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Bipolare Störung / Ich habe ungewollt betrogen

BipoHerz

Hallo ihr Lieben,
Ich bin nun seit einem Jahr von meinem geliebten Mann getrennt. Wir waren noch nicht verheiratet, aber es war schon in Planung, genauso wie auch Kinder zu bekommen.
Alles hat gepasst. Wir waren füreinander bestimmt. Wir lachten so viel zusammen und waren so unfassbar glücklich. Wir waren drei Jahre zusammen und unzertrennlich. Wir haben jeden Tag dieser drei Jahre miteinander verbracht. Und sehr wenig gestritten. Und dann kam der Tag als ich ihn das erste mal betrog. Ich fühlte mich angetrieben und gezwungen diese Beziehung zu zerstören. In mir brach eine psychische Krankheit aus: diagnostiziert als bipolare Störung. Ich habe ihn dann immer öfter betrogen und er hat mir angemerkt dass ich anders bin, mich veränderte und hat immer öfter nachgefragt ob ich ihn betrüge und irgendwann bin ich zusammengebrochen und hab ihm alles gestanden. Er wollte die Beziehung trotzdem noch retten, aber in meinem Wahn habe ich ihn immer noch mehr verletzt bis er nich mehr konnte und sich von mir abwenden musste. Ich habe unsere heile Welt zerstört und musste wegen Selbstgefährdung auf die Psychiatrie, wo ich 3 Monate blieb und mit einer Pause dazwischen dann nochmal 2 Monate war. Ich war nicht mehr ich selbst, redete wirres Zeug. Ich wurde Ende November entlassen und leide bis heute unter Depressionen. Ich denke oft an Selbstmord, da ich mir nicht verzeihen kann meinem Traummann das Herz rausgerissen zu haben und nun eine mit Liebe erfüllte Zukunft zu verpassen. Vor ihm wurde ich von Männern nur verarscht und ich hab mich bei keinem wohl gefühlt. Er war alles für mich. Wir lachten, ich War mit seiner Familie gut und er mit meiner, wir liebten die gleiche Musik und Serien, wir machten gemeinsam Sport: schwimmen Tischtennis Radfahren rollerskaten...alles mögliche, gingen gerne essen..ich kochte auch gerne für uns..was er immer geschätzt hat...er brachte mir ab und zu eine Rose....er konnte ausmalen und war handwerklich sehr begabt. ..der S. war unglaublich gut...es klingt unglaublich schön nicht war? Aber es war wirklich so. Jetzt weine ich jeden Tag und werde von Alpträumen gequält. Bipolare Störung das ist alles was ich jetzt bin. Und ich bin jetzt erst 26 Jahre alt und habe noch so viele Jahre voll mit schlechtem Gewissen, Leid und Trauer vor mir. Klingt jetzt vielleicht übertrieben aber ich leide wirklich sehr. Ich bin auch schon in Psychiatrischer und therapeutischen Behandlung, aber das kann das geschehen auch nicht ungeschehen machen. Gibt es hier noch jemanden dem es ähnlich erging/ergeht?

07.02.2017 15:09 • #1


Ringelblume2

liebe bipoherz,

[quote]Bipolare Störung das ist alles was ich jetzt bin.[/quote
NEIN; DASS BIST DU NICHT!

du hast eine schwere psy. Erkrankung...o.k. aber! da gibt es sicherlich auch noch ganz viel !BIPOHERZ"!
meine frage an dich?
hast du deinem ex bewusst diese schmerzen zugefügt? sicherlicht nicht....... gab es denn die möglichkeit ihm zu schreiben, zu sprechen etc. ?
vielleicht kannst du das ja alles mal für dich aufschreiben....was du ihm gerne sagen würdest.....
und diese dann wenn du bereit bist es "loszulassen" begraben.....wir alle sind nicht perfekt.

ich wünsche dir ganz viel kraft und liebe
alles gute für DICH

von ringelblume

07.02.2017 15:26 • x 1 #2


BipoHerz

Mir kommen jedes mal die Tränen wenn jemand so lieb ist wie du. Ich habe das Gefühl solche lieben Worte nicht mehr zu verdienen Danke liebe Ringelblume! Warum bist du hier, wenn ich fragen darf?

07.02.2017 15:32 • #3


LordChandos

Das wird dir schwer helfen, wenn einer schreibt, dass es jemand ähnlich ging.
Wie auch? Dass man sich im Mitleid suhlt?
Sei froh, dass du Hilfe bekommst. Du wirst das verarbeiten.

