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Alleinerziehende und Beziehungen

Weissno

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Hallo...ch bin eine ziemlich gestresste und müde alleinerziehnde Mutter von zwei Kindern. Sie sind noch relativ klein und ich habe keine Möglichkeit auszugehen. Der Papa wohnt nicht im Ort und er will sie auch nicht betreuen, bzw. ich will nicht dass er sie betreut, da er ein Betrüger und Dieb ist. Er hat mich kurz vor der Geburt des zweiten Kindes mies betrogen (mit einer anderen Frau und finanziell auch - das Geld von mir und meinem ganzen Bekanntenkreis durch Betrug geklaut). Ich brauchte mindestens zwei Jahre um mich davon zu erholen, leide noch immer manchmal daran.

Nie wollte ich alleinerziehend sein, aber ich musste mich mit der Situation irgendwie abfinden. Habe mitlerweile eine Teilzeitarbeit und "mein Kinderbetrieb" morgens und abends, insgesamt ca 7-8 Stunden verbringe ich mit den Kindern: versorgen, Hausaufgaben machen, in die Kita bringen, aus der Kita / Schule abholen, kochen, waschen, baden, Kurse, das Buch vorlesen, auf den Spielplatz gehen etc. Jeden Tag, jedes Wochenende! Danach bin ich einfach fertig und möchte einfach meine Ruhe. Eine Babysitterin kann ich mir momentan nur 1x monatlich für 5 Stunden leisten, danach muss ich woanders sparen.

Inzwischen, also ungefähr vor einem Jahr, habe ich einen tollen Mann kennengelernt, der ebenfalls alleinerziehend ist (war) und wir haben uns ein Paar Mal mit unseren Kindern getroffen und alles hat super geklappt. Wir trafen uns auch alleine (leider nur tagsüber da ich abends nicht ausgehen kann), und das war eine wunderschöne Zeit. Bald habe ich leider festellen müssen dass er heimlich trinkt. Erstmal habe ich sein Alk. nicht als etwas sehr schlimmes erlebt, weil er auch sich selbst angelogen hat, versteckt hat und sich geschämt hat. Es wurde aber immer schlimmer und er konnte es nicht mehr verstecken. Seine Alk. wurden länger und vor einigen Monaten hatten wir eine große Auseinandersetzung wo er mich sehr beleidigt hat (im Alk.). Ich habe mich dann von ihm getrennt. Mir wurde klar dass ich da für meine Kinder sein muss und nicht noch einmal für einen Mann der mir nicht gut tut.

Es passierte dann aber eine plötzliche Wende in seinem Leben, er begab sich zur Therapie und nachdem wir uns zufällig wieder getroffen haben, verliebten wir uns wieder ineinanander. Wir haben viel geredet und er hat sich wirklich geändert. Ich weiss dass er mich liebt und ich ihn auch. Aber ich bin von dieser o. erwähnten Auseinandersetzung noch immer so enttäuscht und noch immer irgendwie geschockt dass ich ihm noch nicht so wirklich glauben kann. Von einem Trinker hat er sich in eine liebevolle Person verwandelt. Inzwischen ist sein Kind mit der Mutter umgezogen, das war auch der Grund seiner Trinkerei. Aber irgendwie habe ich jetzt auch das Gefühl dass seine Verwandlung aus egoistischen Gründen motiviert ist. Er hat die Pflichte einfach auf meine Familie übertragen und will sich irgendwie in meinen Tagesablauf "einmischen" unter dem Motto er will mir helfen wo er kann, holt zum Beispiel ein Kind aus der Kita ab usw.

Vielleicht würde jede andere Alleinerziehende diese Hilfe begrüßen, aber ich fühle mich in der neuen Situation nicht gut. Ich habe Jahre gebraucht um mein alleinerziehendes Leben aufzubauen, einen relativ harmonischen Tagesablauf zu schaffen und jede kleine Änderung des Tagesablaufs bedeutet für mich eine Katastrophe. Ich empfinde seine Hilfe eher als Störung, weil der Hilferuf nicht von mir gekommen ist, sondern er hat mir seine Hilfe sozusagen aufgezwungen.

