Philipp747
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Meine Freundin: 21, Studentin, eher introvertriert, fällt es nicht leicht Emotionen zu zeigen
Ich: 24, Student, extrovertriert, fällt es nicht leicht Emotionen zu zeigen
Wir sind ca. 9 Monate zusammen gewesen, haben jeden Tag geschrieben und uns fast jede Woche einmal gesehen. Wir hatten nie Streit und es war alles relativ harmonisch.
Meine Freundin und ich haben uns vor kurzem getrennt. Sie hat mir davor von Problemen mit Eltern, Vermieter, Uni etc erzählt. Ihr war einfach alles zu viel. Sie sagte sie fühlt sich komplett überfordert, aufgebraucht, ausgelaugt, missverstanden und versteht sich selbst nicht. Ich denke sie leidet an Depressionen.
Ich habe das Ganze leider zu dem Zeitpunkt nicht all zu Ernst genommen, bzw. dachte dass ich ihr da locker raushelfen kann und das eben nur eine kurze Phase ist.
Sie hat irgendwann angefangen nur noch sporadisch zu antworten, mich mehrmals zwecks telefonieren versetzt und kam mir einfach null entgegen wenn es um ein Treffen ging. Sie meinte es liegt auf keinen Fall an mir und dass sie die Beziehung auf jeden Fall aufrecht erhalten möchte.
Meine Angst, dass das alles nur Ausreden sind, sie sich einfach gar nicht mehr meldet oder sie gar einen Neuen hat, war bei mir einfach zu groß und ich habe mich komplett von meinen Emotionen leiten lassen. Ihr Vorwürfe gemacht, sie konfrontiert und sie enorm unter Druck gesetzt. Ich war einfach im Gefühlssumpf und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Das bereue ich heute sehr, da ich sie ja eigentlich sehr gut kenne und auch hätte wissen müsse, dass sie auf gar keinen Fall einen neuen. Dafür ist sie einfach nicht der Typ.
Ich habe ihr auch mein Verständnis gezeigt und gesagt dass sie sich zeit nehmen soll aber als sie darauf nicht geantwortet hat, ging das Kopfkino wieder los und ich habe sie angerufen und gestresst. Ich habe einfach viel zu viel von ihr erwartet obwohl sie mir ja genau gesagt hat, dass sie momentan eine schwere Phase hat. Das habe ich leider erst begriffen als es zu spät war. Ich habe mich schlicht und ergreifend sehr unreif verhalten und hatte null Geduld.
Nun, warum ich hier schreibe: Sie hat mir gegen Ende der Beziehung folgenden Text geschrieben:
"Es ist sch. so wie das alles gelaufen ist und ich versteh dich absolut, aber momentan eine Beziehung zu führen ist für mich unvorstellbar, ich kriege es nichtmal auf die reihe mich bei dir zu melden. Ich fühle mich einfach komplett überfordert und aufgebraucht und ich weiß dass das an dir zerrt und das möchte ich wirklich nicht. "
Was meint sie denn mit: "Beziehung zu führen ist unvorstellbar" und "ich krieg es nicht mal auf die Reihe mich bei dir zu melden" ?
Ich würde ihr Verhalten bzw. Denken einfach gerne einfach besser verstehen können. Wenn einem jemand etwas bedeutet, kann man demjenigen doch 2 Minuten seiner Zeit opfern und ihn nicht einfach in der Luft hängen lassen? Ich weiß auch, dass sie mit Freunden kommuniziert nur mit mir eben nicht mehr. Was meint ihr dazu? Was geht da in dem Kopf eines depressiven vor?
Kann man sich wirklich über einen so langen Zeitraum so mies fühlen, dass einem die einfach Kontaktaufnahme schon so schwer fällt? Wir hatten immer eine sehr schöne zeit und nie Stress und ich dachte auch, dass es ihr gut tun würde wenn wir zusammen sind. Sie meinte auch mal, dass sie die Telefonate in der letzten Zeit mit mir immer mit Stress verbunden hat, weil sie wusste, dass sie sich dann mehr oder weniger rechtfertigen muss oder dergleichen. Sie zieht bei Stress immer den Kopf ein meinte sie. Dabei weiß sie selbst auch ganz genau, dass ich ein sehr ruhiger Mensch bin und meinem Gegenüber immer versuche Verständnis entgegen zu bringen.
Ich hoffe ihr könnt mir einen Rat geben, da sie mir sehr viel bedeutet und ich mein schon fast egoistisches Verhalten sehr bereue. Wie hätte ich damit umgehen sollen? Wäre es überhaupt möglich gewesen damit besser umzugehen? Bzw. hätte es etwas geändert? Wenn sie nicht kann dann kann sie ja einfach nicht. Ich möchte ihr Denkweise nur besser nachvollziehen können.