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Beidseitige Trennung, Angst vorm Alleinsein, Kontrolle

AvecSouci

Hallo Zusammen,

nun sitze ich leider wieder da und muss einen liebgewonnenen Menschen ziehen lassen. Eigentlich kann man von einer einvernehmlichen Trennung sprechen, denn ich habe ich den letzten Wochen ganz tiefe Zweifel daran gehabt, ob die Beziehung noch auf tragenden Beinen steht. Den letzten Schritt hat er dann gestern gemacht und kam zu mir, um mir mitzuteilen, dass er lieber allein sein möchte.
Damit ist er mir eigentlich nur kurz zuvor gekommen, auch ich hatte beschlossen, dass nun meine Leidensgrenze überschritten war.
Welches Leid? Eigentlich einfach das Leid, dass zwei Menschen doch nicht zusammen passen, auch wenn sie es versucht haben und sich wünschten, und auch wenn die Zeit am Anfang so schön war.
Ich habe am Ende immer wieder versucht, aus dem Menschen das "herauszukitzeln", was ich mir gewünscht habe: Liebe, Zuneigung, gemeinsame Zeit. Dadurch habe ich wahrscheinlich einen riesigen Druck ausgeübt und das werfe ich mir vor.
Mein Verhalten nicht der einzige Grund dafür ist, dass es nicht gepasst hat, sondern vielleicht mehr ein Symptom meiner Unzufriedenheit gewesen.
Und es verwirrt mich, dass ich einfach WEISS, dass ich zu viel Druck ausübe und dann noch viel weniger bekomme, was ich damit erreichen wollte. Ich renne einfach immer wieder gegen dieselbe Wand an. Und dann passiert das schlimmste für mich: ich bin wieder alleine.
Da ich leider, wie viele von euch, schon öfter verlassen wurde, habe ich so eine Angst vorm Verlassen werden. Eigentlich paradox - ich habe es doch schon erlebt und überlebt. Aber dieses Gefühl, dass man vom anderen eben doch nicht mit seinen Ecken und Kanten geliebt wird, ist so bitter. Das Gefühl, dass nur ein Mensch einen trösten kann, und gerade der kann und wird es nicht.
Das Gefühl, dass es ohne mich bei dem anderen Menschen weiter geht und ich ihm dafür auch nicht böse sein darf. Es ist einfach so, aber es ist einfach traurig.
Ich will einfach nicht allein sein und das Gefühl haben, dass einfach kein Mensch mich haben will. Ich habe tolle Freundinnen und Familie, die für mich da sein können, aber das ist eben nicht das Gleiche wie eine liebende Geste des Partners.
Ich bin wütend auf mich. Warum bin ich so fordernd, will alles unter Kontrolle haben, greife dann nur noch stärker nach dem, was immer weiter in die Ferne rückt?

Habt ihr irgendwelche Tipps gegen das Alleinsein? Mir graut es vor dem Wochenende, vor allem dem Sonntag.

18.09.2015 07:40 • #1


ba_

ba_


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Hey..ich kann dir im moment leider keine tipps geben aber ich hoffe sehr darauf dass du welche bekommst da im forum..schon mal gut dass du den weg her gefunden hast.
Ich kann dir nur sagen dass ich seit gestern in der genau gleichen lage bin wie du..wieder mal..das was so wunderschön anfängt endet in einer katastrophe...
Und es ist genau wie du sagst..man möchte nur von dem einen menschen getröstet werden..und weiss aber genau dass er das nie mehr tun wird...
Das gefühl ist jedes mal so schrecklich und zerreisst einem fast das herz.
Ich mach mir auch vorwürfe dass ich mehr geben hätte sollen..war aber so verunsichert ob ich mich denn richtig verhalte...
Du sprichst mir mit deiner geschichte wirklich aus der seele..schwierige umstände..und das wissen darüber dass ein fundament irgendwie fehlt...und trotzdem ist das gefühl jetzt kaum zu ertragen.
Anscheinend tragen wir alle das gleiche schicksal..einfach mehr zu lieben als der andere..tiefgründiger zu sein..und daher auch so zu leiden..

18.09.2015 08:04 • #2



Beidseitige Trennung, Angst vorm Alleinsein, Kontrolle

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_Tara_

_Tara_


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Zitat von AvecSouci:
Habt ihr irgendwelche Tipps gegen das Alleinsein? Mir graut es vor dem Wochenende, vor allem dem Sonntag.

