Zitat:Wie seid Ihr nach der Trennung damit klar gekommen, dass ich jemanden mit Liebeskummer und Tränen zurückgelassen habt?
Und habt Ihr in einer neuen Beziehung oft an die alten Zeiten zurück gedacht?
Zu Frage 1:
Ich habe im Sommer 2017 von mir aus meine Ehe beendet, habe mich getrennt und bin dann 4 Monate später ausgezogen.
Die Situation habe ich nicht so einseitig gesehen wie die TE. Es war mir eigentlich schon im Moment der Trennung bewusst, dass das Endpunkt eines Prozesses gewesen ist, der schon 2 Jahre gedauert hat und an dem beide beteiligt waren. Das ist dann keine einfache Frage mehr nach Schuld, sondern es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und zwar in erster Linie für sich selbst. Ich habe mich bereits 2 Jahre in dieser Ehe nicht mehr wirklich wohlgefühlt, habe dies mehrfach mit meiner Exfrau versucht zu besprechen, was aber immer auf das gleiche Ergebnis hinausgelaufen ist - nämlich dass sich mittel- bis längerfristig nichts geändert hat. Darum bin ich relativ gut mit der Situation nach der Trennung zurechtgekommen, weil ich wusste, dass ich für meinen Teil das versucht habe, was möglich war. Weil das leider nicht wirklich etwas genutzt hat, war die Notbremse dann unvermeidlich.
Zu Frage 2:
Zu einem gewissen Teil der eigenen Zeit in der Vergangenheit zu schauen, ist seit 6 Jahren bei mir quasi systemimmanent. Seit mir klar geworden ist, was eigentlich die letzten 47 Jahre mit mir abgelaufen ist, versuche ich die Vergangenheit im Licht dieser neuen Erkenntnisse besser zu verstehen. Das brachte es auch mit sich, die 6 Jahre meiner Ehe unter dieser Perspektive zu reflektieren. Das ist allerdings kein wehmütiges Zurückdenken an die alten Zeiten im Sinne dessen, was die TE wohl im Sinn hatte. Vielmehr geht es darum, die entsprechenden Muster zu erkennen und sie in Zukunft nicht noch weiter zu wiederholen.
Ich habe keinerlei Bedürfnis, mir die "guten alten Zeiten" wieder zurück zu wünschen, denn es waren nicht wirklich "gute" Zeiten.
Allerdings muss ich sagen, dass ich heutiger Sicht natürlich auch einen nicht unerheblichen Anteil am Zustandekommen der Thematik habe - und das ist Teil eines schon sehr lange bestehenden Muster. Das ist die Erkenntnis, die mich im Nachhinein beschämt.