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Das Alleinsein aushalten

encada

encada

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Ihr Getrennten kennt das bestimmt: Das Alleinesein nach einer Trennung laesst sich aushalten, wenn man auf der Arbeit ist, mit Freunden und Familie zusammen ist, draussen unter Leuten ist. Und dann kommt man in die leere Wohnung, wo einem die Einsamkeit in den Ohren droehnt, wo der Ansprechpartner fehlt, keiner, der einen troestet, in den Arm nimmt, einfach nur festhaelt. Abends steigt man in ein leeres Bett, in dem man auch alleine wieder aufwacht. Morgens beim Fruehstueck: ein Teller, eine Tasse ...
Wie geht ihr damit um? Wie gewoehnt man sich daran? Schreibt hier auf, was euch dazu einfaellt, wie es euch damit geht und wie ihr damit umgeht. Ich selbst empfinde es derzeit so, wie anfangs beschrieben. Eure Encada

07.04.2016 10:52 • x 1 #1


Grace_99


Da ich Kinder und 3 Katzen habe (ja, auch Haustiere können einem helfen), war es nicht ganz so "allein allein". Aber Kinder sollen ja kein Ersatz für nen Partner sein, also war es damals schon schwer.

Ich habe versucht gut für mich zu sorgen. Viel Schlaf, nur in kleinen Schritten gedacht, viele die Freunde um mich gehabt, viel hier im Forum gelesen/geschrieben.

Versucht ein Buch zu lesen, versucht unter Leute zu gehen usw.

Durch die Kinder/Arbeit war der Alltag geregelt, aber es war schon sehr schwer sich zusammen zu reißen. Ich weiß, dass ich tagtäglich im Auto aufm Weg nachhause geheult habe, konnte es tagsüber unterdrücken, aber kaum im Auto, sind die Tränen nur so geflossen.

Bei mir war es damals auch Dez. - ganz böser Zeitpunkt für ne Trennung. Adventszeit, Weihnachten usw., fühlte mich irgendwie doppelt bestraft.

Ich glaube, ab März ging es wieder aufwärts, da hatte ich dann wieder Bock rauszugehen, zu lachen/tanzen usw. Man soll sich die Zeit der Trauer wirklich geben - auch wenn es sehr, sehr hart ist. Aber wenn man nicht durchs Tal geht - kommt man auch nicht mehr raus.

07.04.2016 11:04 • x 1 #2


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@Grace_99
Ich nehme an, die TE hat auch Kinder, nur sind diese schon aus dem Haus.

@encada
Vielleicht ein Haustier (Katze) wie Grace_99 vorschlug?
Ich bin ein "Draußen- bzw. Bewegungsmensch". Wenn mich etwas belastet, geh ich laufen (oder spazieren), Fahrrad fahren, hauptsache raus an die frische Luft und Bewgung. Das lenkt mich fast immer ab, bzw. läst mich entspannen.

07.04.2016 11:16 • x 1 #3


Käptn Nemo

Käptn Nemo


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Hallo encada,

ich bin zwar nicht ganz allein, weil ich eine kleine Tochter habe, aber direkt nach meiner Trennung ist mir natürlich auch abends die Decke auf den Kopf gefallen, wenn meine kleine im Bettchen lag und Ruhe einkehrte. Ich hab mich total einsam und alleine gefühlt, da ich zeitgleich auch noch einen anderen Verlust verkraften musste.

Aber wie lenke ich mich ab? Was tue ich, damit es mir besser geht?

- Ich schreibe viel und nutze auch gerne den Chat im Forum. So hat man einfach das Gefühl eben nicht alleine zu sein.

- Jetzt zum Beispiel habe ich mir (viele werden vielleicht drüber lachen) Malen nach Zahlen für Erwachsene gekauft (Herbstwald). Hab leider keine künstlerische Ader. Da hast Du keinen Kopf mehr um Dich alleine zu fühlen.

- Dann bin ich auch berufstätig und fange gerade an, die Ruhe zu genießen. Mich einfach abends auf die Couch zu lümmeln und den Fernseher laufen zu lassen. Es hat eine ganze Weile gedauert, aber jetzt freue ich mich auch darauf, einfach mal die Ruhe genießen zu können.

- Ich bin nach meiner Trennung auch viel im Wald joggen gewesen und abends dann einfach erschöpft ins Bett gefallen. Schlafen konnte ich zwar nicht, aber ich war so erschöpft, dass ich gar nicht mehr so extrem über Ex nachgedacht habe.

