LeRoY
Mitglied
- Beiträge:
- 578
- Themen:
- 7
- Danke erhalten:
- 555
- Mitglied seit:
Der Mediator hat wenn dann minimal für meinen Standpunkt eingesetzt, ich würde sagen, er war zu einem Grad unparteiisch, dass er eigentlich nur den Termin moderiert hat. Ich dachte schon, dass er als Fachmann merkt, wo einer überbevorteilt ist und noch mehr fordert und dann etwas Einhalt gebietet. Muss sich ja nicht direkt auf die Seite einer Partei schlagen, aber zumindest das Pendel in der Mitte halten versuchen... Den Eindruck hatte ich jedenfalls nicht. Dennoch hätten wir ohne ihn zuhause am Tisch wohl nicht zu einer Einigung gefunden.
Meine detaillierte Rechnung der tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben pro Monat hat meine NF nicht sonderlich interessiert, aber taktisch war es wohl trotzdem nicht schlecht, sie im Termin aufzulegen. Konkret konnte meine NF auch auf meine Aufforderung nichts an der Rechnung beanstanden, kam aber dann - unter einem mittelgroßen Tränenausbruch - mit irgendwelchen völlig aus der Luft gegriffenen und falsch hergeleiteten Phantasiezahlen (kein Wunder, ich habe ja bisher immer ihre Buchhaltung gemacht...). Zum Glück blieben diese ohne weitere Beachtung.
Super nervig war der Mediator am Ende, als er meiner NF noch den nachehelichen Unterhalt schmackhaft machen wollte. Ich habe gedacht, ich höre nicht recht! Ob sie denn nach der Scheidung Vollzeit arbeiten werde oder Teilzeit? Denn wenn sie Teilzeit arbeiten werde wegen Kinderbetreuung, dann stünde ihr nachehelicher Unterhalt zu. Ist das so einfach und dumm? Sie ist selbständig, da gibt es kein Vollzeit/Teilzeit. Als Selbständiger kannst du mit 20 h/Woche so viel verdienen, wie ein Angestellter in 40 h. Was soll das? Es geht doch wohl darum, ob sie genug verdienen wird, um ihre Bedarfe (plus Kindesunterhalt wohlgemerkt) gut decken zu können. Sie verdient als niedergelassene Psychotherapeutin wie ein Arzt, versteht ihr? Da muss man nicht 40 h / Woche arbeiten (kann man gar nicht) und verdient trotzdem satt! Ich hoffe, dass sich dieses Thema bis dahin noch als differenzierter handhabbar herausstellt, als der Mediator es heute angedeutet hat.