Und in der letzten Zeit stört es mich wenn ich das Treffen mit meinen Kindern und mit ihm gleichzeitig stattfindet. Dann bin ich so gespalten und frustriert weil alle von mir etwas fordern. Er versteht aber nicht wieso ich mich so mies fühle und wieso ich überhaupt nicht dankbar bin dass er mir helfen möchte und mit mir trotz Kindern die Zeit verbringen möchte. Er findet die Zeit wenn die Kinder eingeschlafen sind toll, aber ich eher nicht, ich will dann einfach meine Ruhe.... Ich habe aber festgestellt dass ich ihn lieber alleine treffen möchte, tagsüber, wie damals. Er behauptet dass er an meinem Familienleben teilnehmen möchte. Ich spüre leider statt Dankbarkeit, Überschreitung meiner Grenzen. Wir treffen uns jetzt fast nur zusammen mit den Kindern und für mich ist das eher eine Last als Entspannung und Freude. Er versteht das nicht und irgendwie nervt mich das noch mehr, er klemmt einfach an uns und wenn ich ihm etwas darüber sage, will er das nicht verstehen...

Wie seht ihr das?

04.04.2016 18:28 • #1


Destroyed

Destroyed


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Ich finde das ganz natürlich, dass er als Dein "Partner" an eurem Familienleben teilhaben und Dich sogar "ungefragt" unterstützen möchte!
Das macht ja eine Partnerschaft unter anderem aus...
Darüber sollte man sich freuen!

Wenn Du das als störend empfindest, solltest Du darüber nachdenken, ob Du ihn tatsächlich liebst oder nur ein Defizit ausgleichen möchtest, nach Deinen Spielregeln?!

Mir ist nicht klar was Du willst...
Irgendwie klingt das schräg?!

05.04.2016 12:38 • x 1 #2


heipp


Also ich sehe das wie du. Du hast genug mit euch selbst zu tun und dir ist er zuviel. Zumal ein Alk. keine gute Wahl ist. Du und die Kinder ihr habt keinen Vorteil. Im Gegensatz es ist so dass er euch eine last ist. Du bist genervt und überfordert damit und brauchst Zeit für dich.
Was ist jetzt deine Frage?
Fragst du im ernst ob du ihn behalten sollst?

05.04.2016 13:59 • #3


leonie85


Klingt das für dich selbst eigentlich nicht auch eigenartig?

1. Ich bin eine ziemlich gestresst Mutter, von 2 Kindern...die weiterhin gestresst durchs Leben laufen will, weil Hilfe und Unterstützung doof sind oder wie kann man das verstehen?

2. Aus Egoismus aufhören zu trinken?...na hoffen wir das doch mal, sonst fängt er wegen dir noch wieder an!

Wenn du ihn nicht haben willst lass ihn doch bitte gehen! Bin mir ziemlich sicher, dass es genug Alleinerziehende gibt, die so einen Mann mit offenen Armen empfangen!

05.04.2016 14:12 • #4


Weissno


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Erstmal vielen Dank für die Antworten. Es ist schwer über eine Situation zu schreiben, bzw. das kann zu Mißverständnissen führen, was ich aus eueren Antworten sehe. Stimmt dass ich mich nicht klar ausgedruckt habe - was will ich eigentlich? Natürlich will ich Unterstützung - aber wenn ich dafür bereit bin. Mir wurde seine Hilfe sozusagen aufgezwungen, weil ich glaube dass er - seitdem sein Kind weg ist - diese Aufgabe einfach auf meine Familie übertragen will, weil IHM etwas fehlt, und ich brauche das nicht, bzw. ich will ihn nur alleine treffen und genießen. Ich brauche keinen Ersatzvater - weil ich in den letzten Jahren das Alleinerziend-Leben so aufgebaut habe und mich damit abgefunden habe, obwhol es stressig ist und ich noch nicht bereit bin auf eine weitere Änderung. Das bedeutet aber nicht dass ich ihn nie in mein Familienleben zulasse. Und natürlich will ich nicht dauerhaft gestresst sein. Kinder werden auch größer und selbständiger.
Ich weiss nicht ob ihr full time alleinerziehend seid?
@leonie85 ich weiss nicht wo Du gelesen hast dass er aus egoistischen Gründen aufgehört hat zu trinken?

05.04.2016 14:44 • #5


Hasli


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Mein persönlicher Fall war ganz ähnlich; nur dass ich auf der Seite des Mannes stand und auch kein Problem mit Alk. hatte.

Grundsätzlich solltest Du dir die Frage stellen ob du überhaupt einen Partner willst bzw. brauchst. Dass eine alleinerziehende Mutter sehr viel um die Ohren und wenig Zeit hat ist absolut verständlich, aber wenn sie sich dann von einem Partner noch nicht einmal unter die Arme greifen lassen will, frage ich mich, was das für eine Beziehung ist. Willst du dir denn mit deinem Freund gemeinsam etwas aufbauen und die Zukunft gestalten oder wäre für dich vielleicht eine Affäre, in der man sich unverbindlich 1-2 Mal die Woche je nach Arbeitsanfall trifft, die bessere Wahl?

