Huch, jetzt steht hier überall so viel, wozu ich gern etwas sagen würde, aber das ist unmöglich.
Zitat von Käptn Nemo:Mir fällt es halt sehr schwer diese Dinge richtig auszudrücken, weil ich immer Angst habe meine Eltern jetzt komplett schlecht zu machen. Es war ja nicht alles nur schlecht in meiner Kindheit. Es gab durchaus auch sehr schöne Momente und ich habe meine Eltern immer sehr geliebt,
Eine solche Formulierung hatte ich auch ein ums andere Mal unter den Fingern, weil man immer das Gefühl hat, man müsse es relativieren, es sind ja DIE ELTERN.
Aber es ist doch nicht anders als bei den Beziehungen, von denen wir hier so oft lesen, es wäre ja nicht alles schlecht gewesen, es gab schöne Abende und Urlaube. Ähm, ja, aber das wäre mir zu wenig.
Ich bin meinen Eltern dankbar für das, was sie uns ermöglicht haben, wenn es auch oft am besagten Bedarf vorbei war. Es erinnert etwas an einen ehmaligen Chef, der behauptete, er müsse nicht mit seinen Mitarbeitern sprechen, er wisse auch so, was sie denken.
Zitat von Käptn Nemo:Hätte ich mich nicht mit ihm gestritten, dann wäre er nicht in das Auto gestiegen und verunglückt.
Wahrscheinlich hast Du es schon x-Mal gehört und Dir auch selbst gesagt, dass Du ihn nicht ins Auto gesetzt hast. Dass es sich dennoch so anfühlt, kann vermutlich jeder nachvollziehen. Doch er war der Erwachsene, er war der, der mehr Umsicht hätte haben müssen. Tragische Unglücksfälle passieren auch, ohne dass ihnen eine Streit voraus gegangen ist. Ja, weißt Du alles. Ich weiß.

Es war mir dennoch ein Bedürfnis, das zu schreiben.
Zitat von Käptn Nemo:Sie war nach dem Tod ein absoluter Pflegefall. Konnte sich um nichts mehr kümmern, ich hab automatisch seinen Part eingenommen und mich dann um sie gekümmert.
Ja, und das ist auch mehr als nachvollziehbar und tragisch. Da fehlen wirklich die Worte für diese Ausgangslage und die Aneinanderreihung von tragischen Entwicklungen. Großartig, dass Du es anders machst mit Deiner Tochter. Meine Höhlen mit meinem Vater waren unsere Vater-Tochter-Ausflüge aufs Meer. Ich kann mich zwar an Gespräche nicht erinnern, aber ich weiß noch, dass ich mich in diesen Momenten auserkoren fühlte.
@arjuni
Es freut mich zu lesen, dass Du und Deine Söhne gute Wege gefunden haben, die Situation zu meistern und erträglicher zu machen. Du hast noch viel mehr richtig gemacht, wenn Dein Sohn in der Lage ist, sich beizeiten auch abzugrenzen. Außerdem bin ich froh, dass Dein Badezimemr so schön ist!
Interessant auch, dass Du das Thema "Humor" ansprichst. Das hat meine Familie auch lange getragen. Ich finde Humor auch unheilich wichtig, so lange er nicht ausschließlich zur Kompensation von allem führt oder führen soll.
@megan
Wegen dieser Systemsache finde ich ja, ich glaube, wir haben darüber schon mal geschrieben, die Kriegskinder- und -enkelliteratur so wertvoll. Da wird schon einiges an Handlungen der Vorgängergenerationen nachvollziehbarer. All das Schweigen, all die Versessenheit auf materielle Sicherheit usw.