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Beidseitige Trennung, Angst vorm Alleinsein, Kontrolle

AvecSouci

Hallo Zusammen,

nun sitze ich leider wieder da und muss einen liebgewonnenen Menschen ziehen lassen. Eigentlich kann man von einer einvernehmlichen Trennung sprechen, denn ich habe ich den letzten Wochen ganz tiefe Zweifel daran gehabt, ob die Beziehung noch auf tragenden Beinen steht. Den letzten Schritt hat er dann gestern gemacht und kam zu mir, um mir mitzuteilen, dass er lieber allein sein m├Âchte.
Damit ist er mir eigentlich nur kurz zuvor gekommen, auch ich hatte beschlossen, dass nun meine Leidensgrenze ├╝berschritten war.
Welches Leid? Eigentlich einfach das Leid, dass zwei Menschen doch nicht zusammen passen, auch wenn sie es versucht haben und sich w├╝nschten, und auch wenn die Zeit am Anfang so sch├Ân war.
Ich habe am Ende immer wieder versucht, aus dem Menschen das "herauszukitzeln", was ich mir gew├╝nscht habe: Liebe, Zuneigung, gemeinsame Zeit. Dadurch habe ich wahrscheinlich einen riesigen Druck ausge├╝bt und das werfe ich mir vor.
Mein Verhalten nicht der einzige Grund daf├╝r ist, dass es nicht gepasst hat, sondern vielleicht mehr ein Symptom meiner Unzufriedenheit gewesen.
Und es verwirrt mich, dass ich einfach WEISS, dass ich zu viel Druck aus├╝be und dann noch viel weniger bekomme, was ich damit erreichen wollte. Ich renne einfach immer wieder gegen dieselbe Wand an. Und dann passiert das schlimmste f├╝r mich: ich bin wieder alleine.
Da ich leider, wie viele von euch, schon ├Âfter verlassen wurde, habe ich so eine Angst vorm Verlassen werden. Eigentlich paradox - ich habe es doch schon erlebt und ├╝berlebt. Aber dieses Gef├╝hl, dass man vom anderen eben doch nicht mit seinen Ecken und Kanten geliebt wird, ist so bitter. Das Gef├╝hl, dass nur ein Mensch einen tr├Âsten kann, und gerade der kann und wird es nicht.
Das Gef├╝hl, dass es ohne mich bei dem anderen Menschen weiter geht und ich ihm daf├╝r auch nicht b├Âse sein darf. Es ist einfach so, aber es ist einfach traurig.
Ich will einfach nicht allein sein und das Gef├╝hl haben, dass einfach kein Mensch mich haben will. Ich habe tolle Freundinnen und Familie, die f├╝r mich da sein k├Ânnen, aber das ist eben nicht das Gleiche wie eine liebende Geste des Partners.
Ich bin w├╝tend auf mich. Warum bin ich so fordernd, will alles unter Kontrolle haben, greife dann nur noch st├Ąrker nach dem, was immer weiter in die Ferne r├╝ckt?

Habt ihr irgendwelche Tipps gegen das Alleinsein? Mir graut es vor dem Wochenende, vor allem dem Sonntag.

18.09.2015 06:40 • #1


ba_

ba_


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Hey..ich kann dir im moment leider keine tipps geben aber ich hoffe sehr darauf dass du welche bekommst da im forum..schon mal gut dass du den weg her gefunden hast.
Ich kann dir nur sagen dass ich seit gestern in der genau gleichen lage bin wie du..wieder mal..das was so wundersch├Ân anf├Ąngt endet in einer katastrophe...
Und es ist genau wie du sagst..man m├Âchte nur von dem einen menschen getr├Âstet werden..und weiss aber genau dass er das nie mehr tun wird...
Das gef├╝hl ist jedes mal so schrecklich und zerreisst einem fast das herz.
Ich mach mir auch vorw├╝rfe dass ich mehr geben h├Ątte sollen..war aber so verunsichert ob ich mich denn richtig verhalte...
Du sprichst mir mit deiner geschichte wirklich aus der seele..schwierige umst├Ąnde..und das wissen dar├╝ber dass ein fundament irgendwie fehlt...und trotzdem ist das gef├╝hl jetzt kaum zu ertragen.
Anscheinend tragen wir alle das gleiche schicksal..einfach mehr zu lieben als der andere..tiefgr├╝ndiger zu sein..und daher auch so zu leiden..

