Kat84
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ich stelle mich kurz vor: Ich bin Kat, 37 und wurde vor knapp drei Monaten verlassen. Es ging mir schon etwas besser, doch nun hab ich wieder einen Rückfall und weiß nicht, wohin mit mir.
Zu unserer Geschichte: Er ist acht Jahre jünger als ich. Wir waren etwa anderthalb Jahre zusammen, kennen uns seit drei Jahren. Es war eine Liebe, die sich langsam entwickelte. Ich kam grad aus einer 15-jährigen Beziehung, war verheiratet und hatte mich getrennt. Es war eine toxische Beziehung, geprägt von Lügen, Betrug, Gaslighting, Eifersucht und Kontrolle. Ich habe sehr lange gebraucht, um mich endgültig zu lösen.
Dann kam er und ich fühlte mich wieder lebendig. Nach so langer Zeit war da jemand, der wirklich für mich da war, immer hinter mir stand und mich in allem unterstütze. Wir haben immer über alles offen und ehrlich gesprochen. Wir hatten Interesse am anderen und teilten eine Leidenschaft: die Musik. Uns gingen nie die Gesprächsthemen aus. Ich fühlte mich so angenommen.
Er sprach dann an, dass er sich eine Beziehung mit mir vorstellen könnte. Er suchte viel Nähe, war sehr viel bei mir. Während des Lockdowns wohnte er quasi bei mir. Und obwohl wir beide Homeoffice machten und uns wirklich jeden Tag immer sahen, gingen wir uns nicht auf die Nerven. Wir stritten kaum, verbrachten die Abende mit gemeinsamem Kochen, hatten unsere Rituale am Sonntag. Ich war wirklich glücklich. Er sprach im Sommer vom Zusammenziehen, ich brauchte noch etwas Zeit. Meine Scheidung wurde wirklich hässlich, er stand immer an meiner Seite und ich konnte immer mit ihm darüber sprechen. Er setzte mich nie unter Druck. Ich dachte, er wolle das mit uns wirklich. Ich konnte mir eine gemeinsame Zukunft vorstellen, wie immer das auch aussehen möge.
Ich sprach das eines Morgens an. Und das stürzte ihn ins Chaos, er war völlig durcheinander, zog sich eine Woche zurück in seine Wohnung und machte dann Ende November Schluss. Er sagte, er könne mir nicht das geben, was ich verdiene. Ich würde immer mehr Kompromisse machen für uns und er sei nicht bereit, das zu tun.
Für mich brach eine Welt zusammen. Es fühlte sich an, als würde ich mit 100 gegen eine Wand fahren. Er packte ein paar Sachen, ließ den Schlüssel auf dem Tisch liegen und ging. Ich war am Boden zerstört und brauchte zwei Monate, um wieder klarzukommen. Ich gehe jeden Tag laufen, mache Yoga und Meditation. Ich bin wegen der Scheidung immer noch in Therapie. Ich versuche, an mir zu arbeiten, auf mich zu achten und trotzdem haut mich der Schmerz immer wieder um. Er fehlt mir mit jeder Faser meines Körpers, jeden Tag.
Er meldete sich regelmäßig, rief mich an, weinte auch am Telefon, sagte, es täte ihm so leid. Wir sprachen häufiger, es war immer wertschätzend, nie vorwurfsvoll. Er sagte, es fühle sich nach der richtigen Entscheidung an. Sagte aber auch, dass ich die perfekte Frau für ihn sei. Dass er starke Gefühle für mich habe. Dass er aber Bindungsägste hätte und Chaos in seinem Kopf sei. Er sähe noch eine Chance für uns, aber nicht jetzt. Er wisse nicht, wann. Dann begann er eine Therapie. Nach der ersten Sitzung war er plötzlich sehr nachdenklich. Er überlegte, was er ändern müsse und wie das gehe. Er sagte plötzlich "ich habe mich leider getrennt, obwohl ich so glücklich war." Zwischendurch ein kleiner Eifersuchtsanfall seinerseits, weil ich mich zwei Tage auf seine Nachricht nicht gemeldet hatte.
Gestern sprachen wir nach seiner zweiten Sitzung. Mit einem Mal alles anders. Er sagte, ich habe ihm zu viel gegeben, ich sei zu gut für ihn gewesen. Für ihn komme keine Beziehung infrage. Er müsse allein sein, um seine Probleme zu bearbeiten und weil er das alles ohne Hilfe schaffen will. Er sagte, vielleicht klappt es in ein paar Jahren, aber jetzt habe er damit abgeschlossen.
Das wars also für mich. Ich hatte versucht, die Hoffnung klein zu halten, weil ich genau davor Angst hatte. Trotzdem haut es mich weg. Die Therapie hat ihn in die entgegengesetzte Richtung manövriert. Er hat einen Freiheitsdrang, den er nicht mit einer Beziehung vereinbaren kann. Er sagte, er wolle sein Leben nach seinen Regeln leben.
Es tut so unfassbar weh. Ich kann nicht verstehen, wie ich mich so sehr täuschen konnte. Ich habe das Gefühl, mich völlig in dieser Sache verrannt zu haben. Ich möchte einfach nur, dass das alles aufhört. Ich würde mich am liebsten einfach in Luft auflösen.
Ich brauche einfach ein bisschen Zuspruch und vielleicht auch einen Tritt in den Hintern, damit ich ihn endlich vom Sockel heben kann, auf den ich ihn offenbar gehoben habe. Und ich muss mehr Stolz entwickeln und eine Grenze ziehen. Denn eigentlich will ich mich niemals mehr so behandeln lassen. Und trotzdem komme ich da nicht raus.
Ich danke euch!
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