor 11 Stunden • #12


Chrisi

Chrisi


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@Angiie
ach, ihr seid alle noch so jung! Da war ich wohl zu sehr in meiner Erinnerung.

Dein Vater ist ja wirklich in einem Alter, wo er Hilfe noch annehmen könnte. Frage mich gerade wie deine Mutter damit umgeht. Das ist ja auch für sie furchtbar. Die Frage, die sich hier stellt, wie kann EUCH geholfen werden mit dem Problem des Vaters umzugehen. Seine Probleme können vielschichtig sein. Probleme auf der Arbeit, in der Ehe, Spielsucht und weiß der Teufel was. Das müßt ihr noch nicht mal wissen. Natürlich kann es auch "nur" Genußtrinken sein, das dann zur Sucht führte.
Bei soviel Promille ist das aber sehr ausgeprägt.
Tja, ich mache mir da mehr Sorgen um euch. Das ist furchtbar belastend. Du und dein Bruder müsst ja selber erst mal euren Weg finden und gehen.
Die Sorge um ein suchtkrankes Familienglied kann zum alles bestimmenden Thema werden. Ist damit einer überfordert, zieht er sich zurück. Mit schlechten Gewissen den anderen gegenüber aber um sich zu retten. Ich glaube, ich würde mich bei der Caritas erkundigen welche Lösung es geben könnte. Nicht um deinen Vater zu retten, sondern das die Familie nicht unter der Belastung auseinander bricht.
Ach, ich kann deine Verzweiflung und Trauer verstehen.

Ich wünsche dir, dass hier am Tage noch kundigere Leser sich melden mit guten Gedanken, die dich weiter bringen.

Vor 10 Stunden • x 2 #13


Karenberg


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Zitat von Angiie:
Ich brauche Rat, wie ich das Ganze angehe. nicht für mich, sondern für meinen Papa. Ich möchte ihm helfen, ihm bewusst machen was Sache ist. Das ist leider schwieriger wie ich gedacht habe. Mein Papa hört auf mich, ich bin sein Liebling. Mein Papa nimmt alles mit Humor, ich bin aber langsam nicht mehr in dieser Lage. Es macht mich fertig und führt mich zu den schlaflosen Nächten.


Du musst dir helfen, sonst gehst du früher oder später daran kaputt. Ihn alleine lassen, die gesamte Familie muss sich entziehen, die Mutter sich trennen. Dann habt ihr eine Chance, dass er aufwacht. Soll er einen Entzug machen und sich danach einige Jahre bewähren. So rum wird ein Schuh draus. Nicht, dass du / ihr euch aufopfert.

Sämtliche Alk. die ich kenne/kannte, reißen ihre Familien mit in den Abgrund.
Und da ist ganz sicher nicht der Alk. dran Schuld. Sondern der Alki selbst. Es ist seine Entscheidung jeden Tag neu zur Flasche zu greifen und Alk. zu seiner Priorität zu machen. Jammern können sie alle gut. Man muss sie im Dreck liegen lassen. Das ist Liebe. Ihnen die Chance zu geben, aufzuwachen.
Sie decken und ihren Konsum mittragen, ist selbst verschuldetes Elend.

Harte Worte, ich weiß. Doch Kuschelkurs bringt nicht weiter.
Wenn du kein schlechtes Gewissen hast, wenn er weiterhin sich Monat um Monat zu Tode säuft, dann hast du für dich eine gute Basis gefunden damit umzugehen.
So lange du dich mitverantwortlich für einen erwachsenen Menschen fühlst, hat der Alk. auch dich und wird dich ewig verfolgen.
Das ist das was du tun kannst. Wach werden und für dich einstehen oder dich weiterhin zum Spielball eines freilwilligen Säufers machen und dein Leben daran mit verschwenden.
Ihm ist es sch.egal, wie es euch dabei geht. Alk. ist eine Egodroge. Macht früher oder später meschugge im Kopf und wenn du Pech hast geht er eines Tages mit dem Messer auf euch/dich los und das ist dann der Dank für eure Aufopferung.

Nee. Tu dir das nicht an.

Rede mit deiner restlichen Familie. Redet über Trennung. Schützt euch. Er hat sich freiwillig für das Elend entschieden, ohne euch mit einzubeziehen. Dann lasst ihn da auch für sich Verantwortung tragen.

Vor 7 Stunden • x 4 #14


Bones


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Zitat von Angiie:
Mein Papa nimmt alles mit Humor


Humor würde ich es nicht nennen,er deckelt damit seine Emotionen, wenn etwas zu nah an ihn rankommt.
Er kennt das Problem und will es nicht angehen,wahrscheinlich kennt er auch die Gründe für seine Sucht.
Es muss schwer sein,mitzuerleben, wie sich ein Mensch so zerstört, noch mehr,wenn es der eigene Vater ist.Als Angehöriger ist man Teil der Suchtstruktur und die falsche Unterstützung kann am Ende die Aufrechterhaltung der Sucht unterstützen. Es ist ganz dringend notwendig, dass DU dir Hilfe bei anderen Betroffenen suchst, lernst,wo und wie du wirklich unterstützen kannst ,wo und wie du dich abgrenzen MUSST ,um nicht Helfer der Sucht zu werden und vorallem dich über den Austausch zu entlasten.Du bist nicht verantwortlich für die Sucht deines Vaters.Du kannst ihn nicht retten.
Manche müssen in ihrer Sucht leider tief fallen und die Konsequenzen nicht mehr ausblenden oder wegtrinken können, um sich der Sucht zu stellen.

Vor 6 Stunden • x 2 #15



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