xPiax
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Zu mir. ich bin 27 Jahre, arbeite Vollzeit und mache nebenher ein Fernstudium in Teilzeit. Ich bin seit 8 Wochen von meinem Freund getrennt. Irgendwie geht es mir immer schlechter, dabei sollte es mir mit der Zeit doch besser gehen? Wir haben uns im Guten getrennt - es hat einfach nicht sein sollen. Wir hatten sehr unterschiedliche Streitkulturen. Es waren eigentlich immer nur Kleinigkeiten, doch die schaukelten sich meist so hoch, dass unsere Gefühle zueinander irgendwann sehr darunter gelitten haben. Schlussendlich haben wir beschlossen, dass die Gefühle nicht für eine Liebes Beziehung ausreichen und haben uns getrennt. Er wohnt in einer Wohnung im Haus seiner Eltern. Ich hatte eine sehr gute Beziehung zu seiner Familie, vor allem zu seiner Mutter und habe viel Zeit mit ihnen verbracht. Wir hatten seitdem ein paar Mal Kontakt, haben uns aber grundsätzlich an eine Kontaktsperre gehalten und nur geschrieben, wenn es etwas zu klären gab. Wir haben ein gemeinsames Hobby, an dem auch ein paar Freunde von ihm beteiligt sind. Vor ca. 2 Wochen habe ich mich bei ihm gemeldet, da ich nicht wusste ob ich dieses fortführen soll oder nicht und dachte, wenn er ähnlich denkt wie ich, wird es leichter eine Entscheidung zu treffen und ich brauche mir nicht den Kopf zu zerbrechen (es geht erst Ende Januar weiter, da gerade Winterpause ist). Er sagte mir, dass es meine Entscheidung ist und er mich zu nichts zwingen will, er jedoch "alles dafür tun würde, damit ich weitermache". Wir sind nach der Trennung so verblieben, dass wir vielleicht irgendwann eine Freundschaft wagen können. Im selben Gespräch, in dem es um unser Hobby ging, sagte er mir jedoch auch, dass er denkt es dauert noch eine Weile, bis wir diesen Schritt eventuell gehen können - für mich nachvollziehbar, denn selbst wenn es keine "richtige" bzw. ausreichende Liebe mehr war, kann man ja nicht einfach einen Schalter umlegen, der alle romatischen Gefühle, die man für eine Person hat, in freundschaftliche umwandelt. Ich wäre auch noch nicht bereit dazu, eine Freundschaft mit ihm zu führen. Ich verstehe jedoch nicht, wieso er unbedingt möchte, dass ich unser Hobby fortführe, wenn wir doch anscheinend beide noch daran zu knabbern haben, nicht mehr zusammen zu sein. Ich habe ihm gesagt, dass der Spaß der Hauptgrund sein sollte, weiterzumachen. Er antwortete, dass eine Freundschaft ein Nebengrund sei. Ich finde das so aber nicht richtig. Ich glaube, er möchte mich einfach nur nicht ganz aus seinem Leben, ganz aus den Augen verlieren. Ich kann das auch verstehen, denn ich habe auch so gedacht, aber ich vermute, dass wir beide einfach wissen, dass wir uns wenn wir nicht durch das Hobby eh in Kontakt bleiben, wahrscheinlich nie wieder beieinander melden werden. Für mich fühlt es sich dennoch falsch an, wenn ich wegen ihm weiterhin dabei bleibe, daher habe ich beschlossen, aufzuhören, es ihm jedoch noch nicht mitgeteilt. Ich habe ebenfalls seine Nummer gelöscht um nicht auf dumme Ideen zu kommen und ihn nicht in meiner Kontaktliste zu sehen und habe den Kontakt zu seiner Mutter vorerst eingestampft, mit der ich am Anfang noch ab und zu telefoniert hatte. Trotzdem komme ich nicht aus diesem Gedankenkarrussel "es geht ihm bestimmt schon wieder gut, wahrscheinlich lernt er schon wieder eine Neue kennen, er vermisst mich überhaupt nicht mehr" etc. raus. Dabei kann es mir ja völlig egal sein, was in ihm vorgeht, ich sollte mich ja auf MEINEN Prozess konzentrieren. Doch das will mir einfach nicht so recht gelingen.