18.09.2015 07:04 • #2



Beidseitige Trennung, Angst vorm Alleinsein, Kontrolle

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_Tara_

_Tara_


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Zitat von AvecSouci:
Habt ihr irgendwelche Tipps gegen das Alleinsein? Mir graut es vor dem Wochenende, vor allem dem Sonntag.

Nein.
Aber ich habe einen anderen Tipp f├╝r Dich: jeder Mensch ist am Ende des Tages allein mit sich selbst.
Wir werden alleine geboren und werden alleine sterben. Im Film des eigenen Lebens ist man selbst der Hauptdarsteller! Die Nebendarsteller wechseln st├Ąndig, kommen und gehen. Der Hauptdarsteller aber bleibt.

Und deswegen ist mein Tipp, um wieder gl├╝cklich zu werden, das Alleinsein mit sich aushalten zu k├Ânnen.
Besinne Dich auf das, was Du hast und was Du kannst und schau nicht immer nur auf das, was Du nicht hast. Tu Dir Gutes! Ein langes, wohlriechendes Schaumbad, eine Manik├╝re, ein leckeres Essen, ein gutes Buch... geh' zum Friseur, kauf Dir ein paar neue Klamotten, geh tanzen... Freue Dich, dass Du gesund bist!

Eine andere Person kann und darf nicht f├╝r Dein Gl├╝ck verantwortlich sein! Das kannst Du nur selbst!

(Ich bin auch gerade auf dem Weg dorthin...)

18.09.2015 07:17 • x 1 #3


Junge_Roemer


Taaaaaaaaaaaaaaaaaaaaraa, wow, wow, wow ... mein reden und schreiben hier: "Jeder stirbt f├╝r sich allein." (Roman, Fallada)

Ps: Am Wochenende ist hier immer jemand f├╝r Dich da. Zum Beispiel im Tread: "Ich hasse diese Single-Wochenenden" von Susi & Strolchi

Ganz liebe Gr├╝├če vom Tarmpel-Tempi

18.09.2015 07:52 • #4


Junge_Roemer


Guten Morgen AvecSouci, Thread.. und Du kannst Dich immer vertrauensvoll an Tara, Isadora, Nur so, minna, schmaloo.. und co. wenden. Es ist wirklich ein Tr├Ąumchen hier. Man lernt so schnell und so viel ├╝ber die menschliche Psyche, Abgr├╝nde, aber auch so viel Gutes.
Einen angenehemen Tag w├╝nsche ich uns.

18.09.2015 08:22 • #5


Ullaa


Hallo,

wahre Worte. In den wirklich wichtigen Situationen in meinem Leben war ich immer allein. Und ich habs trotzdem geschafft und werde es auch weiter schaffen. Was ich nur so grausig finde, sind die anstehenden Feste. In meinen Freudes- und Bekanntenkreis gibt es in n├Ąchster Zeit eine Silberhochzeit nach der anderen. Und schon stellt sich die Frage, gehst du allein oder suchst dir jemanden der dich begleitet. Gott wie ich es hasse. Zu einigen Feiern bin ich allein gegangen. Sie waren nicht schlecht, ich hatte Spa├č, aber es blieb immer dieses gewisse Manko, schau mal der fehlt der Mann. Nett w├Ąre es gewesen, wenn es die Leute nur gedacht h├Ątten, aber nein sie mu├čten sich auch noch ausf├╝hrlich dar├╝ber auslassen, dass sie es nicht verstehen, dass so eine h├╝bsche, charmante, witzige, patente Frau nicht in der Lage ist, einen Mann zu finden und zu halten. Grrrrrrrrrr.

