Zitat von Schwedus:Das haben zahlreiche Länder ( u.a Türkei und Rumänien) geschafft, indem sie das Wechselmodell als Leitmotiv nach der Trennung eingeführt haben.
Aha ok. Ich kenne mich nun wirklich im türkischen und rumänischen FamRecht nicht aus

.
Für mich fängt das Problem viel weiter vorn an. Wenn wir es endlich schaffen würden einen völlig anderen gesellschaftlichen Konsens zu Trennungen zu finden, würden viele Probleme erst gar nicht entstehen. Eigentlich sollte in so einem Moment der Herr oder die Frau Bürgermeister um die Ecke kommen, dem Ex-Paar eine Urkunde überreichen und Geschenke und erst einmal feiern, wie lange man es mit und beieinander ausgehalten hat.
Dann gibt es Glückwünsche zur Entscheidung noch mal etwas neues zu wagen und Hilfsangebote.
Stattdessen arbeiten wir mit dem Stigma Scheitern, woraus Scham folgt und schließlich daß natürlich jemand am Scheitern Schuld sein muß.
Wenn wir gesellschaftlich auf Trennungen mit Ermutigung, Glückwünschen und positiv reagieren, würden wir viel negative Emotion aus so einer Situation nehmen und im Zweifel sogar, die sich Trennenden besser stärken können, weil wir dann offener darüber reden, was die brauchen.
Stattdessen schicken wir die sich Trennende zu einer Institution, die von Rede und Gegenrede (gegenüber statt gemeinsam) lebt, um sie auf extrem eng abgestimmten Spielfeldern, all die Gespräche und Emotionen erleben zu lassen, deren nicht erleben direkt oder indirekt zur Trennung geführt hat.
Das Wechselmodell mag ein Fortschritt sein, aber ideal ist es in meinen Augen nicht. Sich zu trennen ist hart. Es entstehen zwei Welten, die ja auch entstehen müssen, das ist Aufgabe einer Trennung. In diesem Moment sollten dies aber die sich Trennenden allein tun. Daher wäre ich immer für das Nestmodell, weil es schon beim Reinkommen, den Fokus auf die Kinder legt. Aber naja, wirtschaftlich kann sich das kaum jemand leisten. Sniff.
Alles in allem bleibt da echt viel Luft nach oben.
Gesellschaftlich gilt es da gemeinsam noch einiges zu ändern.