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Freundin hat Depression - Beziehungskriese

Kranich71

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Hallo miteinander,

Ich habe hier schon seit längerem mitgelesen und auch schon bisschen was geschrieben.

Mich belastet seit längerem die Depression meiner Freundin.

Vor etwa 3,5 Jahren haben wir uns schlagartig ineinander verliebt. Es mag komisch klingen, jedoch war es für beide so als wären wir das was man immer gesucht hat im Leben.
Jeder von uns beiden hatte eine nicht sehr schöne Vergangenheit (Elternhaus, Partner).

Sie hatte von Anfang an eine wiederkehrende Depression (Fachbegriff fällt mir gerade nicht ein). Sie nahm Medikamente. Soweit hatte dies keine Auswirkungen im Alltag.
Für mich war es sehr schwer zu verstehen was in einem vorgeht wenn man Depressionen hat. Im Laufe der Jahre habe ich jedoch mich auseinandergesetzt und viel dazu verstanden. Das man nicht alles immer richtig macht als Angehöriger ist klar, passiert halt.

Nach ein paar Monaten zog sie zu mir. Dies funktionierte nur bedingt. Das größte Problem war dann als meine Ex-Frau mir das gemeinsame Kind voll zu mir abschob.
(Hintergrund: bin seit 2012 getrennt, dann geschieden und war nur der Wochenendpapa, das 5 Jahre lang, zig Gerichtsverfahren wegen Umgang).
Sie hat das Kind zu mir abgeschoben damit ich nicht mehr arbeiten kann und auch meine Beziehung zerstört wird. Klingt unglaublich, ist aber so!

Ab da ging es dann los mit der Streiterei und den Problemen. Ich musste mich umstellen was Erziehung und Arbeit betrifft. Sie wollte über die Jahre viel helfen, unterstützen.

Es kamen sozusagen für beide sehr große Umstellungen und Probleme auf einen zu.
Bei mir waren der permanente Terror von der Ex-Frau, bei Ihr die Vergangenheit.
Als mein Sohnemann dann in die Schule kam, sind in ihm die psychischen Probleme hochgekommen (Trennung, permanente Hetze seitens seiner Mutter, Oma).
Das belastete mich massiv.

2018 kam bei ihr dann ein psychischer Zusammenbruch, dann eigene Wohnung.
Langsam wurde es wieder. Sie wollte immer hier bei mir ankommen, also mit Gefühlen und hier fest wohnen.

Das ganze kurz gefasst ging bis vor etwa 2 Monaten hin und her. Die ganzen Probleme außenrum belasteten uns beide massiv.
Jegliches Problem wurde seitens mir angegangen und abgearbeitet. Nur manche Dinge brauchen halt länger.

Seit nun 2 Monaten haben wir uns nicht mehr gesehen, die letzten 7 Wochen telefoniert und uns per Nachrichten ausgetauscht. Seit gefühlt 2 Wochen zieht sie sich immer weiter zurück. Es ist Ihre Depression welche sie so runterzieht.

Ich weiß echt nicht mehr weiter gerade was ich machen soll.

15.08.2020 10:05 • #1


Heffalump

Heffalump


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Sohn bei Jugendpsychologen?
Freundin nur Medikamente oder auch Begleittherapie?

Du solltest dir Freiraum einrichten und auch nehmen, als Angehöriger solcher Konstellationen brauchst du auch Zeit für dich

15.08.2020 10:25 • #2



Freundin hat Depression - Beziehungskriese

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Kranich71

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Im Januar 2019 für 3 Monate KJP, dann Schulwechsel (statt Ganztagsschule nur Regelschule), Schulbegleitung, Hilfe durch Psychologen und jetzt dann in eine geeignete Schule.

Sie hat damals die Medikamente abgesetzt, auch die Therapie. Die Therapie jedoch seit etwa 9 Monaten wieder aufgenommen und erst seit paar Tagen wieder ein Medikament.