Sorry, aber ich bin ich und wer mich so nicht mag, soll mir gestohlen bleiben, denn ansonsten stiehlt er mir wertvolle Lebenszeit. Also werde ich wohl auch die n├Ąchsten Feste tapfer allein durchstehen. Frau w├Ąchst an ihren Aufgaben.

18.09.2015 10:07 • #6


AvecSouci


Danke f├╝r eure Antworten. Es ist sch├Ân, dass jemand mitliest!

ba_, wie schade, dass auch du dich in dieser Situation wieder findest. Wenn ich mich meinem Selbstmitleid in kurzen Momenten hingebe, dann frage ich mich: Was soll eigentlich der Mist. Am Ende alles ein St├Ąubchen im Winde und bleibt nicht bestehen. Lohnt es sich eigentlich?
Und dann, ja dann kommen die sch├Ânen Momente zur├╝ck ins Ged├Ąchtnis. Dann sagt mir mein Herz, dass es sich lohnt, wenn man es versucht, und wenn man immer wieder gegen eine Wand rennt, weil man nur so diese kostbaren Erfahrungen bekommt.
Diese sind es auch, die so schmerzen wie die H├Âlle. Weil sie eben da waren, man wei├č es, doch man kann sie nicht mehr greifen.
Und dann wieder: aber was lohnt sich das eigentlich? ... und immer so weiter. Ein endloses Hin und Her zwischen Schmerz und Herz.

_Tara_, sowas in der Art hatte ich schon bef├╝rchtet. Dass die Antwort "nichts" ist, und ich eben doch keinen Shortcut f├╝r die L├╝cke finde. Du hast v├Âllig Recht damit, dass man nur f├╝r sich selbst leben kann und man die einzige Person ist, die einen gl├╝cklich machen kann.
Eigentlich wei├č ich sowas. Ich habe heute sogar noch l├Ąnger mit einer Freundin dar├╝ber gesprochen, warum ich eigentlich froh bin, dass es vorbei ist. Und dann kommt einfach und ohne Vorwarnung dieses schwere Vorhang, der "Du wurdest (auch) zur├╝ckgewiesen" hei├čt. Am Ende wollte er mich doch nicht mehr haben. So wie schon davor, und davor...
Es klingt wie das widerw├Ąrtigste Selbstmitleid, aber ich bin eigentlich einfach etwas verzweifelt, weil ich diesen Windm├╝hlenkampf mit mir selber f├╝hre.

Junge_Roemer, danke f├╝r die Aufmunterung - ich werde bestimmt immer wieder auf das Forum sto├čen!

Ullaa, deine Erfahrung mit den Festen kann ich mir gut vorstellen. Die Leute denken vielleicht, sie machen einem Komplimente, wenn sie einen so darstellen, als m├╝sste man es doch eigentlich leicht haben, "jemanden zu finden". Und was man dann h├Ârt ist "aber da hier ja keiner neben ihr sitzt, gehe ich mal davon aus, dass bei ihr doch was im Argen liegt". Sie wissen es vielleicht nicht besser. Ich w├╝rde an deiner Stelle auch alleine gehen, oder mit einer guten Freundin als "plus one". Du hast es doch nicht n├Âtig, "irgendjemanden" zu finden, nur damit die anderen ihren Schnabel halten.



