Zitat von hlf26:All diese Mühe, diese Gespräche, diese Energie, diese positive Verwandlung, die es von seiner Seite auch bestätigt wurden, davon wird nun eine andere profitieren und ich muss mit Pech bei dem nächsten ]wieder bei Null anfangen".
Wäre ich dein Ex und bekäme diesen Beitrag wissentlich zu Gesicht, so wäre ich spätestens jetzt überzeugt davon, daß Du mich nie geliebt hast. Zudem wäre ich froh, daß Eure Beziehung aus ist.
Vor allem Dein "wieder bei
Null anfangen" würde mir diesen Schluß regelrecht aufdrängen.
Zitat:Ich suche nach einer Möglichkeit das so zu sehen, dass das ganze auch irgendeinen Nutzen für mich gehabt hat, damit ich abschließen kann. Einfach abhaken, zack und weg, Fehlinvestition, ich kann das nicht. Ist der einzige Nutzen, dass ich in Zukunft immer darauf achten muss, dass zu jedem Zeitpunkt das Geben und Nehmen ausgewogen ist?
Eigentlich heißt es ja, daß nicht schnöder Mammon, sondern nur die Liebe wirklich glücklich macht. Dein Fall liegt offenbar anders. Daher schlage ich vor, daß Du künftig lieber in eine Immobilie investierst, statt in Beziehungen zu Deinen Mitmenschen.
Da kannst Du Dir einen wunderbaren Garten anzulegen und alle Innenräume nach Deinem Gusto gestalten. Das Resultat steht Dir unmittelbar zur Verfügung und falls Du fachmännisch vorgegangen bist, wirst Du es viele Jahre lang nutzen können. Bei guter Lage wird die Immobilie vermutlich auch im Wert noch ordentlich steigen, so daß Du sie mit Gewinn verkaufen kannst. Zwar hat der Käufer dann auch den Nutzen all dessen, was Du angelegt hast, aber zumindest mußte er angemessen blechen dafür.
Ich muß gerade schmunzeln. Denn durch meinen Kopf turnt seit heute früh dieses Bild, wie Du seine neue Freundin irgendwo im Park triffst, ihr einen Ausdruck Deines Eröffnungsbeitrags präsentierst und dann erst mal 'ne Rechnung in Höhe von EUR
_x,x für x,x Monate Lebensberatung für den Ex unter die Nase hältst, den sie nun frei Haus von Dir geliefert bekommt. Weil: Irgendwas muß für Deine Mühe ja auch drin sein, wenn der Armleuchter ansonsten schon nicht das Papier wert ist, auf dem Du das alles aufaddiert hast...
Und auch dieses Bild werde ich seit dem ersten Lesen Deines Beitrags einfach nicht mehr los:
Beduinenmarktplatz an einer Wüstenoase. Samstag früh steht hier jede Woche die Skla. an. Normalerweise gibt's hübsche Äthiopierinnen oder - an besonders guten Tagen - auch schon mal 'ne blauäugige Touristin im Angebot, deren Karawanengruppe siegreich überwunden werden konnte und die nun im Rahmen einer Sonderauktion verhökert wird.
Doch heute gibt's was wirklich Exotisches zu besichtigen: Eine reiche Erbfürstin hat - neben ein paar Nutztieren - auch einen gut dressierten Jungmann zu versteigern. Sie erwartet sich diesmal einen besonders hohen Erlös, denn getrieben vom Ehrgeiz,
es heute allen zu
zeigen, hat sie höchstpersönlich extrem viel Zeit und Energie in seine Ausbildung investiert; dazu gehörte auch Lesen und Schreiben, was er eigens auf einer Papyrosrolle nochmal vor aller Augen bestätigt hat, damit die Auktionsteilnehmer es auch wirklich glauben.
Doch es kommt, wie es kommen muß:
Keiner bietet mit und schließlich streicht der Auktionator erfolglos die Segel.
Denn eines hatte die Fürstin nicht bedacht: Gleich nebenan hat heute jemand einen ganzen Wagen voll dressierter Schimpansen zur Versteigerung mitgebracht. Die gingen weg wie die warmen Semmeln, denn fast alle Anwesenden haben Kinder und private Affenhaltung zu deren Bespaßung ist diese Saison schwer in Mode. Den dressierten Mann hingegen will niemand: Er wäre den Kindern als Mensch ein allzu schlechtes Rollenvorbild.
Zudem gönnt hier keiner der Fürstin einen guten Abschluß: Alle anwesenden Männer nehmen es ihr immer noch übel, daß sie seit dem Tod ihres Gatten einfach dessen Skla. fortzuführen sucht, statt sich mit einem von ihnen wiederzuvermählen. Denn so gehört sich das hierzulande für 'ne anständige Beduinenfrau, unabhängig davon, ob es viel oder wenig zu erben gab. Zwar ist das kein geschriebenes Gesetz, doch alle Anwesenden sind sich einig, daß dieses Vorpreschen öffentlich abzustrafen ist.
Der Emanzipationsvorstoß der Witwe soll keine Schule machen. Wenn schon selbständig, dann bitte nicht mit dem Know-How des Ex-Gatten und ohne deshalb gleich die traditionelle Rollenverteilung der Geschlechter aufzumischen. Das löst nur latenten, kollektiven Unmut aus und führt am Ende zu Umbrüchen, wie sie im verhassten Europa seit Jahren gezielt geschürt werden, um die Veramerikanisierung seiner Gesellschaften zu vervollkommnen. Doch solche Zustände wünschen sich die Beduinen für ihren Teil der Welt partout
nicht, also soll die Witwe ihre Ware wieder einpacken und entweder doch noch heiraten, oder sich nach Europa verziehen - mit uns nicht, basta!
Zitat:An die, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben, wie seid ihr darüber weg gekommen?
Indem ich irgendwann einfach nur noch darüber gelacht habe, was für Blödsinn einem im Leben so unterkommen kann. Nicht nur, was Männer betrifft...
