Angekommen im meer der stille - was nun ?

Ehemaliger User

der bericht von rs75 (herzlichen glückwunsch) hat in mir doch wieder eine saite anklingen lassen, die ich zwar gerne verdränge, die aber doch immer mal wieder anschwingt:
gehöre ich zusammen mit jensi und einigen wenigen hier vielleicht zu der gruppe, die es vielleicht nicht packen wieder jemanden kennenzulernen ?

haben wir irgendwie einen unsichtbaren stempel auf der stirn, der zwar nicht verhindert, dass wir als nette kumpel und seelische mülleimer gut sind, aber irgendwie neutral und uninteressant auf das weibliche geschlecht wirken ? (sorry jensi, du brauchst dir das nicht zu eigen machen)

das hat auch nichts mit fishing for compliments zu tun, aber dauert dieses alleinebleiben, wenn wir die trennung dann doch irgendwann abgeschlossen haben, vielleicht doch länger als erwartet ? schreckliche vorstellung, ein bißchen so wie früher in der schule: alle geben schon ihre arbeiten ab und du sitzt dort hinten, schwitzt, der bleistift schon halbzerkaut und der zeiger der uhr rückt unaufhaltsam vor.....

auch wenn vielleicht manche jetzt denken, manno der typ hat sicher ne macke, wenn er nicht langsam mal wieder das glück findet, aber irgendwie hänge ich in dieser falle fest, dass zwar das eine kapitel nunmehr ganz gut abgeschlossen ist, aber dass ich mich andererseits in diesem meer der stille irgendwie schweineeinsam fühle....

was solls
mick

10.06.2003 07:46 • #1


Dom


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Guten Morgen Mick,

Hmm... dieser Sache mit dem Stempel... Ganz Unrecht hast Du damit nicht. Mir scheint, es ist so etwas wie einer Aura, die der Mensch unwissend ausstrahlt und gegen der er völlig machtlos ist. Dieser Aura aber nehmen die „Andere“ genauso unbewusst wahr, wie es der „Sender“ sie in seiner Umgebung auswirft.
Seelische Mülleimer... Ja, auch davon ist viel drin... Ich möchte es aber als einen positiven Eimer bezeichnen, denn es öffnet uns die Augen auf so vieles, worauf wir sonst womöglich nie geachtet hätten.

Ist es nicht so oft so, dass wir die Wahrheit nicht akzeptieren wollen/können? Aus Unsicherheit? Aus Angst?

>>> Was Du erlebst und wie Du etwas erlebst, hängt immer von Deinem Standpunkt ab. Je flexibler Dein Geist ist, um so bunter, vielfältiger und leuchtender ist Deine Welt.<<<

Einen schönen tag wünsche ich Dir.

Dom

10.06.2003 08:30 • #2



Angekommen im meer der stille - was nun ?

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Ehemaliger User


Lieber Mick!

Ja, diese Gefühl kenne ich als Frau aber auch.
Alles um einen herum flirrt, liebt und lebt.
Wir stecken mittendrin, haben auch unsere Freunde, unsere Bekannten. Aber unser *Job* in dieser Runde ist wohl, der nette Kumpel, der Mülleimer anderer Leute Seelenmüll. Jemand, mit dem man gern zusammen ist, weil er so *menschlich* ist. Und machesmal k***t mich das auch tierisch an.
Werde ich nicht mehr als *Frau* gesehen, die eben auch *frauliche* Vorzüge hat? Wecke ich kein Interesse soweit, dass man sich eine "Partnerschaft" mit mir vorstellen kann, die über die Freundschaft hinausgeht?
Es ist schon sehr frustrierend manchesmal...

Ich bin ein ziemlich offenes Wesen, es fällt mir zum Glück relativ leicht neue Leute kennenzulernen.
Ich werde *bewundert* für meine offene Art, meine Spontanität und die Lust am Leben... ???? (So wurde ich von anderen bei einem Gesellschaftsspiel beschrieben...)
Aber scheinbar reicht das eben nicht aus...

Ich dümple zur zeit nicht in ruhigen Gewässern, eher hat sich ein enormer Sturm mit hohen Wellen um mich herum zusammengebraut. Die Wolken hängen tief, der Regen, das Unwetter peitscht mir ins Gesicht.
Weltuntergangsstimmung.  :-[

Ich frage mich ob Dom richig liegt mit seinem *Stempel auf der Stirn*.
Vielleicht ist ja was wahres dran... und ich weiss jetzt nicht, ob ich das als Positiv oder Negativ auffassen soll.
Vielleicht strahlt man ja *unbewusst* trotz aller Fröhlichkeit und Offenheit den Status UNNAHBAR aus. In der Art "Lass mich in Ruhe, sprich mich nicht an!"
Wenn ich das wüsste....

