Fenjal, Du scheinst kein Familienfan zu sein. Musst Du ja auch nicht. Ich mag auch kein Vanilleeis und würde es nie bestellen, sehe aber ein, dass es offenbar bei vielen anderen die beliebteste Sorte ist.
Zitat von Fenjal: Tja, du bist ein gutes Beispiel für den Tunnelblick.
2 Kinder, Ehe? Zu vermuten, in den Sand gesetzt.
Aber zur Genweitergabe hat es gereicht, wenn das kein Tunnelblick ist?
Richtig, ich wollte mit Anfang 30 Familie. Ich fand's in meiner Ursprungsfamilie superschön und wollte das gerne auch haben, wenn ich älter bin.
Und wer Ziele hat und Drive, der erreicht auch seine Ziele. Warum sollte ich mich für das privat und beruflich Erreichte schämen?
Die Ehe wurde nicht in den Sand gesetzt, sondern war von Anfang an überflüssig, was ich allerdings erst nach dem Ja-Wort erkannt habe. Ein kolossaler Irrtum im Charakter eines Menschen, für den ich dann die Konsequenzen tragen und den Mann teuer wieder loswerden musste. Man lebt und lernt.
Aber meine Kinder waren und blieben und sind eine super Lebensentscheidung. Möchte ich nicht missen und mit ihnen habe ich genau das Familienleben, das ich schon als Kind, Jugendliche und Twen toll fand und jetzt auch von der anderen Seite herstellen und genießen kann. Um Genweitergabe ging's da nie. Mehr um Weitergabe der Familiengeschichten, Rituale, Werte, dem gemeinsamen Erleben, dem Alltag mit verschieden alten Perspektiven und dem Zusammenhalt.
Dass das nicht jedermans Sache ist, ist doch völlig ok. Da gibt's imho kein richtig oder falsch.
Zitat von Fenjal: Warum hast du denn geheiratet und Kinder bekommen?
Um in einer Familie zu leben. Dass die Heirat dafür irrelevant oder sogar kontraproduktiv war, hab ich erst erkannt, als ich mittendrin war. Er wollte aber unbedingt mit mir und allen etwaigen Kindern den gleichen Namen haben und ich glaubte damals noch, dass darin ein Commitment liegt. War ein Irrtum. Ich würde heute nicht mehr heiraten.
Zitat von Fenjal: Das was eine Singlefrau sucht, ist dir gänzlich unbekannt
Nö. Das war ich ja auch. Und über lange Zeit (während des Studiums) auch ganz bewusst, weil ich alles 3 (Studium, Arbeit und Familie) nicht hätte stemmen können und noch sehr eng mit meiner Ursprungsfamilie war. Aber dass ich mir später nur Männer näher angeschaut habe, die auch in Familie leben wollten, ist ja logisch. Ich gehe ja auch keine Beziehung mit einem Diplomaten ein, wenn ich niemals umziehen will.
Aber warum erbost Dich das so, wenn manche als Paar oder mit Kindern oder als Familie leben wollen? Das nimmt den überzeugten Singles doch nichts weg. Und die meisten Leben sind ja nicht monochrom, sondern bestehen aus Phasen. Mal datet man ergebnisoffen. Mal datet man mit konkreten Vorstellungen vom nächsten Lebensabschnitt. Mal datet man gar nicht. Mal hat man sein Schicksal völlig selbst in der Hand und mal kommt das Leben über einen und man kann nur noch reagieren. Nichts, worüber man verbittert werden müsste oder den eigenen Horizont dauerhaft einschränken müsste.
Vielleicht sind Dir für Dich ja aktuell feste Beziehungen und Kinder undenkbar. Aber vielleicht kommt ja noch ein Lebensabschnitt, wo Du es als unerwartetes Geschenk siehst, dass ein guter Freund oder Dein fester Freund Enkel mitbringt, mit denen man mit 65 nochmal Anlass hat, in den Zoo zu gehen. Oder auch nicht. Wirst Du dann ja sehen und steuern können.
Ich schließe da bei mir nichts aus. Aktuell kann ich mir aber ein Zusammenleben mit einem Mann nicht mehr vorstellen. Hättest Du mich vor 20 oder 30 Jahren gefragt, wäre die Antwort sicher eine andere gewesen. Also kann meine Antwort in 20 oder 30 Jahren wieder eine andere sein. Man lernt ja (hoffentlich) dazu und aus den bisherigen Erfahrungen.