Nein.
Aber ich habe einen anderen Tipp für Dich: jeder Mensch ist am Ende des Tages allein mit sich selbst.
Wir werden alleine geboren und werden alleine sterben. Im Film des eigenen Lebens ist man selbst der Hauptdarsteller! Die Nebendarsteller wechseln ständig, kommen und gehen. Der Hauptdarsteller aber bleibt.

Und deswegen ist mein Tipp, um wieder glücklich zu werden, das Alleinsein mit sich aushalten zu können.
Besinne Dich auf das, was Du hast und was Du kannst und schau nicht immer nur auf das, was Du nicht hast. Tu Dir Gutes! Ein langes, wohlriechendes Schaumbad, eine Maniküre, ein leckeres Essen, ein gutes Buch... geh' zum Friseur, kauf Dir ein paar neue Klamotten, geh tanzen... Freue Dich, dass Du gesund bist!

Eine andere Person kann und darf nicht für Dein Glück verantwortlich sein! Das kannst Du nur selbst!

(Ich bin auch gerade auf dem Weg dorthin...)

18.09.2015 08:17 • x 1 #3


Junge_Roemer


Taaaaaaaaaaaaaaaaaaaaraa, wow, wow, wow ... mein reden und schreiben hier: "Jeder stirbt für sich allein." (Roman, Fallada)

Ps: Am Wochenende ist hier immer jemand für Dich da. Zum Beispiel im Tread: "Ich hasse diese Single-Wochenenden" von Susi & Strolchi

Ganz liebe Grüße vom Tarmpel-Tempi

18.09.2015 08:52 • #4


Junge_Roemer


Guten Morgen AvecSouci, Thread.. und Du kannst Dich immer vertrauensvoll an Tara, Isadora, Nur so, minna, schmaloo.. und co. wenden. Es ist wirklich ein Träumchen hier. Man lernt so schnell und so viel über die menschliche Psyche, Abgründe, aber auch so viel Gutes.
Einen angenehemen Tag wünsche ich uns.

18.09.2015 09:22 • #5


Ullaa


Hallo,

wahre Worte. In den wirklich wichtigen Situationen in meinem Leben war ich immer allein. Und ich habs trotzdem geschafft und werde es auch weiter schaffen. Was ich nur so grausig finde, sind die anstehenden Feste. In meinen Freudes- und Bekanntenkreis gibt es in nächster Zeit eine Silberhochzeit nach der anderen. Und schon stellt sich die Frage, gehst du allein oder suchst dir jemanden der dich begleitet. Gott wie ich es hasse. Zu einigen Feiern bin ich allein gegangen. Sie waren nicht schlecht, ich hatte Spaß, aber es blieb immer dieses gewisse Manko, schau mal der fehlt der Mann. Nett wäre es gewesen, wenn es die Leute nur gedacht hätten, aber nein sie mußten sich auch noch ausführlich darüber auslassen, dass sie es nicht verstehen, dass so eine hübsche, charmante, witzige, patente Frau nicht in der Lage ist, einen Mann zu finden und zu halten. Grrrrrrrrrr.

Sorry, aber ich bin ich und wer mich so nicht mag, soll mir gestohlen bleiben, denn ansonsten stiehlt er mir wertvolle Lebenszeit. Also werde ich wohl auch die nächsten Feste tapfer allein durchstehen. Frau wächst an ihren Aufgaben.

18.09.2015 11:07 • #6


AvecSouci


Danke für eure Antworten. Es ist schön, dass jemand mitliest!

ba_, wie schade, dass auch du dich in dieser Situation wieder findest. Wenn ich mich meinem Selbstmitleid in kurzen Momenten hingebe, dann frage ich mich: Was soll eigentlich der Mist. Am Ende alles ein Stäubchen im Winde und bleibt nicht bestehen. Lohnt es sich eigentlich?
Und dann, ja dann kommen die schönen Momente zurück ins Gedächtnis. Dann sagt mir mein Herz, dass es sich lohnt, wenn man es versucht, und wenn man immer wieder gegen eine Wand rennt, weil man nur so diese kostbaren Erfahrungen bekommt.
Diese sind es auch, die so schmerzen wie die Hölle. Weil sie eben da waren, man weiß es, doch man kann sie nicht mehr greifen.
Und dann wieder: aber was lohnt sich das eigentlich? ... und immer so weiter. Ein endloses Hin und Her zwischen Schmerz und Herz.