Noch eines zum Schluß, ich kenne dich ja nicht persönlich, den Jensi ja nun schon.  ;)
ICH kann nur sagen, dass er nicht den Eindruck macht oder Anschein erweckt uninteressant zu sein. Schon gar nicht für eine Beziehung.  ;) Also, wenn ihr euch ähnlich seid, dann rennen wir wohl alle mit Scheuklappen durchs Leben.
Können oder wollen nicht sehen, dass da doch mehr ist. Vielleicht weil wir es uns selbst nicht zutrauen oder unser Selbstbewusstsein uns ein Bein stellt.

Viele liebe Grüße Nicole

10.06.2003 11:15 • #3


Ehemaliger User


hallo dom, hallo nicole,

ja das mit dem stempel stimmt glaube ich. es ist aber nicht der P(panik, pain)-stempel der ersten zeit. vielleicht merkt man uns einfach diese überstandene lebenskrise an, die uns irgendwie (unheimlich) hat wachsen lassen. vielleicht vermitteln wir nicht mehr einen so unbeschwerten eindruck. aber das weiß ich ja. nur die einsicht, dass auch hier die zeit (und viele neue aktivitäten) für uns spricht, macht es auch nicht unbedingt leichter.

ich gehöre übrigens auch in die kategorie power für zwei, offen, lustig usw.....
wollte auch nicht so sehr tipps als eher diesen zustand beschreiben, der mich doch belastet....

dankeschön für eure antworten.
vielleicht schreiben ja noch mehr, wie sie mit dieser phase umgehen ausser nur warten...

mick

10.06.2003 11:57 • #4


Ehemaliger User


Weißt Du Mick, da kommt mir noch ein Gedanke hoch... Dieser Stempel ist meiner Meinung nach sehr gefährlich, denn die einzige Menschen, die keine "Angst" davor haben, diejenige sind, die noch intensiver als wir selbst in der Krise stecken...
Hmm... keine rosige Aussichten, wie?!

Sei lieb gegrüßt

Dom

10.06.2003 12:22 • #5


Ehemaliger User


Lieber Mick, Nicole, Dom,

wie immer ein bißchen spät, hoffe, der Beitrag passt trotzdem noch...



Mare Tranquilitatis... War's das jetzt...? Zu soft? Zu verständnisvoll? Zu "unmännlich" und deshalb irgendwie nicht interessant? Oder ist es bloss Ungeduld? Oder Torschlußpanik? Stigmatisiert als "Kuscheltier" das breitschultrig Verständnis, Geborgenheit, Hilfestellung bietet?

Ich kann Deine Fragestellung gut nachvollziehen.

Ich glaube es hat auf der einen Seite was mit der Emanzipation, dem Verwaschen der althergebrachten Rollenklischees zu tun. So wie manche Frauen es heute den Männern in manchen Bereichen gleichtun (Karriere, etc..., teilweise mit überharten Bandagen = über das Ziel hinausgeschossen), genauso sind manche Kerle in ehemalige Frauen-Domänen vorgedrungen. (Wenigstens die, die sich über das Leben, gesellschaftliche Zusammenhänge, bla bla, 'n Kopf machen)
Da wo wir früher zum Fußball gegangen und stundenlang das Auto auseinandergenommen haben, also unseren "Männerkram" abgelötet haben, führen wir heute Beziehungsgespräche, hören sogar zu - und haben häufig außer "Hhm", "Na ja" unhd "Ach so" sogar reflektierte Statements und durchdachte Lösungsansätze zu bieten. Vielleicht ist das ungewohnt für manche Frauen. Sie waren doch bisher diejenigen, die sich über Beziehung und den ganzen Kram Gedanken gemacht haben, während wir mit unseren Kumpels am Stammtisch die Welt vor dem Alk. zu Retten versuchten. Und jetzt das: Männer versuchen Beziehungen zu analysieren und zu verbessern/verändern, trauen sich an den Herd und kümmern sich um den Nachwuchs und machen sich Gedanken, zeigen Einfühlungsvermögen nicht mehr nur in der Beziehung "Wie kriege ich sie rum?", sondern diskutieren und überdenken auch die Sorgen, Probleme, Nöte, Ängste anderer... DAS war doch immer Frauensache. Vielleicht kommen manche Frauen genau damit nicht klar (Spätfolgen des Patriarchats?). Vielleicht gibt es einfach noch zu viele Klischees (Der große breitschultrige Held und Jäger, der alle Feinde niedermacht und dabei pausenlos eine aparte Mischung aus Buttersäure und Pheromonen verströmt, während er uninteressiert vor sich hinschweigt und gar nicht weiss, was sie an der Beziehung nicht in Ordnung findet "Ist doch alles o.k., Schatz, 2 mal die Woche S. und mit dem Urlaub klappt's auch, ich weiss gar nicht was Du willst!") und Männer, die sich auch den "weiblichen" Aspekten des Lebens stellen, werden dadurch weniger interessant als Mann? Mehr "Quatschfreund", als potentieller Partner (="richtiger Mann", what ever that means)?

