Jaqqi
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ich wollte einmal fragen, ob es hier Menschen gibt, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und hoffe meine Gedanken dadurch etwas besser ordnen zu können.
Wir sind seit über 6 Jahren zusammen und verlobt. Vor ca. einem Jahr hat mein Freund neben seiner Vollzeit Stelle den Meister in der Abendschule (3x unter der Woche sowie jeden 2ten Samstag) begonnen. Im Sommer hatte er seine ersten Prüfungen die er gut gemeistert hat. Vor ca. 4 Wochen ist mir aufgefallen, dass er immer dünnhäutiger wird und wir uns mehr wegen Kleinigkeiten streiten. Er wirkte abwesend und hat sich öfter zurück gezogen. Ich habe immer wieder gefragt was denn los sei, allerdings bekam ich immer wieder die selbe Antwort "nichts alles gut".
Vorletztes Wochenende habe ich mich mit dieser Aussage nicht mehr zufrieden gegeben und weiter gebohrt. Er meinte dann, dass ihn momentan alles super stresst und er gar nicht mehr weiß wo ihm der Kopf steht (kann ich total verstehen!). Er meinte dann allerdings auch, dass er das Gefühl hat, dass wir uns auseinander leben. Im ersten Momente war ich sehr geschockt. Fragte auch nach in welcher Hinsicht, aber er konnte mir keine Antwort geben. Am Montag darauf kam er von der Schule Heim und hatte einen "leichten" Zusammenbruch. Er saß zusammen gekauert auf dem Sofa, sagte er wolle weinen aber könne nicht. Er fühle sich so leer und es ist ihm alles zu viel. Ich habe versucht ihn zu trösten und zu beruhigen, aber das hat leider nicht funktioniert. Er hat die nächsten 2 Nächte auf dem Sofa geschlafen auf seinen eigenen Wunsch und am Mittwoch kam er zu mir und meinte, dass er jetzt wisse, dass seine Aussage falsch war. Er hat nicht das Gefühl wir leben uns auseinander, sondern, dass er sich selbst verliert. ich hatte mich die Woche schon etwas über die "Symptome" schlau gemacht und wir sind beide zu dem Ergebnis Burn Out gekommen. Ich habe immer versucht ihm möglichst den Rücken mit allem frei zu halten und er hat nie gesagt, dass es ihm zu viel wird. Wir haben die Woche immer mal wieder geredet und es kamen immer neue Dinge zum Vorschein. er meinte zb er wolle das mit dem Meister doch unbedingt und dass er sich nur mehr anstrengen müsse. (er hat Adhs und wohl immer das Gefühl er ist deswegen nicht gut genug und müsse sich einfach anstrengen um "normal" zu sein, das ist natürlich völliger Blödsinn). Er sagte, dass er diese Gefühlskälte die er empfindet im ersten Moment der Beziehung zugeschoben hat, eben weil er gar nicht greifen konnte was los ist. Wir reden wie gesagt immer wieder, wobei ich mich auf einem schmalen grad bewege. Ich möchte ihn nicht überfordern, aber eben helfen so gut ich kann. Wir sind dabei uns um therspeutische Hilfe zu bemühen und haben am Wochenende Dinge gemacht die er gerne tut (Schlittschuhlaufen, Lieblingsresteraunt etc.). Seit wir das ganze angesprochen haben sucht er auch wieder viel mehr Körperkontakt. Ich habe ihm versichert, dass ich für ihn da bin und immer sein werde egal wie schwer der weg ist. Er sieht sich selbst als Belastung das ist er aber nicht! Mein "Problem" ist folgendes:
Er sagte ja er sei momentan gefühlskalt und empfindet nichts. Somit auch nicht für mich. Er fühle sich wohl bei mir und wäre gerne in meiner Nähe, aber mehr könne er mir momentan nicht versprechen. Das war ok für mich. Nun hat er allerdings vor 2 Tagen wieder ich liebe dich gesagt und er meinte, dass er definitiv wieder etwas für mich empfinde. Er wirkt nicht mehr durchgehend niedergeschlagen und kann seit ca. 4 nächten auch wieder schlafen (davor hat er 3 wochen wohl so gut wie gar nicht geschlafen). also meiner Meinung nach sind das gute kleine erste Schritte, auch wenn es noch ein langer weg ist. Was ich nun aber nicht verstehe ist, dass er sagt er liebt mich, aber gleichzeitig er wisse nicht ob wir zusammen bleiben sollten. so dumm es vielleicht klingt dies verunsichert mich, da ich das Gefühl habe die Liebe reicht nicht aus um zusammen an dem ganzen zu arbeiten. hat jemand Erfahrung mit so einer Situation? Denkt ihr, dass wir eine Chance haben, das ganze wieder hinzubekommen? Nächsten Freitag hat er einen Termin bei einer Therapeutin. Dieses Gefühl sich selbst zu verlieren hat er immer noch und wohl auch phasenweise diese innere Leere. Ich möchte keinen Druck aufbauen und für ihn da sein. Ich bin nur selbst so verwirrt, weil ich dachte sobald er wieder etwas empfindet spielt er nicht mehr mit dem Gedanken die Beziehung zu beenden.
Bitte entschuldigt die lange Ausführung ich habe versucht mich so kurz wie möglich zu halten.
Ich denke seine Glaubenssätze aus der Kindheit auch bedingt durch das Adhs haben ihn in diese Situation gebracht. Er muss lernen gesund mit sich und seinen Emotionen umzugehen bzw. Sich um sich selbst zu kümmern und nicht nur um andere. Er war immer für mich da und ich bin an seiner Seite. Weder empfinde ich ihn als Belastung noch sonst was. Ich habe einfach Angst ihn zu verlieren.