@PizzaPeperoni
Vielen Dank, dass Du mitgemacht und mit mir weiter gegraben hast!
Um genau dieses tiefer Schürfen ging es mir.
Dass Du nicht nur für Oberflächlichkeiten wie Aussehen, Beruf oder Status ausgewählt und geliebt werden möchtest, kann ich absolut verstehen. Das sieht Choki genauso und ich auch und bestimmt ganz viele andere auch.
Was nämlich (imho) dahinter steckt ist, dass man auch für die weicheren Anteile in sich und auch mit/trotz Schwächen als Gesamtpaket angenommen werden will.
Und hättest Du geschrieben, "als die Frau mit mir ins Bett wollte, konnte sie mich noch gar nicht kennen / einschätzen und hat sich nur für das Oberflächliche interessiert. Das möchte ich nicht. Ich möchte auch dann noch geliebt werden, wenn Aussehen und Job weg sind. Ich möchte für meinen Charakter geschätzt werden und nicht für mein Sixpack. Ich fühle mich nicht gesehen und gewertschätzt, wenn der Blick auf der oberen Ebene stehen bleibt."
Da wären 100% der Frauen mit Dir einer Meinung gewesen.
Aber Du bist im ersten Schritt nicht von Deinen Bedürfnissen ausgegangen, sondern hast das Störgefühl in Dir an einem Defizit der Frau festgemacht und das zunächst Penetranz genannt. Diese Rückschlüsse, was ein solches Verhalten über die Frau generell aussagt, sind das Problem.
Choki z.B. schreibt exakt das gleiche wie Du. Sie möchte nicht zu früh mit den sexuellen Begierden konfrontiert werden, weil das in ihr Abwehr auslöst, den Zauber / die Spannung verdirbt und ihr das Gefühl gibt, beliebig und nur ein Körper zum Benutzen zu sein (entschuldige bitte Choki, wenn ich das falsch wiedergegeben habe und Dir was falsches unterstelle).
Aber sie bleibt bei sich und sagt, dass sie das so nicht mag. Sie schrieb nirgends, dass die Männer nichts taugen, eh nur f'boys sind und das bestimmt mit jeder Frau so machen und daher keine guten Partner mehr sein können und alle anderen Frauen das genauso sehen. Ganz im Gegenteil hat sie sich hinterfragt, was sie denn vielleicht für Signale aussendet, dass Männer sich so verhalten.
Bei Dir war die Frau zunächst penetrant und wirkte auf Dich beliebig. Welche Signale sendest Du denn aus, dass Frauen sich für Dein Einkommen interessieren?
Schwank aus meinen OD-Zeiten: Männer mit überdurchschnittlichem Einkommen lassen das seeeehr schnell durchblicken. (und nicht wenige Männer täuschen höheres Einkommen vor.) Da wird angeboten, mit einem bestimmten Auto abgeholt zu werden. Es wird vom "Loft" berichtet, in dem es gerade so warm sei, dass man die AC anmachen müsse, und dem WE auf Sylt. Es wird sich selbst als "beruflich durchaus erfolgreich" oder "in Führungsposition" beschrieben. Völlig ungefragt. So ein Verhalten will ich Dir überhaupt nicht unterstellen. Ich glaube nur zu wissen, warum viele Männer das Frauen eher als Info anbieten als die Titel der 10 Bücher, die sie zuletzt gelesen haben:
Da bedienen die Männer die patriarchale "provide & protect" Rolle. Darauf reduziert werden möchte aber auch kein Mann.
Ich sag ja, dieses patriarchale System funktioniert mittlerweile für Männer eben auch nicht mehr. (Für Frauen ja schon lange nicht mehr).
Deshalb ist es gut, zu hinterfragen, warum wir tun, was wir tun.
Ich z.B. habe geheiratet, weil ich das für ein Commitment hielt, an einer gemeinsamen Zukunft zu arbeiten. Das hab ich nicht ausreichend hinterfragt. Ohne patriarchale Muster hätte man ja auch die feste Beziehung vorher fortführen können, die besser war als die Ehe. Dass eine Ehe "mehr" ist als eine Beziehung, ist nur dann wahr, wenn sich beide an patriarchale oder religiöse Vorgaben halten.
Ben wird also z.B. sehr glücklich werden mit einer Frau, die das Red Pill System genauso einhält wie er. Da es wenige Red Pill Frauen (Pickmeeshas) gibt, ist seine Auswahl jedoch gering. (Was ihn jetzt nicht mehr stören muss, weil er seine Frau ja schon gefunden hat.)
Was Frauen (nicht alle, Fenjal ist vermutlich die Ausnahme) stört ist dieser indirekte Zwang, sich in das patriarchale System zu fügen, durch Sprüche wie: "Wenn sie 25 Lover hatte, ist sie kein Beziehungsmaterial mehr und wird dich eh für einen Besseren verlassen.Das halte ich für eine denkfaule Bauernregel mit eingebauter Misogynie.
Zitat von PizzaPeperoni: Bei mir läuft das völlig irrational nach Gefühl, obwohl ich zugeben muss, an der ein oder anderen Stelle dann doch ein bisschen verkopft zu sein, wie man hier ja gerade merkt.
Bei mir und allen anderen doch auch. Aber Gefühle sind ja keine Wahrheit. Du kannst brünette Frauen nicht attraktiv finden. Das liegt vermutlich an irgendeiner frühkindlichen Prägung. Aber es wäre übergriffig zu sagen, dass brünette Frauen gefälligst zum Färben gehen sollen, weil keiner sie für mehr als eine schnelle Nummer im Dunkeln wählen wird und sie als Katzenlady enden werden. Nur damit Du eine breitere Auswahl hast.
Das ist dann Unterdrückung, und Abwertung und sieht eine Frau nicht als Mensch mit unterschiedlichen Talenten, Neigungen, Attributen, sondern als formbare Verfügungsmasse für Männer, die zu gefallen haben oder angegriffen werden.