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Das Elternhaus

Puppenmama5269

Puppenmama5269

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Durch @Kopfweide kam mir etwas in Kopf.

Nun, jeder hat doch sein Päckchen zu tragen. Aus dem Elternhaus evtl?!
Gab es dort bei euch etwas, was ihr unbewusst oder bewusst mitgenommen habt und versucht das alles nicht in euerer Beziehung zu haben?

Etwas das ihr versucht besser zu machen?
Oder merkt ihr, das ihr vielleicht genau das tut was im Elternhaus passiert ist?

Falls der Thread zu persönlich ist, ignorieren. Aber es würde mich schon interessieren.

Auch bei mir gab es so einiges. Da würde ich gern drauf eingehen. Ich muss mal schauen wie.

25.03.2018 09:15 • x 4 #1


Kopfweide

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Einen kleinen Teil kennst du nun, viel Erfolg.
Ich habe bis heute Schwierigkeiten mit anderen Menschen zu reden.

25.03.2018 09:24 • x 1 #2


Puppenmama5269

Puppenmama5269


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Du meinst über dein Elternhaus zu reden, oder es fällt dir generell schwer zu reden mit anderen Menschen?

25.03.2018 09:26 • #3


Schnuppi80

Schnuppi80

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Ich bin sehr streng erzogen worden. Habe mir immer geschworen, wenn ich selbst Kinder habe das anders zu machen....

25.03.2018 09:27 • x 1 #4


Nostraventjo

Nostraventjo

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Also bei mir ist es so, das ich durch meine Mutter damals sehr unsicher in Zwischenmenschlichen Beziehungen bin. Meine Mutter konnte mir damals nicht wirklich Liebe zeigen. Keine Nähe, kaum Gefühle. Ich habe immer alles versucht, ihre Aufmerksamkeit und Liebe zu bekommen und mich oft abgestossen gefühlt. Ungewollt, ungeliebt. Das zieht sich jetzt auch in den Beziehungen. Brauche dauernd bestätigung das ich geliebt werde, fühle mich schnell ungewollt, bin unsicher in Beziehungen und habe dauernd Angst, verlassen zu werden.

Das ist mir alles recht spät bewusst geworden auch in Gesprächstherapien.

Bei meinem Kind versuche ich, es anders zu machen. Ich denke, das gelingt mir auch ganz gut. Zu meiner Mutter habe ich heute ein neutrales Verhältnis, nicht besonders eng aber okay. sie konnte mich noch lange mit ihrem verhalten verletzen, mittlerweile habe ich gelernt, mich davon abzugrenzen.

25.03.2018 09:31 • x 7 #5


Mellowdrop

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Hallo, schöner Thread.
Hierzu fällt mir direkt das "innere Kind" ein. Zu dem Thema habe Ich die letzten Monate sehr viel gelesen, gelernt und gearbeitet.
Googelt einfach mal. Mir hat das Buch "Dein inneres Kind muss Heimat finden" sehr weiter geholfen und Ich denke, diese Thematik trifft sehr gut auf den Thread zu.

Einen schönen Sonntag für alle!

25.03.2018 09:31 • x 8 #6


Kopfweide

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Probleme wurden unter den Teppich gekehrt, totgeschwiegen. Heute ist es mir wichrig, verstanden zu werden. Mit allen Menschen

25.03.2018 09:33 • x 5 #7


Bobbys_Mummy

Bobbys_Mummy

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Das ist gerade Schwerpunkt in meiner Therapie. Ich habe unbewusst viele Dinge in meiner Beziehung so gemacht wie meine Mutter und mein Vater damals. Ich habe immer gesagt, ich mache alles ander. Trugschluss.

Ich habe lange in der Beziehung ausgeharrt, weil ich dachte, es muss so sein, weil wir ein Kind haben. Mein Vater hat den Neustart erst mit 50 gewagt. Ich nun mit 31. Wir haben beide nur ausgehalten in einer miesen Beziehung, wegen der Kinder.
Erst gestern sagte er mir, er ist froh dass ich schon jetzt die Möglichkeit habe mein Leben noch mal neu zu gestalten und nicht so wie er mit 50.

