Evanescence
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bis vor gut einem Vierteljahr hätte ich nie damit gerechnet, mal in einem Forum zu schreiben - und dann zu diesem Thema. ich bin verletzt, fassungslos, ratlos, traurig, wütend, niedergeschlagen, . ach, so richtig weiss ich es gar nicht, vermutlich alles im Wechsel.
Aber. von Anfang an. Vor gut 3 Monaten habe ich herausbekommen, dass meine Frau sich seit über einem Jahr mit einem anderen Mann trifft und dort auch regelmäßig übernachtet (das geht/ging, da wir beide beruflich viel unterwegs sind) und das von einer Freundin auch "gedeckt" wurde. Wir sind über 25 Jahre verheiratet und bis vor einigen Monaten hätte ich gesagt, dass mein Leben außerordentlich glücklich war; ggf. mit einigen Hängern der Unaufmerksamkeit in den letzten Jahren. Alltag. Routine. etc.
Es war immer klar, dass wir ehrlich miteinander sind, wenn einer von uns jemanden kennenlernt und da mehr hintersteht als Sex - das war das absolute Minimum an Konsens. Nun, meine Frau hat sich nicht daran gehalten.
Nach der Entdeckung war viel Emotion im Spiel und meine Frau brachte das Wort Polyamorie ins Spiel. .etwas, mit dem ich nach Tagen der Beschäftigung schlicht nicht folgen kann, weder von der Haltung, noch von der Emotion her.
Nun, ich liebe meine Frau - aber ich kann keine solche Beziehung führen.
Nach einem gemeinsamen Paarwochenende mit therap. Unterstützung hat sie gesagt, dass sie sich von dem "Zweitmensch" trennen muss, das sei ihr nun klar. Aber, nach nunmehr 3 Monaten seit der Entdeckung, hat sie das nicht getan - und es gibt zwischen ihr und ihm Telefon- und Mailverkehr.
Sie ist da offen und ehrlich und sagt, Sie hätte es versucht - aber es ginge nicht mit dem kompletten Rückzug.
Ja, und ich sitze hier, heule in regelmäßigen Abständen Rotz und Wasser, und kann die Situation so einfach nicht mehr ertragen. Ich will da raus und denke ernsthaft an Trennung. Und sobald ich daran denke, merke ich, wie viel Liebe noch da ist und ich sie nicht verlieren will. Auf der anderen Seite kann ich so aber auch nicht weiter. Es scheint ausweglos. und ich weiss ehrlich gesagt nicht mehr ein noch aus - es soll nur alles wieder so sein wie früher. .
Aber auch das geht nicht mehr, da ich bei jeder Berührung sofort an den anderen denke, mein Misstrauen so stark gewachsen ist, der Vertrauensverlust so furchtbare Folgen für mich hat.
Ja, was ich jetzt hier will weiss ich gar nicht. War schon gut, das einfach mal zu schreiben. Gerade auch, weil nur ganz wenige gemeinsame Freunde davon wissen - und auch alle sonstigen Freunde immer auch gemeinsame Freunde sind - ein von-der-Seele-reden ist da kaum möglich.
Ich denke mich interessiert vor allem, das merke ich gerade beim Schreiben, wer in einer ähnlichen Zwickmühle war und wie ihr das gelöst habt.
Beste Grüße
Evan
PS.: sorry für die Rechtschreibung, meine Prioritäten liegen gerade woanders