Freiraum für mich war nicht leicht.
Das ganze mit Corona hat alle an die Grenzen gebracht. Ex-Frau nahm das Kind nicht zu den üblichen Zeiten. Sozusagen war ich rund um die Uhr mit Sohn alleine.
Das ganze sozusagen mind 3 Monate am Stück.
Dadurch ging ich psychisch auch drauf.

Diese Zeit war das i-Tüpfelchen sozusagen.

15.08.2020 10:36 • #3


Kranich71

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Was ich noch dazu schreiben muss ist das sie sehr wahrscheinlich eine schizoide Persönlichkeitsstörung hat. Zumindest weiß sie das durch ihre Therapeutin und Psychologin.
Gefühlt wirkt sich das irgendwie schlimmer aus in letzter Zeit bei ihr.

15.08.2020 11:20 • #4


Heffalump

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Zitat von Kranich71:
Sozusagen war ich rund um die Uhr mit Sohn alleine.
Das ganze sozusagen mind 3 Monate am Stück.
Dadurch ging ich psychisch auch drauf.

Darum ist es auch wichtig für Dich und deinen Sohn, das du Zeiten findest, dich wieder zu erden. Und da deine Freundin ihre eigenen Baustellen hat, wirkte sich deine "Sohn" Situation zusätzlich belastend aus - für sie.

Würde ich raten, frag ob du eine Vater-Kind kur bekommst

15.08.2020 11:31 • x 1 #5


Kranich71

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Das mit der Vater-Kind Kur habe ich schon in Betracht gezogen.
Jedoch, auch wenn es sich als Ausrede anhört, geht dies gerade nicht.
Ich habe diesbezüglich angefragt und die Wartezeit ist etwas länger, könnte ab Herbst evtl passen. Jedoch kommt er nun in eine neue, für sein Problem passende Schule. Da dann wieder gleich rausreissen finden JA und andere nicht so gut.

Es soll nicht heißen das mein Sohn ein ganz schwieriges Kind ist. Nein, er ist absolut brav und lieb. Nur in der Schule wenn Kritik kommt (schön schreiben), dann macht er Dicht, auch wenn jemand in seiner Klasse (Klassenfreund) ihm etwas ärgerte , lief er davon und machte Dicht.

Dieses Verhalten ist seit etwa November 2017, als ihn seine Mutter kaltherzig hier absetzte.
Die Streitigkeiten gingen seit der Trennung 2012 immer von der Mutter aus, das hat ihn psychisch massiv belastet.

Das sich das ganze natürlich in die jetzige Beziehung einbringt ist eine zusätzliche Belastung für meine Freundin.
Sie hat alles versucht, wirklich alles. Ich kann nicht schlecht über sie reden.
Klar sind mir Ihre Probleme und die Vorstellungen welche sie hatte.
Jedoch kommt es manchmal anders im Leben als man sich wünscht.

Sie hat sich immer eine Beziehung gewünscht, ich auch. Alles Drumherum hätte gepasst, nur die inneren persönlichen Probleme bei beiden haben es nun soweit gebracht.

Ich verstehe sie mit Ihrer Situation und den Sorgen (Existenz, Gefühle, ihrer PS, ihrer Depression). Ich habe die ganze Zeit über gekämpft und alles probiert, geändert, was weiß ich was.

Derzeit geht es mir auch dreckig. Ich nehme mir jetzt die Zeit, in der Sohn nicht da ist, für mich um runterzukommen.

Bei ihr ist derzeit die Depression so schlimm das sie komplett dicht gemacht hat. Auch ich bin nahezu in einer Depression derzeit, versuche das Ruder noch rumzureißen.

15.08.2020 11:54 • #6


Heffalump

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Zitat von Kranich71:
Ich kann nicht schlecht über sie reden.

Behauptet doch keiner.

Schau, ihr drei habt viele kleine und große Baustellen. Man braucht einen Platz um sich selbst zu erden. -vielleicht kann dir Pro-familia oder Caritas Anleitungen für geben, wie man sich zurück zieht, ohne sich zurück zu ziehen. Wenn du verstehst, was ich meine.