25.03.2018 09:46 • x 4 #8


Kopfweide

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Liebe BobbysMummy, das ist das Einzige, was auch ich bedaure! Ist aber nicht zu ändern. Herzlichen Gruss

25.03.2018 09:57 • x 1 #9


Bobbys_Mummy

Bobbys_Mummy

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Zitat von Kopfweide:
Liebe BobbysMummy, das ist das Einzige, was auch ich bedaure! Ist aber nicht zu ändern. Herzlichen Gruss



Jetzt ist mein Vater glücklich, das kann ich sehen und fühlen. Im Sommer heiratet er zum 2. Mal und ich freue mich sehr darauf.
Ich bin stolz, dass er es geschafft hat und das werde ich auch.

25.03.2018 10:15 • x 5 #10


Lilliyfee88_2

Ich hatte kleinere Geschwister und musste immer die Vernünftige sein, die nachgibt. Meine Eltern dachten sich dabei nichts, sie meinten es ja nicht Böse. Erst seitdem ich mich mit dem Thema Selbstwertgefühl beschäftige, ist mir wieder eingefallen, dass ich als Kind deshalb häufig wütend war, weil ich es nicht verstand. Auch in meinen früheren Beziehungen war ich die, die ihre Wünsche hinten angestellt und häufig nachgegeben hatte. Nein zu sagen, fällt mir heute noch schwer.

25.03.2018 18:28 • x 2 #11


mitsubi

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Mir erging es exakt so wie @Nostraventjo
Deshalb bin ich innerlich oft distanziert und brauche bei Männern eine Weile, mich zu öffnen. Wenn das dann passiert ist, habe ich Probleme loszulassen. Fühle mich auch heute noch oft nicht gut genug, zeige es allerdings so gut wie nie.

25.03.2018 18:35 • x 3 #12


KBR

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Ich habe früh gelernt für mich selber zu sorgen. Früher fand ich das toll. Ich fand es toll, dass meine Eltern mir so vertrauten und mich quasi wie eine Erwachsene behandelten. So verbrachte ich z.T. mit 12 Jahren die Wochenenden allein zuhause oder mit etwas später mit meinem kleinen Bruder.

Heute denke ich, sie haben viel zu wenig Verantwortung für mich übernommen und mir selbst überlassen, das zu tun. Ich habe schon als Kind gespürt, dass ich ihnen nicht zutraue, bei Konflikten wie Erwachsene zu agieren. Darum habe ich von meinem Missbrauch nie erzählt. Ich traute ihnen nicht zu, das Problem erwachsen zu lösen und ich hatte Angst, dass sie mir nicht glauben und es totschweigen würden, was für mich noch schlimmer gewesen wäre, als es allein zu regeln.

Was ich auf jeden Fall mitgenommen habe, ist ein starker Unabhängigkeitsdrang, denn ich fand meine Mutter immer viel zu abhängig von meinem Vater, der nicht einfach ist. Außerdem hat er sie viel zu oft nicht ernst genommen, auch die Belange von uns Kindern nicht. Das verfolgt mich bis heute. Wenn ich das Gefühl habe, nicht ernst genommen oder wert geschätzt zu werden, fahre ich einen Film.

Außerdem habe ich mitgenommen, dass ich keine Kinder möchte, well ich gesehen und erlebt habe, wie viel man an ihnen kaputt machen kann.

Auch die Einstellung "Lieber ohne Mann leben als mit einem faulen Kompromiss" resultiert aus Elternhauserfahrungen.

Interessanterweise hörte ich in letzter Zeit unabhängig voneinander von zwei Freundinnen, dass immer der Eindruck da gewesen wäre, mein Bruder würde von meinen bevorzugt werden. Beide kenne ich seit meinem 3. Lebensjahr und sie entsprechend meine Familie.

Ich habe wohl auch mal so etwas wie Benachteiligung oder Eifersucht gespürt, aber immer gedacht, das wäre wohl normaler geschwisterlicher Konkurrenzkampf. Auch das sehe ich heute etwas anders.

25.03.2018 18:54 • x 8 #13


Phasepunch

Phasepunch

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Ich habe sehr viel Gewalt miterlebt.
Gewalt und auch Verbrechen.

Ich habe mir geschworen, dass mir sowas niemals passiert. Ist es aber.

Allerdings beharre ich im Umgang mit Männern oft auf meine dominante Rolle. Die Rolle des "Ich kann gut ohne dich.".

Ich war oft alleine, also bin ich jetzt sehr gerne unter Menschen und unterhalte diese.

