Auch eine Sichtweise! Achtung Ironie! Oder?

Ehemaliger User

Schon mein ganzes leben lang
steh ich unter diesem zwang
ein integ`rer mensch zu sein
und als rächer der enterbten
als entlarver der verderbten
unterdrückte zu befrei`n
kurz - ein echter robin hood
hilfreich, edel immer gut
der niemals den kopf verliert
seinen müll akribisch trennt
nie mit einer and`ren pennt
sich für schwache engagiert
aber neulich in der nacht
bin ich plötzlich aufgewacht
ich stand auf und machte licht
sah im spiegel mein gesicht ... und dann sagte ich zu mir:

eigentlich bist du ein schwein
egoistisch und gemein
und betrachtet man`s genau
bist du eine miese sau

bin ich wirklich so ein held
der als retter dieser welt
keinen igel überrollt?
der, politisch stets korrekt
jedes unrecht gleich entdeckt
minderheiten achtung zollt?
ist der ruf erst ruiniert
lebt sich`s völlig ungeniert
jetzt laß ich die sau heraus!
es ist schön auf dieser welt
wenn man sich nicht mehr verstellt
und man erntet noch applaus
kinder, geht es einem gut
wenn man nix für and`re tut
wenn das gute endlich ruht
nur den meisten fehlt der mut ... sich die wahrheit zu gesteh`n

eigentlich bin ich ein schwein
eigentlich bist du ein schwein
egoistisch und gemein
und betrachtet man`s genau
bist du eine miese sau

eigentlich bin ich ein schwein
egoistisch und gemein
und ich hab`, nur wußt` ich`s nicht
das talent zum bösewicht
mitleid? - kenn ich nur mit mir
halt mir freunde zum pläsier
um im mittelpunkt zu sein
eigentlich bin ich ein schwein ...

Georg Danzer

Eigentlich bin ich ein Schwein

Und hier gibt auch noch einen Test dazu:

zyn.de/schwein_sein?ticket=&page=full


13.10.2003 21:08 • #1


Ehemaliger User


Nunja, ...

bei Dir weiß man in letzter Zeit nicht mehr so genau, ob Du mit diesem Text ein ernstes Anliegen ausdrücken möchtest oder derselbe als reiner Sarkasmus gemeint ist:-)

Ich denke, nicht jede(r) Robin Hood wird zwangsweise zum Schwein. Aber der Artikel liegt auf Zyn, und das sagt eigentlich alles:-)

cu

14.10.2003 00:58 • #2


Ehemaliger User


Hallo ,

frage doch mal Georg Danzer, was er sich bei diesem Text gedacht hat. Für mich ist es einfach ein sehr gutes Lied, mit einem noch besseren Text. Und jemehr ich darüber nachdenke, umsomehr stelle ich fest, daß niemand von uns perfekt ist, mich natürlich einbezogen.

Zudem frage ich mich, was an Sarkasmus verwerflich sein soll?

Kann es sein, daß wir ein wenig emfpindlich sind und Denkanstösse schon nicht mehr nötig haben.

Zudem steht unter diesem TEST bei Zyn auch die Erklärung!

Das Lied hingegen ist nicht erklärt und es steht jedem frei, es zu interpretieren.

Ich fühle mich nicht wie ein Schwein.

In diesem Sinne.

Nicht hinter jedem Geschriebenen steckt ein tieferer Geist.

Einfach mal treiben lassen und mit den Gedanken spielen.

