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Brauche objektive Meinung zu Trennung

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Rose123
Gast

Ich brauche dringend objektive Meinungen, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren kann. Ich bin mit meinem Mann jetzt 20 Jahre in einer Beziehung, davon 10 Jahre verheiratet und habe mich jetzt getrennt. Wir haben uns während des Studiums kennen gelernt, ich hatte gerade angefangen und er war schon fast fertig, wir haben einen Altersunterschied von 8 Jahren. Ich war und bin eher introvertiert und er ist sehr extrovertiert. Als wir uns kennen lernten war ich sehr schüchtern und er das komplette Gegenteil. Ich war damals beeindruckt von seinem selbstbewusstsein, er ist der Typ Mensch den jeder mag und der auf jeder Party der coolste ist und im Mittelpunkt steht. Nun habe ich mich in den letzten Jahren sehr weiter entwickelt, ich bin erfolgreich in meiner Arbeit, habe viele Hobbys und einen guten Freundeskreis. Wir haben keine Kinder. Nachdem ich mich getrennt habe, war er sehr außer sich und er hat mir irgendwie ein schlechtes Gewissen gemacht und ich habe eingewilligt eine Paartherapie zu machen. Ich habe mich hauptsächlich getrennt, weil ich mich kontrolliert und bevormundet fühle und ich mich dadurch emotional von meinem Mann entfremdet habe. Mein Mann neigt dazu ein Besserwisser zu sein und zeigt mir das jeden Tag. Ich fühle mich dadurch wie ein Idiot, er verbessert mich ständig und gibt mir ungefragt Ratschläge wie ich was zu tun habe. Ich habe jahrelang nichts dagegen gemacht, vor ein paar Jahren habe ich angefangen zu widersprechen was immer zu Streit geführt hat und am Ende ich dann die Schuldige war. Beispiel: wir gehen wandern und ich freue mich über einen schönen Ausflug, er fängt an meinen Laufstil zu analysieren und sagt mir wir ich Wanderstöcke verwenden soll. Das macht mich so unglaublich wütend und hat dazu geführt dass wir immer weniger Dinge zusammen gemacht haben. Wenn ich ihn darauf ansprechen, sagt er immer das er es nur mit mir gut meint und will das ich mich leichter tue. Mein Mann hat seit Jahren Probleme in der Arbeit und wechselt sehr häufig die Arbeitsplätze. Über die Jahre ist es mir zunehmend schwerer gefallen liebevoll zu sein und genau das macht mir mein Mann jetzt zum Vorwurf. Er meint er hätte die Probleme in der Arbeit weil ich keine liebevolle Frau bin. Wir befinden uns jetzt also in einer Pattsituation. Die Beziehung fühlt sich für mich nicht mehr richtig an, gleichzeitig lese ich immer wieder man soll Beziehungen nicht gleich aufgeben weil es in der heutigen Zeit immer schwieriger ist Beziehungen zu erhalten. Ich möchte glücklich sein, ich liebe das Leben, erfreue mich an Kleinigkeiten. Was meine Baustelle ist, ist tatsächlich, das ich vieles in mich rein fresse, viel grüble und ich damit nicht gut streiten kann. Aber es ist auch so anstrengend ständig kämpfen zu müssen nicht verbessert zu werden. Mein Mann meint ich widerspreche ihm viel und sich der Alltag auch für ihn als Kampf anfühlt. ich weiß es nicht, meine Wahrnehmung ist eher so, dass ich jahrelang nichts dagegen gesagt habe, dann habe ich viel widersprochen es kann zu Streit und jetzt sage ich schon lange nichts mehr. Bei der Paartherapie bin ich mir nicht sicher ob es was bringen wird. Er sagt mir jetzt ständig das Ich mein Verhalten ändern muss, weil ich zeigen soll das Ich ander Beziehung arbeite. Aber wie soll ich liebevoll werden, wenn ich mich so bevormundet fühle. Ich weiß gerade nicht was ich machen soll und natürlich habe ich Angst alleine zu sein, aber so wie es jetzt ist bin ich einfach sehr unglücklich.

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Sonnenschein85
Zitat von Rose123:
Ich brauche dringend objektive Meinungen, da ich meine Gedanken gerade nicht sortieren kann. Ich bin mit meinem Mann jetzt 20 Jahre in einer ...

Pass auf das er keine schuldumkehr betreibt. Ich finde es, wenn Jemand ständig an mir herum meckert oder mich korrigieren möchte auch sehr übergriffig und anstrengend.

Und dann zu sagen du bist schuld an seiner Situation auf der Arbeit finde ich auch eine heftige Aussage. Ich denke er sieht gar nicht wie er dich behandelt. Und hält sich für Perfekt.

Ihr passt offenbar nicht gut zueinander.

x 3 #2


A


Brauche objektive Meinung zu Trennung

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T
@rose123, anscheinend kannst du ihm nichts recht machen und alles ist deine Schuld. Ich finde sein Verhalten sehr toxisch und würde mich an deiner Stelle auch trennen.

x 2 #3


H
@rose123 liebst du ihn denn noch? Arbeiten an der Beziehung ist gut und recht...solange man sich eine Beziehung überhaupt noch vorstellen kann. Ansonsten ist es unehrlich ihm gegenüber und vor allem dir selbst.

Laut deinen Erzählungen, hat er gerne die Überhand. Solange man das mag, sich unterzuordnen, alles gut. Wenn aber nicht (mehr), dann wird es wohl nicht einfach werden.
Du scheinst in dir gefestigter zu sein. Mittlerweile eher du selbst sein zu wollen. Damit kann er vielleicht weniger gut umgehen.

