Zitat von Worrior: Glaub doch nicht dass eine Frau
Warrior, da erzählst Du gerade einer Frau wie Frauen sind. Fällt mir seit einigen Jahren auf, dass viele männliche Podcaster wieder "das Wesen der Frau und ihr Verhalten" zum Hauptthema gemacht haben. Und Deine Annahmen (oder Erfahrungen?) decken sich mit den Theorien dieser Podcaster. Nur kennen Frauen andere Frauen ja als Freundinnen und daher tiefer und ehrlicher als der eigene Mann sie kennt. Und die von Dir beschriebenen Frauen habe ich noch nie getroffen. Vielleicht ist das eine Generationenfrage und Du hast mehr junge Frauen als platonische Freundin als ich. Aber in unserem Alter kenne ich nicht mal eine einzige Frau, die so denkt und handelt, wie Du es für eine Mehrheit aller Frauen annimmst.
Zitat von Fenjal: Meine Erfahrung ist, dass gerade sie oder frisch Getrennte wie angestochen auf der Suche sind,
Welche Erfahrungen hast Du denn beim Dating von frisch getrennten oder noch in Beziehung befindlichen Ehefrauen gemacht?
Bist Du bi oder die kleine Schwester von Tin?
Zitat von Worrior: Der niedrige Bodycount einer attraktiven Frau ist auch für mich ein Qualitätsmerkmal.
Richtig. Aber ein indirektes Qualitätsmerkmal für den Mann, also ein Egopush.
Sagt die attraktive Frau zu Hunderten Männern Nein und erhält dadurch den niedrigen Bodycount, muss der Mann, bei dem sie Ja sagt, ja ein besonders toller Typ sein.
Dieser schmeichelhafte Rückschluss und dass Frauen mit niedrigem Bodycount noch nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten der eigenen Performance mit der von richtig guten Liebhabern haben, sind imho die zwei Hauptgründe, warum Männer aus niedrigem Bodycount einen fe. machen.
Der Umkehrschluss gilt übrigens nicht: Sagt eine Frau mit hohem Bodycount zu Dir Ja, entwertet Dich das nicht automatisch.
Zitat von chocomoko: Ich hab den Eindruck viele sind gestört.
Gestört glaube ich nicht. Eher verbogen.
Heute wird über Mann-Frau-Dynamiken so viel gehirnt und diskutiert und sich selbst derart auf Dates und Zwischenmenschliches vorbereitet, dass man erst durch Schichten von Selbstoptimierung und Gefallmasken durchgraben muss, um das wirkliche Wesen des Gegenübers zu ergründen.
Ist bei beruflichen Bewerbungsgesprächen ja genau das gleiche. Meine Eltern sind so, wie sie waren, zum Vorstellungsgespräch angetreten und daher sich einem Juristen oder Kaufmann als Personaler gegenüber, der nach Nasenfaktor entschieden hat und damit manchmal daneben lag und manchmal nicht. Die Personalabteilung hat dann aufgerüstet mit "wo sehen Sie sich in 5 Jahren"- und "was sind ihre Stärken und Schwächen"-Fragen und die ersten Bewerberbücher kamen auf dem Markt, in denen vorteilhafte Antworten zu den Fragen skizziert wurden. Daraufhin haben HRler Psychologiekurse belegt und sich Persönlichkeitstestverfahren von Unternehmensberatungen gekauft und wir alle haben uns zu den 5 Hauptcharaktermerkmalen schlau gemacht und uns entsprechend angepasst präsentiert. Dann ging es mit dreitägigen Assessmentcentern los, in der Hoffnung, so lange könne keiner eine Maske durchhalten. Und die Bewerber arbeiten mittlerweile am Mindest, um gleichbleibend gewünschte Antworten und Verhaltensweisen abliefern zu können. Das echte Kennenlernen wird damit auf "nach der Probezeit" verlagert.
Und genau die gleiche Aufrüstung und Anpassung sehe ich bei der Beziehungsanbahnung. Da lässt kein Einziger durchblicken, dass er eigentlich eher der gemütliche, uninspirierte Typ ist, dem selbst nie ein Ausflugsziel einfällt und der neben der Arbeitsleistung seiner Partnerin (um ein Haus zu kaufen) eben auch auf ihre Kreativität und Aktivität angewiesen ist, wenn sie darauf besteht, außer Abendbrot, Netflix, Beischlaf noch was anderes in der Beziehung zu erleben. Und keine Frau lässt frühzeitig erkennen, dass sie ihren Selbstwert danach kalibriert, welche materiellen Wohltaten ein Mann bereit ist, ihr zu übergeben.
Schade eigentlich. Denn da draußen gibt's bestimmt ein paar Männer, denen Geld und Geschenke nicht schwer fallen, solange sie dafür leuchtende Augen, ein zuhörendes Ohr und ein gemütliches Nest bekommen. Und es gibt da draußen auch genug Frauen, die den Familienanimator und Reiseguide machen, solange der Mann die von ihr ausgesuchten Aktivitäten mitmacht.
Diese Menschen werden sich aber nur noch schwerlich finden, weil ja jeder die Maske des ausgeglichenen Gesamtpakets trägt, nach außen verbiegt und sich erst nach der "Probezeit" so gibt, wie der Charakter eigentlich ist.
Dazu kommt, dass früher, als man sich ausschließlich über soziale Kontexte kennen lernte, in denen auch Dating und Paare durchaus Gesprächsthema waren, man sich seinen Ruf versauen konnte, wenn man sich benahm, wie offene Hose. Die damalige Sicherheit war so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht wahrgenommen haben. Erst jetzt, wo sie wegfällt und keine gesellschaftliche Konsequenz für schlechtes Verhalten mehr droht, merkt man, wie privilegiert wir damals waren.