nice-guy
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Die Geschichte ist zwar lang, vielschichtig und komplex - ich versuche mich trotzdem möglichst kurz zu fassen und das wichtigste zu schreiben.
Vor etwa 2 Jahren habe ich erfahren, dass meine Frau eine Affäre mit einem Typen auf der Arbeit hatte. Die Affäre bestand (jedenfalls ist es das was ich weiß) aus sehr „aufregenden“ Textnachrichten und darin beschriebenen sexuellen Phantasien, körperlichen Berührungen auf der Arbeit und einem One-Night-Stand bei einem beruflichen Ausflug.
Erfahren habe ich das ganze von der Partnerin des Arbeitskollegen, die das alles aufgedeckt hat. Dann habe ich meine Frau (Beziehung 15 Jahre, Ehe 5 Jahre - wir sind nun beide Mitte 30) zur Rede gestellt. Nach der Konfrontation, das ist nun einige Monate her, hatte meine Frau eine Art Nervenzusammenbruch - wahrscheinlich weil sie erkannt hat, dass sie unsere Beziehung verlieren könnte. Parallel war sie von der Arbeit auch sehr stark belastet. Wegen ihres Gesundheitszustandes habe ich mich entschieden mich erstmal um sie zu kümmern und meine Gefühle und Gedanken weg zu drücken. Das ist übrigens ein sehr typisches und ungesundes Schema von mir - es kommen immer erst die anderen, dann ich.
Das ging so lange bis vor ein paar Wochen mich das ganze Thema doch so stark eingeholt hat, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe. Habe all meinen Mut zusammen genommen und bin nun ausgezogen und nehme mir Zeit für mich. Psychologische Betreuung ebenfalls eingeschaltet und hilft (bisher). Kontakt ist von meiner Seite aktuell nicht gewünscht, ich versuche es auf ein Minimum zu reduzieren.
Nun stehe ich vor diesem Scherbenhaufen einer Beziehung und bin größtenteils ratlos, wie es überhaupt weiter gehen soll.
Ich glaube wir haben neben dieser Affäre und allen daraus entstandenen Problemen auch noch weitere tiefergehende Beziehungsprobleme. Kommunikation, Streitkultur und ich vermute noch vieles mehr.
Aber ich frage mich, egal wie stark man an den Themen arbeiten kann und vielleicht wieder zu einander findet und alles irgendwie „besser“ läuft als vorher, es bleibt doch das Gefühl des „betrogen worden seins“ bestehen. Ich kann mir heute nicht vorstellen, wie ich zukünftig in den Spiegel gucken kann, wenn es weiter geht mit uns. Diesen Selbstwert werde ich doch irgendwie aufgeben, wenn es weiter geht?
Könnt ihr mir bitte sagen, wie ihr es - also wenn es um das Verzeihen geht - mit eurem Selbstwert ausgemacht habt?
Bei diesen Gedanken und Gefühlen dazu befinde ich mich irgendwie im freien Fall und völlig machtlos - außer ich beende es eben.
Ich glaube damit beende ich erstmal den Beitrag - Fragen gerne! Es ist natürlich weitaus komplexer das Ganze…
liebe Grüße