Ein weiterer Ansatz: Frau lernt Mann kennen, neu, interessant ("Oh er hört mir zu, hat Verständnis kann sich äußern, das habe ich ja noch nie so erlebt"). Ein netter Mann (Gentleman?) eben. Und jetzt kommts: er BLEIBT so! Hat sich nicht nur eine verständnisvolle Maske übergezogen, um sie ... (na wohin wohl?) zu kriegen. Bisher lief das Spiel nach dem alten Muster, mit Freundlichkeit die Dame für sich "gewonnen". Danach, am Ziel, kam dann meist irgendwie der wahre Charakter zum Vorschein und er gab sich so, wie er wirklich ist (siehe oben, "...Held..."). Und jetzt bleibt er so, obwohl er doch schon das bekommen hat, was er wollte. Das wird manchen zu anstrengend! "Au weia! Der quatscht ja weiter über das, mich innen drin bewegt, ich sehe plötzlich andere Aspekte meiner Situation, fange an, mich tiefergehend mit mir selbst, meinen Einstellungen, meinem Verhalten, meinen Problemen zu beschäftigen. Das könnte Veränderungen bei mir bewirken... Nee, das ist mir zu anstrengend..." Und schon wird das, was sie vorher so sehr an ihm schätzte, zu dem was sie vom ihm wegtreibt. Wegen Muffensausen. Schiss vor sich selbst...

Beides habe ich selbst erlebt. Gerade solche Frauen, die einen "weichen" Mann wirklich brauchen könnten, stehen meist eher auf  Macho-Typen, von denen sie sich dann schei. behandeln lassen können, um sich dann anschliessend beim männlichen Kummerkasten über die "bösen Männer" auszuheulen... Anderen eben ist ein "bewusster Weg" zu anstrengend. Auch erschreckend viele Frauen sitzen noch dem naiven Irrglauben auf, es reiche, wenn man sich liebt und dann läuft alles von allein und Auseinandersetzung und bewusste Weiterentwicklung wären was für weltfremde Spinner... Wir sind vergiftet von hirnerweichenden Chart-Texten, Hollywood, Vorabend-TV und Hedwig Courths-Maler...

Aber dennoch Mick: lass Dich nicht irre machen! "Millionen Fliegen können sich nicht irren, esst mehr schei.!" Du weisst am besten, wie Du bist, was Dir nicht bekommt und was Dir eher zuträglich ist. Die Welt braucht Gentlemen! Verständnis! Auseinandersetzung! Nichts daran ist wirklich unmännlich! Es harmoniert halt bloss noch nicht mit unseren steinzeit-mässigen Ritualen und Erwartungen. Die Frau, die Dich nicht will, die hat Dich auch nicht verdient. Und die Frau, der Deine Herangehensweise an das Leben und an Dein Leben nicht gefällt, ist eh die Falsche!
Ich weiss, dass es immer schwieriger wird, einer passenden Partnerin zu begegnen, einmal aufgrund unseres Alters (ich bin bald 41), dann aber eben auch, weil wir unsere Erfahrungen gemacht haben und wissen, was wir NICHT wollen. Mag sein, dass das auf Dauer zu einem Mauerblümchendasein führt. Aber wenn schon, dann als besonders schön blühendes Mauerblümchen. )

"Be yourself, no matter what they say." (Sting)

Also lass den Kopf nicht hängen! Bist nicht alleine mit dieser Fragestellung / diesem Problem!


Solidarische Grüsse

donald

10.06.2003 13:00 • #6


U.K.


