Holzer60
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Zitat von scallisia:Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn wirklich geliebt habe. Ich denke eher, dass ich mich emotional von ihm abhängig gemacht habe. Das würde zumindest mein "auf der Stelle treten" und dieses emotionale Blockiertsein erklären. Er war meine Sicherheit. Ich hätte nie gedacht, dass er mich verlassen und dann gleich etwas neues beginnen würde. Ich hätte immer gedacht, ich wäre die Unabhängigere von uns beiden und wenn einer irgendwann gehen sollte, dann wäre ich das. Da ich aber nie gehen wollte und wohl auch nie gegangen wäre, sitzt der Schock, dass er diese Entscheidungen getroffen hat, sehr tief.
Liebe scallisia,
Trennungen und Abschiede sind wohl die bittersten sowie schmerzhaftesten Wahrheiten bzw. Erfahrungen, die uns wirklich zutiefst treffen. Aber wir müssen es dennoch akzeptieren, dass Menschen in unser Leben kommen und auch wieder aus unserem Leben gehen werden. Nur wenn wir diese Tatsachen erkennen und annehmen, können wir unsere Trauer über den Verlust eines Menschen oder über der Verlust einer Beziehung irgendwann wirklich bewältigen.
Natürlich lesen sich all diese Worte sehr einfach geschrieben, aber ich weiß natürlich selber, dass viele Gedanken und Emotionen diesen Prozess erschweren, zumal niemand das Unterbewusstsein überlisten kann (Träume, Kopfkino usw.). Auch wenn manche Menschen gehen, so bleiben letztendlich ja trotzdem immer sehr viele Erinnerungen.
Es gibt Dinge auf dieser Welt, die wir niemals ändern oder verhindern können und die wir aus diesem Grund einfach so akzeptieren müssen. Klingt ebenfalls relativ einfach, aber das ist ein Prozess, der in der Realität sehr schwierig und mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Akzeptieren und Loslassen sind halt nicht nur einfache und lockere Worte, sondern es sind Eigenschaften bzw. Fähigkeiten, die wir uns im Laufe unseres Lebens erst aneignen müssen, um unser Leben trotz allem zum Positiven verändern zu können.
Viele Menschen verbauen sich ihr Glück, weil sie ihre Vergangenheit nicht loslassen können und es nicht wirklich schaffen, all die schmerzhaften und negativen Geschehnisse sowie Erfahrungen zu verarbeiten oder diese wirklich zu akzeptieren. Aber denke daran, wer sein eigenes Glück und seine Zufriedenheit von anderen Menschen abhängig macht, der hat bereits verloren. Also wer nicht nach vorne blickt und noch immer in seiner Vergangenheit weiterlebt, der wird unzufrieden und unglücklich bleiben. Niemand kann die Zeit zurückdrehen und auch ein hätte, wenn und aber bringt da niemanden wirklich weiter.
Wie auch immer, eine Tatsache bleibt, dass eigentlich jedes Problem für uns Menschen ein lästiges Übel ist, welches wir natürlich gerne vermeiden wollen. Aber Probleme wird es in unserem Leben immer geben und nicht nur bei Beziehungen.
Wenn wir all unsere Probleme nicht nur als Probleme, sondern vielleicht auch als Herausforderungen betrachten, dann können wir sogar daran wachsen und noch stärker werden.
PS
Übrigens vertrete ich die persönliche Meinung, dass eine Trennung nach einem Jahr genau so schmerzhaft sein kann, wie eine Trennung nach 25 Jahren.
VG Holzer