Mein Tag heute war ganz ok, bis ich mir dachte, wie lange ich mich eigentlich nicht bei ihm melden will. Irgendwann muss ich noch Sachen abholen. Dann habe ich den Fehler gemacht, zu denken: Vielleicht meldet er sich ja. Die darin gehegte Hoffnung besteht nicht darin, dass ich das Comeback w├╝nsche. Es ist einfach die Hoffnung, doch etwas zu bedeuten. Irgendwas, und zumindest genug, als dass der andere einen noch mal h├Âren will. Hat er ja eigentlich gesagt - "ich will dich doch nicht als Freundin verlieren".
Aber meine bittere Ahnung ist, dass da nichts kommen wird. Von keinem der Verflossenen kam etwas. Da f├╝hlt man sich doch irgendwie wertlos. So als laufen die Leute ein St├╝ck beim Marathon mit einem, und wenn du dann nach Luft japst, trinken sie einen Becher Wasser und laufen weiter.
Immer wieder dieses Gedankenspiel von Schmerz und Herz. Ich wei├č, dass ich mich nicht h├Ąngen lasse.
Ich habe zuvor eine schlimme Trennung erlebt, mit absoluter Ahnungslosigkeit bei wochenlanger Unehrlichkeit, Feigheit es zu sagen, Rausbekommen ├╝ber jemand anderen, Trennung per Telefon und das war es dann einfach. Da habe ich gelitten wie ein Tier. Ich war wirklich am Boden und auch da habe ich mich hinausgekommen. Aber nicht alleine, denn der aktuelle Ex war damals f├╝r mich da. Und ich bin mir auch nicht so sicher, ob ich die Trennung vor der jetzigen Trennung eigentlich so richtig abgearbeitet habe...
Ich schaffe es irgendwie immer, kein gutes Haar an mir zu lassen

18.09.2015 23:36 • #7


forever464


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hey AvecSouci,
ja manchmal k├Ânnen wir wenn wir eine Person wirklich sehr lieben und Angst davor haben sie zu verlieren, sie "unbewusst" unter Druck setzen, oder anfangen zu kontrollieren. Auch wenn man im Nachhinein wei├č, dass es falsch ist, will man die "Ratschl├Ąge" oder auch "Forderungen" an dem Partner realisiert bekommen, auch wenn er einfach nicht der "richtige" ist. Das will man nicht merken und denkt sich, wenn er mir mehr Zeit schenken w├╝rde, wenn er ├Âfter mit mir ausgehen w├╝rde, wenn er romantischer w├Ąre, wenn er doch dies,das,jenes machen w├╝rde, w├Ąre unsere Beziehung harmonischer! Aber das ist nicht so ! Denn einen Menschen kannst du nicht ├Ąndern. Und er selbst wird sich auch schwer nach einem bestimmten Alter ├Ąndern wollen, vor allem wenn er nicht die gleichen Probleme in der Beziehung sieht wie du.
Es gibt halt einfach diese Beziehungen da funktioniert alles von allein so harmonisch, weil sich diese zwei Menschen vervollst├Ąndigen. Aber bei anderen kann es anders sein, entweder man kommt damit klar, oder man sieht ein, dass man nicht zusammen geh├Ârt und passt, und ich wei├č, dass ist so schwer!
Lieber will man versuchen und alles ├Ąndern und so weiter aber schlie├člich wei├č man es klappt nicht!
Wenn du dir also schon vorher Gedanken dar├╝ber gemacht hast dich zu trennen, dann wei├čt du ja auch die Grunde daf├╝r und an die solltest du immer wieder denken. Wenn du dich nicht getraut hast den allerletzen Schritt zu machen, dann sei doch froh, dass er ihn gemacht hat. Sp├Ąter wirst du das sein, wenn du den richten triffst, mit dem einfach alles stimmt. Jetzt f├╝hlst du dich allein, weil nichts die Liebe eines Partners ersetzen kann! Die w├Ąrme die er einem schenkt. Was ich dir rate ist, sei so oft es geht unter Menschen. Versuch dich abzulenken. Mach Sport, geh shoppen ... Die Klassiker die einen auf positive Gedanken bringen.. Denn du bist nicht allein! Aus den schie├čgelaufenen Beziehungen lernen wir doch, was beim n├Ąchsten passen sollte, damit es klappt! Dadurch k├Ânnen wir besser wissen, was wir wirklich wollen und brauchen und was uns schadet in einer Beziehung! Also geh raus ! Entdecke die Welt... Genie├če deine Zeit, in der du alleine bist.. Das wird schon

19.09.2015 01:45 • x 1 #8


AvecSouci


Danke forever464, das sind sehr aufbauende Worte.
Heute geht es mir auch schon besser. Akzeptieren, was man nicht ├Ąndern kann, ist wohl der Zauberspruch. Leichter gesagt, als getan, das wei├č ich.