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Also mick, das mit dem Stempel trifft es einfach absolut.
Und den Vergleich mit der Schule fand ich nur treffend.
Ich muß zugeben, ich bin erleichtert, dass nicht nur ich dieses Gefühl habe. Manchmal denke ich schon, ich stelle mich einfach bloß besonders blöd an oder erwarte zu viel.

Ich wüsste zu gern, wie man diesen Stempel los wird.
Jetzt bin ich doch eigentlich wieder "frei", habe es endlich geschafft loszulassen und scheine wieder lebensfroher auf die Umwelt zu wirken. Und was nützt mir das, wenn mich trotzdem scheinbar jeder nur als "nett" (manchmal hasse ich dieses Wort!) ansieht und keiner die Frau in mir sieht?
Was fehlt mir? Was strahle ich nicht aus?  ???

restless

10.06.2003 15:01 • #7


Ehemaliger User


Hi an alle...lächel

Hab gestern morgen euer Forum gefunden und den ganzen Tag drin gelesen...wow..das es so was gibt..grins liebe seit gestern meinen PC.

Bin auch völlig von den Socken das hier die männer so ehrlich sind find ich echt gut..denn den Glauben daran das nicht alle so rücksichtslos sind wie ich sie kennen gelernt habe, habe ich nie verloren und finde hier die bestätigung dafür.Das mit dem Stempel wie ihr so treffend schreibt..tja das kenne ich auch..hab mich auch schon gefragt was mit mir nicht stimmt und alle traurigkeit und enttäuschung  ja leider das auch.
Ihr macht das ganz toll hier wie ihr euch gegenseitig stützt und füreinander da seid.....Kompliment...Echt

Seid alle ganz lieb gegrüßt...Moni

10.06.2003 16:28 • #8


Ehemaliger User


Hallo!

es scheint, dass ich auch einen Stempel auf dem Stirn habe. Habe seit meiner Trennung (2 Jahre her) nur 2 sehr kurze Beziehungen gehabt. Meine Freunde sagen, dass ich Geduld haben soll aber das habe ich schon seit 2 Jahren:(
Ich habe manchmal das Gefühl dass ich unsichtbar bin...

Naja, wir sollten die Hoffnung nicht aufgeben:-)
Liebe Grüße
Mimi

10.06.2003 18:35 • #9


Ehemaliger User


Hallo,
das Meer der Stille,
Ja...und die wunderbare Unterwasserwelt....
nimm Freude auf, was du alles entdecken kannst,
nimm diese Freude mit ans Land.

Deine Lächeln und die Begeisterung wird eine
magnetische Wirkung haben, und Sekunden können
das Leben verändern.

Innerhalb Sekunden, ist da ein Mensch,
die Zeit verinnt, und das Kribbeln in Bauch nimmt
stetig zu.....

Gebe niemals die Hoffnung auf!

Viele, nette Grüsse
Traum

10.06.2003 19:03 • #10


Ehemaliger User


Hallo Mick und Hallo an alle anderen !

Ich glaube nicht direkt an den Stempel auf der Stirn. Wir sind, wie wir sind.... man kann sich nicht zu einem anderen MEnschen polen und sich nur begrenzt eine positive Aura aneignen... "Schenke ein Lächeln und du erntest es zurück" steht in den schlauen Büchern... das mag ja noch häufig stimmen, lässt sich aber gerade nicht auf jeden LEbensbereich ausdehnen. "Gib Liebe und du erntest sie".... Was wenn der andere unfähig ist, Liebe zu zeigen und zu geben oder wenn er gelernt hat, sie anders zu geben... wenn er nicht mal bemerkt, dass wir Liebe schenken ? Dann nutzt einem dieser Spruch auch nichts... Diese Lebensweisheiten setzen voraus, dass der andere Mensch lächeln bzw. lieben gelernt hat, wobei bei ersterem die Wahrscheinlichkeit wohl wesentlich höher ist.
Was ich damit sagen will ist, dass insbesondere im Hinblick auf die Liebe diese Saat selten aufgeht. Und sie verlangt von uns beinahe unmenschliches, nämlich dass wir uns -schlimmstenfalls grundlegend- ändern, um ernten zu können. Nur was ernte ich ??? Ich fühle mich unwohl, weil ich nicht mehr ich bin, weil ich nicht mehr grübeln darf, weil ich sprühend und lebendig sein muss... für den(die) anderen ein Heilmittel bei schlechter Laune ??
Ist das nicht die Falle in die viele bereits einmal getappt sind ?

