Zitat: Dieses Buch habe ich auch gelesen und dankend abgelehnt. An markiertem Punkt bin ich wohl derzeitig wobei ich nicht so sehr um seinetwillen meine Verhaltensweisen ändern möchte (etwa um ihm gerecht zu werden), sondern, um meinetwillen.
Ich denke, dass ich ein zutiefst selbstunsicherer Mensch bin, ich traue meinem Urteil, meiner Wahrnehmung nicht. Sonst würde ich nicht unetwegt hinterfragen, hinterfragen...Nehme ich das zu ernst? War es ein Scherz?, was habe ich zum Konflikt beigetragen? usw.
Eine Therapie zu machen, sollte immer für sich selber sein. Ich habe mit meiner schon angefangen, bevor ich meinen Ex kennenlernte, einfach weil ich mich ungut fühlte, wenig Selbstwertgefühl hatte und mich selber ein bisschen aufräumen wollte. Dank ihr bin ich zum Glück so schnell hinter das Problem gekommen. Auf der einen Seite habe ich versucht, mich aufzupeppeln, auf der anderen Seite hing aber er als viel schwererer Klotz, der mich noch weiter runtergezogen hat.
Ich leide unter extremer Verlustangst, was z.b. meinem Ex genau in die Karten gespielt hat. Er hatte ein leichtes Spiel mit mir. Ich habe alle Fehler erst mal auf mich bezogen und hab es mir mit meiner Angst, ihn zu verlieren und alleine zu sein, erklärt. Durch die Gespräche hat meine Therapeutin mich selber entdecken lassen, was er für ein Mensch ist. Ich wusste vorher nicht mal, dass es solche Störungen gibt.
Ich habe irgendwann in all seinen Aussagen und Handlungen böse Absichten gesehen - ich habe rebelliert und mir nix mehr bieten lassen. Ich wusste, ich muss gehen, aber ich konnte nicht.
Zitat: Danke Cassia. Genauso ist es. Ich komme leider auch so langsam dahin, zu begreifen, dass Wohlbefinden UND Beziehung mit ihm nicht funktioniert. Wie lange wart ihr zusammen?
Wir waren zum Glück nicht so lange zusammen. Es waren "nur" 5 Monate. 6 Wochen hat er mir die Welt zu Füssen gelegt und mir was von Seelenverwandschaft und Einzigartigkeit erzählt. Mich hat das quasi erdrückt, aber ich war auch irgendwie beeindruckt. Dann ging es alles relativ schnell. Die Entwertungen. Die Ignoranz. Die fehlende körperliche Nähe. Und wieder die Entwertung. Anfang Februar hat meine Therapeutin meine Vermutung bestätigt und ich habe weitere 2 Monate gebraucht, um mich trotz der wirklich kurzen Zeit, von ihm zu lösen. Ich weiss, dass kann man nicht mit Deiner Situation vergleichen ... so viele Verletzungen, so viel Seelischer Schaden und so viele "schöne" Momente mehr. Ich habe einen riesen Respekt davor, dass ihr das so lange Zeit ausgehalten habt. Ich stecke bereits nach 5 Monaten in einer Depression und meine Therapeutin hat mir eine Aufklärungsbroschüre über Antidepressiva in die Hand gedrückt.
Es geht mir jetzt nicht gut, aber das ging es mir vorher auch nicht. Aber ich bin jetzt wieder für mich selber verantwortlich, dass ich auf mich schaue, esse was ich will (nicht, was er will), sport mache, wann ich will (nicht, wenn er will), im TV schaue, was ich will (nicht, was er will), Unternehmungen machen mit wem und wann ich will (nicht, wie es ihm recht ist), ich kann Auto fahren, wie ich will (nicht, wie er meint, dass ich es tun sollte) und ich kann wieder Kuchen backen, ohne dass er mir erklärt, wie ich die Backform richtig einfetten muss

UND ich muss nie wieder neben diesem Eisklotz sitzen und überlegen, was er gerade in sein Handy tippt!
Ich freue mich darauf meinen Balkon zu bepflanzen, denn jetzt bin ich täglich daheim und kann die Blumen giessen. Ich habe mir Malzeug gekauft und kann mich austoben und zu mir finden. Auf all das freue ich mich. Und das hilft mir, zu sehen, dass es mir besser geht als vorher, auch wenn ich die Vorstellung, die ich mit ihm hatte und unsere schönen Stunden sehr vermisse.
Vielleicht hilft es dir, einen Therapeuten aufzusuchen, der mit dir zusammen deinen richtigen Weg findet. Man lebt nur einmal, da sollte es einem doch gut gehen oder?