Ich denke, mit der Zeit gewöhnt man sich an alles und es ist gar nicht so schlimm allein zu sein. So beschäftigt man sich einfach auch mal mit sich selbst.

07.04.2016 11:18 • x 2 #4


Sway82

Sway82


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Mir helfen tatsächlich auch meine 2 Katzen. Ich bin somit ja nie wirklich allein in meiner Wohnung. Und das ist gerade ein großes Glück!
Ich bin auch viel unterwegs, bei Freunden und Familie, gehe spazieren etc. Und zuhause, schau ich mir dann gerne meine Lieblingsserien und Filme an. Ich telefoniere auch viel mit einer sehr lieben Freundin oder schreibe Nachrichten mit Freunden. Mich erdrückt es, wenn ich mich nicht mitteilen kann, ich das aber gerade dringend brauch. Nicht nur in Bezug auf die Trennung zu verstehen. Es ist halt schwer, wenn nach 10 Jahren plötzlich abends niemand da ist, mit dem man sich austauschen kann. Mich daran zu gewöhnen fällt mir verdammt schwer. Deswegen müssen da jetzt erst mal Freunde und Familie herhalten Aber auch daran wird man sich gewöhnen mit der Zeit.

07.04.2016 12:00 • x 1 #5


Joker

Joker


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Hallo encada,

meine beiden Kinder aus meiner Ehe leben bei mir, so bin ich nicht ganz alleine. Da sie 13 und 15 sind und "der Alte" doch so langsam out wird erlebe ich trotzdem noch Phasen wo mir die Decke auf den Kopf fällt. Da hilft mir mein Hobby Fotografie weiter, und wenn ich mich nur mit Objektive putzen oder Fotos sortieren beschäftige. Ich male auch noch etwas mit Aquarell, habe es aber die letzten Jahre sträflich vernachlässigt.

Wenn ich merke das ich über mehrere Minuten zu grübeln anfange gehe ich aus dem Haus und mache einen längeren Spaziergang. Ich laufe etwas schneller, flotter Schritt, und nach spätestens 30 min ist mein Kopf frei.

Ich lasse mir bewusst immer etwas Arbeit übrig, die mich möglichst geistig fordert - für denn Fall das ich in ein Loch falle und es zu spät zum Spazierengehen ist. Ein Thema was mich interessiert, Formatierung des PCs, Briefe schreiben, Papiere sortieren.

Wenn es gar nicht geht, tippe ich den Gedanken in Google ein und suche mir einen psychologisch angehauchten Artikel über das Thema. Es kann sehr hilfreich sein zu hören was Freud zum Thema sagt. Ich mache mir stets Notizen auf die ich zurückgreifen kann.

Ein letzter Tipp für den Notfall: Wenn du schon an ihn denkst, dann nutze es als Waffe. Nimm dir ein Blatt und schreibe alles auf was dein Gegenüber im Streit gesagt hat. Was dich verletzt hat. Alleine das kann befreiend sein. Hebe sie auf, denn wenn es dir schlecht geht denkst du nur an seine positiven Eigenschaften.

Kopf hoch, die Zeit wird es richten.

07.04.2016 12:27 • x 2 #6


Regenbogen1

Regenbogen1


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Das mit dem Alleinsein erlebe ich zur Zeit. Tagsüber ist das kein Problem, aber abends falle ich regelmäßig in ein Loch. Ich weiß, das ich das ändern muss, schaffe es derzeit aber noch nicht wirklich. Ich Sitze vor der Glotze und versinke im Elend. Fühle mich einfach total einsam. Seit ein paar Tagen schaue ich Fitness-Videos auf YouTube an und mache mit. Das macht mir Spass, obwohl ich eigentlich ein Sport Muffel bin. Danach geht es mir ein bisschen besser. Bei dem Wetter wäre es auch sicher gut raus zu gehen und einfach los zu laufen.

23.07.2016 09:21 • #7


Katalina


Einsamkeit ist nicht schön, aber es gibt mir auch die Möglichkeit auf mich zu schauen und in Ruhe alles zu verarbeiten.
Ich denke wenn die Zeit kommt wird sich das auch wieder ändern, im Moment nehme ich es an als Geschenk für mich selbst sorgen zu können und nicht für jemand der es nicht schätzt.
Nehme mit was der Tag so an schönen Dingen gebracht hat, oft nichts Großes, eine nette Geste, ein Lächeln, lege es am Abend in mein Schatzkästchen, langsam kommt so auch wieder etwas Optimismus zurück.

31.07.2016 10:16 • x 4 #8




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