Nalf
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Zitat von Wurstmopped:..also muss man den Jungs anerziehen, sich wie ein Mädchen im Unterricht zu verhalten?
Wenn 45 min Stillsitzenkönnen und Zuhörenkönnen für Dich "Frauenverhalten" ist, dann ja.
Ich halte es für "studien- und bürokompatibles Verhalten". Wer das nicht lernt, landet eben eher auf dem Bau als im Büro. Das kann dann eine aktive Entscheidung sein.
Ich hab das Thema gerade mit einem meiner Jungs, der meint, er könne sich im Unterricht nicht konzentrieren.
Hab ihm dann erklärt, was für eine Burn Rate er monatlich hat, wenn er im Einfamilienhaus mit Kindern, Urlaub, schickem Auto leben will und nicht von der besser verdienenden Partnerin abhängig sein will. Dann geschaut, welche Jobs das Brutto zu dem benötigten Netto bringen. Dann nachgeschaut, welche Ausbildung oder Talente er für diese Jobs braucht. Und dann festgestellt, dass ein Abi die Chancen auf das Einfamilienhaus erhöht, wenn man keine Salespersonality hat. Schulpflicht besteht eh. Also bleibt als Alternative zum Zuhören im Unterricht nur, den Stoff zu Hause vorzulernen. Ist ihm aktuell zu mühsam und würde seine Freizeit einschränken. Dann muss man aber auch mit den Konsequenzen leben.
Was ich unter toxisch männlichem Verhalten verstehe:
Ein durch das Patriarchat geprägtes Denkmuster, das Männlichkeit als "alles, was nicht weiblich ist" definiert und Männern die Rolle des mit Macht oder List sein Glück Erzwingen den und mit anderen Männern in Konkurrenz stehenden Individuums zuweist.
Eine solche Einstellung/Sozialisierung schadet in einer modernen Welt, in der Feinde zurückschlagen, um Essen kämpfen und Frauen zum Besitz zählen, nicht mehr angesagt ist, Männern genauso wie Frauen.
Wie Wurstmopped mit dem Schlagballbeispiel richtig beschreibt, ist heute die körperliche Überlegenheit nicht mehr das beste Erfolgsmerkmal.
Und jede Form von Weiterentwicklung als "dann bin ich ja ne Frau und das ist Gleichmacherei" abzulehnen, ist ein Reflex, der das patriarchale System, von dem Männer in der Vergangenheit überproportional auf Kosten der Frauen profitiert haben (weshalb viele Frauen es abschaffen möchten und viele Männer es behalten möchten), aufrecht erhalten soll. Die meisten Religionen dienen auch der patriarchalen Struktur und zementieren diese. Vom Patriarchat profitieren aber nur die "Gewinner" unter den Männern. Das sind deutlich weniger als 50% der Menschheit. Solange also Gewalt (körperliche Überlegenheit + Gestaltungswille) gesetzlich und tatsächlich begrenzt wird, wird sich das Patriarchat langsam, langsam ausschleichen, weil es uns gesamtgesellschaftlich auf unter 50% unserer Leistungsfähigkeit begrenzt.
Ist das jetzt feministisch oder humanistisch?