Wie sieht es denn mit einer Chance bei ihm aus?
Habt ihr noch Kontakt? Alles aus? Hat er mitbekommen, dass du in Behandlung warst, bist?

Wurde denn die Ursache für diese bipolare Störung erkannt, genannt?
Was war das für ein Tag, als du ihn das erste mal betrogen hast?
Warum da? Was war da vorher passiert..oder anders?
Aus dem Nichts passiert nichts.

Wenn du so lieben kannst, wie du ihn geliebt hast, trotz deiner Störung.
Wirst du, wenn du sie angehst, ehrlich bist, und an ihr mit ihr arbeitest, auch wieder lieben.

07.02.2017 16:02 • x 1 #4


Ringelblume2

huhu......

meine ehe ging nach 35 jahren zu ende....damals vor (2 1/2) jahren ist auch noch meine mutter gestorben.
ich kenne deine erkrankung sehr gut.........mein vater und eine freundin von mir hat diese auch.

ich hoffe du hast einen guten arzt (medi?) und vor allem auch einen guten therapeuten. jeder hat so sein päckchen zu tragen.......
aus deinen zeilen lese ich, dass du gut reflektierst und ein empathischer mensch bist.
auch mit deiner erkrankung kannst du ein gutes leben führen........mit hochs und tiefs......wie bei allen menschen.......und es ist gut ....... sich "innen" zu kennen.
für mich sind die vielen verluste auch am schwersten im leben.........aber es gibt auch noch so viel schönes was auf dich wartet............diese schmerzen werden mit der zeit weniger.....du darst weinen....traurig sein.....wut spüren.....und diese empfindungen haben nichts mit der bipolaren störung
zu tun......das ist verlust! das ist schmerz! das ist TRAUER!

ich drück dich fest
ringelblume

07.02.2017 16:24 • x 1 #5


Stolperherz

Stolperherz

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Liebe BipoHerz,

tut mir leid, aber für mich kommt es eher so rüber als bräuchtest du eine Entschuldigung für dein Handeln a la "das war nicht ich, das war meine bipolaterale Störung..."

Kommt mir inzwischen so vor als wären wir inzwischen alle wandelnde Psychosen und Neurosen, man muss dem Kind nur einen Namen geben.
Vielleicht hast du dich in deiner "perfekten" Beziehung auch nur gelangweilt und wolltest ein bisschen mehr Drama? Oder war die Beziehung am Ende gar nicht so super wie du sie jetzt im nachhinein verklärst, der Mann muss ja ein Heiliger gewesen sein?

Ich würde mal vermuten, jeder von uns leidet mehr oder weniger, länger oder kürzer unter einer bipolateralen Störung...

Zitat:
Bipolare Störung das ist alles was ich jetzt bin. Und ich bin jetzt erst 26 Jahre alt und habe noch so viele Jahre voll mit schlechtem Gewissen, Leid und Trauer vor mir. Klingt jetzt vielleicht übertrieben...
hört sich tatsächlich übertrieben an. Da vermute ich wirklich einen übersteigerten Drang zur Dramatik (s.o.)
Solange du dieses überspannte Verhalten nicht überdenkst und analysierst, werden wohl auch weitere Beziehungen so oder ähnlich verlaufen.

Ich bin kein Psychater, ist aber meine Meinung nachdem was du geschrieben hast, sorry.

07.02.2017 16:25 • #6


Ringelblume2

hallo lord,

Zitat:
Zitat:
Das wird dir schwer helfen, wenn einer schreibt, dass es jemand ähnlich ging.
Wie auch? Dass man sich im Mitleid suhlt?


nööö, sehe ich ganz anders......mir tut es auch immer ganz gut zu hören.......... das andere ähnliche probleme und empfindungen haben......fühlt man sich nicht so alleine. suhlen tue ich mich nur in schokolade.

liebe grüße
ringelblume

07.02.2017 16:36 • x 1 #7


Ringelblume2

@ lord

Zitat:
Zitat:
Wurde denn die Ursache für diese bipolare Störung erkannt


das ist eine stoffwechselerkrankung.

07.02.2017 16:44 • #8


mutig

Aber selbst bei einer bipolaren Störung ist man doch immer noch handlungsfähig, du bist ja nicht von einem Geist besessen gewesen.