Zitat von Kranich71:
Ich habe die ganze Zeit über gekämpft und alles probiert, geändert, was weiß ich was.

Dir ist schon bewusst, das "Kampf" insofern auch mit "Krieg" in Verbindung steht. Du willst allerdings Friede, Harmonie - das braucht Zeit und Strategien, damit es zum Ziel führt.

15.08.2020 12:09 • x 1 #7


Kranich71

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Ich habe das theoretisch gecheckt was das ewige kämpfen bewirkt. Nur das in die Praxis umsetzen ist verdammt schwer.

Es wollten beide nur Harmonie. Das diese in der derzeitigen Lage nicht umsetzbar ist, ist mir ja bewusst.
Jetzt eine richtige Strategie für mich selbst zu finden möchte ich. Es rotiert halt innerlich gewaltig momentan.

Es fühlt sich an als würde ich schaukeln und man ist beschäftigt, effektiv kommt man aber keinen Schritt weiter.

Mein großes Problem ist auch das ich regelrecht harmoniesüchtig bin. Wenn dann Dinge kommen welche an eben dieser nagen, dann zieht es mich runter.

Gefühlt ist es bei ihr auch so.

Ich muss dazu noch sagen, sie ist hochsensibel und sehr tief was Gefühle betrifft. Derzeit sind diese jedoch gehemmt durch die Depression und den ganzen Problemen.
Es kam halt immer eins zum anderen. Ich habe mich sehr oft nicht richtig und fair verhalten. Es war niemals körperliche Gewalt dabei! Es kochten in mir oft die Emotionen und die Hilflosigkeit hoch, das ich halt beim schreiben von Nachrichten oftmals recht auf Angriff ging.
Aber ist das auch zu verübeln?
Wenn man immer versucht alles zu regeln und jegliche Probleme daherkommen mit denen man mal nicht im geringsten gerechnet hat?

Ich bin heuer im Januar/Februar nur noch am Zahnfleisch dahergekommen. War total ausgebrannt.
Bin zum Arzt und es wurde festgestellt das meine Hormone komplett aus dem Ruder laufen. Dank corona hat sich das dann alles in die Länge gezogen bis Mai/Juni.
Ich nehme Medikamente dagegen und es laufen noch die Untersuchungen was die Ursache ist.
Sicherlich ist das psychische auch verantwortlich dafür, jedoch weiß ich das ich hormonell schon seit sehr langer Zeit davor Probleme habe. Es bestand Verdacht auf Klinefelter.

Sie hat alles versucht seit letzten Jahr mich zu unterstützen und mir zu helfen.
Das ihr da die Kraft ausging ist mir voll bewusst.

Sehr oft lese ich auch das diese Problematik ähnlich ist zwischen Empath und Narzisst. Ich habe mich bei mehreren Ärzten dahingehend untersuchen lassen. Ich bin definitiv kein Narzisst. Mein Vater ist einer und ich bin dahingehend erst vor knapp 1 3/4 Jahren drauf gekommen. Ich habe immer unter ihm gelitten. Aufgekommen ist das als meine Mutter starb letztes Jahr.
Seitdem arbeite ich in mir noch intensiver, bzw. war dies der Auslöser in mir meine eigenen Baustellen anzuschauen.

Das alles geht halt nicht so einfach wenn man über 40 Jahre das nicht erkennt.

Auch bei Ihr sind in der Zeit viele Sachen hochgekommen was in ihrem Leben war.

Sozusagen bei beiden sehr große innerliche Baustellen

15.08.2020 12:52 • #8


Heffalump

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Zitat von Kranich71:
Ich habe mich sehr oft nicht richtig und fair verhalten.

Kann man nicht immer, bestimmte Fehler werden sich immer einschleichen. Da du aber dir selbst das Prädikat des funktionalen Partners überstülpst, kann es folglich auch keiner anderer ändern als Du.