05.04.2016 14:47 • x 1 #6


Weissno


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Zitat von Destroyed:
Wenn Du das als störend empfindest, solltest Du darüber nachdenken, ob Du ihn tatsächlich liebst oder nur ein Defizit ausgleichen möchtest, nach Deinen Spielregeln?!


Was meinst du mit Defizit und meinen Spielregeln?

05.04.2016 14:50 • #7


Weissno


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Zitat von Hasli:
Grundsätzlich solltest Du dir die Frage stellen ob du überhaupt einen Partner willst bzw. brauchst.


Danke, endlich jemand der mich halbwegs versteht Ich will schon einen Partner, auch jemanden mit wem ich etwas aufbauen kann. Leider ist es aber so dass er sehr viel Zeit hat und ich keine Zeit. Er glaubt dass es mir gut tut wenn wir uns soviel wie möglich treffen, auch mit Kindern, mir tut das aber nicht gut (weil ich zu müde bin) und das versteht er nicht. Das bedeutet aber nicht dass ich ihn nicht liebe...

05.04.2016 14:55 • x 1 #8


Hasli


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Zitat von Weissno:
Zitat von Hasli:
Grundsätzlich solltest Du dir die Frage stellen ob du überhaupt einen Partner willst bzw. brauchst.


Danke, endlich jemand der mich halbwegs versteht Ich will schon einen Partner, auch jemanden mit wem ich etwas aufbauen kann. Leider ist es aber so dass er sehr viel Zeit hat und ich keine Zeit. Er glaubt dass es mir gut tut wenn wir uns soviel wie möglich treffen, auch mit Kindern, mir tut das aber nicht gut (weil ich zu müde bin) und das versteht er nicht. Das bedeutet aber nicht dass ich ihn nicht liebe...


Das klingt doch schonmal gut! An deiner Stelle würd ich mit ihm reden und ihm das so mitteilen. Am besten du gibt's ihm aber dennoch gewisse Zukunftsaussichten; wie du zu gemeinsamen Kindern und mehr stehen würdest. Er kann sich dann ja ein anderes Hobby suchen und sein Leben in dieser Richtung etwas strukturieren. Solange du ihn liebst findet ihr doch eine Lösung!

05.04.2016 15:21 • x 1 #9


Destroyed

Destroyed


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Zitat von Weissno:
Zitat von Destroyed:
Wenn Du das als störend empfindest, solltest Du darüber nachdenken, ob Du ihn tatsächlich liebst oder nur ein Defizit ausgleichen möchtest, nach Deinen Spielregeln?!


Was meinst du mit Defizit und meinen Spielregeln?


Es klingt so..."zwischen 14 und 16 Uhr könnte ich ab und an jemanden gebrauchen der mich bespasst"...
Der irgendwie zu Dir gehört, weil das ja "ganz nett" ist, der Dich vor und nach dieser Zeit aber bitte in Ruhe lassen soll!

Ich würde da nicht von "Liebe" oder "verliebt sein" sprechen, denn wenn das so wäre, würde man diese Person doch gern so oft wie möglich bei sich haben und sich freuen, wenn dieser dann darüber hinaus auch noch an Deinem Leben mit Deinen Kids interessiert ist und hilft!

06.04.2016 00:37 • x 1 #10


Grace_99


Hallo liebe TE,

ich bin allein erziehend seitdem die Kinder 5 und 1,5 Jahre alt waren (mittlerweile sind sie 16 und 12). Ich weiß also wovon du sprichst.

Bei mir war es damals ähnlich, ich habe mir meinen Alltag mit Kindern, (damals nur Teilzeitjob) allein aufgebaut, alles organisiert usw. Ich hatte 1 x Woche eine Babysitterin, da ich den Abend ganz dringend für mich allein brauchte - Freunde treffen, was essen/trinken/Kino gehen. Bin da also ganz bei dir.

Mein soziales Umfeld war organisiert, will heißen meine Freunde waren involviert wenn mal etwas war (und bei kleinen Kindern ist immer etwas).

Als dann damals mein neuer Partner in mein Leben trat, war es auch sehr schwierig für mich, Verantwortung abzugeben - ihn in unser Leben zu integrieren; dass hat mich auch anfangs sehr gestört - weil dadurch Unruhe entsteht.

Mit der Zeit, als wir (also der damalige Partner und ich) immer enger zusammen wuchsen, ging die Veränderung in der Beziehung schrittweise von statten; weiß nicht ob du weißt was ich meine.

Allerdings muss man das auch wollen, dass jemand an der Seite ist, den man in den Familienbund zu 100 % aufnimmt - das musst du dich fragen, ob du dir das langfristig vorstellen kannst.