Gruß

14.10.2003 01:13 • #3


Ehemaliger User


Hallo ,

> frage doch mal Georg Danzer, was er sich bei diesem Text gedacht hat.

das werde ich machen wenn ich ihn mal wieder sehe;-) Ach , ich denke dieser Text ist aus einem temporären Gefühl entstanden. Wenn es nicht so wäre dann könnte ich den Georg nur noch bemitleiden. So eine sarkastische Stimmung kann nicht für das ganze Leben gut sein denn sie ist absolut destruktiv. Ein Künstler wie Georg Danzer ist eben in der Lage, solche Stimmungen in einen Text zu verfassen, und da er einer von der "alten Garde" ist denke ich, er will uns damit auch etwas sagen und nicht nur seine egozentrische Gefühlswelt in die Öffentlichkeit werfen. Übrigens gibt es eine ganze Menge Künstler in seinem Alter , z.B. Peter Cornelius oder den in Ungnade gefallenen Konstantin Wecker, die inzwischen ähnlich drauf sind. Es scheint also schon fast "normal" zu sein, mit zunehmender Erfahrung/zunehmendem Alter sarkastisch zu werden, zumindest bei Menschen, die sich Gedanken um die Welt an sich machen.

> Zudem frage ich mich, was an Sarkasmus verwerflich sein soll?

verwerflich nicht, aber auf Dauer schädlich. Auf der anderen Seite kann dieser Sarkasmus auch zum erheiternden Programm werden, wie man es z.B. bei Lisa Fitz`s "Alles Schlampen außer Mutti" sehen kann... Ich kenne sie seit Jahren, sie kann auch privat nicht anders. Ein bitterböses, scharfzüngiges, knallhartes Weib. Ich liebe sie deswegen, solange ich ihr aus dem Weg gehen kann  ;D

> Kann es sein, daß wir ein wenig emfpindlich sind und Denkanstösse schon nicht mehr nötig haben.

Doch doch.... erst gestern war ich auf einem Seminar in Innsbruck, wo es um das Bewußtsein an sich ging, aus wissenschaftlicher Sicht. Sehr interessant. Hat mich bezüglich egozentischen Menschen etwas besänftigt, was nicht heißt daß ich ihr teilweise schädliches Verhalten anderen gegenüber tolerieren werde.

> Ich fühle mich nicht wie ein Schwein.

Ich auch nicht. Aber ich weiß, daß es in jedem Menschen einen Schweinehund gibt. Beim einen stärker, beim anderen schwächer. Ich kann dazu immer nur wieder die Lektüre von C. Jung empfehlen.

hypnos.co.uk/hypnomag/pdurbin6.htm

> Nicht hinter jedem Geschriebenen steckt ein tieferer Geist.

Klar, soweit kennt man sich inzwischen:-)


cu

14.10.2003 13:22 • #4


Ehemaliger User


Hallo ,

Georg Danzer, Konstantin Wecker, Peter Corneius, Ambros, Ostbahn Kurti und die vielen anderen guten Liedermacher und Texter, schreiben solche Texte und singen solche Lieder, wenn sie älter werden!

He, dann bin ich doch in sehr guter Gesellschaft, da ich solche Musik gerne höre.  ;D

Also ich finde, daß man schon ein wenig Ironie, Sarkasmus und Satire in sich haben sollte.

Viele Dinge, kann man doch auch mal aus einer anderen Sichtweise betrachten und dadurch seinen Horizont erweitern.

Zudem muß man doch nicht immer alles übernehmen.

Hin und wieder, ist es ganz gut, wenn man etwas liest oder hört, daß man es sich durch denn Kopf gehen lässt und dann die Sache kommentarlos im Raum stehen lässt.

Ja, Lisa Fitz, ist schon eine besondere Frau und ich weiß, daß sie das sagt, was sie denkt. Ich habe keine Probleme mit solchen Frauen, von mir würde sie Kontra bekommen. ;D

Über die Egozentriker habe ich lange genug nachgedacht. Du hast dich da aus meiner Sicht in etwas verrannt, was dich jetzt nicht mehr los lässt. Für mich ist das ähnlich, wie mit den Borderlinern. Nicht jeder, der sich nur ansatzweise wie ein Egozentriker oder Borderliner verhält, ist auch jemand. Man muß da schon genauer hinschauen und es ist sehr gefährlich, jemanden damit in Zusammenhang zu bringen. Leider geschieht das in unserer Gesellschaft relativ häufig, daß Menschen in ein Korsett gezwängt werden, aus dem sie dann gar nicht oder nur sehr schwer entkommen können.

