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Depression und Partnerschaft

Tin_

Tin_


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Kleiner Tipp noch: frag ihn nicht, wie es ihm geht!
Einfach mal (wenn ihr euch denn seht) gemeinsam SEIN. Versuche über schöne Dinge zu reden, die dir passiert sind, keine Ärgernisse oder sonstig negatives. Du wirst merken, dass es euch gemeinsam gut tun wird. Ganz zu schweigen von dir, denn sowas ist auch für dich selbst gut.

08.04.2021 15:39 • x 1 #31


Karili


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Zitat:
Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass ich meine Probleme, vor allem wenn es wirklich belastende Probleme waren, nicht mit meiner Partnerin besprechen wollte. Warum? Weil ich sie damit schützen wollte (siehe oben) und es reicht, wenn einer belastet ist. Der Rückzug war in den meisten Fällen dann die "attraktivste" Variante, damit man zur Ruhe kommt oder das Problem mit etwas Zeit lösen kann.


@tin, das ist meine persönliche Erfahrung auch. Ich habe gelernt mit Dingen alleine fertig zu werden und andere nicht zu belasten. Das hat in meiner ersten "richtigen" Beziehung dazu geführt, dass mein damaliger Freund sich von meinem Leben ausgeschlossen fühlte. Er sagte mir damals, dass er mich ganz liebt und auch schwierige Situationen mit mir teilen wolle. Wahrscheinlich wurde das von mir als Frau auch irgendwie verlangt - sie weint sich in seinen starken Armen aus... Ich musste erst lernen, dass meine Umgebung durcheinander ist, wenn ich mich plötzlich wie eine Auster verschließe. Ich habe gelernt zu sagen, dass ich aktuell nichts sagen kann. Und trotz meiner eigenen aktuellen Sorgen trotzdem Platz für den anderen zu finden. Das kann nämlich auch erleichtern. Mal Pause vom eigenen Problem zu machen und sich ein paar schöne Momente zu gönnen. Und sich immer als Paar zu begreifen, das keine Angst davor haben sollte etwas zu äußern und auch mal unpassend zu sein. Auf Eiern laufen müssen wir im Beruf und in anderen Situationen viel zu oft. Da ist es schön miteinander vertraut und auch etwas weicher zu sein.

08.04.2021 16:48 • x 2 #32



Depression und Partnerschaft

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alleswirdbesser


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Zitat von Tin_:
Ich finde es wirklich furchtbar, wie sehr hier das Bedürfnis nach Nähe und Kommunikation teils als Pflicht zur Befriedigung hingestellt wird. Er ist in einer Partnerschaft, ja. Aber das verpflichtet zu genau was?!

Was ist noch mal eine Partnerschaft und wofür ist ein solcher Partner gut? Ich wollte auch für meinen Ex da sein, als seine schlimme Phase anfing. Und eine Weile sah es so aus, dass er das auch wollte und sich anfing mit seiner Krankheit auseinanderzusetzen, uns zuliebe sagte er. Das Ende war abrupt und ich total unvorbereitet. Ich hätte schon viel früher mit ihm Schluss machen sollen, statt mit Verständnis und Fürsorge zu reagieren. Dann wäre ich jetzt nicht da wo ich jetzt bin. Meine Gefühle sind inzwischen so stark geworden, dass ich nicht mehr so gut abschließen kann. Von daher je früher, desto besser, lass ihn ziehen Kleineschnecke bevor er dich zerstört. Du wirst ihm nicht helfen können.

08.04.2021 21:13 • x 2 #33


alleswirdbesser


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Zitat von Tin_:
Der große Unterschied, liebe Damen, bei seinem Bedürfnis nach Distanz und ihrem nach Nähe ist: sein Bedürfnis ist ohne Invest erfüllbar, ihres bedarf Invest. Für jemanden, der eine schwere Phase durch macht, ist weglassen so viel einfacher als investieren. Da sollte sich auch mal die TE hinterfragen.