Ich finde es schwierig, wenn man eine PsYchische Krankheit als Grund angibt , für sein eigenes Fehlverhalten.

Ansonsten müsste man wohl entmündigt werden, wenn man sich selbst nicht mehr steuern kann.

Du bist fremdgegangen, nicht deine Krankheit.
du hast dich selbst dahin bewegt.
Oder hat dich irgendjemand gezwungen?

Tut mir leid für die hatten Worte, aber eine Krankheit nimmt einem nicht die eigene Verantwortung ab.

Genauso wie es keine Entschuldigung ist, eine schwere Kindheit gehabt zu haben und sich dann wie die Axt im Wald zu benehmen.

Du bist keine bipolare Störung, du hast sie.
Das ist ein Unterschied.

07.02.2017 16:48 • x 2 #9


Ringelblume2

@ mutig

Aber selbst bei einer bipolaren Störung ist man doch immer noch handlungsfähig, du bist ja nicht von einem Geist besessen gewesen.


NEIN, nicht wenn sie akut in einer psychose ist!
die betroffenen verlieren den bezug zur realität.

07.02.2017 17:02 • x 1 #10


Ringelblume2

@ mutig

Zitat:
Ansonsten müsste man wohl entmündigt werden, wenn man sich selbst nicht mehr steuern kann


JA, auch das passiert wenn ein patient tief in einer psychose ist (vom richter) weil er fürs ich und für andere eine gefahr sein kann!

07.02.2017 17:08 • x 1 #11


Minila

ich habe letztens eine Doku über Menschen mit bipolaren Störungen gesehen..
auf youtube gibt es einige fundierte Filme.

ich glaube, ohne HIntergrundwissen kann man die Gefühlslage nicht nachvollziehen..

ja, eine gute Therapie und Einstellung der Medis ist ganz wichtig..

08.02.2017 12:31 • x 1 #12


ringelblume2

es gibt menschen die keine informationen über diese erkrankung haben und dann unqualifizierte bemerkungen
von sich geben.

ringelblume

08.02.2017 15:10 • x 1 #13


regenbogen05

2522
2707
Ich finde, @mutig hat nicht ganz unrecht.
Wenn man für alles eine Rechtfertigung hat, braucht man für sein Verhalten keine Verantwortung zu übernehmen.
Das soll nicht heißen, dass eine bipolare Störung keine schwerwiegende Störung ist. Es soll auch nicht heißen, dass sich die Persönlichkeit dadurch nicht verändert. Erlebe ich tagtäglich in meinem Umfeld.
Aber es lässt sich nun mal nicht alles darauf schieben.

08.02.2017 15:27 • #14


Bipolar

Hallo Bipoherz
Ich habe im Netz nach einer Erklärung für das gesucht was ich getan habe und bin dabei auf dein Beitrag gestoßen.
Unsere Geschichten sind sich im Wesentlichen sehr ähnlich. Ich habe letztes Jahr den Mann meiner Träume geheiratet. Wir haben 1 gemeinsamen Sohn und ein bezauberndes Mädchen habe ich mit in die Beziehung vor 8 Jahren mitgebracht. Er liebt beide Kinder gleich und macht absolut keine Unterschiede. Er ist der beste Papa den man sich vorstellen kann. Ich nenne es oft " liebevolle aber konsequente Erziehung"
Leider habe ich alles vor die Wand gefahren. Ich habe meinen Mann betrogen ( mehrmals ). Vor der Ehe schon - was ich ihm auch vor der Ehe gebeichtet habe und jetzt wieder. Ich bin ausgezogen was sich für mich auch völlig richtig angefühlt hat da ich die liebe zu ihm nicht mehr gespürt habe und keiner verdient hat betrogen zu werden. Ich wollte das gar nicht. Aber kontrollieren konnte ich es zu dem zeitpunkt als ich ihn betrogen habe auch nicht. Vor kurzem dann die Diagnose das ich bipolarer bin. Ich hätte ihm das nie antun dürfen. Aber rückgängig kann ich es auch nicht machen. Ich kann es nur versuchen besser zu machen in der Zukunft. Ich suche mir jetzt Hilfe um mit der Krankheit leben zu können weil ich sowas nicht wieder tun möchte. Das bin nicht ich und ich hasse es den Menschen die ich am meisten liebe so weh zu tun ohne es zu sehen.

23.04.2017 15:02 • #15




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