Bei mir ist es wohl teils, teils.
Allerdings weiß ich eines sicher. Ich werde nicht zulassen, dass meine Kinder irgendwann miterleben müssen, wie mir Gewalt widerfährt. Oder gar Ihnen selbst. Dann doch lieber alleinerziehend.

25.03.2018 22:49 • x 7 #14


Drakonie

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Hallo,
Ein interessantes Thema!

Ich habe nach dem Scheitern meiner Ehe lange darüber nachgedacht. Auch bin ich in meiner Jugend sehr rebellisch unterwegs gewesen und wusste eigentlich nie so richtig, warum

Meine Eltern sind jung Eltern geworden. Mama hat uns mit 19 und 21 bekommen, meine Schwester ist älter. Wir waren dann einige Jahre im Ausland als Kinder.
Meine Mama ist klein und zierlich (160cm), mein Papa groß (190cm)

Mein Papa ist eine sehr charismatische und krasse Person. Groß, laut. Schätzt gutes Essen, Partys und ist der letzte, der geht. Intelligent. Abenteuerlustig.
Hat jahrelang im Ausland gearbeitet, eine Firma geleitet, als Landwirt tätig gewesen und als Begleiter für Behinderte Kinder.
Er ist ein Leistungsdenker. Versagen gibt es in seiner Welt ganz einfach nicht, denn Probleme werden gelöst. Immer.
Entschuldigt wird auch nichts.

Ich wollte als Jugendliche raus. Bin total eskaliert. Keiner wusste, warum. Ich hatte doch alles?: Reitunterricht, habe Geige gespielt, gute Noten, Freunde, gutes Aussehen.

Später habe ich bemerkt, dass ich 0 Selbstbewusstsein hatte.
In mir nagte immer das Gefühl, nicht gut genug zu sein, nichts RICHTIG gut zu können: Meine ältere Schwester war besser in der Schule und auch im Sport war ich überall (schwimmen, reiten, Badminton) nur durchschnittlich. In Musik war ich gut, doch fehlte mir der Ehrgeiz und die Disziplin, es zu wirklichen Spitzenleistungen zu bringen.
Irgendwann habe ich wohl gemerkt, dass es zwecklos ist. Ich habe Lügengeschichten erzählt, um Aufmerksamkeit zu bekommen, begonnen Schule zu schwänzen, zu saufen usw. habe nacheinander alle Hobbys eingestampft.

Irgendwie habe ich die Kurve gekriegt, nach einem Schulwechsel und einer Totaleskalation kehrte wieder etwas Ruhe ein.

Danach habe ich versucht, so zu werden wie mein Papa: wenn ich hobbymäßig nicht herausragend war, könnte ich doch mindestens im Job etwas Außergewöhnliches machen?!
Ein Auslandsaufenthalt Jahre den nächsten, ich war unsicher, welchen Job ich machen sollte und auf welchem Kontinent, immer bestrebt etwas zu finden, was ähnlich ausgefallen war, wie das Leben meines Papas.

Das ist sehr anstrengend, wie man sich denken kann.
Was am Ende dazu führte, dass ich alle Ambitionen sausen ließ, einfach müde war und mich für einen Mann entschied, bei dem ich mir sicher war, dass er mir Sicherheit bieten würde und ein ganz normales Durchschnittssleben.

Bis ich dann bemerkt habe, dass mir das nicht reicht.

Da stehe ich heute.
Und muss nochmal von vorne anfangen.

Zumindest habe ich im Laufe der Jahre gesehen, dass meine Eltern auch eine sehr spezielle Ehe führen.
Sehr klassisch. Papa macht alles Finanzielle, alle Arbeiten usw. Mama dekoriert die Bude und macht den Kreativteil.
Aber ich habe auch gesehen, dass mein Papa teilweise wie getrieben ist, besessen. Er hat Zusagen gebrochen (das hätte ich früher NIE! gedacht), sich wahnsinnig egoistisch verhalten. Und ich glaube, an der Stelle meiner Mama wäre ich gegangen.
Andererseits haben beide nie gelernt, alleine zu sein. Insofern sind sie schon richtig beieinander.

Ich versuche heute meinen Kindern mitzugeben, dass sie sich anstrengen sollen, aber dass ein Scheitern auch ok ist.
Und vor allem, dass ich sie immer immer liebe und dass sie wertvoll und toll sind. und das sage ich ihnen täglich.

26.03.2018 00:44 • x 4 #15




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