Mit so einer Einstellung liebe Herren sollte man besser für immer Single bleiben und das ist das beste für alle. Einfach Finger weg lassen von Frauen, die bereit sind sich zu binden und tiefe Gefühle empfinden können, ihrem Partner auch in schlechten Zeiten beiseite stehen und unterstützen wollen. Lasst solche Frauen in Ruhe, sie werden mit Männern glücklich, die ihre Eigenschaften zu schätzen wissen, statt sie ständig abzustoßen. Sucht euch Frauen, die das selbe Problem haben. Das funktioniert sicher super. Vor allem dann, wenn die Zeiten des allein sein wollens nicht synchron verlaufen. Wenn es gut läuft trifft man sich einmal im Jahr zum Kaffee trinken. ABER man ist in einer Partnerschaft und hat die gleichen Bedürfnisse nach Abstand von einander.

08.04.2021 21:25 • x 2 #34


Tin_

Tin_


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Da ist jemand sehr gefrustet und möchte offenbar Empathie für sich, aber keine eigene leben....

08.04.2021 22:53 • #35


Bones


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Ich mache Dinge auch erstmal mit mir selbst aus und sortiere mich.Mein Partner kann gut damit umgehen,weil er ähnlich gestrickt ist.Wir teilen uns mit,dass uns etwas beschäftigt und kommen dann aufeinander zu,wenn wir soweit sind.Weder ich noch er fühlen uns dadurch zurückgesetzt oder nicht gesehen.
Jeder Mensch ist anders und hat unterschiedliche Bedürfnisse.
Wenn er von mir erwarten würde,dass ich mein Bedürfnis nach Ruhe seinem Bedürfnis nach Nähe unterordne,würde ich mich bedrängt fühlen.
Ihr passt aufgrund eurer unterschiedlichen Bedürfnisse nicht zusammen , ist aber nur meine Einschätzung

08.04.2021 23:00 • x 1 #36


alleswirdbesser


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Zitat von Tin_:
Da ist jemand sehr gefrustet und möchte offenbar Empathie für sich, aber keine eigene leben....

Wäre doch seltsam, wenn man höchst euphorisch und glücklich nach einer plötzlichen Trennung wäre? Während man noch voller Liebe zu seinem Partner war und ihn in jeder Hinsicht unterstützen würde, wenn man auf seiner Rückkehr aus der Reha wartet und dann sofort abserviert wird, weil....
Ach ja wem sag ich es, nur Menschen, die lieben können, verstehen wie man sich da fühlt. Mein Ex versteht es nicht, denn er fühlt nichts. Nach langer Schauspielerei hat er es zugegeben.

Deswegen mein Rat an die TE jetzt schon das ganze zu beenden, bevor es noch schmerzlicher wird. Meine Empathie gilt nun mal ihr und nicht ihrem Freund. Ich habe es gerade hinter mir. Und bin sehr verletzt, das stimmt.

08.04.2021 23:02 • x 1 #37


Kerstin_2016


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Zitat von Tin_:
Eine der Wenigen ^^

Ich gehöre auch zu den Wenigen

Dein Beitrag hier war super, schlüssig und auf den Punkt gebracht. Kann ich mit "arbeiten"