So, genug der schweren Gedanken.

Werde mich dann mal wieder der Ironie und dem Sarkasmus widmen.

Wünsche dir einen schönen Abend.

Gruß





14.10.2003 22:01 • #5


Ehemaliger User


Hallo ,

> Über die Egozentriker habe ich lange genug nachgedacht. Du hast dich da aus meiner Sicht in etwas verrannt, was dich jetzt nicht mehr los lässt.

Ich hatte mich dahin verrannt, sie pauschal zu verurteilen. Das wird der Sache nicht gerecht, wie ich inzwischen auch weiß. Allerdings ist es für einen selbst einfacher, so s/w einzuteilen, weil man sich damit sehr schnell schützen kann vor solchen Leuten, deren Verhalten sich negativ auf einen selbst auswirkt, oft sogar körperlich. Ich empfehle da die Lektüre über emotionalen Vampirismus. Insofern halte ich dieses Denken für gerechtfertigt, zumindest solange wie es nötig ist. Die meisten die ich kenne denken s/w und nicht bunt, und ich erlaubte mir jetzt eben nach 25 Jahren emotionalem Druck mal mich ähnlich zu verhalten und damit - egoistisch, nicht egozentrisch - an mich selbst zu denken. Es gibt aber einen kleinen aber feinen Unterschied, den ich hier stark betonen möchte:
Schubladen dienen dazu, sich selbst zu schützen und mit Dingen besser zurecht zu kommen. Unser ganzes Denken, unsere Gesellschaft beruht auf Schubladen, denn sonst würden wir an der Komplexität der Welt verzweifeln. Nun: Offene Menschen können andere umsortieren, im neuen Licht sehen, narrow minded people aber stecken die anderen Leute einmal in eine Schublade und da kommen sie nie mehr raus egal was sie machen, im Positiven und im Negativen. DAS ist der Unterschied. Und diese Menschen sind in den meisten Fällen egozentrisch.
Nach diesem Seminar in Innsbruck ist mir sowas wie ein Licht aufgegangen: Normalerweise sieht ein Mensch sich aus 2 völlig unterschiedlichen Perspektiven: Einmal im subjektiven Erleben aus sich selbst heraus, einmal quasi von außen als "dritte" Person, distanziert. Diese 2. Sichtweise scheint heutzutage etwas unterbelichtet zu sein, denn es gibt immer mehr Leute, die nur noch ihr eigenes "Erleben" als Wahrheit betrachten und sich nicht mehr "von außen" im Zusammenhang mit anderen sehen können. Und das ist genau der Punkt, warum ich diese Menschen als egozentrisch bezeichnet habe.

Ist das nicht eine logische Erklärung für das zunehmende asoziale Verhalten in unserer Zeit, ? Meine Frage an Dich: Woher kommt dieser Trend?

cu

15.10.2003 13:46 • #6


Ehemaliger User


Hallo ,

liest sich doch sehr gesund, was du da aus dem Seminar mitgenommen hast.

Die Erklärung, warum das so ist, scheint doch auf der Hand zu liegen. Eine Gesellschaft, welche im Wandel ist, bringt sowohl Egoisten, als auch Egozentriker hervor. Eine Gesellschaft, die das "ICH" fördert und das "WIR" in den Hintergrund drängt, ist doch geradezu prädestiniert dazu.

Fragen wir uns doch mal, was den Egozentriker ausmacht und warum er sich so entwickelt hat, schließlich war er ja nicht immer so.

Was ist ein Egozentriker!

Ein Mensch, der nicht fähig ist zu lieben, seine Interessen in den Vordergrund stellt und seine Mitmenschen verletzt und demütigt.