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Sonnenschein85
Zitat von Hailey12:
@rose123 liebst du ihn denn noch? Arbeiten an der Beziehung ist gut und recht...solange man sich eine Beziehung überhaupt noch vorstellen kann. ...

Ja. Er war es so gewohnt den Ton anzugeben und jetzt wo du eigenständiger bist stört es ihn. Finde ich total schade. Ich finde Beziehungen auf Augenhöhe immer schöner, als welche, wo einer sich unterordnet.

x 1 #5


A
Zitat von Rose123:
Er meint er hätte die Probleme in der Arbeit weil ich keine liebevolle Frau bin.

Haha, der Mann verfügt über null Selbstreflektion und Eigenverantwortung. Du hast dich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und er ist stehengeblieben. Das kleine Hascherl hat sich emanzipiert und ist nicht mehr kontrollierbar. Ich denke, du bist ihm mit zunehmendem Selbstbewusstsein über den Kopf gewachsen. Hör auf dein Bauchgefühl und lass dich nicht mehr fremdbestimmen.

#6


N
Liebe Rose123,

eure Geschichte ist leider ein Klassiker.

Dein Mann hat offenbar einen "Führungsanspruch". Er hat sich auch nicht zufällig in eine 8 Jahre jüngere Frau, die mit einem Lebensabschnitt gerade erst anfängt, den er schon bewältigt hat, verliebt, sondern fand wohl auch die zwischen euch verschobene Augenhöhe und Deine zurückhaltende Art sehr reizvoll. Jetzt bist Du mit ihm gleich gezogen oder vielleicht sogar in einigen Punkten (Beruf, Freundeskreis, persönliche Weiterentwicklung) über ihn hinausgewachsen. Und statt das mit Dir zu feiern, nimmt er Kleinigkeiten wie Deinen Laufstil, um durch Selbsterhöhung und "Führung" wieder über Dir zu stehen, damit Du zu ihm aufschauen, ihn bewundern und "liebevoller" sein kannst. Du sollst jetzt auch an Dir arbeiten, damit Du wieder so wirst wie früher, damit er so bleiben kann, wie er ist, ohne sich zurückgesetzt zu fühlen.
Die meisten solcher Männer machen das gar nicht bewusst. Aber der Zusammenhang, dass sie sich nur geliebt und stark fühlen, wenn eine Frau zu ihnen aufs haut, weil sie "natürlich" unter ihnen ist und sich gerne "helfen" und "führen" (also belehren und bevormunden) lässt, ist halt bei Männern mit dieser Einstellung gegeben und kann auch nicht wegdiskutiert werden.

Es klingt zwar absurd, aber damit
Zitat von Rose123:
Er meint er hätte die Probleme in der Arbeit weil ich keine liebevolle Frau bin

hat er sogar Recht. Er kann sich nicht wie ein Held fühlen, wenn Du auch einer bist. Und ohne von Dir das Heldenabzeichen zu bekommen, ist er auch auf der Arbeit nur halb so stark und wahrscheinlich auch am Steuer unausgeglichen.

Alles, was Du jetzt tun kannst, ist Dich entweder zu seinen Gunsten zu verzwergen und ihn mit strahlenden Augen dankbar anzuschauen, wenn er Dir das Laufen erklären möchte. Oder Deinen Weg zu gehen, einen Mann mit anderen Ansprüchen an eine Frau zu finden und sich jede Bemerkung zu verkneifen, wenn er Dir in ein paar Monaten eine wesentlich jüngere oder wesentlich ungebildetere Frau oder eine aus dem Ausland als Deine Nachfolgerin präsentiert. Denn dann stimmt für ihn wieder das partnerschaftliche Leistungsgefälle, in dem er sich wohl fühlt und das er braucht, um auch im Job besser da zu stehen.

Mein damaliger Freund in grauer Vorzeit, der 10 Jahre älter und berufstätig war, als wir uns kennen lernten, und mir dabei zugestehen hat, wie ich mein Studium abschließe, wollte mir immer weis machen, dass mein neuer Job, mit dem ich sein Einkommen dann eingeholt hatte, mich ja völlig überfordert, weil ich abends auch mal müde war. Außerdem fiel ihm dann ein Haar an meiner Augenbraue auf, das schief wuchs. Und wann immer ich von meinen Karriereaussichten und -plänen erzählen wollte, kam er auf dieses Haar zu sprechen und ein paar andere körperliche Makel. Oder dass "bis dahin ja noch viel passieren" kann oder meine Noten "doch gar nicht so überragend" waren. Alles natürlich nur, um mich vor Enttäuschungen zu bewahren für den Fall, dass meine "hochtrabenden" Pläne doch nicht in Erfüllung gehen sollten, weil er mich liebt(e) und schützen wollte.
Meine Nachfolgerin wurde eine Frau aus seiner Branche mit absolut eingeschränktem Entwicklungspotenzial (seine Ausbildung ist besser und Berufserfahrung länger als ihre). Und ich gönne beiden ihr Glück von Herzen. Sie kann immer zu ihm aufschauen und er ihr immer Tipps geben.

Finde einen Mann, der Deine Erfolge mit Dir feiert und klatschend am Straßenrand steht, wenn Du durch Dir selbst gesetzte Ziellinien durchläufst.

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Suzi
Zitat von Rose123:
habe mich jetzt getrennt.


Zitat von Rose123:
Ich weiß gerade nicht was ich machen soll und natürlich habe ich Angst alleine zu sein, aber so wie es jetzt ist bin ich einfach sehr unglücklich.

Hallo Rose,
Ist doch total normal, dass dich die Trennung unglücklich macht...es ist noch ganz frisch und 20 Jahre Beziehung gibt man nicht leichtfertig auf.
Ich fände es anders sonderbar.... Ambivalente Gefühle hingegen finde ich in deiner Situation total normal.

Lg

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