Nein, die Geschichte mit der Aura zu verfolgen wäre aus meiner Sicht ein Selbstmord.

Ich denke, wir sollten unsere Ansprüche kennenlernen und uns ihrer bewusst werden... ich glaube, Menschen mit weniger hohen Ansprüchen sind einfach schneller zufrieden zu stellen. Sie werden in objektiv gleicher Situation schneller "Liebe" entdecken, als die, die darüber nachdenken und sich vielleicht ein persönliches Idealbild der Liebe geschaffen haben.... letztere werden eher zweifeln und Schatten werfen, obwohl auch sie genauso liebenswert wie erstere Menschen sind.
Das Problem ist, wir können das nicht ablegen und ändern, sondern wir sind, wie wir sind.... wir müssen das akzeptieren lernen, um nicht daran seelisch zu Grunde zu gehen, auch wenn es schwer fällt und auch wenn die anderen ihr Glück schneller finden.

Liebe Grüße
Susa3

10.06.2003 20:39 • #11


Ehemaliger User


Hallo an Alle!  :D

Nur eines noch kurz.
Vermutlich habe ich mich missverständlich mit meiner Aussage bezüglich dem Stempel ausgedrückt.  :o

Ich meinte nicht die persönliche innere Aura und Ausstrahlung. Dass diese sich nach außen hin signalisiert, ist schon klar. Da hilft wenig, eine Maske oder ein Kostüm zu tragen.
Ich meinte damit, den *Stempel*, den man von anderen, den Mitmenschen aufgedrückt bekommt.

Man/sie mach(t)en sich ja eigene Meinungen über die einzelnen Personen, und irgendwann hat man eben seinen Status verpasst bekommen.
Den meinigen habe ich schon beschrieben, meinen besten Freund trifft es noch *härter*.
Er ist allseits beliebt, anerkannt und als "Freund" begehrt. Er ist attraktiv, sehr höflich usw.
ABER er hat den Status "Papa-Schlumpf". Für alle da, immer fair und *nett*, aber TABU, was zwischenmenschliche Beziehungen angeht.
Er *leidet* auch darunter. Hat nun einen sehr grossen Bekanntenkreis, auch viele nette und attraktive Frauen darunter. Nur wird er in DIESER Runde wohl nie eine Chance haben.
Seine "Beute" wird er sich leider ausserhalb suchen müssen.

Den Stempel, den uns andere aufdrücken... Nur warum ist das so? Und diese Farbe werden wir wohl nicht so schnell oder einfach wieder los...

Viele liebe Grüße Nicole

11.06.2003 08:44 • #12


Ehemaliger User


hallo nicole und alle anderen,
vielen dank für die antworten, ist anscheinend doch bei vielen ein thema.

ja nicole, papa schlumpf sein oder auch das weibliche pendant (?) ist ein kreuz, das wir aber selbst ändern können: ich merke, dass ich zunehmend weniger lust habe, mülleimer zu sein oder der gute teddy oder allgemein: der helfer.

kämpfe auch immer mit mir, ob ich hier noch weiterschreiben sollte.....bin deshalb auch noch zu s gartenparty gefahren...

denn im meer der ruhe angekommen, muß man sich auch überlegen und analysieren, wo man hin will (wo man her kommt weiß ich nun und mag hierzu auch nicht mehr soviel quasseln sprich papa schlumpf sein)

ok, dann bleibt eben noch das problem (danke susa für den hinweis): werde ich jetzt ein irregutdrauflatino mit cooler brille, pflegeleichtem smalltalk und ewigjugendlichenlenden oder komme ich zurück in meine alten seiten: sport, intellekt, eher ein bißchen links und eher ein bißchen crazy-nichtkonform (ohne jetzt ein alt-hippy sein zu wollen)


tja irgendwo dahin wirds gehen: ich habe nun mal spaß am zelten, motorradfahren, musik machen, lesen, lange klönen, über spießer lästern usw.
dann wird das eben wieder mein weg und in dem umfeld kann ich dann auch für die richtige wieder ein bißchen schlumpf sein....

grins

mick

11.06.2003 10:05 • #13


Ehemaliger User


Hallo Mick, Dom, Donald und alle Anderen,

vielleicht kennt der Eine oder Andere mich noch. Bin der, dessen Freundin vor 2 Jahren mit einer Frau durchgebrannt ist  :)

ich habe schon lange nichts mehr hier geschrieben, aber lese ab und an immer mal wieder eure Beiträge. Denn diese Seite und ihr hatte/hattet mal eine zentrale Bedeutung für mich. Insbesondere finde ich Donalds Gedanken, seine Ausdrucksweisen, seine Fragen und Meinungen nicht nur saugut geschrieben sondern teils unheimlich treffend.

