neyermann
Mitglied
- Beiträge:
- 10
- Themen:
- 2
- Danke erhalten:
- 2
- Mitglied seit:
ich (21) befinde mich aktuell in einer schwierigen Situation und würde mich freuen, hier unabhängigen Rat zu bekommen.
Meine Freundin (23) hat sich vor einigen Monaten getrennt nach 2,5 Jahren Beziehung. Die Beziehung lief jedoch stets sehr gut und wir waren immer zufrieden. Doch dann meinte sie plötzlich, ihre Gefühle wären weg bzw. nur noch auf freundschaftlicher Ebene da, weshalb sie mir nicht die Liebe geben kann, wie ich ihr. Ich habe gesagt, lass uns abwarten und schauen, es war sowieso eine schwere Zeit wg. Corona und abgesagten Urlauben etc. Doch sie zog den Schlussstrich.
Irgendwas sagte mir, das kann nicht wahr sein, und auch meine Freunde waren sehr verwundert. Ich dachte mir, da steckt noch was anderes hinter.
In den folgenden 2-3 Monaten gings mir folglich natürlich nicht gut, danach hatte ich jedoch einen richtig gut Sommer und sehr viel Spaß, bin "gut davongekommen".
Jetzt vor 3 Wochen der Schock. Ich habe einen Anruf bekommen, dass ich mich vielleicht mal bei ihr melden sollte, weil es ihr nicht gut geht. Ich habe sie daraufhin angerufen, und sie direkt anschließend im Krankenhaus besucht. Versuchter Selbstmord. Ich bin von jeglichem Glauben abgefallen.
Sie hat mir ihr Herz ausgeschüttet und das tat sowohl ihr als auch mir gut. Durch ein kindheitliches Trauma, welches nie behandelt wurde, ist sie in schwere Depression gefallen. Es wurde nach der Trennung von Monat zu Monat schlimmer, meinte sie, bis sie schlussendlich die Liebe zu allem verloren hat - sogar zu Ihrer Familie. Sie meinte, dass sie lange Zeit keine Liebe mehr verspürte.
Jetzt ist vieles besser - endlich ist sie in Behandlung. Ich habe sie jetzt ein paar mal besucht, und ich bin sehr zwiegespalten. Sie war sehr sehr dankbar darüber, wie oft ich da war und wie selbstverständlich das für mich war trotz der Trennung.
Ich habe gefragt, ob sie glaubt, dass die Trennung Ausfluss aus der Depression war. Konnte sie mir nicht beantworten.
Ich habe ihr offen und ehrlich gesagt, dass ich mir eine Beziehung wieder vorstellen könnte, weil ich die Liebe nicht verloren habe. Gleichzeitig natürlich mit beigefügt, dass es nicht diesen oder nächsten Monat passieren muss und dass ich ihr alle Zeit der Welt geben möchte. Denn sie ist krank.
Daraufhin meinte sie, dass sie wieder gerne eine "beste Freundschaft" zwischen uns hätte. Als ich gefragt habe "beste Freunde"? Meinte sie, ja und dann gucken was daraus wird. Also nichts halbes, und nichts ganzes.
Jetzt ist die Frage: Comeback oder Akt der Verzweiflung?
Eine reine Freundschaft kommt für mich nicht in Frage, für sie scheinbar schon.
Hat sie die Liebe wegen der Depression verloren? Klingt logisch und auch Ihr Vater, enge Freunde glauben das. Weil die Beziehung lief sonst ausnahmslos super.
Aber weshalb behandelt sie mich aktuell nur wie einen Freund? Ich denke mir, wenn sie ansatzweise Gefühle hätte, dann würde sie auch zwischendurch mehr Körperkontakt suchen (ohne großartig intim zu werden). Oder brauch sie noch mehr Zeit?
Ich freue mich über jeden Rat und jede Rückmeldung. Danke vorab!