08.04.2021 23:10 • #38


Lilli70

Lilli70


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Zitat von alleswirdbesser:
Mit so einer Einstellung liebe Herren sollte man besser für immer Single bleiben und das ist das beste für alle. Einfach Finger weg ...[...pid]2479872[/pid]
....das hast du sehr schön geschrieben. Manchmal frage ich mich auch wie tin sich eine Partnerschaft vorstellt: durch die verschlossenene Tür:-) . Er ist so erhaben über alles, das er den Schlüssel schon weggeschmissen hat:-) Aber jeder wie er möchte. Es wird durch so ein Gequatschte heutzutage so schwierig zu erkennen, was Liebe eigentlich ist. Wenn man liebt, will KEINER die halbe Nummer. Dann will man alles. Wenn ich nicht liebe und nur die halbe Geschichte will, weil ich mich selber ja so entfalten will und keine endgültigen Kompromisse eingehen will, dann braucht man psychedelisches Gerede , um das vor sich selbst und seinem Umfeld zu rechtfertigen. In der Liebe gibt es nur schwarz oder Weiß. Alles oder nichts. Wenn man liebt, dann mit allem was auch negativ ist. Wie gesagt, ich rede immer noch von der Liebe. Was alle anderen für Beziehungen haben, hat damit meist gar nichts zu tun. Wenn ich liebe, brauche ich nicht den Freiraum, dass ich meinen Partner zwei Wochen in Ruhe lassen muss. Wenn es mir schlecht geht, dann will ich zu ihm hinfahren können, ohne das er sich bedrängt fühlt. Meine beste Freundin würde sich nicht bedrängt fühlen , und mit der gehe ich nicht ins Bett. Was ist denn heutzutage eine Partnerschaft? Wasch mich, aber mach mich nicht nass? Geh mir nicht auf den Geist mit deinen Bedürfnissen? Ja wem denn sonst, wenn nicht meinem Partner? Ein Geben und Nehmen. Ich wäre sauer, wenn mein Mann seine Sorgen nicht mit mir teilen würde, denn sonst funktioniert es nicht. Es hat heute nicht mehr einer das sagen , heute bestimmt das Paar gemeinsam. Frauen mussten sich weiterentwickeln, dann müssen das Männer auch! Und wenn beide das wollen, klappt es auch gemeinsam

08.04.2021 23:11 • x 3 #39


Karili


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Die Frage ist auch warum sich jemand bedrängt fühlt. Kleineschnecke schreibt hier sehr genau was ihr nicht reicht - nämlich in seiner (nicht ihrer) Auszeit abends von ihm ein kurzes Telefonat zu erhalten und ansonsten einen für sie nicht erreichbaren Partner zu haben. Sie schreibt auch, dass sie in der Regel seine Auszeit versteht und achtet. Ihr Besuch eher eine Ausnahme war.

Jetzt ist der Partner offenbar dazu chronisch erkrankt, hat oft Schmerzen und einen Forderungspool in seinem Leben. Ich kann mir vorstellen, dass all das sich auch auf den Alltag der Partnerschaft auswirkt, wenn er sich gerade keine Auszeit erbittet. Er trägt also offenbar einen ziemlichen Rucksack mit sich herum und Kleineschnecke darf ihren kleinen Rucksack und ihre Eigenheiten und Bedürfnisse nicht in der Beziehung beachtet sehen? Gerade wenn Krankheit und Ballast eines Partners ohnehin die Beziehung prägen und gestalten, muss dieser Partner sich darüber im Klaren sein, dass er in anderen Dingen Konzessionen machen muss. Wenn er aufrichtig liebt, wird er das auch wollen, denn es wird ihm bewusst sein, dass die Partnerin sich bereits im Normalfall für ihn einschränkt.

Denn was sagt mir ein Partner, den ich ohnehin nicht täglich sehe und mit dem ich nicht zusammenlebe wenn er mir die begrenzte Zeit miteinander einseitig, kompromisslos noch weiter begrenzt? Er sagt mir, dass meine Gefühle weniger zählen und er mich gerade als Belastung empfindet. Sollte ich außerhalb seiner zugeteilten Sprechzeit Nähe und eines Gesprächs bedürfen, habe ich einen übergriffigen Wunsch und reihe mich in die Gruppe derer ein, die an seiner belastenden Situation schuld sind.

Schönen Dank!

Da er seine chronische Krankheit, die Schmerzen und den Pool der Fordernden wohö nicht über Nacht abschütteln kann, kann sich kleineschnecke fragen, ob sie mit seinem Kaltstellen in Zukunft zurechtkommen kann. Ob es sie auf Dauer kleinmacht, ob sie es bald gut vertragen kann und ob sie sich von ihm gesehen, verstanden und geliebt fühlt.