06.04.2016 07:15 • x 1 #11


Weissno


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Zitat von Destroyed:
Es klingt so..."zwischen 14 und 16 Uhr könnte ich ab und an jemanden gebrauchen der mich bespasst"...
Der irgendwie zu Dir gehört, weil das ja "ganz nett" ist, der Dich vor und nach dieser Zeit aber bitte in Ruhe lassen soll!


Hmm...ja, das könnte tatsächlich so vorkommen. Aber es ist nicht so und ich hätte es gerne anders, wenn ich nicht so viel um die Ohren hätte. Mir bleibt einfach nicht genug Zeit und Energie einer geliebten Person mich zu widmen. Auch wenn er mir hilft, zum Beispiel ein Kind aus der Schule abholt, ich bin trotzdem kaputt..

07.04.2016 22:02 • #12


Weissno


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Zitat von Grace_99:
Als dann damals mein neuer Partner in mein Leben trat, war es auch sehr schwierig für mich, Verantwortung abzugeben - ihn in unser Leben zu integrieren; dass hat mich auch anfangs sehr gestört - weil dadurch Unruhe entsteht.

Vielen Dank für Deine Antwort...Ja, genau diese Unruhe, bei mir noch mit der Müdigkeit gepaart und gespalten sein zwischen Erwartungen der Kinder und seinen Erwartungen. Es strengt mich unheimlich an besonders wenn ich nicht genug Zeit für mich alleine hatte und die habe ich fast nie, weil wie du sagst, mit kleineren Kindern immer was ist. Ich hoffe nur das ändert sich mit der Zeit, irgendwann werden sie größer.
Habe mit ihm nochmal geredet (wie hier) und wir werden uns wieder, wie früher, erstmal mehr alleine treffen...und ganz langsam "integrieren"

07.04.2016 22:12 • x 1 #13


Grace_99


@weissno: Wenn du dich ständig kaputt fühlst, wäre es ratsam das beim Hausarzt abklären zu lassen - Eisenmangel? Schilddrüse? Wann war deine letzte Blutuntersuchung?

Ich weiß noch, als mein 2. Kind geboren wurde - ab da war ich ständig müde. Hat sich ehrlich gesagt bis heute nicht geändert. 2 Kinder, Verantwortung für alles, Job etc. - ich könnte heute noch im stehen einschlafen. Immer und überall.

Ich war insgesamt 3 x zur MuKi-Kur, welche gerade bei allein erziehenden sehr schnell genehmigt wird (Die 1. nach 9 Tagen, die 2. nach 6 Tagen, die 3. nach 4 Tagen).

Kann ich dir nur empfehlen - beantrage eine. Ich habe alle 3 Kuren sehr genossen und habe dort auch viel Kraft rausziehen können.

Wie ist dein Alltag organisiert? Ich weiß noch, dass ich damals der Meinung war, dass neben den Kindern auch der Haushalt tiptop sein muss und habe den Mittagsschlaf dazu genutzt um sauber zu machen..... Irgendwann hab ich mich gefragt, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe und habe mittags das gemacht, was meine Kinder gemacht haben: geschlafen.

Wohnung kann auch mal warten.

Meine Kinder sind damals zu einer festen Zeit ins Bett gegangen, da gabs Routine, also jeden Abend das gleiche: Abendessen, waschen, vorlesen, Bett. Morgens das gleiche.

Hast Du Familie/Freunde die dich mal entlasten können? Da ich zu 100 % allein erziehend bin (kein Kontakt mit dem Vater), sind meine Kinder 1 x Monat ein WE bei meinen Eltern gewesen, machen sie heute noch, sie verbringen gern Zeit mit den Großeltern. In den Ferien fahren meine Eltern mit den Kids in den Urlaub (Ostern/Sommer), in den anderen Ferien sind die Kinder min. 1 Woche bei meinen Eltern.

Schaff dir Entlastung wo es nur geht - das wird dir gut tun.

08.04.2016 06:48 • #14


Sandro P


Ich verstehe dich schon, du hast dein Leben voll im Griff, otimiert und ein gutes Zeitmanagement!
Da passt ein Partner halt nicht mehr rein...asser er läßt sich noch irgendwie streßfrei im Zeitmanagement unterbringen!
Das Beziehungen und die Realität halt nicht immer zusammenpassen, nichts neues...letztendlich musst Du wissen was prioritär geboten und gewollt!
Ich denke du lebst zur Zeit wohl lieber und besser allein mit den Kids, dieses Leben bietet dir mehr Sicherheit und Halt! Alles andere würde dir deine wiedergewonne Balance in Gefahr bringen!
Nun, das bedeutet aber auch keine Beziehung und kein Mann...ist halt so!

08.04.2016 08:23 • #15




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