Der "Stempel auf der Stirn" ist meiner Meinung nach nichts anderes als das Spiegelbild unserer momentanen emotionalen Verfassung. Wenn wir unzufrieden sind, enttäuscht oder unruhig, depressiv oder müde, so zeigt dies unsere Spiegel der Außenwelt. Nur ein Schauspieler hat gelernt, diesen so einzutrüben, dass der Gegenüber im Spiegel nichts zu erkennen vermag.

Ich habe an mir selbst gemerkt, dass dieser Mechanismus vorhanden ist. Bis Ende vergangenen Jahres - also gut 1 Jahr nach meiner Trennung und den für mich damit verbunden Schmerzen, nervenzerreibenden Gedanken und unerfüllten Fragen - hatte ich meinen Spiegel genau davon vollgeschrieben. Jeder konnte genau erkennen, in welchem seelischen Gemütszustand ich mich befand. Authentisch, klar. Aber auch belastend für Andere. Eben nicht einfach. Und somit auch automatisch geradezu verschlossen für die Außenwelt.

Doch irgendwann konnte ich wieder zu mir selbst finden, zu meiner Selbtszufriedenheit. Ich wurde ausgeglichen, locker, fröhlich. Sicher immer wieder situativ an die Vergangenheit denkend, aber nicht mehr belastet durch sie. Und plötzlich spürte ich, dass ich ganz anders bei Anderen "ankam". Ich konnte wieder genießen (nein, nein, keine Frauen, sondern mein Leben )

Und mit diesem Wandel traten plötzlich auch neue Frauen in mein Leben, die ich wahrnehmen konnte. Mit anderen Worten: ich war endlich frei. Und jetzt, ja, jetzt ist vielleicht vor Kurzem eine Frau in mein getreten, die mein Herz erobern kann und ich vielleicht das ihrige. Ich weiß nicht, was draus wird, aber ich bin gelassen und genieße die Fähigkeit, nach langer harter Durststrecke und intensivster Aufarbeitung meines Ichs jemanden an mich heranlassen zu können - ohne zu verkrampfen, ohne übertriebene und/oder aus der Vergangenheit beeinflusste Vorstellungen zu haben. Denn ich weiß, ich kann mit mir leben - und eventuell dieses mit einem anderen Menschen teilen - ich bin bereit dazu...

So hoffe ich und wünsche euch, dass ihr eines Tages ähnliches erleben könnt und drück euch die Daumen und wünsch euch viel Kraft.

Lieben Gruß

Ralf

12.06.2003 14:21 • #14


Ehemaliger User


lieber mick,

es ist schwer, von anderen "erkannt" zu werden: dazu bedarf es zeit, muße und vor allem interesse zu erkunden, was sich noch hinter dieser gegenwärtigen maske verbirgt.

viele prallen bereits beim ersten "maskenkontakt" ab: ist die maske zu suchend, zu verzweifelt, riecht das das gegenüber und geht vorsichtig einen schritt zurück. das habe ich selbst oft erlebt: in phasen, wo man dringend dringend jemanden gebraucht hätte, streicheleinheiten jedweder art, umso einsamer und trauriger ist man abends nach hause getappt. ist man gut gelaunt und fröhlich und erweckt einen unabhängigen (gesunden) eindruck, zieht man menschen wie ein magnet an ... schei. spiel.

dennoch bin ich nicht der meinung, dass man entweder nur papa schlumpf oder der Ar. latino-ego sein muss und kann .... ich halte authenzität für das einzig wahre anziehende.

also besinn' dich doch bitte wieder auf das, was du bist (das ist nämlich gut!) und verliere dich nicht in bittere schwarz-weiß-malereien und erwägungen, ob du jetzt künftig mit cowboystiefeln, patronengurt und macho-sprüchen um die ecken ziehen sollst  .... aber mutiere bitte auch nicht zum ewig verständnisvollen kuschelbären, der dann unbewusst erwartungshaltungen aufbaut und enttäuscht ist, wenn das vermeintlich goldene herz nicht gesehen wird .... irgend wo in der mitte liegt der weg, denke ich.

ich drücke dich herzlich!

c-c-l

16.06.2003 19:52 • #15



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