Im Grund genommen ist sie nur das Symptom Deiner eigenen Ängste. Du hast Verlustangst, sagt der Psychologe. Das mag stimmen, aber die kriegt man nur schlecht wieder weg, weil sie in der Regel in der Kindheit erfahren werden und sich dann im Unterbewusstsein festsetzen.
Und damit Deine Seele Dir ihr Dilemma zeigen kann, wählst Du unbewusst unreife, instabile Partnerinnen, weil Du nur mit ihnen das wieder durchleben kannst, was früher passiert ist.
Und da die Partnerin mit sich nicht klar kommt, kommt sie auch mit einem Partner nicht klar. Und Du darfst da wieder durchgehen und die ganze Palette an Ängsten und Zweifeln durchleben.
Als ich Deinen Thread gelesen habe, habe ich mich gefragt, was Du eigentlich sein willst. Betreuer, Berater, Psychocoach von instabilen Partnerinnen, die mit sich nicht klar kommen? Und bei denen Du, egal was Du tust, nur verlieren kannst, weil Du eh nichts richtig machst.
Sie ist halbwegs erwachsen und sie will mit Dir nichts mehr zu tun haben. Du bist geblockt, Du bist out und sie will ihren Weg ohne Dich gehen. Das ist ihr gutes Recht, sich Menschen zuzuwenden, die ihr besser tun als Du. Es ist auch ihre Verantwortung, was sie mit ihrem Leben macht und mit welchen Menschen sie sich umgibt. Sie hat ihre Wahl getroffen, vermutlich weil sie keinen helfenden Partner um sich haben will, der sich ständig kümmert, sie sozusagen therapieren will, weil es in der Konstellation eben keine Beziehung auf Augenhöhe ist. Hinzu kommt der Altersunterschied.
Sie wird auch ohne Dich weiterleben, sei Dir gewiss. Du wirst hier nicht mehr gebraucht. Vermutlich geht es ihr gar nicht schlecht, auch wenn Du das nicht glauben willst.
Wichtiger für Dich wäre es, Dich zu hinterfragen was mit Dir los ist. Verlustängste sind tief im Inneren angelegt und die kriegt man nicht ohne weiteres weg. So was ist ein langer Weg und manchmal kann man nur lernen, halbwegs mit ihnen umzugehen, weil man sie nicht immer wegtherapieren kann.
Du wolltest sie retten und bist selbst kein guter Retter, weil Du auch beschädigt bist. Es hätte Dir nur ein gutes Gefühl gegeben, aber sie hat Dich nun ausgebremst. Du hast den "Kümmererbogen" überspannt, selbst aus 500 km Entfernung.
Auch wieder so eine Wahl. Eine große Distanz, die Altersdifferenz, alles Faktoren, die keine enge Beziehung auf Augenhöhe ermöglichen. Vermutlich weil Du obendrein auch unter Bindungsängsten leidest. Einerseits Bindungsängste, sich also einen nicht greifbaren Partner zu suchen, andererseits, wenn eine Beziehung zustande kam, Verlustängste. Die beiden gehen oft einher.
Jetzt lass die junge Dame mal in Ruhe. Vermutlich geht es ihr gar nicht so schlecht wie Du glaubst. Sie zog keinen Gewinn mehr aus dem Zusammensein mit Dir und hat sich entschieden.
Jetzt stehst Du da, weil Du auch noch Liebeskummer hast, mit dem Du schlecht zurecht kommst.
Du kannst nur einen Schritt nach dem anderen tun. Zunächst mal heißt es jetzt die Trennung zu akzeptieren und den Verlust und die Sehnsucht zu durchleben. Das ist schon mal eine harte Aufgabe, die vor allem zeitintensiv ist.
Aber wenn Du es geschafft hast, wirst Du vielleicht auch in der Lage sein zu verstehen, warum Du bei ihr gelandet bist, was Du mit ihr eigentlich wolltest, denn für eine ernstzunehmende Beziehung kam sie ja nicht in Frage.
Und erst wenn die innere Panik nachgelassen hast und Du an sie denken kannst, ohne sie zu vermissen, kannst Du einen Schritt weiter gehen und evt. mit therapeutischer Unterstützung erkennen, was bei Dir falsch gelaufen bist.
Und vielleicht auch dadurch zu lernen, dass weder Bindungs- noch Verlustängste gute und stabile Beziehungen ermöglichen.
Einerseits willst du eine enge Beziehung mit Liebe und Vertrauen, andererseits suchst Du das dann genau dort, wo Du das nicht bekommst. Denn wie soll ein psychisch labiler Partner Dir das geben können? Das ist das Scheitern ja schon vorprogrammiert.
Die Seele geht oft komplizierte Wege, Dir zu zeigen, was ihr weh tut. Das alles kam ja nicht von Ungefähr, sie hat Dich in so eine Beziehung geschickt weil sie Dich darauf hinweisen will, womit sie nicht zurecht kommt. Du musst nicht andere retten, aber Dich selbst musst Du retten. Das geht aber nur, wenn Du dazu bereit bist und genau hinschaust. Stattdessen hast Du Dir Jemanden gesucht, den Du retten möchtest, der aber von Dir nicht gerettet werden möchte. Es ist immer einfacher, an Jemand anderem die eigenen Defizite auszuleben anstatt bei sich selbst anzufangen.