Zitat von NurBen: Sie sind selbst dafür verantwortlich. Genauso wie ich selbst dafür verantwortlich bin, mich nicht ausnutzen zu lassen.
Und da sind wir beim grundsätzlichen Unterschied:
Wenn ich mit jemandem privat essen gehe, egal ob Frau oder Mann (und alles dazwischen und außerhalb), dann bin ich dieser Person grundsätzlich wohlgesonnen und fühle mich auch für deren Wohlergehen verantwortlich. Wir suchen ein Restaurant aus, das örtlich, preislich und vom Angebot für beide passt. Wenn meine Begleitung noch Öl auf die Pizza braucht, winke ich den Kellner heran. Geht es meiner Begleitung nicht gut, sehe ich zu, dass sie gut nach Hause kommt, etc. pp.
Ich fühle mich für die Menschen um mich herum mitverantwortlich, weil ich Menschen grundsätzlich mag und sie so behandele, wie ich selbst behandelt werden möchte. Und ich möchte eben auch nicht, dass jemand durch die Tür geht und sie vor mir zufallen lässt, weil ja jeder selbst verantwortlich dafür ist, wie er ins Restaurant kommt. Gehe ich zuerst durch, halte ich die Tür auf, und umgekehrt. Das versteht sich doch von selbst. Man ist ja nicht allein dort, sondern mit jemand anderen, auf den man Acht geben und Rücksicht nehmen muss.
Zitat von NurBen: Also mein Interesse ist in erster Linie immer Sexuell
Wenn Du das weißt, solltest Du das jeder Frau, der Du privat begegnest, auch als erstes sagen. Denn das versteht sich nicht von selbst.
Wenn mich ein Kollege aus einer anderen Abteilung zum Essen einlädt, kann das dem Informationsaustausch (er will zu uns rüberwechseln oder hat eine Stelle für mich oder braucht Tipps für was Privates, das ich auch beruflich abdecke) dienen. Oder er findet mich als Mensch nett und möchte sich mal außerhalb der Firma unterhalten (ja, Soja-Thorstens tun sowas - muss wohl am niedrigen Hormonspiegel liegen

).
Oder er findet mich anziehend und möchte mich als Frau kennen lernen.
Mal angenommen, ich gehe davon aus, dass es um einen Abteilungswechsel geht und dann erzählt er vom letzten Urlaub, seinem Hund und fragt bei mir den Beziehungsstatus ab. Dann bin ich schlicht ein A*sch, wenn ich ihn die Rechnung bezahlen lasse und erwähne, dass ich Lust aufs nächste Depeche Mode Konzert hätte, in der Hoffnung, dass er dann Karten besorgt. Klar kann ich dann sagen, dass er von dem Konzert ja auch was hat und doch selbst schuld ist, wenn er mich dazu mitnimmt. Aber tatsächlich habe ich eiskalt ausgenutzt, dass sich ein Mensch mir gegenüber geöffnet hat, sich verletzlich gezeigt hat, in Vorleistung getreten ist in der Hoffnung, mir eine gute Zeit zu verschaffen, damit wir in den kommenden Monaten mit Freude an diese ersten gelungenen Treffen zurückdenken und eine schöne Erinnerung miteinander teilen können.
Ein Zeichen von Zuneigung ist es (zumindest unter anständigen Menschen) sich gegenseitig eine Freude zu machen. Ich bringe den Kollegen im Büro eine Tüte Haribo mit, weil ich nett sein und den Team Spirit stärken möchte. Und natürlich auch in der Erwartung, dass wenn ich kurzfristig noch eine Zuarbeit von ihnen brauche, dann nicht mit "joooah, mal schauen, wann wir dazu kommen" stehen gelassen werde, sondern eher mit einem "ich schau mal, was ich für dich tun kann und schieb das eben zwischen". Wenn die die Haribotüten nehmen, nie mal ein Hanuta abgeben und mich dann feixend mit einem "hat sie etwa gedacht, dass wir sie gut behandeln, nur weil sie uns Gummibärchen mitbringt" stehen lassen, halte ich das für sozialblindes Verhalten.
Wenn sich mir also ein Mensch öffnet und sich mir sogar körperlich hingibt oder anderweitig verletzlich macht, sehe ich mich schon im der Verantwortung, mit diesem Menschen sorgsam umzugehen und nicht nur meine eigenen Interessen im Sinn zu haben.
Denn wenn jeder stets nur Eigenverantwortung trägt, ist Sex ja dann auch nur gemeinschaftliche Mast*rbation.
Und daher bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass "Bros" (ob nun Red Pill oder Männerrechtler oder "ihr wolltet doch Gleichberechtigung"-Männer) Frauen grindsätzlich nicht mögen und stets irgend eine offene Rechnung mit Frauen zu begleichen haben, die sie berechtigt, jede Frau, die unvorsichtig genug ist, sich verletzlich zu machen, auch zu verletzen bzw. sich gar nicht darum zu scheren, ob man ihr schadet oder gut tut. Und das nenne ich Misogynie. Und mit dieser Einstellung ist man im Bett auch begriffsnotwendig ne Luftpumpe. Denn als Frau muss ich Männer schon mögen, um ihnen auch im Bett die Schädeldecke wegzu... Und ein Soja-Thorsten, der Frauen toll findet und die vor sich im Bett besonders reizend, ist zu einer wesentlich spannenderen Interaktion fähig als ein Mensch, der im Bett und im Leben die Karten ganz eng an die Brust drückt, damit ja keine Frau ihm reinschauen und ihr Wissen ausnutzen kann.
Den jungen Frauen kann ich bei den gegenwärtigen Männertrends daher leider nur raten, sich sehr rar zu machen und die Männer ordentlich rudern und in Vorleistung treten zu lassen, bevor sie überhaupt mal unter die Bluse dürfen. Aus Selbstschutz.
Die goldenen 90er, in denen wir neugierig auf einander waren und gerne Zeit miteinander verbracht haben und immer der gezahlt hat, der gerade Geld hatte, und man dabei immer wieder auch Gelegenheit hatte, sich zu verlieben oder jemanden für ein Abenteuer zu finden, sind leider vorbei. Jetzt müssen die Frauen wieder strategisch wie zu Kaiser Zeiten ihren "Marktwert" hochhalten, um nicht unter die Räder zu kommen.
Und das alles nur, weil die Dominanz des Mannes nicht mehr selbstverständlich ist, sondern unter Beweis gestellt und sachlich begründet sein muss.
Wir Alten hatten es da wirklich gut, um nicht zu sagen: besser.