Ich persönlich würde mein Gewicht mit allen Wünschen und Erwartungen in den Ring werfen und ihm sagen, dass wenn er mich behalten möchte er in sehr absehbardr Zeit mit mir eine Lösung finden muss, die unsere unterschiedlichen Bedürfnisse gleichrangig zusammenbringt. Macht er das nicht, brauch er mich nicht in seinem Leben.

09.04.2021 00:57 • x 3 #40


Kleineschnecke0

Kleineschnecke0


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Danke für diese ganzen Anregungen... Viele von euch haben mir gute Impulse gegeben. Es geht letztlich um mich. Arbeiten kann ich nur an mir, jemand anders kann und will ich nicht verändern und Kompromisse sind auch nur dann gut, wenn sie echt sind. Von beiden Seiten. In jeder Krise steckt Energie und Bewegung... Und das möchte ich für mich nutzen.

09.04.2021 08:18 • x 3 #41


Clara_

Clara_


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Zitat von Karili:
Die Frage ist auch warum sich jemand bedrängt fühlt.


1. Er liebt sie vermutlich nicht. (Die Situation ist von Tag 1 so und hat sich nicht erst entwickelt.)
2. TE ist zu emphatisch, will ihn verstehen, unterdrückt damit ihre eigenen Bedürfnisse. Der Anfang vom Ende. Frauen und Männer die sich in einer Beziehung so verhalten, müssen idR danach erst mal wieder zu sich selbst finden, weil sie zu viel Energie Richtung Partner verschwendet und sich selbst dabei vergessen haben.

Deshalb kommuniziert man am Anfang der Beziehung klipp und klar was man sich erwartet und wie man sich das vorstellt (das hat nämlich nichts mit Druck aufbauen, sondern der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse, um eben in der Beziehung nicht zu verkümmern!). Werden diese Erwartungen langfristig nicht erfüllt, lässt man los und sucht sich einen Partner der kompatibler ist! Ohne Kompatibilität lässt sich nämlich auch keine Beziehung führen. Das hat auch sehr viel mit Selbstwert zu tun und das nimmt das Gegenüber wahr. Sich selbst und seinen Prinzipien treu zu bleiben, steigert nämlich zeitgleich den Attraktivitätsfaktor ungemein. Kaugummis werden lediglich durchgekaut und ausgespukt, sobald sie den Geschmack verloren haben! (Gleiches gilt im Arbeitsleben!)

09.04.2021 08:27 • x 4 #42


Kleineschnecke0

Kleineschnecke0


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Das liest sich wie ein Businessplan... Nett gedacht, aber das aufeinander treffen von zwei Menschen ist mehr als das abstecken von Erwartungen, Bedürfnissen und Wünschen.
Das was zwischen zwei Menschen entsteht und auch wie es sich mit der Zeit entwickelt.... Das ist ja das spannende....und die Chance auf großes. Und ja, dabei ist die Gefahr von Verletzungen groß, oder das man sich auch (mal) verlieren kann.
Ich mag mein "zu" empathisch übrigens...weil es Teil von mir ist

09.04.2021 08:41 • x 1 #43


Clara_

Clara_


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Zitat von Kleineschnecke0:
Das liest sich wie ein Businessplan... Nett gedacht, aber das aufeinander treffen von zwei Menschen ist mehr als das abstecken von Erwartungen, Bedürfnissen und ...


Natürlich hat das Aufeinandertreffen zweier Menschen, mit dem Abstecken von Erwartungen und Bedürfnissen zu tun! Was sonst? Dein Partner lebt ja auch danach und du machst es mit, nur geht es dir damit nicht wirklich gut, weil du eben deine eigenen Grenzen nichts wahrst! Das hat für mich nichts mit einer gesunden Beziehung zu tun!

Liebe ist kein Hollywoodfilm!

09.04.2021 08:48 • x 2 #44



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