Er ist ein Egozentriker. Menschen dieser Art schenken sich selbst das meiste Interesse, das damit den anderen entzogen wird. Je mehr ein solch ichbezogener Mensch auf sich selbst bedacht ist, um so gleichgültiger sind ihm seine Mitmenschen, um so weniger macht es ihm aus, sie fallen zu lassen. Sosehr er von sich überzeugt ist, so wenig hält er von den übrigen. An ihnen sieht er nur das Schlechte. Obwohl er selbst viel Anerkennung braucht, gibt er davon wenig seinem Nächsten. Weil aber mit solcher Isolierung zugleich das ganze Gefühls- und Gemütsleben in Mitleidenschaft gezogen wird, ist auch dieses noch zu sagen: Immer ist der Egozentriker auch ein liebesunfähiger und gefühlsarmer Mensch. Auf andere einzugehen und sich in andere einzufühlen, ist ihm nur schlecht möglich. Daher ist er auch keines echten Mitgefühls fähig. Das ist nur derjenige, der von sich selbst absehen und sich in andere hineinversetzen kann, mögen diese auch Ehebrecher, Dirnen oder Sünder anderer Art sein. Was also übersieht der egozentrische Mensch? Er übersieht, dass alles Leben Begegnung ist; er übersieht, dass er sein "Ich" erst von dem, den er liebt, empfängt. So bringt er sich um sein eigenes Glück. Wen wundert es, wenn er sich in seiner Seele einsam fühlt?
- Aber seien wir behutsam mit unserer Rede!

Dies ist nur ein kleiner Auszug und eine Interpretation von vielen.

Sind wir nicht alle ein wenig egozentrisch und wo verläuft die Grenze zwischen Egozentrikern und Egoisten?

Grundsätzlich gebe ich dir ja recht, was deine Einstellung zu Egozentriker betrifft. Auch für mich sind es arme Menschen, welche Hilfe benötigen und diese schlagen sie dann auch noch aus. Es ist auch sehr schwer, an solche Menschen gefühlsmäßig heran zukommen. Aber es ist grundsätzlich schwer an Menschen mit Störungen dieser oder ähnlicher Art heran zukommen.

Auf dieses Forum bezogen, würde ich die Exen nicht als Egozentriker bezeichnen. Viele Verlasser oder Verlassende sehen ihre Sicht der Dinge und sie verhalten sich dann auch so. Natürlich ist dieses Verhalten für denjenigen, welcher anders fühlt und denkt sehr schmerzhaft. Aber wie bitte schön soll man sich sonst trennen? Es gibt noch kein Handbuch für dieses Thema. Ich und du, wir haben doch reichlich Beiträge gelesen und du noch mehr beantwortet, aber geändert hat sich durch dein Arrangement doch nichts.

Wir müssen lernen, mit dieser Form der Gesellschaft und der draus resultierenden Form der Partnerschaft zu leben.

Wir alle stellen unsere Interessen in den Vordergrund und wir versuchen diese auch zu erreichen und sogar auf andere Menschen zu übertragen. Jetzt frage ich dich, ist das kein egozentrisches Verhalten?

Unsere Vorstellung von Partnerschaft und Beziehung gehen leider nicht immer mit dem konform, was wir suchen oder finden. Immer wieder kommt es doch in Beziehungen zu Ansätzen und Versuchen, den anderen zu ändern. Es werden sogar Drohungen und Ultimaten aufgestellt, die den anderen zwingen sollen, eine Veränderung herbei zuführen.

Für mich ist diese Vorgehensweise nichts anderes und es geht sehr wohl in den Bereich Egozentrik.

Egozentriker haben auch den Drang, Macht auszuüben und was liegt da näher, als diese Macht am Partner auszuüben.
Im Berufsleben ist diese Macht sicherlich oft von Vorteil und sie kann einem weiterbringen aber wer kann schon einen Knopf umlegen und dann sein Gefühlsleben so umschalten?

Es liegt auch hier an uns. Entweder wir machen einen großen Bogen um diese Menschen, oder wir lassen es einfach nicht zu, dass sie uns seelisch und körperlich Schmerz zufügen.

Abwehr ist die beste Verteidigung und wenn wir das umsetzen können, dann können Egozentriker mit anderen Menschen in friedlicher Koexistenz leben.