_Tara_, sowas in der Art hatte ich schon befürchtet. Dass die Antwort "nichts" ist, und ich eben doch keinen Shortcut für die Lücke finde. Du hast völlig Recht damit, dass man nur für sich selbst leben kann und man die einzige Person ist, die einen glücklich machen kann.
Eigentlich weiß ich sowas. Ich habe heute sogar noch länger mit einer Freundin darüber gesprochen, warum ich eigentlich froh bin, dass es vorbei ist. Und dann kommt einfach und ohne Vorwarnung dieses schwere Vorhang, der "Du wurdest (auch) zurückgewiesen" heißt. Am Ende wollte er mich doch nicht mehr haben. So wie schon davor, und davor...
Es klingt wie das widerwärtigste Selbstmitleid, aber ich bin eigentlich einfach etwas verzweifelt, weil ich diesen Windmühlenkampf mit mir selber führe.

Junge_Roemer, danke für die Aufmunterung - ich werde bestimmt immer wieder auf das Forum stoßen!

Ullaa, deine Erfahrung mit den Festen kann ich mir gut vorstellen. Die Leute denken vielleicht, sie machen einem Komplimente, wenn sie einen so darstellen, als müsste man es doch eigentlich leicht haben, "jemanden zu finden". Und was man dann hört ist "aber da hier ja keiner neben ihr sitzt, gehe ich mal davon aus, dass bei ihr doch was im Argen liegt". Sie wissen es vielleicht nicht besser. Ich würde an deiner Stelle auch alleine gehen, oder mit einer guten Freundin als "plus one". Du hast es doch nicht nötig, "irgendjemanden" zu finden, nur damit die anderen ihren Schnabel halten.



Mein Tag heute war ganz ok, bis ich mir dachte, wie lange ich mich eigentlich nicht bei ihm melden will. Irgendwann muss ich noch Sachen abholen. Dann habe ich den Fehler gemacht, zu denken: Vielleicht meldet er sich ja. Die darin gehegte Hoffnung besteht nicht darin, dass ich das Comeback wünsche. Es ist einfach die Hoffnung, doch etwas zu bedeuten. Irgendwas, und zumindest genug, als dass der andere einen noch mal hören will. Hat er ja eigentlich gesagt - "ich will dich doch nicht als Freundin verlieren".
Aber meine bittere Ahnung ist, dass da nichts kommen wird. Von keinem der Verflossenen kam etwas. Da fühlt man sich doch irgendwie wertlos. So als laufen die Leute ein Stück beim Marathon mit einem, und wenn du dann nach Luft japst, trinken sie einen Becher Wasser und laufen weiter.
Immer wieder dieses Gedankenspiel von Schmerz und Herz. Ich weiß, dass ich mich nicht hängen lasse.
Ich habe zuvor eine schlimme Trennung erlebt, mit absoluter Ahnungslosigkeit bei wochenlanger Unehrlichkeit, Feigheit es zu sagen, Rausbekommen über jemand anderen, Trennung per Telefon und das war es dann einfach. Da habe ich gelitten wie ein Tier. Ich war wirklich am Boden und auch da habe ich mich hinausgekommen. Aber nicht alleine, denn der aktuelle Ex war damals für mich da. Und ich bin mir auch nicht so sicher, ob ich die Trennung vor der jetzigen Trennung eigentlich so richtig abgearbeitet habe...
Ich schaffe es irgendwie immer, kein gutes Haar an mir zu lassen