20.09.2015 21:21 • #9


Ewok1980


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Hallo Avec,
hallo allen Helfenden,

ich kenne deine Situation, nur mit vertauschten Rollen.
Wir waren beide am Ende nicht mehr so richtig gl├╝cklich, aber irgendwie wollte keiner der letzten Schritt gehen, stattdessen haben wir uns fast nur noch gestritten.
Von au├čen h├Ârt man dann, dass es doch von Anfang nicht so richtig gepa├čt hat und man m├╝sse sich doch befreit f├╝hlen, dass es jetzt vorbei sei.
Aber am Ende des Tages, wenn die Lichter aus sind, man auf seiner Seite des gemeinsam gekauften Bettes liegt und sich zur freien Stelle dreht, dann denkt man nicht an die Streits, man denkt an den gegangenen Partner, an die sch├Ânen Zeiten, an all das, was der Beziehung ihren Wert verliehen hat.
Trotzdem ist es wichtig, dass man sich auch bzw. grade in den schwachen Momenten vor Augen f├╝hrt, dass es eben nicht gereicht hat, die Unstimmigkeiten auszugleichen, das Gef├╝hl des gemeinsamen Gl├╝cks die weniger sch├Ânen Momente aufzuwiegen.

Ich h├Ąnge derzeit auch ziemlich in den Seilen, erwische mich immer wieder, wie an sie und die gemeinsamen Erlebnisse, Feiern, Freunde, usw. denkt. Man hat ja auch viele Orte gemeinsam besucht, Sp├Ą├če gemacht, sich sehr pers├Ânliche Dinge erz├Ąhlt, die einen verbunden haben,...

Im Grunde bin ich mir dar├╝ber bewu├čt, dass der Schritt notwendig und richtig war, aber man hat da eben so die ├╝blichen Differenzen von Kopf und Herz, die sich gegenseitig zu ├╝bert├Ânen zu versuchen.
Ich pers├Ânlich habe auch gro├če Probleme damit, mir keine Sorgen mehr um sie zu machen. Auch da sagt der Kopf wieder, sie ist eine starke, selbstst├Ąndige, junge Frau, die vor, w├Ąhrend und nun auch nach der Beziehung ihren Weg gehen wird und sich auch durchsetzen kann, aber trotzdem denke ich immer, was ist wenn...

Ich wei├č, ich setze mich da einem gewaltigen Teufelskreis aus, der mich immer wieder in sein Zentrum ziehen wird, bis ich an dem Punkt bin, dass es nicht mehr ist, sondern einmal war und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von ihrer Seite aus auch nicht mehr wird

24.09.2015 09:46 • #10


AvecSouci


Warum sind Trennungen, egal wie sie ablaufen, eigentlich immer so schei*e?
Da ist man 18 Monate zusammen, stellt dann fest, dass es nun doch leider nicht gepasst hat. So weit, so einfach zu verstehen.
Aber man vermisst doch seinen Partner an seiner Seite. Obwohl man sich aller Umst├Ąnde bewusst ist und es bei klarem Verstand auch nicht r├╝ckg├Ąngig machen will!
Ich bin mittlerweile relativ sicher, dass meine traurigen Momente einfach sentimentale "war doch so sch├Ân, warum hat's nicht geklappt"-Gedanken vermischt mit "mich will keiner haben"-Fertigmache sind. Klar mochte ich meinen Ex, und eigentlich kann ich ihn auch immer noch m├Âgen, weil er mir nichts getan hat. Aber ich liebe ihn nicht.