Wir werden diese Menschen und die Gesellschaft nicht ändern, also lerne ich mit diesen Menschen zu leben.

Wenn ich mit mir selber im reinen bin, dann kann ich auch die Meinung und Sichtweise eines anderen Menschen dulden, tolerieren oder sogar akzeptieren.

Hm, dann warte ich mal auf deine Antwort und lehne mich in der Zeit wie ein Egozentriker zurück und genieße den Nachmittag. ;D

Gruß



der sicherlich auch eine egozentrische Ader besitzt.

15.10.2003 14:53 • #7


Ehemaliger User


Halo ,

> Was ist ein Egozentriker!

Ich denke, Du machst keine großen Unterschied zum Egoisten. Ich schon. Ein Egoist macht nichts, was ihm schadet, wenn er nicht gleichzeitig auch ein Egozentriker ist. Ein Egoist sieht - ganz bewußt! - seinen Vorteil auch in langfristiger Hinsicht und in einer 360-Grad-Perspektive. Ein egozentischer Mensch dagegen ist eher unbewußt und sieht nur das, was ihn unmittelbar berührt und nur das, was direkt vor ihm liegt. nicht seitlich, nicht hinter ihm, nicht oben oder unten und vor allem nicht in der Ferne vor ihm. Er kümmert sich auch nur um die Leute, die seinen Kreis berühren, und ganz besonders um denjenigen, den er glaubt zu lieben. Und da wird er zum Opfer seiner Gefühle.
Ich hab mal in einem Wörterbuch für Psychologie gekuckt, aus der ehemaligen DDR, hab das leider jetzt nicht hier, aber ich schreib das bald mal genau auf wenn ich wieder in München bin. Ich kann mich erinnern gelesen zu haben, daß die Egozentrik in jedem von Kind an steckt, und später durch soziale Erziehung "abgewöhnt" werden kann. Das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen. Insofern wäre Egozentrik im Erwachsenenalter nichts weiter als nie gelerntes soziales Bewußtsein. Eigentlich einleuchtend, oder?

> Ein Mensch, der nicht fähig ist zu lieben, seine Interessen in den > Vordergrund stellt und seine Mitmenschen verletzt und demütigt.

ich würde ergänzen: Unbewußt. Meistens jedenfalls. Aber daß er nicht liebt halte ich für falsch. Es ist eine ganz spezielle Form von Liebe, die mit Hörigkeit vergleichbar ist. Gerade egozentrische Menschen sind extrem gefühlsgesteuert und lehnen jegliche Möglichkeit der Kontrolle radikal ab. Sie "ergeben" sich ihren Gefühlen, und wenn sie auf jemanden treffen, der sie nicht liebt und cool bleiben kann, gehen sie bis zur Selbstaufgabe. Ihr ganzes Denken ist zielgerichtet auf eine bestimmte Person und jeglicher Versuch, ihnen Vernunft beizubringen ist zum Scheitern verurteilt.

Du hast das Thema Trennung angesprochen... Ich war einige Monate nach meiner Trennung auch egozentrisch, habe nicht auf die Ratschläge einiger erfahreneren Forumsteilnehmer gehört, sondern bin meinen ganz eigenen Weg gegangen. Es war ok so aber ich hätte mir einiges ersparen können wenn ich nicht so selbstbezogen und gleichzeitig fixiert auf meine Ex gewesen wäre.
Heute teile ich die Meinung Vieler, daß es in den meisten Fällen unklug ist, um den oder die Ex zu kämpfen. Denn: Wenn eine neue Liebe im Spiel ist muß jede Strategie versagen. Kleine Erfolge sind möglich, aber das was man sich erwünscht wird nicht eintreten. Nur wenn der Trennende sich aus anderen Gründen trennt ist eine geringe Chance vorhanden, den Ex zurück gewinnen zu können.

Es gibt also wahrscheinlich bei jedem eine egozentrische Phase, aber manche sind es ihr ganzes Leben lang, zumindest bis sie eine sehr bittere Erfahrung machen mußten.