19.09.2015 00:36 • #7


forever464


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hey AvecSouci,
ja manchmal können wir wenn wir eine Person wirklich sehr lieben und Angst davor haben sie zu verlieren, sie "unbewusst" unter Druck setzen, oder anfangen zu kontrollieren. Auch wenn man im Nachhinein weiß, dass es falsch ist, will man die "Ratschläge" oder auch "Forderungen" an dem Partner realisiert bekommen, auch wenn er einfach nicht der "richtige" ist. Das will man nicht merken und denkt sich, wenn er mir mehr Zeit schenken würde, wenn er öfter mit mir ausgehen würde, wenn er romantischer wäre, wenn er doch dies,das,jenes machen würde, wäre unsere Beziehung harmonischer! Aber das ist nicht so ! Denn einen Menschen kannst du nicht ändern. Und er selbst wird sich auch schwer nach einem bestimmten Alter ändern wollen, vor allem wenn er nicht die gleichen Probleme in der Beziehung sieht wie du.
Es gibt halt einfach diese Beziehungen da funktioniert alles von allein so harmonisch, weil sich diese zwei Menschen vervollständigen. Aber bei anderen kann es anders sein, entweder man kommt damit klar, oder man sieht ein, dass man nicht zusammen gehört und passt, und ich weiß, dass ist so schwer!
Lieber will man versuchen und alles ändern und so weiter aber schließlich weiß man es klappt nicht!
Wenn du dir also schon vorher Gedanken darüber gemacht hast dich zu trennen, dann weißt du ja auch die Grunde dafür und an die solltest du immer wieder denken. Wenn du dich nicht getraut hast den allerletzen Schritt zu machen, dann sei doch froh, dass er ihn gemacht hat. Später wirst du das sein, wenn du den richten triffst, mit dem einfach alles stimmt. Jetzt fühlst du dich allein, weil nichts die Liebe eines Partners ersetzen kann! Die wärme die er einem schenkt. Was ich dir rate ist, sei so oft es geht unter Menschen. Versuch dich abzulenken. Mach Sport, geh shoppen ... Die Klassiker die einen auf positive Gedanken bringen.. Denn du bist nicht allein! Aus den schießgelaufenen Beziehungen lernen wir doch, was beim nächsten passen sollte, damit es klappt! Dadurch können wir besser wissen, was wir wirklich wollen und brauchen und was uns schadet in einer Beziehung! Also geh raus ! Entdecke die Welt... Genieße deine Zeit, in der du alleine bist.. Das wird schon

19.09.2015 02:45 • x 1 #8


AvecSouci


Danke forever464, das sind sehr aufbauende Worte.
Heute geht es mir auch schon besser. Akzeptieren, was man nicht ändern kann, ist wohl der Zauberspruch. Leichter gesagt, als getan, das weiß ich.

20.09.2015 22:21 • #9


Ewok1980


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Hallo Avec,
hallo allen Helfenden,

ich kenne deine Situation, nur mit vertauschten Rollen.
Wir waren beide am Ende nicht mehr so richtig glücklich, aber irgendwie wollte keiner der letzten Schritt gehen, stattdessen haben wir uns fast nur noch gestritten.
Von außen hört man dann, dass es doch von Anfang nicht so richtig gepaßt hat und man müsse sich doch befreit fühlen, dass es jetzt vorbei sei.
Aber am Ende des Tages, wenn die Lichter aus sind, man auf seiner Seite des gemeinsam gekauften Bettes liegt und sich zur freien Stelle dreht, dann denkt man nicht an die Streits, man denkt an den gegangenen Partner, an die schönen Zeiten, an all das, was der Beziehung ihren Wert verliehen hat.
Trotzdem ist es wichtig, dass man sich auch bzw. grade in den schwachen Momenten vor Augen führt, dass es eben nicht gereicht hat, die Unstimmigkeiten auszugleichen, das Gefühl des gemeinsamen Glücks die weniger schönen Momente aufzuwiegen.

Ich hänge derzeit auch ziemlich in den Seilen, erwische mich immer wieder, wie an sie und die gemeinsamen Erlebnisse, Feiern, Freunde, usw. denkt. Man hat ja auch viele Orte gemeinsam besucht, Späße gemacht, sich sehr persönliche Dinge erzählt, die einen verbunden haben,...

Im Grunde bin ich mir darüber bewußt, dass der Schritt notwendig und richtig war, aber man hat da eben so die üblichen Differenzen von Kopf und Herz, die sich gegenseitig zu übertönen zu versuchen.
Ich persönlich habe auch große Probleme damit, mir keine Sorgen mehr um sie zu machen. Auch da sagt der Kopf wieder, sie ist eine starke, selbstständige, junge Frau, die vor, während und nun auch nach der Beziehung ihren Weg gehen wird und sich auch durchsetzen kann, aber trotzdem denke ich immer, was ist wenn...