Trotzdem nervt es mich, dass man noch nicht mal vern├╝nftig in Kontakt treten kann. Er ist ein erwachsener Mann, und trotzdem geht er nicht ans Telefon ran, obwohl mein einziges Anliegen ist (was er nat├╝rlich nicht wissen kann, aber ehrlich gesagt, was sollte ich halt sonst von ihm wollen?), meine Sachen abzuholen. Ich brauch die halt echt langsam mal und ich m├Âchte es auch nicht ewig hinausz├Âgern, sodass man da immer noch diese "Sache zu kl├Ąren" hat.
Stattdessen schreibt er mir, er sei unterwegs und ich k├Ânnte ihm doch gern schreiben.
*beep*, ich wollte halt NICHT schreiben, sondern wie ein normaler erwachsener Mensch anrufen und einen Termin zum Abholen ausmachen.
Nicht WhatsApp, nicht darauf warten, wann er mal antwortet - einfach die Sache ├╝ber die B├╝hne bringen. Warum ist das nicht mal einfach m├Âglich?
Dieses Spielchen - er hat die Nachricht gesehen, aber antwortet nicht, weil er ach so besch├Ąftigt ist. Es ist doch gar nicht n├Âtig, verdammt! Ich will ihm nicht auf die Nerven gehen, und ich muss auch nicht wissen, ob er unterwegs ist oder nach Hause kommt oder sonst was macht!

03.10.2015 12:44 • #11


Junge_Roemer


So ein Wichtigtuer!

Richte Deine Nachricht telefonisch an seinen Freund, sine Eltern, seine Schwester, seinen Bruder.

Guten Abend Avec, lass Dich nicht ├Ąrgern.

Es gr├╝├čt Dich Tempi

03.10.2015 16:33 • #12


ExHausmann


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Zitat von AvecSouci:
Trotzdem nervt es mich, dass man noch nicht mal vern├╝nftig in Kontakt treten kann. Er ist ein erwachsener Mann, und trotzdem geht er nicht ans Telefon ran, obwohl mein einziges Anliegen ist (was er nat├╝rlich nicht wissen kann, aber ehrlich gesagt, was sollte ich halt sonst von ihm wollen?), meine Sachen abzuholen. Ich brauch die halt echt langsam mal und ich m├Âchte es auch nicht ewig hinausz├Âgern, sodass man da immer noch diese "Sache zu kl├Ąren" hat.
Stattdessen schreibt er mir, er sei unterwegs und ich k├Ânnte ihm doch gern schreiben.
*beep*, ich wollte halt NICHT schreiben, sondern wie ein normaler erwachsener Mensch anrufen und einen Termin zum Abholen ausmachen.
Nicht WhatsApp, nicht darauf warten, wann er mal antwortet - einfach die Sache ├╝ber die B├╝hne bringen. Warum ist das nicht mal einfach m├Âglich?
Man kann nat├╝rlich weiter darauf warten, dass der andere Anrufe entgegen nimmt. Oder einfach seinen Wunsch entsprechend eine Nachricht schreiben. Dann wei├č er das es nur um die Sachen geht.

Er h├Ątte das zwar deutlich als eingeschr├Ąnkte Kontaktsperre ank├╝ndigen k├Ânnen, aber sich weiter dr├╝ber aufregen, bringt dir auch nicht deine Sachen.

03.10.2015 16:44 • #13


AvecSouci


Guten Abend!
Erstmal danke, dass ich euch meinen kleinen Wutausbruch gestern durchgelesen und mir geantwortet habt!

Ich wollte kurz erz├Ąhlen, wie es weiter gegangen ist, denn ich finde, dass hier im Forum auch mal positive Sachen zur Sprache kommen sollten!
Und zwar habe ich gestern den Nachmittag mit meinen besten Freundinnen verbracht, die mich wieder abgeregt haben. Es hatte mich verletzt, durch die Art meines Ex-Freundes in die Schranken gewiesen worden zu sein. Er ist n├Ąmlich immer der Typ gewesen, der lieber telefoniert hat als zu schreiben, und seinen ausdr├╝cklichen Wunsch (wie du, ExHausmann, es genannt hast) zum schriftlichen Kontakt - verbunden mit dem "ich bin busy" - empfand ich als klare Zur├╝ckweisung. In meinen Augen unbegr├╝ndet, da mein Anliegen ja harmlos war.

