Zitat von Wasabix: Und dann bist du F R E I!
Das ist knapp und ganz klar und das ist genau das was Menschen, die sich in Beziehungen befinden, die sich nicht lösen können, völlig übersehen.
Man wird zu einem Gefangenen der eigenen Vorstellungen. Dieser eine muss es sein, dieser eine triggert einen wie keiner und schon steckt man in der Bredouille drin und merkt es nicht. Und bis man es merkt, hat man sich in eine emotionale Abhängigkeit verstrickt, die einen dazu verleitet, wider besseres inneres Wissen an der Person und der Beziehung fest zu halten.
Als ich nach einigen Monaten merkte, wohin der Hase läuft, war es zu spät. Ich war so drin verwoben, dass eigenverantwortliches Handeln ein Fremdwort war. Alles, nur keine Trennung, lieber aller ertragen, alles erdulden, sich alles schön reden und im Stillen weinen. Aber gehen, niemals! Da hätte ich ja was tun müssen. Leiden ist leichter als lösen, habe ich später mal gelesen und auch das zeigte mir, wo ich stand.
Dass ich praktisch gefangen war in Zwängen, die ich mir auferlegte, merkte ich schon gar nicht mehr. Ich hatte mich freiwillig ins Leiden begeben und dabei übersehen, dass ich Stück für Stück an Selbstachtung und Selbstbewusstsein verlor. Eigenliebe war ja praktisch nicht vorhanden.
Es regelte sich alles, denn er trennte sich und ich brauchte lange Monate, bis ich den Cut tatsächlich geschafft hatte. Bis ich ganz clean war, vergingen sicher Jahre.
Aber dann merkte ich auch, wieviel Stress ich mir selbst auferlegt hatte, wieviel Leiden ich hingenommen hatte für nichts.
Und dann fühlte ich irgendwann genau dieses eine Wort: ich bin frei!
Und eine riesige Erleichterung durchströmte mich, die bis heute anhält.
Wenn ich heute an diesen Mann denke, dann spüre ich immer noch Erleichterung und dann bin ich ihm sogar dankbar. Wäre er nicht gewesen, wäre ich nie so auf die Nase gefallen und hätte endlich mal angefangen, mich mit mir zu beschäftigen. Hätte er sich nicht getrennt, hätte ich noch Monate über Monate investiert und nichts hätte sich gebessert.
Was für ein Begriff! Das höchste Gut überhaupt ist es sich frei zu fühlen. Das haben wir offenbar nie gelernt.
Ich bin so frei, dass es mir gut gehen darf. Ich bin so frei, dass ich mein Leben mit Menschen verbringe, die mir gut tun. Ich bin so frei, schädliche Menschen auszusortieren.
Silence, das ist ein Ziel für das es sich zu leben lohnt: Mach Dich frei von dem Kasperl!
Und jetzt bin ich so frei, dass ich einen schönen Kaffee in der City trinke, ganz für mich allein.