> Immer ist der Egozentriker auch ein liebesunfähiger und gefühlsarmer Mensch.

dem mit der (wahren) Liebe könnte ich noch beipflichten, aber gefühlsarm ist falsch. Im Gegenteil. Diese Menschen sind gefühlsüberbetont und deshalb unterdrücken sie diese auch radikal. Ich habe lange Zeit geglaubt, es sei Kälte. Aber es ist nur der Schutz vor dem Zusammenbrechen ihres Kartenhauses des falschen Stolzes. Ein "reiner" Egozentriker hat immer ein schlechtes Gewissen, kann nie zu seinen Fehlern stehen und interpretiert jede, auch konstruktive Kritik als persönlichen Angriff auf seine Person. Ein Egoist würde klug und besonnen handeln und seine "Schwäche" gezielt zu seinem Vorteil ummünzen. Ein Egozentriker versucht das ähnlich durch den sofortigen, unüberlegten, gefühlsmäßigen Schuß aus der Hüfte, mit der 180-gradigen Verdrehung der Tatsachen, aber er merkt nicht, daß er sich dabei selbst ins Knie schießt.

> Sind wir nicht alle ein wenig egozentrisch und wo verläuft die Grenze zwischen Egozentrikern und Egoisten?

Nein, weder Du noch ich sind nennenswert egozentrisch. Was uns aber nicht daran hindert, egoistisch und manchmal eigensinnig zu sein:-)

> Wir müssen lernen, mit dieser Form der Gesellschaft und der draus resultierenden Form der Partnerschaft zu leben.

Nein. Ich nicht mehr, denn inzwischen ist meine Geduld am Ende. Da wo ich jetzt bin ist - noch - eine Oase der Ruhe und Hilfsbereitschaft und ich lade jeden, der ernsthaft bereit für diese Erfahrung ist, ein, hier her in die Berge zu kommen und diese Ruhe zu erfahren:-)

> Wir alle stellen unsere Interessen in den Vordergrund und wir versuchen diese auch zu erreichen und sogar auf andere Menschen zu übertragen. Jetzt frage ich dich, ist das kein egozentrisches Verhalten?

unsere Interessen? Ja! Aber nicht nur das Interesse, uns selbst weiterzubringen, sondern das Interesse, unsere Erfahrungen weiterzugeben und zum Nachdenken anzuregen, Bewußtsein zu fördern.

> Unsere Vorstellung von Partnerschaft und Beziehung gehen leider nicht immer mit dem konform, was wir suchen oder finden. Immer wieder kommt es doch in Beziehungen zu Ansätzen und Versuchen, den anderen zu ändern. Es werden sogar Drohungen und Ultimaten aufgestellt, die den anderen zwingen sollen, eine Veränderung herbei zuführen.

Über diesen Punkt denke ich schon lange nach, . In dem Moment wo man begreift, daß jeder Mensch mindestens zwei Seiten hat, eine "positive" und eine "negative", und man beide Seiten so akzeptieren muß wie sie sind, dann wird der Wunsch nach Veränderung des Partners absolet. Die "Kunst" ist es, die "negative" Seite des Partnes nicht mehr als störend zu empfinden. Es liegt doch auf der Hand, daß diese "negative" Seite nur aus subjektiver Sicht "negativ" interpretiert wird und deshalb man selbst eine Änderung der Sichtweise angreifen sollte, anstatt den anderen ändern zu wollen. Ich gebe aber zu, das ist sehr schwierig.


> Entweder wir machen einen großen Bogen um diese Menschen, oder wir lassen es einfach nicht zu, dass sie uns seelisch und körperlich Schmerz zufügen.

Ja. wir werden es nicht mehr zulassen. Weil wir uns selbst schützen müssen und weil wir ihnen nicht damit helfen, wenn wir ihnen immer wieder entgegen kommen. Das klingt egoistisch, aber wir brauchen unsere Kraft für die Leute, die sich wirklich helfen lassen wollen.

cu

18.10.2003 01:25 • #8




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