AvecSouci
Gast
nun sitze ich leider wieder da und muss einen liebgewonnenen Menschen ziehen lassen. Eigentlich kann man von einer einvernehmlichen Trennung sprechen, denn ich habe ich den letzten Wochen ganz tiefe Zweifel daran gehabt, ob die Beziehung noch auf tragenden Beinen steht. Den letzten Schritt hat er dann gestern gemacht und kam zu mir, um mir mitzuteilen, dass er lieber allein sein möchte.
Damit ist er mir eigentlich nur kurz zuvor gekommen, auch ich hatte beschlossen, dass nun meine Leidensgrenze überschritten war.
Welches Leid? Eigentlich einfach das Leid, dass zwei Menschen doch nicht zusammen passen, auch wenn sie es versucht haben und sich wünschten, und auch wenn die Zeit am Anfang so schön war.
Ich habe am Ende immer wieder versucht, aus dem Menschen das "herauszukitzeln", was ich mir gewünscht habe: Liebe, Zuneigung, gemeinsame Zeit. Dadurch habe ich wahrscheinlich einen riesigen Druck ausgeübt und das werfe ich mir vor.
Mein Verhalten nicht der einzige Grund dafür ist, dass es nicht gepasst hat, sondern vielleicht mehr ein Symptom meiner Unzufriedenheit gewesen.
Und es verwirrt mich, dass ich einfach WEISS, dass ich zu viel Druck ausübe und dann noch viel weniger bekomme, was ich damit erreichen wollte. Ich renne einfach immer wieder gegen dieselbe Wand an. Und dann passiert das schlimmste für mich: ich bin wieder alleine.
Da ich leider, wie viele von euch, schon öfter verlassen wurde, habe ich so eine Angst vorm Verlassen werden. Eigentlich paradox - ich habe es doch schon erlebt und überlebt. Aber dieses Gefühl, dass man vom anderen eben doch nicht mit seinen Ecken und Kanten geliebt wird, ist so bitter. Das Gefühl, dass nur ein Mensch einen trösten kann, und gerade der kann und wird es nicht.
Das Gefühl, dass es ohne mich bei dem anderen Menschen weiter geht und ich ihm dafür auch nicht böse sein darf. Es ist einfach so, aber es ist einfach traurig.
Ich will einfach nicht allein sein und das Gefühl haben, dass einfach kein Mensch mich haben will. Ich habe tolle Freundinnen und Familie, die für mich da sein können, aber das ist eben nicht das Gleiche wie eine liebende Geste des Partners.
Ich bin wütend auf mich. Warum bin ich so fordernd, will alles unter Kontrolle haben, greife dann nur noch stärker nach dem, was immer weiter in die Ferne rückt?
Habt ihr irgendwelche Tipps gegen das Alleinsein? Mir graut es vor dem Wochenende, vor allem dem Sonntag.


Warum ist das nicht mal einfach möglich?