Sorrow1
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Nun hat es mich offensichtlich auch erwischt und ich lese schon seit Tagen in diesem Forum und sehe dass ich nicht der einzige bin.
Meine Geschichte: Seit über 12 Jahren zusammen, davon 2 verheiratet. Unsere Beziehung hatte Höhen und Tiefen wie jede andere auch denke ich und in Summe haben wir ein gutes Leben geführt. Im letzten Jahr lief dann irgendwie alles aus dem Ruder: Ich war im letzten Jahr eines berufsbegleitenden Studiums und Druck/Stress für mich die absolute Hölle mit jeder Menge Versagensängsten. Sie war in dieser Zeit definitiv für mich da und hat mich unterstützt aber von mir kam leider sehr wenig zurück. Dazu kam, dass wir fast keinen Sex mehr hatten, da ich mich zu kraftlos dafür gefühlt habe und einfach keinerlei Lust hatte (das war völlig neu, denn vorher wollte eher ich häufiger Sex und sie weniger, jetzt drängte sie darauf…). Ebenfalls war ich sehr oft gereizt und bin auch bei kleinen Sachen leicht hochgegangen und war aggressiv ihr gegenüber. Irgendwie war ich durch diese äußere Stresssituation einfach nicht mehr ich selbst, völlig abgestumpft, so dass ich dann beim Streiten wenn sie das weinen anfing oft nichtmal dadurch aufhörte sondern eher noch Sachen sagte wie „heulen bringt jetzt auch nichts“ usw. anstatt sie in den Arm zu nehmen. Man muss dazu sagen, dass sie bzgl. Streitverhalten im Gegensatz zu mir eher still ist und schnell weint und nur langsam wieder verzeihen kann, ich hingegen schnell aufbrausend bin und es „richtig krachen lasse“, gefühlsmäßig aber nach 1 Stunde schon wieder voll auf Versöhnung gepolt bin. Das ist im Grunde schon immer ein Problem zwischen uns gewesen und sie hat mir oft gesagt, wie sehr sie meine Wutausbrüche verletzen. Aber irgendwie lief es dennoch gut zwischen uns und es war (abgesehen vom letzten Jahr) auch nicht so, dass wir nur gestritten hätten, oft haben wir Monate lang gar keine Streitereien gehabt.
Im Grunde waren die letzten Monate eine negative Abwärtsspirale: Sie hat sich wohl unterbewusst immer mehr von mir entfernt und viel viel mit Freunden unternommen, war viel weg. Das war dann immer der Auslöser für neue Streitereien, da ich nicht fassen konnte wieso sie am Wochenende etwas mit anderen macht, wenn wir uns sowieso nur dann sehen können und Zeit für einenander haben (hatten bis zum Sommer beruflich bedingt noch getrennte Wohnungen und sahen uns nur am Wochenende).
Nun kam es vor 6 Wochen dann zum richtig großen Knall (wieder ging es darum, dass sie am WE was mit Freunden machen wollte und ich aber mit ihr Zeit verbringen). Wir sprachen dann zum ersten Mal darüber ob wir denn noch zusammen passen usw. Das Fazit war, dass wir uns beide sagten wir lieben uns und wollen jetzt, da wir wieder zusammen wohnen können und beruflich alles in festen Bahnen ist einfach weiterleben, gewisse Dinge berücksichtigen und dann würde das schon wieder. Tja während der letzten 6 Wochen kam es dann wieder genau zu den gleichen Konflikten – wieder machte sie sehr viel mit anderen, was mich verletzte und dann heftig reagieren lies. Kurzum: Sie sagte mir nun letzte Woche, dass Sie die Trennung will weil es ihr ohne mich besser geht als mit mir. Sie hat sich eine Wohnung an ihrem Arbeitsort genommen (vorher ist sie gependelt) und ist nun weg. Für mich bricht eine Welt zusammen ich bin vollkommen am Boden zerstört und es ist alles nur noch Dunkel. Ja, wir hatten Probleme und es lief nicht gut. Aber 12 Jahre einfach so wegwerfen ohne dass man daran richtig arbeiten will? Sie will weder Eheberatung, noch erstmal einen Neuversuch. Sie sagt, sie weiß nicht ob sie es noch mal mit mir versuchen kann und will und daher sollen wir nun bis Weihnachten eine Trennung/Auszeit ohne Kontakt machen und bis dahin will sie überlegen ob Sie uns noch eine Chance geben kann.
Ich komme mir gerade so vor, als hätte ich alles kaputt gemacht durch mein Verhalten besonders im letzten Jahr. Ich schäme mich dafür und weiß, dass man in einer Beziehung nicht so wenig herzlich und aggressiv beim Streiten sein darf. Andererseits lief es die letzten 11 Jahre – und das sagt sie auch – in Summe sehr gut zwischen uns und wir harmonieren in eigentlich allen wichtigen Punkten. Ich sehe diese Aggressivität sicher als Grundproblem meinerseits, aber das wurde sie erst als das letzte Jahr mich durch Studium/Beruf so aus der Bahn geworfen hat. Ich bin jetzt wieder viel ausgeglichener und habe auch s.uell wieder ein großes Verlangen nach ihr, aber nun meint sie es sei zu spät. Offenbar hat sie das alles mehr verletzt, als sie zugeben wollte bzw. ich habe es nicht kapiert.
Dennoch ich finde ihre Reaktion trotz aller Schuld die ich bei mir sehe irgendwie zu heftig, ich habe sie schließlich nicht geschlagen und bin auch nicht Fremdgegangen. Sie sagt es war ein schleichender Prozess und ihr würde erst jetzt klar wie sie unter den letzten Monaten gelitten hat – unter der s.uellen Zurückweisung und meinem gereizten Verhalten.
Was soll ich nur tun? Ich will sie zurück und ihr zeigen wie es wieder sein kann zwischen uns. Aber ich habe die Hoffnung fast aufgegeben und mir schwebt ein „Nein“ von ihr an Weihnachten nahezu schon vor den Augen. Ich bin absolut am Ende und kann irgendwo auch nicht einordnen ob ich wirklich so schlimm zu ihr war oder ob es doch tiefere Gründe sein können… Nach so langer Beziehung und in einer Ehe muss man doch gerade an solchen Dingen arbeiten können. Ich wäre auch bereit eine Therapie zu machen was das aggressive Verhalten angeht. Umgekehrt sagen mir Freunde wenn ich konkrete Details schildere, dass mein Verhalten zwar nicht OK war/ist, es aber mit Sicherheit nicht so ist, dass es überdurchschnittlich krass oder schlimm wäre…
Vielen Dank fürs Lesen - es ist viel Text aber ich habe das Gefühl ich hätte noch 2 Seiten mehr schreiben können....