Ich weiß, ich setze mich da einem gewaltigen Teufelskreis aus, der mich immer wieder in sein Zentrum ziehen wird, bis ich an dem Punkt bin, dass es nicht mehr ist, sondern einmal war und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von ihrer Seite aus auch nicht mehr wird

24.09.2015 10:46 • #10


AvecSouci


Warum sind Trennungen, egal wie sie ablaufen, eigentlich immer so schei*e?
Da ist man 18 Monate zusammen, stellt dann fest, dass es nun doch leider nicht gepasst hat. So weit, so einfach zu verstehen.
Aber man vermisst doch seinen Partner an seiner Seite. Obwohl man sich aller Umstände bewusst ist und es bei klarem Verstand auch nicht rückgängig machen will!
Ich bin mittlerweile relativ sicher, dass meine traurigen Momente einfach sentimentale "war doch so schön, warum hat's nicht geklappt"-Gedanken vermischt mit "mich will keiner haben"-Fertigmache sind. Klar mochte ich meinen Ex, und eigentlich kann ich ihn auch immer noch mögen, weil er mir nichts getan hat. Aber ich liebe ihn nicht.

Trotzdem nervt es mich, dass man noch nicht mal vernünftig in Kontakt treten kann. Er ist ein erwachsener Mann, und trotzdem geht er nicht ans Telefon ran, obwohl mein einziges Anliegen ist (was er natürlich nicht wissen kann, aber ehrlich gesagt, was sollte ich halt sonst von ihm wollen?), meine Sachen abzuholen. Ich brauch die halt echt langsam mal und ich möchte es auch nicht ewig hinauszögern, sodass man da immer noch diese "Sache zu klären" hat.
Stattdessen schreibt er mir, er sei unterwegs und ich könnte ihm doch gern schreiben.
*beep*, ich wollte halt NICHT schreiben, sondern wie ein normaler erwachsener Mensch anrufen und einen Termin zum Abholen ausmachen.
Nicht WhatsApp, nicht darauf warten, wann er mal antwortet - einfach die Sache über die Bühne bringen. Warum ist das nicht mal einfach möglich?
Dieses Spielchen - er hat die Nachricht gesehen, aber antwortet nicht, weil er ach so beschäftigt ist. Es ist doch gar nicht nötig, verdammt! Ich will ihm nicht auf die Nerven gehen, und ich muss auch nicht wissen, ob er unterwegs ist oder nach Hause kommt oder sonst was macht!

03.10.2015 13:44 • #11


Junge_Roemer


So ein Wichtigtuer!

Richte Deine Nachricht telefonisch an seinen Freund, sine Eltern, seine Schwester, seinen Bruder.

Guten Abend Avec, lass Dich nicht ärgern.

Es grüßt Dich Tempi

03.10.2015 17:33 • #12


ExHausmann


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Zitat von AvecSouci:
Trotzdem nervt es mich, dass man noch nicht mal vernünftig in Kontakt treten kann. Er ist ein erwachsener Mann, und trotzdem geht er nicht ans Telefon ran, obwohl mein einziges Anliegen ist (was er natürlich nicht wissen kann, aber ehrlich gesagt, was sollte ich halt sonst von ihm wollen?), meine Sachen abzuholen. Ich brauch die halt echt langsam mal und ich möchte es auch nicht ewig hinauszögern, sodass man da immer noch diese "Sache zu klären" hat.
Stattdessen schreibt er mir, er sei unterwegs und ich könnte ihm doch gern schreiben.
*beep*, ich wollte halt NICHT schreiben, sondern wie ein normaler erwachsener Mensch anrufen und einen Termin zum Abholen ausmachen.
Nicht WhatsApp, nicht darauf warten, wann er mal antwortet - einfach die Sache über die Bühne bringen. Warum ist das nicht mal einfach möglich?
Man kann natürlich weiter darauf warten, dass der andere Anrufe entgegen nimmt. Oder einfach seinen Wunsch entsprechend eine Nachricht schreiben. Dann weiß er das es nur um die Sachen geht.

Er hätte das zwar deutlich als eingeschränkte Kontaktsperre ankündigen können, aber sich weiter drüber aufregen, bringt dir auch nicht deine Sachen.

03.10.2015 17:44 • #13


AvecSouci


Guten Abend!
Erstmal danke, dass ich euch meinen kleinen Wutausbruch gestern durchgelesen und mir geantwortet habt!

