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Aussichtslose Lage?

BitterTaste

BitterTaste

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Hallo.

Mir fiel so spontan kein besserer Titel ein. Er darf also gerne geändert werden, falls der Forenleitung etwas besseres einfällt.

Ich beschäftige mich nach der harten Trennung vor nun fast einem halben Jahr (nachzulesen unter meinen Themen) sehr damit, WARUM ich ihn nicht loslassen kann.
WAS GENAU ich denn an ihm so geliebt bzw gebraucht habe.
Ich hatte letzte Woche einen mega Durchbruch in der Erkenntnis über mich selbst.
Auf jeden Fall hänge ich heute an folgendem Punkt.
Irgendwo im www las ich heute eben das mit dem wahren Grund.
Z.b. Er gab mir Zweisamkeit/ jetzt fühle ich mich allein. Oder, er gab mir das Gefühl hübsch zu sein/ jetzt fühle ich mich hässlich. usw (nur Beispiele!)
Und dass man diese Lücken dann bei sich selbst suchen und mit sich selbst füllen soll.
Ich weiß aber was es bei ihm (und auch Partnern davor) war -

Er hat mich nicht verlassen.

(hat er ja am Ende doch)

Das war, ist, was mich so an ihm festhält.
Aber wie soll ich mir das selbst geben?
Wisst ihr was ich meine?

Zum Beispiel oben:
Er gab mir das Gefühl nicht allein zu sein / also fülle ich diese Lücke z.b. mit Freunden.
Aber was kann ich tun, wenn es darum ging, nicht verlassen zu werden. Auf Teufel komm raus nicht.
Hat jemand dazu eine Idee?

Dankeschön

18.11.2021 22:54 • #1


Isnogud

Isnogud


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Zitat von BitterTaste:
Hallo. Mir fiel so spontan kein besserer Titel ein. Er darf also gerne geändert werden, falls der Forenleitung etwas besseres einfällt. Ich ...


Meine Gedanken dazu:
Arbeit mit dem inneren Kind... warum fühlt sich verlassen werden für dich so arg lebensbedrohlich an, dass es auf gar keinen Fall passieren darf?
Was ist da vorgefallen, evtl. in der Kindheit... Das kannst du dir bewusst machen und damit arbeiten, dass du jetzt eine starke Frau bist, die das verlassen werden überlebt!

18.11.2021 22:59 • x 4 #2



Aussichtslose Lage?

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RyanG

RyanG


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Ich würde da wohl sehr pragmatisch rangehen..

Er sagt Dir, Du seist hübsch: Geh zum Friseur inkl Makeup und kauf Klamotten. Sammle Komplimente aus dem Freundeskreis

Du fühlst Dich allein? Schare Leute um Dich herum.

Vielleicht zu easy gedacht?

Was ist es denn genau bei Dir? Vielleicht fällt uns ja was ein.

18.11.2021 22:59 • #3


Isnogud

Isnogud


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Es geht weniger darum, die Oberfläche neu zu lackieren sondern den gefühlten Mangel im Inneren zu heilen...

18.11.2021 23:02 • x 3 #4


BitterTaste

BitterTaste


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@RyanG

Hey... Ja so sehe ich das ja auch. Problem erkannt, Problem gebannt.
Aber um mich nicht verlassen zu fühlen, kann ich ja nicht einen neuen Partner suchen. Das wäre der worst case.
Aber WAS soll ich mir denn selbst geben? Ohne Partner?

@Isnogud hat schon recht. Ich weiß ja auch dass das innere Kind da schreit. Aber eben nicht verlassen zu werden.
Es ist also immer an eine andere Person gebunden irgendwie.

18.11.2021 23:03 • #5


BitterTaste

BitterTaste


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Mal noch einfacher gesagt:

Ich brauch keinen Partner um mich schön zu finden.
Ich brauch keinen Partner um nicht allein zu sein.
Aber,
Ich brauch keinen Partner um nicht verlassen zu werden?

18.11.2021 23:06 • #6


Hulkine

Hulkine


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Zitat von BitterTaste:
Ich brauch keinen Partner um nicht verlassen zu werden?

Wohl eher zurückgeliebt werden. Wenn man Liebe spürt die man selber (für diese Person) empfindet, dann habe ich auch keine Angst verlassen zu werden.

18.11.2021 23:10 • #7


RyanG

RyanG


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Wenn Dein Thema die Angst ist, verlassen zu werden, dann kannst Du mit "ausgleichendem Verhalten" nicht arbeiten.

Dann ist die Challenge, das Schattenkind zu beruhigen. Hol das Sonnenkind raus.

Allerdings ist das ne Geschichte, die man auch relativieren muss. Dass ne Trennung wehtut, man den anderen vermisst, ne gewisse Zeit durchhängt etc ist normaler Liebeskummer. Den wird man nicht wegtrainieren können.

18.11.2021 23:11 • x 1 #8


Isnogud

Isnogud


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Ich verweise eigentlich ungern auf meinen eigenen thread... auf den ersten 2-3 Seiten habe ich beschrieben, wie ich mir vorstelle, als große Isno die kleine Isno zu retten.

