Zitat von Puppenmama5269:Nun, jeder hat doch sein Päckchen zu tragen. Aus dem Elternhaus evtl?!
Gab es dort bei euch etwas, was ihr unbewusst oder bewusst mitgenommen habt und versucht das alles nicht in euerer Beziehung zu haben?
Etwas das ihr versucht besser zu machen?
Oder merkt ihr, das ihr vielleicht genau das tut was im Elternhaus passiert ist?
Falls der Thread zu persönlich ist, ignorieren. Aber es würde mich schon interessieren.
Hi. Ich habe diesen Thread erst gerade gelesen und würde gerne etwas dazu schreiben. Ich hoffe ich habe das Thema richtig verstanden.
Ich bin sehr streng erzogen worden. In Griechenland geboren und bis zu meinem 10en Lebensjahr dort gelebt. Prügel war zu der damaligen Zeit allgegenwärtig. Auch von den Lehrern in der Schule. Ich kann mich erinnern dass wenn ich mal während des Unterrichts auf die Toilette musste, habe ich es nur getan wenn es nicht anders ging. Als erstes bekamen wir eine dicke backfeife und erst dann durfte man.
Sich zuhause darüber Beschwerden war ein no go. Wie könnte man es wagen? Der Lehrer oder sonst wer ist älter und eine autoritäre Person. Dann bekam ich direkt wieder eine.
Das ist etwas das mich geprägt hat. Mit Prügel kann man mir nicht weh tun. Ich mache auch noch seit 27 Jahren Kampfsport, mittlerweile aber mehr Gymnastik und ich trainiere die Bambinis, als wirklich kämpfen und kann also wirklich einstecken. Meine Kinder darf niemand schlagen. Sie sollen keine Angst haben die Wahrheit oder ihre Meinung zu haben und zu sagen.
Ich habe aber auch gute Sachen von meinen Eltern gelernt auch wenn sie streng waren. Sie haben mir viele Werte beigebracht und gezeigt was Familie bedeutet. Respekt und das man immer füreinander da ist.
Ich mache eine Mischung aus dem ganzen. Meine Kinder werden zwar im gesunden Masse autoritär erzogen, aber Beschimpfungen und Prügel geht gar nicht. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen und ich Rede sehr viel mit ihnen. Warum ich zb etwas nicht möchte dass sie es tun. Damit sie es verstehen. Denn wenn man etwas verstanden hat macht man es meist selbst nicht noch mal.
Ich nehme sie in den Arm, kuschel mit ihnen. Das alles kannte ich nicht.
Im Alter von sechs kam ich zum Leistungssport. Täglich drei Stunden Training, auch Samstags und Sonntags.
Dort lief es genauso ab. Manchmal wurde ein gummischlauch zur züchtigung genommen, manchmal etwas anderes, was unsere russische Trainerin fand.
Das passiert meinen Kindern nicht. Ich unterstütze sie bei ihren sportlichen Aktivitäten und achte auch dass sie genügend Freizeit haben. Es ist sehr wichtig für mich dass das was sie tun auch genießen. So wird man erfolgreich und ist glücklich dabei. Wenn kein sportlicher Erfolg da ist, tröste ich sie. 1986 bekam ich die silber Medaille bei den griechischen Meisterschaften. Ihr könnt euch nicht vorstellen was in der Kabine los war weil ich kein Gold holte. Zwei Jahre später holte ich dann Gold. Kurz darauf kamen wir nach Deutschland.
Fazit:
Ich versuche das was mich sowohl positiv als auch negativ geprägt hat so zu nutzen dass es meine Kinder besser haben. Das ich meine Kinder positiv präge. Und auch ihre Kindheit.
Ich hoffe es war nicht zu viel. Vieles habe ich extra ausgelassen.
Gruß
Odysseas