Weissno
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Nie wollte ich alleinerziehend sein, aber ich musste mich mit der Situation irgendwie abfinden. Habe mitlerweile eine Teilzeitarbeit und "mein Kinderbetrieb" morgens und abends, insgesamt ca 7-8 Stunden verbringe ich mit den Kindern: versorgen, Hausaufgaben machen, in die Kita bringen, aus der Kita / Schule abholen, kochen, waschen, baden, Kurse, das Buch vorlesen, auf den Spielplatz gehen etc. Jeden Tag, jedes Wochenende! Danach bin ich einfach fertig und möchte einfach meine Ruhe. Eine Babysitterin kann ich mir momentan nur 1x monatlich für 5 Stunden leisten, danach muss ich woanders sparen.
Inzwischen, also ungefähr vor einem Jahr, habe ich einen tollen Mann kennengelernt, der ebenfalls alleinerziehend ist (war) und wir haben uns ein Paar Mal mit unseren Kindern getroffen und alles hat super geklappt. Wir trafen uns auch alleine (leider nur tagsüber da ich abends nicht ausgehen kann), und das war eine wunderschöne Zeit. Bald habe ich leider festellen müssen dass er heimlich trinkt. Erstmal habe ich sein Alk. nicht als etwas sehr schlimmes erlebt, weil er auch sich selbst angelogen hat, versteckt hat und sich geschämt hat. Es wurde aber immer schlimmer und er konnte es nicht mehr verstecken. Seine Alk. wurden länger und vor einigen Monaten hatten wir eine große Auseinandersetzung wo er mich sehr beleidigt hat (im Alk.). Ich habe mich dann von ihm getrennt. Mir wurde klar dass ich da für meine Kinder sein muss und nicht noch einmal für einen Mann der mir nicht gut tut.
Es passierte dann aber eine plötzliche Wende in seinem Leben, er begab sich zur Therapie und nachdem wir uns zufällig wieder getroffen haben, verliebten wir uns wieder ineinanander. Wir haben viel geredet und er hat sich wirklich geändert. Ich weiss dass er mich liebt und ich ihn auch. Aber ich bin von dieser o. erwähnten Auseinandersetzung noch immer so enttäuscht und noch immer irgendwie geschockt dass ich ihm noch nicht so wirklich glauben kann. Von einem Trinker hat er sich in eine liebevolle Person verwandelt. Inzwischen ist sein Kind mit der Mutter umgezogen, das war auch der Grund seiner Trinkerei. Aber irgendwie habe ich jetzt auch das Gefühl dass seine Verwandlung aus egoistischen Gründen motiviert ist. Er hat die Pflichte einfach auf meine Familie übertragen und will sich irgendwie in meinen Tagesablauf "einmischen" unter dem Motto er will mir helfen wo er kann, holt zum Beispiel ein Kind aus der Kita ab usw.
Vielleicht würde jede andere Alleinerziehende diese Hilfe begrüßen, aber ich fühle mich in der neuen Situation nicht gut. Ich habe Jahre gebraucht um mein alleinerziehendes Leben aufzubauen, einen relativ harmonischen Tagesablauf zu schaffen und jede kleine Änderung des Tagesablaufs bedeutet für mich eine Katastrophe. Ich empfinde seine Hilfe eher als Störung, weil der Hilferuf nicht von mir gekommen ist, sondern er hat mir seine Hilfe sozusagen aufgezwungen.
Und in der letzten Zeit stört es mich wenn ich das Treffen mit meinen Kindern und mit ihm gleichzeitig stattfindet. Dann bin ich so gespalten und frustriert weil alle von mir etwas fordern. Er versteht aber nicht wieso ich mich so mies fühle und wieso ich überhaupt nicht dankbar bin dass er mir helfen möchte und mit mir trotz Kindern die Zeit verbringen möchte. Er findet die Zeit wenn die Kinder eingeschlafen sind toll, aber ich eher nicht, ich will dann einfach meine Ruhe.... Ich habe aber festgestellt dass ich ihn lieber alleine treffen möchte, tagsüber, wie damals. Er behauptet dass er an meinem Familienleben teilnehmen möchte. Ich spüre leider statt Dankbarkeit, Überschreitung meiner Grenzen. Wir treffen uns jetzt fast nur zusammen mit den Kindern und für mich ist das eher eine Last als Entspannung und Freude. Er versteht das nicht und irgendwie nervt mich das noch mehr, er klemmt einfach an uns und wenn ich ihm etwas darüber sage, will er das nicht verstehen...
Wie seht ihr das?