Solche Bilder zu zeichnen und durchzuspielen, haben mir sehr geholfen. Evtl. wäre das auch was für dich.
Ansonsten ist auch eine Therapie nicht verkehrt, wenn du alleine keinen Zugang findest.

18.11.2021 23:11 • #9


Hansl

Hansl


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Zitat von RyanG:
Du fühlst Dich allein? Schare Leute um Dich herum.

Das kann nach hinten losgehen.
Einsamkeit ist in einem, auch im Fussballstadion

Zitat von BitterTaste:
Ich hatte letzte Woche einen mega Durchbruch in der Erkenntnis über mich selbst.

Oft die Spitze des Eisberges. .

18.11.2021 23:16 • x 2 #10


ElGatoRojo

ElGatoRojo


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Zitat von Isnogud:
Arbeit mit dem inneren Kind... warum fühlt sich verlassen werden für dich so arg lebensbedrohlich an, dass es auf gar keinen Fall passieren darf?

Tja, das innere Kind. Wer knuspert an meinem Selbstwert? - Der Wind, der Wind - das innere Kind.

Verlassen zu werden ist - inneres Kind hin oder her - nie ein gutes Gefühl. Ob man das nun als Kind erfuhr oder dort noch nicht. Vielleicht ist es dann später sogar um so schlimmer, weil es nicht eine unbewußte, sondern eine sehr bewußt schmerzhafte Erfahrung ist.

Die Angst vor dem Verlassenwerden ist eben meist um so größer, je enger die Beziehung ist. Es steht mehr auf dem Spiel. Aber wenn die Beziehung gut ist, ist eben auch das Risiko des Verlasssenwerdens geringer. Aber es passiert eben manchmal doch. Es ist nie mit Sicherheit verhinderbar.

Zitat von BitterTaste:
WARUM ich ihn nicht loslassen kann.

Eine Beziehung ist etwas, was man hat. Zwar kein Eigentum, aber zumidest Besitz. Die Beziehung gibt etwas. Es ist ein Wert an sich, den das Verlassenwerden zu Staub werden läßt. In der Gegenwart ist die Beziehung der Vergangenheit einfach nicht mehr existent, nur die Erinnerung ist noch vorhanden.

Diese Erinnerung ist nur ein fiktives Abbild der vergangenen Beziehung, aber eben das Alleinige, was gedanklich noch greifbar ist. Daher hält man fest daran. Es mindert die Trauer über den Verlust, hält aber zugleich die Trauer weiter am Leben. Dieser Diskrepanz zu entgehen fehlt zu oft der entscheidende Entschluss. In der Regel ist man dazu in der ersten Zeit nach der Trennung überhaupt nicht in der Lage. Aber für die meisten kommt der Punkt der Aufrechnung (positiv-negativ) und des Loslassens durch puren Zeitablauf.

18.11.2021 23:20 • x 2 #11


ElGatoRojo

ElGatoRojo


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Zitat von BitterTaste:
Ich brauch keinen Partner um nicht verlassen zu werden?

Der radikale Ansatz. Wäre nicht mein Ding. No risk - no fun. Bedeutet, sich mit dem Risiko des Scheiterns auf etwas Gutes, Faszinierendes und Romantisches einfach einzulassen. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es irgendwann enden könnte.

Denn aus lauter Angst vor Enttäuschung sich auf Nichts mit einem/einer Anderen einlassen zu können heißt doch auch, auf die Momente des Glücks zu verzichten, die so möglich sind.

18.11.2021 23:25 • x 5 #12


Isnogud

Isnogud


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Zitat von ElGatoRojo:
Tja, das innere Kind. Wer knuspert an meinem Selbstwert? - Der Wind, der Wind - das innere Kind. Verlassen zu werden ist - inneres Kind ...

Das streite ich nicht ab. Verlassen zu werden führt dazu das man das gewohnte Leben, so wie man es kannte, hinter sich lassen muss. Neues und Unbekanntes ist immer auch beängstigend...

Eine Kindheitserfahrung damit, kann aber zu absurden Blüten in der Partnerwahl oder im Umgang mit einer Trennung führen.
Ob das auf einen speziell zutrifft, muss jeder für sich selbst wissen...

18.11.2021 23:27 • x 2 #13


ElGatoRojo

ElGatoRojo


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Zitat von Isnogud:
Eine Kindheitserfahrung damit, kann aber zu absurden Blüten in der Partnerwahl oder im Umgang mit einer Trennung führen.
Ob das auf einen speziell zutrifft, muss jeder für sich selbst wissen...

Das ist schon klar. Aber wird für mein Gefühl in der Praxis für Partnerwahl und Partnerbindung überschätzt. Das S. Verhalten wird nach der Pubertät neu gelernt und eingeübt. Da gewinnt jeder Mensch je nach Temperament und Gelegenheit ganz neue und andere Erfahrungen.

18.11.2021 23:31 • #14


Isnogud

Isnogud


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Zitat von ElGatoRojo:
Das ist schon klar. Aber wird für mein Gefühl in der Praxis für Partnerwahl und Partnerbindung überschätzt. Das S. Verhalten wird nach der ...

Also ich für meinen Teil war mit 20 so sehr damit beschäftigt, es nicht so wie meine Eltern zu machen, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass es doch das gleiche Muster war

18.11.2021 23:35 • #15



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