Verstehe ich das folglich richtig, sie wohnt derzeit nicht bei dir, der Kleine darf ab + an zu seiner Mutter. du bist in der Zeit alleine und machst was?

15.08.2020 12:57 • #9


Kranich71

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Zitat von T4U:

Verstehe ich das folglich richtig, sie wohnt derzeit nicht bei dir, der Kleine darf ab + an zu seiner Mutter. du bist in der Zeit alleine und machst was?



Ja, seit Oktober 2017 bin ich schlagartig alleinerziehender Papa geworden.
Vorangegangen ist das mein Sohn schon immer die Jahre davor öfters zu mir wollte. Dies hat meine Ex-Frau immer verhindert.
Er wurde sehr oft zur Oma oder Ur-Oma abgeschoben.

In diesen insgesamt 5 Jahren gab es mehrere Umgangsverfahren. Natürlich mit Anhörung vom kleinen. Jedes mal wurde der Umgang zu meinen Gunsten entschieden.
Zuletzt war es dann 2017 das eigentlich Wechselmodell entschieden wurde.
Das passte meiner Ex-Frau nicht. Sohn wäre überglücklich gewesen.
Jeder hat dies befürwortet.

Dann ging das Drama los, das ist wenn ich drüber nachdenke wahrscheinlich ein großer Grund warum es zwischen meiner Freundin und mir nicht mehr so funktionierte.

Es war für alle eine große Belastung. Ich musste über Nacht auf einmal alles machen. Die ganze Umstellung habe ich natürlich nicht hinbekommen. Habe mich leider doch sehr auf meine Freundin verlassen (gelernte Erzieherin).
Das sie nicht die Mutterrolle übernehmen kann wurde uns schon bewusst.

Ich änderte 2019 meine Arbeit, angepasst an die Schulzeit. Das war auch eine große Veränderung.

Zudem muss ich noch sagen das Sie emotional nicht in der Lage ist in die Arbeit zu gehen und gleichzeitig für uns emotional da zu sein.

Eigentlich war angedacht das wir heiraten, sie bleibt zuhause und ich verdiene das Geld. Das war und ist eigentlich immer noch ihr Traum.

Recht verzwickt gerade alles...

15.08.2020 14:14 • #10


Kranich71

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Nachtrag:
Sie wohnte sehr viel hier, das Problem mit Sohn wurde ihr zuviel (mein Erziehungsstil).
Seit Anfang Juni ist sie nur in ihrer Wohnung.

15.08.2020 14:15 • #11


Heffalump

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Zitat von Kranich71:
das Problem mit Sohn wurde ihr zuviel (mein Erziehungsstil)

Passt nicht zu ihrem?

Ich rate dir immer noch Hilfe bei ProFamilia zu suchen, frage auch den Jugendpsychologen, wie du dir da Pausen vom Ich einbauen kannst, nimm Hilfe an. Auch zu deinen Eltern darf der Enkel, wenn sie in deiner Nähe leben.

15.08.2020 14:18 • #12


Kranich71

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Der Erziehungsstil wäre anfürsich nicht zu unterschiedlich (in der Vorstellung).
Ich wurde von Wochenendpapa zum Vollzeitpapa.
Diese Umstellung war ich nicht gewachsen.
Sie hat Recht mit ihrem konsequenten Erziehungsstil, ich habe halt zu oft nachgegeben. Sozusagen war ich zu lasch, sie zu streng.

15.08.2020 14:50 • #13


Kranich71

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Hilfe nehme ich an.
Derzeit zieht sich alles wegen Corona ins unendliche...
Ich muss warten, ist einiges schon in die Wege geleitet

Gibt nur einen Opa, der ist jedoch nicht wirklich interessiert daran (mein Vater).

15.08.2020 14:52 • #14


Heffalump

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Tante, Freunde von Sohn, irgendwer außer seiner Mutter wo du stdweise Erholung ziehen kannst?

15.08.2020 15:02 • #15



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