Jedenfalls bin ich dann cool geblieben, habe recht kurz angebunden zur├╝ck geschrieben und so hatten wir uns dann f├╝r heute Mittag verabredet.
Abends habe ich auch noch ein ziemlich augen├Âffnendes Gespr├Ąch mit den Freundinnen gehabt und zum ersten Mal eine meiner gr├Â├čten Schw├Ąchen erkannt, die ich in der n├Ąchsten Zeit in Angriff nehmen werde. Es ist im Grunde ein ziemlich kindisches Verhalten, bei dem ich vom Gegen├╝ber erwarte, dass er meine Probleme err├Ąt oder zumindest nachfragt (der Partner musste das auch gerne zwei, drei, f├╝nf mal machen, bis ich mit der Sprache herausger├╝ckt bin). So "beweist" der Andere mir, dass er mich "bedingungslos" akzeptiert und auch mit dieser "Eigenart" umgehen kann.
Tats├Ąchlich aber kann man so ein Verhalten vielleicht so haarscharf seinem Partner zumuten, aber schon gar nicht einem anderen Menschen - jeder hat schlie├člich sein eigenes P├Ąckchen zu tragen, und meine Probleme sind eben in erster Linie meine Probleme.
Ich wei├č nicht, wie viel Sinn das schon ergibt Bin aber stolz, dass ich diesen Knackpunkt jetzt endlich mal gefunden habe (das war in meinen vorherigen Beziehungen schon ein Problem).

So ging es mir dann heute auch schon viel besser. Ich habe erkannt, dass ich jetzt alleine gehen muss, aber mir mein Leben so auch frei gestalten kann. Ich brauche nicht von einem Partner abh├Ąngig zu sein!

Und das Treffen mit dem Ex lief dann auch ganz anders als erwartet. Wir konnten uns nett unterhalten, freundschaftlich. Die Telefon/Schreibgeschichte war auch eher ein Missverst├Ąndnis und im Nachhinein viel weniger dramatisch.
So haben wir dann gegenseitig ein paar Neuigkeiten ausgetauscht und gemerkt, dass nun unsere Zeit als Paar nun zu Ende ist, und dies von beiden Seiten akzeptiert ist (ich hoffe mal, dass ich mir das jetzt nicht vormache, aber es f├╝hlt sich wirklich sicher und gut an, dass wir uns getrennt haben). Aber da wir uns immer noch gut verstehen und einander nicht b├Âse sind, wird man schauen, ob ein Kontakt bleiben wird. Wir konnten uns auch umarmen.

Ich fand es sehr erleichternd, so positiv heute aus dem Abschied heraus gegangen zu sein. Es ist, als ob einem diese riesige Last genommen wird, sich zur├╝ck gelassen zu f├╝hlen. Ich habe wieder ein St├╝ck von mir selbst zur├╝ck bekommen, weil ich wei├č, dass mein Ex-Freund mich als Mensch gesch├Ątzt hat und wohl auch noch tut.
Ich bin dankbar, dass wir zusammen waren und sch├Âne Zeiten erlebt haben! Er war in einer schwierigen Zeit f├╝r mich da (und ich auch f├╝r ihn), und das hat auch verbunden. Und ich habe nun nicht mehr das Gef├╝hl, das dies alles umsonst gewesen ist. Auch wenn wir kein Paar mehr sein wollen, m├╝ssen wir den anderen nicht aus dem Leben streichen, wenn wir feststellen, dass wir das nicht m├Âchten. Ob das so sein wird, kann sicher nur die Zeit sagen, aber es nimmt mir diese Verzweiflung, dieses "was soll das ganze eigentlich?".

04.10.2015 18:28 • #14


ExHausmann


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Gl├╝ckwunsch zum positiven Verlauf und finde ich gut, dass du uns den auch mitgeteilt hast.

Ich denke unter solchen Umst├Ąnden kann man auch die Bekanntschaft nach der Beziehung aufrecht erhalten und wom├Âglich gute Freunde werden.

04.10.2015 19:34 • #15



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