Nun aber zu meinem "Problem" (ich fühle mich etwas schlecht, hier mit meiner harmlosen Beziehung/Trennung anzukommen, da einige so schlimme Zeiten durchmachen müssen. ). Ich habe schon eine schlimme Beziehung und eine noch schlimmere Trennung verkraften müssen. Ich habe gehasst, war wütend, traurig, verzweifelt, alles. Ich habe quasi die typischen Schritte einer Trennung durchgemacht. Dieses Mal ist es anders und ich weiß einfach nicht damit umzugehen. Die ersten Wochen nach der Trennung ging es mir ganz gut und ich habe eigentlich nur darauf gewartet, dass der "Knall" kommt und es mir schlechter geht. Der kam dann Anfang Dezember auch. Ich vermisse ihn schrecklich, möchte ihm einfach nur schreiben, ihn sehen, bei ihm sein. Ich wünschte, ich könnte wenigstens etwas sauer sein, denn wie jeder andere Mensch auch haben wir zwar beide Fehler in der Beziehung gemacht, mein Ex ist dabei jedoch manchmal zu weit gegangen. Doch es geht einfach nicht. Ich stagniere immer auf dem selben Gefühl - das Vermissen. Ich reflektiere viel, gebe mir Zeit zu trauern und zu weinen, versuche mich dann aber auch wieder aufzuraffen und abzulenken. Außerdem rede ich sehr viel darüber, um meine Gedanken aus dem Kopf zu bekommen.
Hinzu kommt, dass ich mich wahnsinnig schwer damit tue, "alleine" zu sein. Ich war seit ich 17 war nicht mehr für eine längere Zeit single. Ich meine damit nicht, dass ich direkt von einer Beziehung in die nächste springe, doch ich muss leider auch zugeben, dass ich zu diesen Menschen gehöre, die sich nur dann wirklich vollständig fühlen, wenn sie einen Partner haben. Die Zeiten, in denen ich single war, habe ich auch nie gelernt, Zeit mit mir selbst zu verbringen. Ich habe mich permanent mit Freunden, Familie, etc. abgelenkt. Ich glaube, ich muss da einiges aufarbeiten. Weiß aber einfach nicht, wie ich das anstellen soll, denn wenn ich mich einfach dazu zwingen möchte, alleine daheim zu bleiben, könnte ich schier durchdrehen. Ich bin Fan von dem Spruch, dass man nicht von jemandem erwarten kann, einen zu lieben, wenn man es selbst nicht tut. Wie ich jedoch lernen soll, meine eigene Gesellschaft zu schätzen und zu genießen, ist mir ein Rätsel. Außerdem habe ich wahnsinnige Angst vor den kommenden Feiertagen. Ich fühle mich alleine, einsam, verlassen. ich habe bald Urlaub, doch würde eigentlich lieber arbeiten, da ich weiß, dass ich diesen nicht mehr mit meinem Freund, sondern größtenteils wahrscheinlich alleine verbingen muss, da viele meiner Freunde weg fahren. Geht es noch jemandem so? Gibt es irgendetwas, das ich tun kann, um den Prozess der Trennung zu beschleunigen? Oder muss ich da jetzt einfach durch, die Feiertage über mich ergehen lassen und danach möglichst nach vorne schauen und weitermachen? Mir ist bewusst, dass 8 Wochen verhältnismäßg eine kurze Zeit sind und ich mich selbst nicht unter Druck setzen sollte. Doch ich mache mir etwas Sogen, da mein Gemütszustand seit Wochen der selbe ist und ich keine Veränderungen/Besserungen oder Sonstiges sehe.
Wirklich, ich fühle mich fast ein bisschen lächerlich, hier mit meinen "Problemen" zu kommen, während so viele hier so viel ertragen müssen, aber allein das mal alles losgeworden zu sein, tut grade sehr gut.
Ich wünsche allen viel Kraft, vor allem denen, die sich auch ein wenig vor den Feiertagen fürchten.
Liebe Grüße
Pia