Ella17
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ich habe ein Problem, das nicht neu , aber für mich gerade sehr schmerzhaft ist: Ich bin seit über einem Jahr in einer Beziehung mit einem biploaren Mann. Ich lernte ihn während seiner Manie kennen, war begeistert und geblendet - bis zum ersten Crash. Das war nach drei Monaten, er hat Schluß gemacht, weil ihn die Beziehung zu sehr einengte. Als die Manie vorbei war, kam er wieder, ich hab mich drauf eingelassen und seitdem, mittlerweile einem Jahr, leb ich mit ihm in einer Beziehung wie einer Achterbahn. Wir haben tolle Sachen erlebt, schlimme Tiefs durchschrittten, sind uns extrem nahe gekommen und ich hab ihn immer voll unterstützt. Beide sind wir Anfang 50 und haben schon viel hinter uns, und beide wissen wir auch, dass uns was besonderes verbindet. Ich habe viel Kraft und Nerven gelassen, aber auch viel erhalten, wenn auch immer das nagende Gefühl blieb, dass ich mehr sein Leben mitlebe als er an meinem teilnimmt.
Wie auch immer, seit vier Wochen ist er voll in der Manie und, wie zu erwarten, engt ihn wieder alles ein, er will beweisen, dass er unabhängig sein Leben meistern kann, hat auch eine Ex aktiviert, also das volle Programm ganz nach Lehrbuch. Ich habe gestern zugestimmt, das wir unsere Beziehung auf Sparflamme setzen, um nachdenken zu können (und für mich: um durch die Manie zu kommen), und sind übereingekommen, dass nun wirklich eine Therapie sein muss. Beide saßen wir gestern da und sagten uns, dass wir so nicht weitermachen können, aber uns nicht aufgeben wollen.
Ich bin völlig durch den Wind, habe seit Wochen nicht mehr richtig geschlafen, und bin hin-und hergerissen. Mein Kopf sagt mir, dass ich das Ganze so schnell wie möglich beenden muss. Er wird nie der Mann sein, auf den ich mich verlassen kann und der immer für mich da ist. Andererseits habe ich mit ihm tolle Zeiten gehabt, und eine Angst ist, dass ich nach dieser anstrengenden und fordernden, aber auch bereichernden und völlig unberechenbaren Beziehung jeden anderen Mann langweilig finden werde. Außerdem liebe ich ihn noch, und ich fürchte, dass mein Helfersyndrom dafür sorgen wird, dass ich beim nächsten Hilferuf (der so sicher kommen wird wie das Amen in der Kirche) wieder zu ihm gehe. Ich habe einfach noch nicht das Gefühl, dass wir am Ende der Beziehung angekommen sind, andererseits weiß ich, dass ich an deren Ende selbst absolut am Ende sein werde.
Hat jemand Erfahrungen mit solchen Beziehungen? Wie komme ich da raus? Kann ich danach jemals wieder in einer gesunde Beziehung Erfüllung finden?
Danke für eure Hilfe
Ella