Hi ihr,
ich glaube, sowas muss man tun, um nicht im Alten hängen zu bleiben.
Tja, wie war das bei mir
Vorgeschichte: Affäre meines Mannes rausgefunden, er fleht um Neubeginn, ich geh drauf ein (Bedingung: sofortiges Beenden der Affäre), finde ein Jahr später heraus, dass die Affäre noch läuft.
Dann ging alles innerhalb von Minuten. Hab den größten Koffer gepackt, den wir hatten, alles reingeschmissen, was ihm gehörte, Kleidung, Zeug aus dem Bad usw. Dann hab ich ihm und seiner Affäre den Koffer vor die Füße geworfen auf offener Straße (bin heute noch stolz drauf

)
Zu Hause bin ich dann durch alle Zimmer gegangen und habe alle Sachen, die ihm gehörten, in große Beutel gepackt und in den Flur zum Abholen gestellt (hat er auch gemacht).
Alle Fotos, alle Erinnerungssachen, Geschenke von ihm und meinen Ehering hab ich ein paar Tage später in Kartons verstaut und in die Garage gepackt.
Zum Schlafen hab ich das Zimmer gewechselt, um nicht mehr an die gemeinsamen Nächte erinnert zu werden. Ich hab es mir persönlich so gemütlich eingerichtet, dass ich jetzt richtig gern dort schlafe.
Dann habe ich all die Veränderungen im Haus vorgenommen, die ich schon immer wollte, aber nie durchsetzen konnte. Zum Beispiel hatten wir einen alten Schuppen, wo nur Gerümpel stand. Ich wollte ihn immer abreißen, aber er war dagegen. Das habe ich jetzt getan und mich toll gefühlt dabei.
Ich brauchte auch komischerweise Farben. Habe meine Pflanzen mit roten Übertöpfen versehen und die Räume teilweise umdekoriert. Auch habe ich alle Teppiche rausgeworfen, weil mir die Farbe nicht mehr gefiel und ich es irgendwie frei brauchte. Jetzt sieht alles heller aus.
Einige Sachen von ihm stehen noch in der Garage. Spätestens nach dem Scheidungstermin werde ich ihn auffordern, doch nun endlich mal den Rest abzuholen.
Diese "Wohnungsbefreiung" hat mir emotional sehr geholfen und ich hab es auch irgendwie gebraucht. Am liebsten wäre ich anfangs ganz ausgezogen oder würde alles neu machen, inklusive Möbel, aber das ist finanziell natürlich unrealistisch.
Ich hoffe aber, dass es irgendwann in meinen Gedanken nur noch mein Zuhause sein wird und nicht mehr das Haus, in dem wir zusammen alt werden wollten.