Ich wollte kurz erzählen, wie es weiter gegangen ist, denn ich finde, dass hier im Forum auch mal positive Sachen zur Sprache kommen sollten!
Und zwar habe ich gestern den Nachmittag mit meinen besten Freundinnen verbracht, die mich wieder abgeregt haben. Es hatte mich verletzt, durch die Art meines Ex-Freundes in die Schranken gewiesen worden zu sein. Er ist nämlich immer der Typ gewesen, der lieber telefoniert hat als zu schreiben, und seinen ausdrücklichen Wunsch (wie du, ExHausmann, es genannt hast) zum schriftlichen Kontakt - verbunden mit dem "ich bin busy" - empfand ich als klare Zurückweisung. In meinen Augen unbegründet, da mein Anliegen ja harmlos war.

Jedenfalls bin ich dann cool geblieben, habe recht kurz angebunden zurück geschrieben und so hatten wir uns dann für heute Mittag verabredet.
Abends habe ich auch noch ein ziemlich augenöffnendes Gespräch mit den Freundinnen gehabt und zum ersten Mal eine meiner größten Schwächen erkannt, die ich in der nächsten Zeit in Angriff nehmen werde. Es ist im Grunde ein ziemlich kindisches Verhalten, bei dem ich vom Gegenüber erwarte, dass er meine Probleme errät oder zumindest nachfragt (der Partner musste das auch gerne zwei, drei, fünf mal machen, bis ich mit der Sprache herausgerückt bin). So "beweist" der Andere mir, dass er mich "bedingungslos" akzeptiert und auch mit dieser "Eigenart" umgehen kann.
Tatsächlich aber kann man so ein Verhalten vielleicht so haarscharf seinem Partner zumuten, aber schon gar nicht einem anderen Menschen - jeder hat schließlich sein eigenes Päckchen zu tragen, und meine Probleme sind eben in erster Linie meine Probleme.
Ich weiß nicht, wie viel Sinn das schon ergibt Bin aber stolz, dass ich diesen Knackpunkt jetzt endlich mal gefunden habe (das war in meinen vorherigen Beziehungen schon ein Problem).

So ging es mir dann heute auch schon viel besser. Ich habe erkannt, dass ich jetzt alleine gehen muss, aber mir mein Leben so auch frei gestalten kann. Ich brauche nicht von einem Partner abhängig zu sein!

Und das Treffen mit dem Ex lief dann auch ganz anders als erwartet. Wir konnten uns nett unterhalten, freundschaftlich. Die Telefon/Schreibgeschichte war auch eher ein Missverständnis und im Nachhinein viel weniger dramatisch.
So haben wir dann gegenseitig ein paar Neuigkeiten ausgetauscht und gemerkt, dass nun unsere Zeit als Paar nun zu Ende ist, und dies von beiden Seiten akzeptiert ist (ich hoffe mal, dass ich mir das jetzt nicht vormache, aber es fühlt sich wirklich sicher und gut an, dass wir uns getrennt haben). Aber da wir uns immer noch gut verstehen und einander nicht böse sind, wird man schauen, ob ein Kontakt bleiben wird. Wir konnten uns auch umarmen.

Ich fand es sehr erleichternd, so positiv heute aus dem Abschied heraus gegangen zu sein. Es ist, als ob einem diese riesige Last genommen wird, sich zurück gelassen zu fühlen. Ich habe wieder ein Stück von mir selbst zurück bekommen, weil ich weiß, dass mein Ex-Freund mich als Mensch geschätzt hat und wohl auch noch tut.
Ich bin dankbar, dass wir zusammen waren und schöne Zeiten erlebt haben! Er war in einer schwierigen Zeit für mich da (und ich auch für ihn), und das hat auch verbunden. Und ich habe nun nicht mehr das Gefühl, das dies alles umsonst gewesen ist. Auch wenn wir kein Paar mehr sein wollen, müssen wir den anderen nicht aus dem Leben streichen, wenn wir feststellen, dass wir das nicht möchten. Ob das so sein wird, kann sicher nur die Zeit sagen, aber es nimmt mir diese Verzweiflung, dieses "was soll das ganze eigentlich?".

04.10.2015 19:28 • #14


ExHausmann


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Glückwunsch zum positiven Verlauf und finde ich gut, dass du uns den auch mitgeteilt hast.

Ich denke unter solchen Umständen kann man auch die Bekanntschaft nach der Beziehung aufrecht erhalten und womöglich gute Freunde werden.

04.10.2015 20:34 • #15



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